Filmindustrie nimmt VPN-Anbieter ins Visier

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Filmindustrie nimmt VPN-Anbieter ins Visier (1)
Quelle: Foto von Manuel Geissinger von Pexels

Die Filmindustrie nimmt zunehmend VPN-Anbieter ins Visier. In den USA läuft nun auch eine Klage gegen Leaseweb, deren Dienste angeblich von ExpressVPN, LiquidVPN, NordVPN und Zenmate genutzt werden und die wiederum die Basis für die Urheberrechtsverletzungen deren Kunden sind.

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Filmindustrie auch die VPN-Dienstleister in den Gerichtsaal zitieren wird. Nach Torrent-, Filehosting- und Streaming-Services soll nun auch die Gefahr durch die florierenden VPN-Services befriedet werden. In den USA laufen zwei Verfahren, wie Torrentfreak berichtet, bei denen im Raum steht, dass die Kunden der Anbieter Urheberrechtsverletzungen begangen haben. Die Ermittlung der Täter ist aber nicht ganz so einfach. Neben Klagen, die gegen VPN-Anbieter laufen, versucht man es nun im US-Bundesstaat Virginia mit einer Klage gegen die US-Niederlassung des Anbieters Leaseweb.

Ihm wird vorgeworfen, die Zuordnungen der IP-Adressen bei der Internet Registry Arin zu vernachlässigen, womit man die VPN-Betreiber nicht korrekt identifizieren kann, über die man dann wieder per Klage die Kundendaten ermitteln will. Im Klageschreiben ist daher vor allem von "Unbekannt" die Rede, es fallen aber Anbieternamen wie ExpressVPN, LiquidVPN, NordVPN und Zenmate - angeblich Kunden von Leaseweb. Bislang ist keiner der VPN-Anbieter direkt beklagt - man kann die Klage gegen Leaseweb als Vorbereitung sehen, um auf Basis eines erfolgreichen Ausgangs dann weitere Schritte einzuleiten.

Können die VPN-Anbieter erfolgreich identifiziert werden, werden Klagen zur Herausgabe der Kundendaten möglich. Ob die dann wiederum erfolgreich sind, wird sich zeigen. Die meisten VPN-Dienste versprechen, dass sie keine Logfiles erheben und damit der Traffic nicht zuordnungsfähig wäre. Das Problem ist hier das Versprechen. Daten fallen generell bei VPN-Diensten an, da sie in der Regel bezahlt werden müssen. Und zuweilen stellte sich auch schon heraus, dass der Traffic doch dokumentiert wurde. Einer richterlich angeordneten Durchsuchung mag da so mancher Anbieter nicht standhalten. Es wurden in der Vergangenheit schon Personen gefasst, die sich hinter einem VPN sicher glaubten.

Mit Glück könnte die Klage gegen Leaseweb schon etwas weiter oben ansetzen und man spart sich die Grabenkriege. Leaseweb wird vorgeworfen, die Konten der Verursacher nicht zu kündigen und die Mahnungen, angeblich 32.000 an der Zahl, nur weiterzureichen. Man beruft sich auf den DMCA, den Digital Millennium Act, der insbesondere Wiederholungstäter in die Pflicht nimmt. Da Leaseweb nicht reagiere, sei das Unternehmen haftbar zu machen. Eine ähnliche Klage läuft gegen Skarktech.

Bislang scheinen noch nicht die mächtigen Lobbyverbände involviert zu sein. Es klagen Unternehmen, die speziell für die Filmproduktionen gegründet wurden. Darunter auch die in den letzten Jahren immer wieder auftauchende Dallas Buyers Club LLC, die den gleichnamigen Film verwertet und wo man Einnahmen aus Filesharing-Aktivitäten möglicherweise fest in Budget eingeplant hat. Direkt genannt werden aber auch Rambo V Productions und Bodyguard Productions (The Hitman's Bodyguard), neben anderen nicht genannten Produktionsgesellschaften. Torrentfreak berichtet, dass ein erfolgreicher Ausgang der Klagen, darunter auch direkt gegen LiquidVPN und VPN.ht, möglicherweise gar nicht das Ziel ist, sondern im Nachgang eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

Langfristig könnte sich die Filmindustrie über Justiz und Politik darum bemühen, dass Logfiles für VPN-Dienstleister verpflichtend werden. Dazu müsste sich dann aber wohl auch der mächtige Lobbyverband MPAA, Motion Picture Association of America, in das Thema einschalten.

