Intel Arc: Deaktivierte Windows-11-Features sorgen für Performance-Schub
Wer in Windows 11 an den Sicherheitseinstellungen schraubt, kann bei Intel-Arc-Grafikkarten einige Prozentpunkte in diversen Benchmarks herausholen.
Dass in Intel-Arc-Grafikkarten noch einiges an ungenutztem Potenzial schlummert, zeigte nicht zuletzt die A750-GPU, die durch das Nutzen von Vulkan DXVK bei älteren Spielen einige Bilder mehr pro Sekunde herausholen kann. Wie der Twitter-Nutzer "Löschzwerg" feststellen konnte, steigen die Benchmarks so auch bei der älteren Intel Arc A380: Diese konnte mit DXVK so von gut 57.000 Punkten auf satte 153.000 Punkte im 3DMark03 springen.
Quasi nebenbei konnte festgestellt werden, dass auch über die Sicherheitseinstellungen von Windows 11 etwas mehr Leistung in den Intel-Arc-Grafikkarten herausgekitzelt werden kann. So kann die Arc A380 bei deaktiviertem Memory-Integrity-Feature nochmals wenige Prozentpunkte im 3DMark03-Benchmark zulegen und springt um zwei- bis dreitausend Punkte nach oben. Je nachdem, ob DirectX 9 oder DirectX Vulkan genutzt wird, liegt hier entsprechend ein Performance-Schub von zwei bis fünf Prozent vor.
Grundsätzlich gehört die Memory-Integrity-Funktion - auch als Hypervisor-protected Code Integrity (HVCI) bekannt - zur Kernisolierung von Windows 11 und soll verhindern, dass ein unbefugter Zugriff von außen auf den Gerätespeicher gelingt. Der Leistungsschub durch das Deaktivieren des Sicherheitsfeatures ist Microsoft schon seit Oktober 2021 bekannt, bleibt aber in Windows 11 standardmäßig eingeschaltet.
Microsoft selbst schreibt im Support-Blog davon, dass neben HVCI auch das Abschalten der Virtual Machine Platform (VMP) zu einem Anstieg der Grafikleistung führen kann, wie sie im Falle der Arc A380 jetzt nachgewiesen wurde. Im zugehörigen Beitrag erklärt das Unternehmen, dass Windows "seinen Nutzern die Wahl lässt, welche Features aktiv sein sollen" - für Gamer bedeute das eben auch die Option, HVCI und VMP während der Spielsitzungen abzuschalten. Microsoft warnt allerdings davor, die Sicherheitsfunktionen dauerhaft zu deaktivieren, da der Rechner dadurch schlechter vor Angriffen geschützt sei.

Aber wenn ich nicht mehr darum herum komme, mir sowas an zu tun, dann arbeite ich mich lieber in die Variante ein, die mir die volle Kontrolle gibt, auch mit Langzeit-Support verfügbar ist und anstatt voll automatisierter Einmischung in meinen Rechner die vollständige Individualisierung desselbigen durch den Nutzer zum Ziel hat. Warum Windows 11 für mich zu ersterer Gruppe gehört und damit das genaue Gegenteil eines Betriebssystem ist, dass "sich dem Anwender anpasst", brauche ich an dieser Stelle wohl nicht weiter erklären. Du hast "Leute wie mich" ja scheinbar schon kennengelernt und weiß alles über "uns".
Betonen möchte ich aber noch einmal die Bedingung aus dem ersten Satz: Ein "ausgereiftes Produkt" macht alles sehr gut, was es machen soll. In der Windows-Geschichte wurde meiner Meinung nach Windows XP diesem Anspruch am ehesten gerecht, aber Windows XP sollte zum Beispiel anfangs kein x86-64 beherrschen, kein Direct X 11 bieten, kein sinnvolles Scheduling auf Prozessoren mit sehr vielen oder gar unterschiedlichen Kernen übernehmen, etc... . Während XP also weiterhin das ausgereifteste und zu bevorzugende System ist, um Office 2000 auf einem Core 2 Duo mit 4 GiB RAM zu starten, ist es absolut ungeeignet für einen modernen High-End-PC. Umgekehrt unterliegt es übrigens auch Windows 98 SE meilenweit, wenn es darum geht, auf einem Retro-Gamin-System Titel von den ersten MS-DOS-Tagen bis weit in die Direct-X-9-Ära auszuführen. Aber Windows 11 fehlen solche Abgrenzungsmerkmale gegenüber Windows 11 nahezu vollständig. Wer kein Alder- oder Raptor-Lake-Scheduling benötigt, stellt in der Regel nur Anforderungen, die sowohl Windows 10 als auch Windows 11 zu erfüllen versuchen. Hier kann Windows 10 als ausgereifteres System also die bessere Wahl sein.
Das alles gilt unabhängig vom eigentlichen Umstellungsaufwand, der kommt noch hinzu. Und du hast sicherlich recht wenn du sagst, dass Aufschieben nichts bringt, sondern wenn dann nur vermeiden. Im Falle von Windows ist das aber, aufgrund der recht konstanten Anforderungen an ein Betriebssystem, eng verwandt. Ich schiebe die Einarbeitung in ein neues Betriebssystem zum Beispiel schon so lange vor mir her, dass ich Windows 8 und Windows 10 komplett vermieden habe und der Rechner macht immer noch alles, was er soll.
(Beim nächsten Mainboard- oder GPU-Upgrade komme ich dann aber endgültig nicht mehr darum herum, mich in ... Linux einzuarbeiten.)
Wobei mir spontan nicht einfällt, was an deren GUI geschweigen denn Technik besser wäre als bei späteren Windows-Versionen. Damals hat Microsoft noch darauf geachtet, dass Neuerungen die volle Funktionalität des Vorgänger beinhalteten und wer will, kann ein Windows XP genauso bedienen, wie 3.0 und ein 98 SE ist sogar technisch voll abwärtskompatibel, aber bereits mit spürbar mehr Möglichkeiten ausgestattet. Solche Fortschritte lehnt eigentlich niemand ab; kritisch wird es erst wenn Änderungen ohne Fallback-Möglichkeit umgesetzt werden. Z.B. eine Taskleiste, die nur unten liegen kann (Windows 11) bietet definitiv keine Vorteil gegenüber einer Taskleiste, die unten, oben, links oder rechts liegen kann. (Featured in: Windows 98, 98SE, ME, 2000, XP, Vista, 7, 8, 10 und vermutlich auch 95 und NT4.0. Nur habe ich es da nie ausprobiert.)