Intel Killer AX1675: Schneller Datentransfer und guter Ping garantiert
Mit dem WLAN-Modul Intel Killer Wi-Fi 6E AX1675 sind hohe Datentransferraten möglich. Zudem kann der Ping dank Priorisierungs-Funktion bei einem Onlinespiel stabil gehalten werden, selbst wenn ihr nebenbei Downloads und Streams laufen habt. Wir haben das Modul getestet, das vor allem in Laptops zu finden ist und bei vielen Notebooks nachgerüstet werden kann.
Für unser Hardware-Feature haben wir ein WLAN-Modul getestet, das sich durch seine Eigenschaften in Verbindung mit der zugehörigen Software ideal für Online-Gaming eignet. Es handelt sich um ein Intel Killer Wi-Fi 6E AX1675-Modul für Laptops, welches in zahlreichen aktuellen Gaming-Laptops, aber auch auf einigen Mainboards ab Werk als WLAN-Lösung verbaut ist. Die im Handel auch einzeln ab etwa 20 Euro erhältliche Version des Moduls, das wir der Einfachheit halber als Killer AX1675 bezeichnen wollen, hat eine M.2-Schnittstelle und ist zum Nachrüsten bei dafür geeigneten Notebooks gedacht. Für Desktop-PCs gibt keine Version des Moduls als PCIe-Steckkarte - allerdings ist das etwas ältere Killer AX1650 auch als PCIe-Steckkarte zu haben. Letztere ist nicht so schnell wie das Killer AX 1675, aber eine für Gamer wichtige Eigenschaft bietet es ebenfalls: Die Priorisierung von Anwendungen beim Datenverkehr. Zu diesem Feature erfahrt ihr später mehr.
Unseren Test des Killer AX1675 haben wir als Werbefeature gekennzeichnet, da wir das Modul sowie auch einen besonders schnellen Router von Intel gestellt bekommen haben. Wir haben die Tests mit Messungen und Praxisanalysen aber neutral durchgeführt und werden die Vorteile, aber auch die Schwachstellen des Moduls offen nennen. Um das AX1657 ohne einen Einfluss durch eine Laptop-Hardware testen zu können, hat Intel es uns als Sonderversion auf einer PCIe-Steckkarte überlassen, so dass wir es in einen unserer eigenen PCs einbauen konnten.
Intel Killer Wi-Fi 6E AX1675 - das steckt dahinter
Quelle: MSI
Mit dem MSI GP66 Leopard 11UH 673 Core Black bekommt ihr für 1600 Euro ein Notebook mit einer GeForce RTX 3080 und dem AX1675-Modul.
Früher war die Firma Rivet Networks für die Killer-LAN- und WLAN-Produkte verantwortlich, die manch ein Gamer sicherlich bereits zumindest vom Namen her kennt. Rivet hatte unter anderem Intel-Netzwerkprodukte angepasst und dann mit dem Killer-Label im Gaming-Bereich vermarktet. Inzwischen steht Intel selbst hinter den Produkten. Neben einer hohen Datentransferrate ist die Priorisierungs-Funktion des Killer AX1675 für Gamer besonders interessant. Das Killer AX1675 beherrscht nämlich eine gute Kontrolle und Priorisierung der Datenströme auf dem Laptop respektive PC - auch andere WLAN- und LAN-Lösungen mit dem Killer-Label bieten diese Technik, so auch die schon erwähnte AX1650-Steckkarte. Das Killer AX1675 schafft zudem in der Theorie sogar 2,4 Gbps als Datentransferrate per WLAN, es kann aber auch dank der Killer-App für Windows dafür sorgen, dass eine Anwendung, zum Beispiel ein Online-Game, beim Datenverkehr priorisiert, also bevorzugt wird. Dies sorgt dafür, dass der Ping bei einem Online-Spiel nicht oder nur leicht ansteigt, falls ein anderes Programm parallel ebenfalls ins Internet zugreift. Ohne Priorisierung steigt der Ping massiv an, so dass man bestensfalls einen merkbaren Latenznachteil, schlimmstenfalls eine Unspielbarkeit in Kauf nehmen muss. Die technischen Eckdaten des Killer AX1675 lauten wie folgt:
- Wi-Fi 6E, Tri-Band 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz mit bis zu 2,4 Gbps
- IEEE-Standards: 802. 11a/b/g/n/ac und bereit für Wi-Fi 6E.
- Bluetooth 5.1, diverse Killer-Features sowie Konfiguration und Optimierung über Software
- Preis: ab etwa 20 Euro.
Neben der hohen Bandbreite, die durch Wi-Fi 6 respektive 6E erreicht werden kann, ist wie schon gesagt die Verwaltung des Moduls über die Killer-App für Windows für Gamer sicher besonders interessant. Selbst falls ihr nebenbei noch ein Chat- oder Übertragungs-Tool laufen habt und im Hintergrund etwas herunterladet und einen Audiostream laufen, vielleicht sogar eine Serie nebenbei auf einem zweiten Monitor laufen habt, soll der Ping des Games, welches ihr gerade spielt, nicht leiden - sofern ihr dem Spiel in der Killer-App die höchste Priorität zuweist. Ob und wie gut dies gelingt, wird unser Test neben einem Blick auf die Datentransferraten zeigen.
