Akamai-Studie zum Stand des Internets: Deutschlands Ausbaustopp beim Glasfaser rächt sich

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Akamai Studie zum Stand des Internets: Deutschlands Ausbaustopp beim Glasfaser rächt sich
Quelle: Eyewire Infotech

Akamai hat die neueste Ausgabe seiner Studie zum Stand des Internets veröffentlicht und gibt wieder interessante Einblicke in die Entwicklung der globalen Vernetzung. Die entwickelt sich leicht positiv, aber in Deutschland könnte es deutlich besser laufen. Der Ausbaustopp beim Glasfaser macht sich bemerkbar.

Der Webhoster und Internetservicedienstleister Akamai hat eine sehr interessante Studie zum aktuellen Stand des weltweiten Internets veröffentlicht, die aber auch sehr umfangreich und daher kaum schnell zu überfliegen ist. Die interessantesten Erkenntnisse haben wir hier kurz zusammengefasst.

Der Ausbau von Breitband-Internet ist global gesehen positiv. Akamai weist in seinen Statistiken durchschnittliche verfügbare Internetgeschwindigkeit und durchschnittliche maximal verfügbare Internetgeschwindigkeit aus. Weltweit stieg die durchschnittlich verfügbare Geschwindigkeit um 5,5 Prozent auf 3,8 Mbps. Im Schnitt am schnellsten gesurft wird in Südkorea mit 21,9 Mbps. Die schnellsten Internetverbindungen im Schnitt hat Hong Kong mit 68,0 Mbps. In Europa kann in Rumänen am flottesten gesurft werden. Spitzenleitungen geben hier bis zu 50 Mbps her. Das ausgewogenste Netz hat der deutsche Nachbar Niederlande, wo jeder im Schnitt mit 12,4 Mbps surfen kann. Das reicht auch weltweit noch für Rang 3. Für Europa wird die Entwicklung in der Zukunft allgemein positiv gesehen, weil viele Länder in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Das sieht man auch an der Einführung von IPv6, wo Europa zusammen mit den USA führend ist, und in der "High-Broadband"-Statistik, die allerdings schon ab 10 Mbps greift. Deutschland spielt bei letzterer keine große Rolle.

Stand des Internets in Deutschland

Im Schnitt kommen deutsche Anschlüsse auf lediglich 7,7 Mbps. Das ist Platz 21 im weltweiten Ranking und Platz 13 im europäischen Vergleich. Spitzengeschwindigkeiten erreichen in Deutschland im Schnitt 35,8 Mbps. Die Zuwachsraten liegen hier bei 20 Prozent, aber insbesondere im letzten Quartal ging mit einem Prozent herzlich wenig. Deutschland wird mit diesen Werten sogar von seinen kleinen deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Schweiz abgehängt. Insbesondere dieser Wert von einem Prozent zwischen dem dritten und vierten Quartal 2013 ist besonders auffällig, nachdem in Schnitt ja noch 20 Prozent erreicht wurde. Man geht davon aus, dass der allgemeine Stopp des Glasfaserausbaus der Deutschen Telekom maßgeblich zum Einbruch dieses Wertes beigetragen hat. Statt auf FTTH setzt man in fortan lieber auf DSL-Vectoring, weil die vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann und der Ausbau deutlich günstiger ist. Zwar forcieren Mitbewerber der Telekom weiterhin FTTH, aber deren Anteil ist im Vergleich zur Marktmacht des Bonner Riesen überschaubar und entsprechend haben sie wenig Einfluss auf kontinentale und globale Statistiken.

Doch kommen wir zurück zum Stand des Internets aus globaler Sicht. Zwar ist es erfreulich, dass der Breitbandausbau zulegt, doch es gibt auch negative Entwicklungen. Etwa die Entwicklung des attackierenden Datenverkehrs. Der nahm ebenso zu wie die Ursprungsländer, aus denen er kommt. Spitzenreiter ist hier nach wie vor China, gefolgt von den USA und Kanada. Europa indes hatte im letzten Quartal des vergangenen Jahres weniger Anteile als zuvor. Die meisten Angriffe zielen auf den Port 445 des Microsofts DS-Diensts ab, gefolgt von Port 80 (HTTP) und Port 443 (HTTPS). Ziele solcher Angriffe sind gerne Deutschland, Taiwan, Kanada, Russland oder die USA. Aufgrund der OpenSSL-Sicherheitslücke Heartbleed wird sich die Statistik 2014 gewiss negativ entwickeln. Ein großes Thema sind nach wie vor auch DDoS-Attacken, deren beliebtestes Ziel Unternehmens- und E-Commerce-Webseiten sind. Ist ein Unternehmen bereits einmal einer DDoS-Attacke zum Opfer gefallen, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 35 Prozent (+ 10 Prozent zum Vorquartal), dass die Störenfriede wieder auftauchen.

