Hitman 2 auf der E3 2018: Totgesagte leben länger
Hitman 2? Das Action-Adventure haben Sie schon 2002 gespielt? Ist das Spiel, das wir auf der E3 2018 in Los Angeles anschauen durften, ein Remake? Und warum erscheint es jetzt nicht mehr bei Square Enix, sondern bei Warner Interactive? Wir klären die Agentengeschichte auf und berichten, was Agent 47 in seinem neuesten Abenteuer alles draufhat.
Dänen zaudern nicht
Das letzte Hitman-Schleichspiel erschien im Laufe des Jahres 2016: Entwickler IO Interactive experimentierte dafür mit einem Serien-Modell, bei dem in regelmäßigen Abständen neue Episoden erschienen. Vor einem Jahr ordnete dann Publisher Square Enix seine Studios neu und suchte einen Käufer für IO Interactive. Die Dänen fackelten nicht lange und kauften sich und die Rechte an ihren Spielen einfach selbst.
Im letzten Monat kamen dann alle Episoden des letzten Hitman als Definitive Edition bei Publisher Warner Interactive heraus, der am 13. November dieses Jahres auch Hitman 2 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein komplett neues Abenteuer um Agent 47, das wieder in einem Stück erscheint - und das wir auf der E3 2018 in Los Angeles selbst anspielen durften.
Mord in der Boxengasse
Zielperson der Mission, die wir zusammen mit Kevin Franklin von Warner Interactive spielen, ist Rennfahrerin Sierra Knox, die in Kriegsverbrechen eines anderen Staates verwickelt ist. Weil das Ganze wie ein Unfall aussehen soll, sind wir vor Ort an einer Rennstrecke in Miami unterwegs. "In dieser Demo dürft ihr wählen: Ihr könnt einen Sprengsatz an Sierras Auto anbringen, könnt aber in dieser Demo auch einen Schuss mit dem Scharfschützengewehr probieren", erklärt uns Franklin. "Im fertigen Spiel gibt es über zehn Möglichkeiten, die Mission auszuführen."
Das klingt wie der Hitman, den wir kennen und schätzen - und weil wir Explosionen ebenfalls lieben, wählen wir Option A. Wir stürzen noch unbewaffnet in den Rennzirkus, sonst würden die Metalldetektoren am Eingang anschlagen. Auch der Zugang zur VIP-Lounge ist uns noch versperrt, hier brauchen wir entsprechende Akkreditierungen ... oder ein passendes Outfit. Um das zu bekommen, machen wir einen Abstecher in einem Parkhaus: Hier finden wir Waffen und den Sprengsatz in einem geparkten Auto, hier lenken wir einen Wachmann mit einem manipulierten Sicherungskasten ab und schicken ihn schlafen, ziehen seine Kleidung an und verstauen ihn in einem Schrank.
Spieglein, Spieglein an der Wand
Die dänischen Entwickler spendieren uns ein paar neue Spielelemente: So zeigen Kameras jetzt ihren Sichtkegel auf dem Boden an, damit wir uns passgenau daran vorbeischleichen können - oder sie wie alternativ in unserem Fall von der Wachstube aus einfach deaktivieren. Dabei sollten wir darauf achten, dass wir uns bei halblegalen Aktionen nicht irgendwo spiegeln - denn das sehen die anderen Charaktere jetzt ebenfalls. Also: Spiegel meiden, wo es nur geht.
Mit unserem Wachmann-Outfit kommen wir jetzt zwar in die VIP-Lounge, aber nicht in die Boxengasse. Dafür müssen wir uns als Mechaniker verkleiden. Gut, dass Sierra Knox' Chefschrauber in der Lounge vor dem Rennen ein Glas Wein trinkt. Nicht gut, dass wir als Sicherheitsmann nicht einfach Gift in das Glas streuen können - wir brauchen erst eine Kellner-Verkleidung. Die holen wir uns in der Küche, wo wir einen Kellner mit einem Radio anlocken und ihn dann mit einem gewaltigen Fisch niederschlagen. Den Kellner legen wir auf Eis, wir mischen uns unter's Volk und warten auf den richtigen Moment.
Bad in der Menge
Neue Verkleidungen machen uns nicht unverwundbar: "Passt auf, dass euch keine höherrangingen Kollegen erspähen", rät uns Kevin Franklin. "Die merken sonst möglicherweise, dass ihr ein 'neuer Mitarbeiter' seid und schlagen Alarm." Erste Hilfe bietet das neue Untertauchen in der Menge, mit dem wir unsere Verfolger abschütteln können. Wir stellen uns hinter die Bar und tun beschäftigt, um im richtigen Moment unser Gift im Wein des Mechanikers zu deponieren. Der taumelt kurz darauf zur Toilette, wo wir uns seinen Overall schnappen und ihn nun unschädlich gemacht in einer Toilettenkabine einsperren.
Kurz darauf sind wir am Ziel: Sierra Knox' Rennwagen steht vor uns. "Ihr könntet jetzt Zucker in den Tank kippen, einen Reifen lockern oder den Sprengsatz einsetzen, den ihr eben eingesteckt habt", kommentiert Franklin. Gesagt, getan: Die Rennfahrerin steigt wenige Minuten später ein und braust los, wir schauen zu und lösen auf einer langen Graden publikumswirksam die Explosion aus. Noch spektakulärer wäre es, eine Bombe auf unter der Siegertribüne zu verstecken, um diese dann vor laufenden Kameras in die Luft zu sprengen - unserer Fantasie sind nur wenig Grenzen gesetzt. Oh, und im fertigen Spiel müssen wir gleichzeitig auch Knox' Vater ausschalten, einen berüchtigten Waffenhändler.
Schleichen und Schießen
Und wie können wir unsere Zielperson mit dem anfangs erwähnten Scharfschützengewehr ausschalten? Diese Methode ist mit mehr Schleichaktionen verbunden, wie uns Kevin Franklin gekonnt demonstriert: Wir klettern über den Zaun des Rennfestivals, lenken Roadies und Wachen mit Hammergeräuschen beziehungsweise einer geworfenen Münze ab und betreten dann in der Kleidung einer Wache eins der anliegenden Gebäude.
Hier wechseln wir in eine Kellnerkluft und befinden uns quasi hinter dem Rennzirkus, wo wir mit einem Brecheisen einen Treppenhausnotausgang öffnen - hier verbirgt sich das Scharfschützengewehr, mit dem wir vom Dach des Gebäudes im richtigen Moment auf die vorbeifahrende Sierra Knox schießen. "Normalerweise geht das nicht so schnell", sagt Franklin. "Ihr müsst die Gegend ein, zwei Stunden unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, wer sich wann wo befindet - und wo all eure Spielzeuge versteckt sind."
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Fazit: Hitman 2 auf der E3
Ein Wiedersehen mit Agent 47 und seinem Aktenkoffer, in dem er neben seinem Scharfschützengewehr auch allerhand andere Goodies vor neugierigen Augen verstecken kann, sechs große Missionen mit enorm viel spielerischer Freiheit, ein Koop-Modus und zwei geplante Erweiterungen: IO Interactive bekommt die neue Unabhängigkeit sichtlich gut.
Schleichspiel-Fans haben es in diesen Tagen nicht leicht, neue Spiele ihres Lieblingsgenres zu bekommen - deshalb kommt Hitman 2 gerade recht. Und weil es die Geschichte des Vorgängers fortführt, können alle angehenden Auftragskiller, die sich mit dem Episodenformat des letzten Spiels nicht anfreunden konnten, bis zum Erscheinungstermin 13. November mit der Definitive Edition trainieren.
