PC-Hardware in Gefriertruhe: Kühlungsexperiment geglückt

17
News Norman Wittkopf Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
PC-Hardware in Gefriertruhe: Kühlungsexperiment geglückt
Quelle: PC Games Hardware

Normalerweise ist PC-Hardware zur Kühlung in einem Gefrierfach nicht geeignet, doch einem Youtube-Kanal ist das Experiment jetzt geglückt.

Der für diverse ungewöhnliche Kühlungsexperimente bekannte Youtube-Kanal "TrashBench" hat im Rahmen einer neuen Machbarkeitsstudie einen typischen Desktop-PC in einer handelsüblichen Gefriertruhe bei rund -28 °C Umgebungstemperatur betrieben, übertaktet und die Hardware anschließend wieder trocken sowie funktional entnehmen können. Die Idee, einen klassischen Kühl- oder Gefrierschrank zur Hardware-Kühlung zu nutzen, ist dabei nicht neu, doch für gewöhnlich scheiterten derartige Versuche bisher an Kondenswasser und/oder thermischen Instabilitäten.

Größe und Trockenheit für Erfolg entscheidend

TrashBench umging die Problematik, indem er eine großdimensionierte sowie entleerte Gefriertruhe nutzte und die Hardware in der Luft hängend montierte, während mit Silica-Gel gefüllte Socken als Trocknungsmittel gegen die Feuchtigkeit zum Einsatz kamen. Um Undichtigkeit durch herausführende Kabel zu vermeiden, wurden zusätzlich Schaumstoff und ein Spanngut verwendet.

Bei der Hardware setzte der Bastler, auch aus Sorge um die Bauteile, auf ältere Komponenten mit nicht allzu hoher Leistungsaufnahme, darunter ein Asus ROG Maximus 11 Apex als Mainboard mit einem luftgekühlten Intel Core i7-9700KF sowie eine Asus ROG Geforce GTX 1070. Bis auf das Netzteil landeten alle relevanten PC-Teile in der Truhe.

Temperaturunterschiede und OC-Potenzial

Die Kombination aus großem Gefrierschrankvolumen, minimaler Luftströmungsturbulenz und aggressiver Feuchtigkeitskontrolle ermöglichte es dem System, als "Kältereservoir" stabil zu laufen, anstatt sofort zu beschlagen und auszufallen, wie Tom's Hardware hierzu berichtet. TrashBench testete auch eine Reihe von Programmen und Spielen, wie 3DMark Time Spy, 3DMark Fire Strike, Cyberpunk 2077, Far Cry 6 und Shadow of the Tomb Raider.

In letzterem erreichte die ungewöhnliche Kühllösung beispielsweise im Vergleich zum Vorabtest eine um 33 °C niedrigere GPU-Temperatur sowie eine um 21 °C geringere CPU-Temperatur, während der GPU-Takt standardmäßig immerhin 51 MHz höher lag. Durch eine manuelle GPU-Übertaktung von etwa +240 MHz ließen sich zudem auch ein paar zusätzliche Bilder pro Sekunde erzielen, auch wenn das natürlich nicht im Vordergrund stand.

Nach dem Benchmarking konnte TrashBench die Teile auch weiterhin funktional aus der Gefriertruhe entnehmen, wobei sie nicht nur kalt waren (rund 9 °C), sondern zudem auch trocken. In den Kommentaren unter dem Video ergänzte er auch, dass er eigentlich nicht damit gerechnet hatte, dass das Experiment funktionieren würde. Für den Dauerbetrieb ist die Lösung aber nicht geeignet.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ihre Meinung ist gefragt!

Was sagen Sie zu dem Kühlungsexperiment mit der PC-Hardware in der Gefriertruhe? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

17
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Alter_Zocker
        Ah ok, ich dachte bisher tatsächlich, die von Dir beschriebene Kompressorkühlung (also ohne Wasser-"Zwischenkreis") ist das "Chiller-Prinzip". Also ist die Kühlung mit einem "Chiller" im Prinzip schon eine WaKü mit bis auf den Radiator entsprechenden "handelsüblichen" Consumer-WaKü-Komponenten und nur an Stelle des Radiator und seinen bunt wirbelnden "Püsterchen" ist da eine Art "Wärmetauscher" im vermutlich externen Einsatz, der das erwärmte Kühlwasser der WaKü über einen thermisch möglichst gut angekoppelten, aber vom Wasser getrennten Kältemittelkreislauf samt Kompressor abkühlt, richtig?
        Exakt. Natürlich hat niemand die Deutungshoheit über Begriffe und alles, was kälter macht, könnte als "Chiller" bezeichnet werden. Etabliert hat sich der Begriff aber für Kompressorlösungen, die Wasser kühlen (Beispiel). Mit dem Wasser kann man dann in einer Wasserkühlung weiteres anstellen. Direkte Kompressorkühlung wird dagegen meist als solche oder am Grad des Aufwands als Single-Stage/Dual-Stage bezeichnet.

        Zitat
        Effektiver als das simple Reinstellen eines Radiators in einen KLima-/Kühlschrank wird das aber sicher sein, an die LEistung einer Kompressorkühlung wird das natürlich aber nicht heranreichen.

