Intel Xe-Grafik: Gerüchte um Verzögerungen und schlechte Effizienz
Schon Mitte 2020 könnte Intel das Grafikkarten-Duopol aus AMD und Nvidia durchbrechen. Widerspruch kommt jedoch aus der Gerüchteküche. Angeblich liegt Intels Xe-Grafik hinter dem Zeitplan - und um die Effizienz der GPUs sei es auch nicht besonders gut bestellt.
Intel will mit seiner Xe-Architektur in verschiedenen Märkten Fuß fassen. So sollen Mitte kommenden Jahres die ersten diskreten Grafikkarten erscheinen und das langjährige Duopol aus Nvidia und AMD durchbrechen. Chefentwickler Raja Koduri - einer der vielen Experten, die Intel abgeworben hat - sprach zuletzt von einem Domino-Effekt. Nun hört man aus dem chinesischen Chiphell-Forum ernüchternde, jedoch auch mit Vorsicht zu genießende Gerüchte. Sofern sie zutreffen, kommt Intel bei der Entwicklung von Xe nur schleppend voran.
Die Effizienz sei im Vergleich zu Konkurrenzprodukten eher dürftig. Zudem sollen sich die Treiber als anspruchsvoll erwiesen haben, sodass Verbesserungen sehr viel Zeit benötigen. Die später erscheinende High-Performance-Lösung Ponte Vecchio, die bereits in 7 statt 10 Nanometern produziert werden soll, erscheint laut Quelle nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre. Das stünde im Widerspruch zur jüngst erfolgten Vorstellung der HPC-Lösung. Der auf Ponte Vecchio basierende Exaflops-Supercomputer Aurora soll nämlich schon 2021 ans Netz gehen. Andere Kunden wurden jedoch nicht konkret benannt, möglich also, dass die breite Verfügbarkeit tatsächlich erst später ansteht.
Angeblich nur Referenzgrafikkarten
Ansonsten weiß die Quelle noch zu berichten, dass es zum Launch der Desktop-Grafikkarten keine Custom-Modelle geben wird, sondern ausschließlich Referenzkarten von Intel. In dem Fall bleibt zu hoffen, dass sich Intel eher an den neueren Referenzlösungen von Nvidia als denen von AMD orientiert.
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All diese Behauptungen sind natürlich mit einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten, obwohl sie zu den Berichten passen würden, wonach Intel die 10-nm-Produktion immer noch nicht richtig auf Kurs bringen konnte. Außerdem verließen zuletzt drei hochrangige Marketing-Mitarbeiter Intels Grafikabteilung. Chiphell ist jedoch nicht die glaubwürdigste Quelle - und eine Bestätigung Intels steht aus.

Wie gesagt, Kudori hat nachweislich mit der 1. GEN der Xe Hardware wenig zu tun
Ob die Shader jetzt mächtiger sind als zuvor oder ob die Anzahl gesteigert wurde, ist letztendlich egal, beides benötigt Fläche.
Selbstverständlich liegt es an der Architektur: Die Erweiterung der SIMDs und die gleichzeitige Angleichung an die Threadzahl sowie die gegenüber Vega vollständigere Unterstützung von Primitive Shadern sorgt dafür, dass Navi aufschließen kann.
Viel entscheidender aber ist, dass seitdem in Sachen Leistung nichts mehr passiert ist und die jüngste Iteration der Iris Pro keinen Deut flotter unterwegs ist als das, was in AMDs Mobile-APUs aus dem Jahre 2017 verbaut war, nämlich Vega 6. Gegenüber Vega 8 und 10, also den aktuell verwendeten Grafiklösungen in AMDs Mobile-APUs liegt sie um mindestens 50% zurück.
Und um das Ganze noch desolater zu machen: Es ist nicht nur Intels Top-iGPU im Mobile-, sondern auch im Desktop-Segment, wo AMD im Einsteigerbereich (!) mit Vega 11 antritt, die den Vorsprung mal eben auf rund 150% erhöht.
Ich lehne mich daher mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass es bei der Strukturbreitenverringerung nicht um Flächengewinn geht, um dort Shader zu parken.
Meines Wissens war Koduri an RDNA/Navi auch nicht mehr beteiligt. Er hat sich aber darüber echauffiert,dass man seinem Vega Team damals Leute abgezogen hat, die dann schon an Navi mitgewirkt haben.
AMD hat mit Navi aufgeholt. Das wurde insgesamt sehr positiv aufgenommen.
Hat Intel das ganze nicht auf dem Hoch des GPU-Miningbooms angestoßen?
Und: Koduri wird hier zu viel angelastet: 1. Hat er mit Xe hardwareseitig noch nicht viel am Hut (wie erwähnt, der Prozess dauert 5 Jahre) und zweitens ist er laut eigenen Aussagen derzeit hauptsächlich mit der Software beschäftigt (s. Anandtech Interview)
AMD hat keinen Grund, die integrierten GPUs kleiner zu skalieren, denn ihre APUs passen absolut in die üblichen TDP-Klassen. Wer meint, er bräuchte nicht so viel Grafikleitung, muss sie nicht abrufen. Hingegen kann Intel seine iGPU gar nicht auf die Leistung der integrierten Vega skalieren, weshalb auch keinerlei Daten darüber vorliegen, wie es dann um die Leistungsaufnahme bestellt wäre.
Was Intel zweifelsohne gut im Griff hat, sind hardwareseitige Sonderfunktionen zur Grafik-/Videobearbeitung. Die helfen nur leider der Bildbeschleunigung nicht.