Testsetup, Vorgehensweise und Datenstrom-Ergebnisse
Unser Testsetup besteht aus einem PC mit einem Ryzen 5 3600, 16GB DDR4-3200 RAM und einer Asus GeForce RTX 3060 Ti Dual. Als Betriebssystem kommt Windows 10, 64-Bit in der aktuellen Version zum Einsatz. Hinzu kommt unsere Test-Steckkarte mit dem Intel Killer AX1675-Modul. Als Router dient ein Asus ROG Rapture GT-AX11000 mit WIFI 6, der wiederum an einer Fritzbox 7590 angeschlossen ist. Letztere sorgt bei den Gaming-Tests dafür, dass der Asus-Router einen Internetzugang hat. Der Asus-Router stellt unser primäres Test-WLAN zur Verfügung. Wir haben zuerst die Bandbreiten über den 5GHz-Kanal via Wi-Fi 6 gemessen, die unser Test-PC bei der Datenübertragung über den Asus-Router hat. Als Vergleich haben wir auch die Werte für Wi-Fi 5 gemessen.
Bei diesen Speed-Tests haben wir die Fritzbox weggelassen und einen weiteren PC sowie ein Notebook jeweils über deren Gbit-LAN-Port per Kabel mit dem Asus-Router verbunden. Auf diese Weise hatten wir quasi zwei Server zur Verfügung, die zusammen auf 2 Gbit bei der Transferrate kommen. Mit einem Netzwerk-Tool haben wir nun die Datenraten gemessen, die unser Test-PC mit der AX1675 nutzen konnte, um Daten von den beiden Servern zu ziehen.
Was haben unsere Tests ergeben? Die beiden einzelnen Datenströme schwankten von etwa 850 bis 950 Mbps, in der Summe konnten wir also 1,7 bis 1,9 Gbps als Übertragungsrate messen - dies ist ein sehr guter Wert.
Quelle: -Asus
Unser Test-Router: Der ASUS ROG Rapture GT AX11000
In der Theorie sind zwar 2,4 Gbps möglich, doch allein wegen der Gbit-Anbindung der beiden Server war 2,0 Gbps das Maximum, so dass die erreichten Werte sehr gut sind. Zum Vergleich haben wir diesen Test auch mit 2,4 GHz unter Wi-Fi 5 sowie auch noch mit unserem Standardrouter, also der Fritzbox 7590 (ebenfalls Wi-Fi 5) durchgeführt. Es zeigt sich klar, dass die Bandbreite des Asus-Routers bei Wi-Fi 6 vom Modul gut ausgenutzt wird und die Daten mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit fließen als über Wi-Fi 5. Mit steigender Entfernung vom Router zum PC nimmt die Datenrate vor allem bei Wi-Fi 6 zwar ab - ein klarer Vorteil bei den Werten für Wi-Fi 6 gegenüber Wi-Fi 5 bleibt jedoch stets vorhanden.
Der Abfall der Transferraten bei zunehmendem Abstand des Routers ist übrigens naturgemäß bei 5 GHz größer als bei 2,4 GHz. Dies hat damit zu tun, dass die Wellenlänge beim 5GHz-Band kürzer als beim 2,4 GHz-Kanal ist - je kürzer die Wellenlänge, desto mehr verliert ein Signal bei steigendem Routerabstand an Qualität. Trotzdem bleibt 5 GHz, also Wi-Fi 6, wie gesagt insgesamt selbst bei größeren Routerabständen klar schneller.
Test der Priorisierungs-Funktion Teil 1
Für die meisten unserer Leser dürfte aber vor allem die Priorisierungsfunktion wichtig sein, bei der man über die Killer-App einzelnen Anwendungen Vorrang gewähren kann. Große Datenmengen im eigenen Netzwerk zu verschieben ist sicherlich nicht ganz so oft gefragt wie ein guter Ping beim Online-Gaming. Die Priorisierungsfunktion des Killer AX1675 in Zusammenarbeit mit der Killer-App haben wir getestet, indem wir unseren Test-PC mit dem Asus-Router via schnellem WLAN verbunden haben - der Router wiederum ging über unsere Fritzbox online. Wir haben einige Onlinegames gespielt, unter anderem Fortnite und Battlefield 2042, und dabei den Ping im Auge behalten. Die genauen Werte sind eher irrelevant, da sie vor allem von unserem Internetzugang und dem Server des jeweiligen Games abhängen. Aber die wichtige Frage im Zusammenhang mit dem Killer AX1675 ist natürlich: Bleibt der Ping dank der Priorisierung stabil, obwohl man parallel andere Anwendungen startet, die ebenfalls auf das Internet zugreifen? Dies erfahrt ihr auf der nächsten Seite.
Priorisierung: Für Gamer ein Segen?