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von FabianKr24 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        VPN wird nicht genutzt, um unerkannt auf illegale Webseiten zuzugreifen, sondern um illegal günstigere, nur im Auslang legale Inhalte zu konsumieren. Wie das hier genannte Beispiel schon zeigte: Z.B. die Formel-1-Übertragungsrechte für ein Sendegebiet mit gut 80 Millionen Einwohnern (Deutschland) sind viel teurer als die für knapp 9 Millionen Österreicher. Entsprechend sehen auch Vermarktung und Endkundenpreise anders aus. Ähnliches gilt für praktisch alle Lizensierbaren Inhalte und praktisch immer sind ausländische Alternativen aus Sicht des viertgrößten Wirtschaftsnation billiger. Erst recht wenn, wie im genannten Beispiel, die Lizenzen selbst auch noch von Österreichischen ÖR-Gebührenzahlern übernommen wurden. Mittels VPN täuscht man dann einfach vor, ein solcher zu sein, und guckt gratis. Weit verbreitet ist das zum Beispiel auch für BBC-Produktionen, die Personen die keine britischen TV-Gebühren zahlen, erst sehen können, wenn ein heimischer Sender sie einkauft oder man die DVD anschafft. Das Geld sparen sich einige lieber und gucken illegal via VPN. Nächste Runde Streamingdienste: Deren Preise hängen ebenfalls von der Region ab, für den ein Film lizensiert wurde, also wird via VPN z.B. "aus der Türkei" heraus abonniert.

        Letztlich ist das alles stinknormale Raubkopiererei. Im Gegensatz zu den Filesharern der 90er verdienen heute aber noch Zwischenfirmen, die VPN-Betreiber, daran.
        Der Nutzer erstellt beim Streaming eine flüchtige Privatkopie im RAM (Arbeitsspeicher). Meiner Meinung nach ist diese legal, solange die Quelle legal ist.

        Die "ORF TVthek" und die SRF Mediathek bzw. die offiziellen Webseiten der Privatsender von Österreich/Schweiz bzw. sämtliche IPTV Anbieter, die Online TV via Browser/App anbieten (sind meistens bei den Privatsendern sogar verlinkt), sind meiner Meinung nach legale Quellen.

        Hier wird das Streaming über VPN von einem Anwalt erklärt:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Der VPN-Anbieter bietet seinem Nutzer letztendlich an, über seine Server im Internet zu surfen. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann auch seine eigenen PCs in Österreich/Schweiz etc. aufstellen und diese als VPN benutzen.

        Im Extremfall könnten einfach alle ca. 80 Millionen Einwohner Deutschlands zum Formel 1, etc. schauen nach Österreich oder in die Schweiz fahren und dort die Formel 1, etc. ohne VPN im Hotel, in der Kneipe oder über ein örtliches Gratis-WiFi, etc. schauen, oder wer in Österreich/Schweiz Freunde, Verwandschaft, Bekannte hat, könnte auch bei denen die Formel 1, etc. verfolgen.
      • Von FabianKr24 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        VPN wird nicht genutzt, um unerkannt auf illegale Webseiten zuzugreifen, sondern um illegal günstigere, nur im Auslang legale Inhalte zu konsumieren. Wie das hier genannte Beispiel schon zeigte: Z.B. die Formel-1-Übertragungsrechte für ein Sendegebiet mit gut 80 Millionen Einwohnern (Deutschland) sind viel teurer als die für knapp 9 Millionen Österreicher. Entsprechend sehen auch Vermarktung und Endkundenpreise anders aus. Ähnliches gilt für praktisch alle Lizensierbaren Inhalte und praktisch immer sind ausländische Alternativen aus Sicht des viertgrößten Wirtschaftsnation billiger. Erst recht wenn, wie im genannten Beispiel, die Lizenzen selbst auch noch von Österreichischen ÖR-Gebührenzahlern übernommen wurden. Mittels VPN täuscht man dann einfach vor, ein solcher zu sein, und guckt gratis. Weit verbreitet ist das zum Beispiel auch für BBC-Produktionen, die Personen die keine britischen TV-Gebühren zahlen, erst sehen können, wenn ein heimischer Sender sie einkauft oder man die DVD anschafft. Das Geld sparen sich einige lieber und gucken illegal via VPN. Nächste Runde Streamingdienste: Deren Preise hängen ebenfalls von der Region ab, für den ein Film lizensiert wurde, also wird via VPN z.B. "aus der Türkei" heraus abonniert.

        Letztlich ist das alles stinknormale Raubkopiererei. Im Gegensatz zu den Filesharern der 90er verdienen heute aber noch Zwischenfirmen, die VPN-Betreiber, daran.
        Der Nutzer erstellt beim Streaming eine flüchtige Privatkopie im RAM (Arbeitsspeicher). Meiner Meinung nach ist diese legal, solange die Quelle legal ist.

        Die "ORF TVthek" und die SRF Mediathek bzw. die offiziellen Webseiten der Privatsender von Österreich/Schweiz bzw. sämtliche IPTV Anbieter, die Online TV via Browser/App anbieten (sind meistens bei den Privatsendern sogar verlinkt), sind meiner Meinung nach legale Quellen.

        Hier wird das Streaming über VPN von einem Anwalt erklärt:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Der VPN-Anbieter bietet seinem Nutzer letztendlich an, über seine Server im Internet zu surfen. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann auch seine eigenen PCs in Österreich/Schweiz etc. aufstellen und diese als VPN benutzen.