Stand des Internets beim Mobilfunk

Bleibt noch ein kurzer Blick auf das mobile Internet zu werfen. Zur großen Überraschung geben hier die Russen an, wo es lang geht. RU-1 bietet seinen Kunden Zugang zum Web mit im Schnitt 8,9 Mbps. Schlusslicht ist ZA-1 aus Südafrika mit 0,6 Mbps. Spitzenwerte liegen im Schnitt bei 9,5 Mbps, im globalen Schnitt sind es 3,8 Mbps. Deutschland (DE-1) kommt auf Spitzenwerte von 13,1 Mbps und 2,4 Mbps (wieder jeweils Schnittwerte). Die Studie von Akamai wirft zudem noch einen Blick auf besondere Ereignisse im vierten Quartal 2013. Etwa eine Stürmung des wichtigsten lybischen Providers durch Aktivisten, eine komplette Abtrennung vom Internet in Kuba am 1. Dezember oder Unregelmäßigkeiten in Syrien, Suriname und Guyana. Die komplette Studie mit allen detaillierten Informationen können Sie am Ende des Artikels als PDF in englischer Sprache herunterladen.

Quelle: Akamai

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gripschi BIOS-Overclocker(in)
        DSL Ausbau sollte auch im Hinblick für die Industrie vorangetrieben werden.

        In Apolda hat der Kern der Stadt bis zu 16mbit soweit ich weiß. Einige andere Teile such.

        Das vdsl hört bei dem Bäcker die Straße tiefer auf. Seit nunmehr bald 10 Jahren haven wir ein 6000 DSL wovon max. 335 KB an Geschwindigkeit ankommen. Dann muss man sich sagen lasen der Ausbau ist doch flächendeckend.

        Ich könnte Heulen über soviel Ignoranz. Internet sollte längst kein Neuland mehr sein. Aber es wird Stiefmütterlich behandelt.
      • Von Gripschi BIOS-Overclocker(in)
        DSL Ausbau sollte auch im Hinblick für die Industrie vorangetrieben werden.

        In Apolda hat der Kern der Stadt bis zu 16mbit soweit ich weiß. Einige andere Teile such.

        Das vdsl hört bei dem Bäcker die Straße tiefer auf. Seit nunmehr bald 10 Jahren haven wir ein 6000 DSL wovon max. 335 KB an Geschwindigkeit ankommen. Dann muss man sich sagen lasen der Ausbau ist doch flächendeckend.

        Ich könnte Heulen über soviel Ignoranz. Internet sollte längst kein Neuland mehr sein. Aber es wird Stiefmütterlich behandelt.
      • Von matty2580
        AW: Akamai-Studie zum Stand des Internets: Deutschlands Ausbaustopp beim Glasfaser rächt sich

        Ganz einfach, es hat für unsere Politiker nicht die Priorität die es eigentlich haben sollte.
        In den USA ist mit Google, Facebook, und Co. ein riesiger Markt entstanden, der für viele neue Arbeitsplätze gesorgt hat.
        Deutschland konzentriert sich ganz auf den Export, und die Industrie.
        Das führte auch zu einer Spaltung des Landes.
        In der Industrie verdient man relativ gut. Andere Branchen dagegen habe oft ein sehr schlechtes Lohnniveau.
      • Von Young-Master Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Dominic134679
        Warum zum Geier wird in Städten nicht so ausgebaut?
        Würde mich auch interessieren dachte eigentlich immer das da alles im grünen Bereich ist.

        Super ich hab dsl light 758 (richtige Geschwindigkeit) eigentlich dsl 2000. "Mein Nachbar Dorf" bekommt jetzt Glasfaser obwohl die vieeeel weniger sind als wir zudem ist bei uns ein großes Neubaugebiet. Wir sollen jetzt dann allerdings von der Telekom LTE bekommen natürlich begrenzt. Ich kapiere es wirklich nicht was in Deutschland mit dem Internet falsch läuft.
      • Von Dominic134679 PC-Selbstbauer(in)
        AW: Akamai-Studie zum Stand des Internets: Deutschlands Ausbaustopp beim Glasfaser rächt sich

        Ich bin immer wieder überrascht wie schlecht alle über den Internetausbau in Deutschland berichten. Wir hatten hier im Dorf mit 1000 Einwohnern in Ost-Baden-Württemberg noch nie Probleme. Das hat sich irgendwie alle 1-2 Jahre verbessert. 2005 2(Mbit), dann 6 , dann 16, dann 32, dann 50 und jetzt 100 Mbit seit einem Jahr. Warum zum Geier wird in Städten nicht so ausgebaut?
      • Von Gamer090 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Akamai-Studie zum Stand des Internets: Deutschlands Ausbaustopp beim Glasfaser rächt sich

        In der Schweiz ist die upc Cablecom schon lange dabei das Netz umzubauen, seit kurzem habe ich 20MB/s anstatt "nur" 10MB/s
        Und das für einen minimalen Aufpreis, also besser gehts nicht

        Jetzt müssen nur noch die Server mithalten, vor kurzem hat meine PS3 für 19.5GB über 2.5h gebraucht, wenn ich gewusst hätte das es so lange dauert hätte ich das Spiel im Laden gekauft.
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