Wie schnitt die Priorisierungsfunktion des AX1675 in unserem Test ab? Das Konfigurieren über die Killer-App für Windows, um ein Spiel auszuwählen, dem ohne Wenn und Aber Vorrang gewährt werden soll, ging einfach von der Hand. Man hat eine Liste mit aktiven Anwendungen und kann ihnen eine Priorisierungs-Stufe von 1 bis 6 verpassen, wobei die 1 für die höchste Priorisierung steht. Wir spielten, während gleichzeitig ein Audiostream aus dem Internet lief und wir zudem noch parallel zwei verschiedene Downloads über Spieleclients wie Steam, Epic, GOG oder Ubisoft Connect aktiv waren. Als Sahnehäubchen lief noch ein Videostream im Hintergrund. Zum Vergleich spielten wir auch, während keine potenziell störende Anwendung nebenbei lief. Das Ergebnis unseres Tests war mehr als zufriedenstellend: Der Ping für unsere Onlinegames bleibt trotz der parallel laufenden Anwendungen stabil und erhöhte sich nur minimal. In Battlefield 2042 hatten wir zum Beispiel Ping-Werte von 12ms bis 20ms ohne störende Anwendungen - mit den Störfaktoren waren es 15ms bis 27ms.
Spielten wir aber ohne die Priorisierungs-Funktion bei gleichzeitig im Hintergrund laufenden anderem Datentraffic, stiegt der Ping hingegen enorm in zum Teil hohe dreistellige Bereiche und verdarb den Spielspaß komplett. Ein Ping von beispielsweise 850 bedeutet schließlich, dass Aktionen mit einer Verzögerung von 0,85 Sekunden übertragen werden.
Intel Killer Wi-Fi 6E AX1675: Unser Fazit
Alles in allem bietet das Killer AX1675 eine hervorragende Datenübertragungsrate und kann vor allem dank der Priorisierung via Killer-App den Ping eines Spiels stets niedrig halten beziehungsweise besser gesagt: dafür sorgen, dass er trotz parallel ins Internet zugreifender Anwendungen nicht oder nur minimal ansteigt. Vor allem für Streamer ist das Modul daher interessant.
Quelle: Eigenes Foto
Das Killer AX1675 Modul wurde für unseren Test auf einer PCIe-Karte installiert
Aber egal, ob ihr Streamer oder einfach nur Freizeit-Gamer seid: Es spricht nichts dagegen, für einen vorhandenen Laptop das Modul nachzurüsten, wenn man weiß, dass dies möglich ist. Bei einem Neukauf eines Gaming-Laptops ist das Vorhandensein eines Killer AX1675 wiederum ein guter Pluspunkt. Bei Mainboards ist es derzeit nur ein Feature für Enthusiasten, da nur eine Handvoll sehr teurer Mainboards das Killer AX1675 bieten: ab 360 Euro geht es los. Möglicherweise wird es aber (auch mit Blick auf den kommenden Sockel AM5) noch einige günstigere Mainboards im Handel geben, die mit dem Modul ausgestattet sein werden.
Es gibt einen Wermutstropfen, falls das Killer AX1675 für euch wegen der hohen Datenraten interessant sein sollte: Der hohe Preis für einen Router, der bei Wi-Fi 6 eine wirklich hohe Bandbreite bietet. Wi-Fi 6E-Router gibt es erst für mehr als 400 Euro, sehr schnelle Wi-Fi 6-Modelle mit potenziell hoher Bandbreite wie unser Testrouter Asus ROG Rapture GT-AX11000 kosten über 300 Euro. Allerdings ist die Frage, ob ihr überhaupt so hohe Datenraten und somit auch einen teuren Router benötigt. Netzwerk-intern dürften die meisten von Euch nur Gbit-LAN verwenden, so dass an sich schon ein Wi-Fi 6-Router mit 2600 Mbps ausreicht - solche Modelle gibt es ab 100 Euro.
Wichtig ist bei der Priorisierung allerdings, dass sie nur auf dem Gerät gilt, welches das AX1675 nutzt. Sollte ein Mitbewohner zum Beispiel mit seinem Tablet gerade eine Serie streamen, stört dies unwiderruflich auch euren Internetzugriff inklusive des Pings, und das Killer-Modul kann daran nichts ändern. Allerdings haben viele moderne Router ebenfalls eine Priorisierungsmöglichkeit, die man über das Konfigurationsmenü des Routers einrichten kann. Ihr könnt also im Netzwerk euren PC oder Laptop priorisieren, so dass ein Spiel auf diesem PC oder Laptop dann wiederum dank der Killer AX1675 trotzdem beim Ping stabil bleibt, selbst wenn ihr nebenbei einen Download und Videostream laufen habt.

Irgendwas hab ich verpaßt im Studium.
Weil die angebotene gibt es ohne und ein anderes Modell in beiden Versionen.
Mein Laptop hat zwei M2 Steckplätze (einer belegt mit SSD), könnte ich das neue Modul einfach reinstecken und das alte irgendwie deaktivieren ?
MfG Föhn.
Irgendwas hab ich verpaßt im Studium.