        Im Extremfall könnten einfach alle ca. 80 Millionen Einwohner Deutschlands zum Formel 1, etc. schauen nach Österreich oder in die Schweiz fahren und dort die Formel 1, etc. ohne VPN im Hotel, in der Kneipe oder über ein örtliches Gratis-WiFi, etc. schauen, oder wer in Österreich/Schweiz Freunde, Verwandschaft, Bekannte hat, könnte auch bei denen die Formel 1, etc. verfolgen.
      • Von onlygaming BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Wie das hier genannte Beispiel schon zeigte: Z.B. die Formel-1-Übertragungsrechte für ein Sendegebiet mit gut 80 Millionen Einwohnern (Deutschland) sind viel teurer als die für knapp 9 Millionen Österreicher. Entsprechend sehen auch Vermarktung und Endkundenpreise anders aus.
        Da habe ich persönlich gar nicht drauf geachtet als ich mir F1 TV geholt habe, sehr wohl jedoch das ist 17,50, später dann 22,50€ dann doch recht teuer sind für Sky wenn man bis letzten Juni kein F1 TV abgeschlossen hat.

        Ich bin froh das ich noch F1 TV habe und dies weiter verlängern kann. Da kommt man dann doch deutlich günstiger weg.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von 1xok
        Urheberrechtsverletzungen können ja nicht wirklich das Problem mehr sein. Bei den ganzen legalen Streamingangeboten und Kaufoptionen via Amazon und Youtube ist das doch schwer zu glauben. Mir würde schlicht die Zeit fehlen, um da auf irgendwelchen Piratenseiten herumzusuchen. Wer macht denn das wirklich noch? In den 2h, die ich übrig habe, schaue ich dann doch lieber den Film.
        VPN wird nicht genutzt, um unerkannt auf illegale Webseiten zuzugreifen, sondern um illegal günstigere, nur im Auslang legale Inhalte zu konsumieren. Wie das hier genannte Beispiel schon zeigte: Z.B. die Formel-1-Übertragungsrechte für ein Sendegebiet mit gut 80 Millionen Einwohnern (Deutschland) sind viel teurer als die für knapp 9 Millionen Österreicher. Entsprechend sehen auch Vermarktung und Endkundenpreise anders aus. Ähnliches gilt für praktisch alle Lizensierbaren Inhalte und praktisch immer sind ausländische Alternativen aus Sicht des viertgrößten Wirtschaftsnation billiger. Erst recht wenn, wie im genannten Beispiel, die Lizenzen selbst auch noch von Österreichischen ÖR-Gebührenzahlern übernommen wurden. Mittels VPN täuscht man dann einfach vor, ein solcher zu sein, und guckt gratis. Weit verbreitet ist das zum Beispiel auch für BBC-Produktionen, die Personen die keine britischen TV-Gebühren zahlen, erst sehen können, wenn ein heimischer Sender sie einkauft oder man die DVD anschafft. Das Geld sparen sich einige lieber und gucken illegal via VPN. Nächste Runde Streamingdienste: Deren Preise hängen ebenfalls von der Region ab, für den ein Film lizensiert wurde, also wird via VPN z.B. "aus der Türkei" heraus abonniert.

        Letztlich ist das alles stinknormale Raubkopiererei. Im Gegensatz zu den Filesharern der 90er verdienen heute aber noch Zwischenfirmen, die VPN-Betreiber, daran.
      • Von 0ldN3rd BIOS-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Also ich denke schon, dass das noch gemacht wird. Aber ich denke auch, dass es die wenigsten sein dürften, die es aus Gründen von Geldnot & Geiz machen. Ich denke dass viele eher aus Gründen, von "Guck mal.. geht auch ohne bezahlen/warten" machen.
        Aber der allergrößte Teil, wird sich einfach sagen: Naja, ist zwar nicht legal, aber auf der anderen Seite ist der Film/Serie den Preis nicht wert! Damit meine ich, dass wenn heute pro Tag 1 Million Filme/Serien illegal geschaut werden.... das nicht dafür sorgen wird, dass wenn es ab morgen unmöglich sein sollte dies zu tun, diese 1 Million als Umsatz in den Kassen der Trash-Industrie landet!

        Ich habe über 800 Bluray & DVD hier... aber ich kaufe immer weniger, warum? Weil es inhaltlich immer schlechter wird, was Holllywood einem da vorsetzt! Aber nur weil ICH weniger kaufe, schaue ich die neuen Filme/Serien dennoch nicht illegal irgendwo im Netz, denn dies macht die Filme immer noch nicht sehenswert!

        (Dieser Post spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder und steht sicher nicht als allgemein richtig da!)
      • Von 1xok Software-Overclocker(in)
        Urheberrechtsverletzungen können ja nicht wirklich das Problem mehr sein. Bei den ganzen legalen Streamingangeboten und Kaufoptionen via Amazon und Youtube ist das doch schwer zu glauben. Mir würde schlicht die Zeit fehlen, um da auf irgendwelchen Piratenseiten herumzusuchen. Wer macht denn das wirklich noch? In den 2h, die ich übrig habe, schaue ich dann doch lieber den Film.
      Direkt zum Diskussionsende
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