        Gegen Kondenswasser v.a. am Wasserkreislauf hilft dann nur thermische Isolation an allen kalten Leitungen und Teilen ggf. an den Kühlern selber, das sieht dann zwar sicher nicht mehr so schön "bunti blinki" aus für die vielen "Elektroaquarianer", aber wenn jemand auf kompromisslos niedrige Temperaturen bei CPU/GPU aus ist (Extremes OC), ist die "Optik" des Systems i.d.R. nicht ganz so wichtig, hauptsache die geforderte Leistung ist jederzeit abrufbereit...
        Die Leistung kann man in beiden Fällen beliebig hochtreiben. Im deutlich zweistelligen Kilowattbereich beginnt bei industriellen Chillern dann der Übergang zur Wärmepumpeninstallation/Anlagenbau. Als Nicht-OC-Sonderanfertigungen sind die Chiller von der Stange halt meist auf geringe Temperaturdifferenzen optimiert und deswegen schlechter für Rekordübertaktung geeignet, als eine direktkühlende Sonderanfertigung. Aber diese Abstimmung ist dabei wichtiger als der "direkt"-Aspekt.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Alter_Zocker
        Ah ok, ich dachte bisher tatsächlich, die von Dir beschriebene Kompressorkühlung (also ohne Wasser-"Zwischenkreis") ist das "Chiller-Prinzip". Also ist die Kühlung mit einem "Chiller" im Prinzip schon eine WaKü mit bis auf den Radiator entsprechenden "handelsüblichen" Consumer-WaKü-Komponenten und nur an Stelle des Radiator und seinen bunt wirbelnden "Püsterchen" ist da eine Art "Wärmetauscher" im vermutlich externen Einsatz, der das erwärmte Kühlwasser der WaKü über einen thermisch möglichst gut angekoppelten, aber vom Wasser getrennten Kältemittelkreislauf samt Kompressor abkühlt, richtig?
        Exakt. Natürlich hat niemand die Deutungshoheit über Begriffe und alles, was kälter macht, könnte als "Chiller" bezeichnet werden. Etabliert hat sich der Begriff aber für Kompressorlösungen, die Wasser kühlen (Beispiel). Mit dem Wasser kann man dann in einer Wasserkühlung weiteres anstellen. Direkte Kompressorkühlung wird dagegen meist als solche oder am Grad des Aufwands als Single-Stage/Dual-Stage bezeichnet.

        Zitat
        Effektiver als das simple Reinstellen eines Radiators in einen KLima-/Kühlschrank wird das aber sicher sein, an die LEistung einer Kompressorkühlung wird das natürlich aber nicht heranreichen.

        Gegen Kondenswasser v.a. am Wasserkreislauf hilft dann nur thermische Isolation an allen kalten Leitungen und Teilen ggf. an den Kühlern selber, das sieht dann zwar sicher nicht mehr so schön "bunti blinki" aus für die vielen "Elektroaquarianer", aber wenn jemand auf kompromisslos niedrige Temperaturen bei CPU/GPU aus ist (Extremes OC), ist die "Optik" des Systems i.d.R. nicht ganz so wichtig, hauptsache die geforderte Leistung ist jederzeit abrufbereit...
        Die Leistung kann man in beiden Fällen beliebig hochtreiben. Im deutlich zweistelligen Kilowattbereich beginnt bei industriellen Chillern dann der Übergang zur Wärmepumpeninstallation/Anlagenbau. Als Nicht-OC-Sonderanfertigungen sind die Chiller von der Stange halt meist auf geringe Temperaturdifferenzen optimiert und deswegen schlechter für Rekordübertaktung geeignet, als eine direktkühlende Sonderanfertigung. Aber diese Abstimmung ist dabei wichtiger als der "direkt"-Aspekt.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Also doch noch jemand umgesetzt. Letztes Jahr hatte ich es als Möglichkeit angesprochen, wobei es als Joke gemeint war.
        Was soll´s, irgendeiner macht den nächsten Schritt und packt die Technik in eine Tiefkühltruhe. Da sind richtig gute Minus Temperaturen zu erwarten. Mal sehen wer es umsetzt.
      • Von ApolloX30 Software-Overclocker(in)
        Im Sommer grill ich auf meinem Balkon, im Winter benche ich ...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Alter_Zocker Software-Overclocker(in)
        Ah ok, ich dachte bisher tatsächlich, die von Dir beschriebene Kompressorkühlung (also ohne Wasser-"Zwischenkreis") ist das "Chiller-Prinzip". Also ist die Kühlung mit einem "Chiller" im Prinzip schon eine WaKü mit bis auf den Radiator entsprechenden "handelsüblichen" Consumer-WaKü-Komponenten und nur an Stelle des Radiator und seinen bunt wirbelnden "Püsterchen" ist da eine Art "Wärmetauscher" im vermutlich externen Einsatz, der das erwärmte Kühlwasser der WaKü über einen thermisch möglichst gut angekoppelten, aber vom Wasser getrennten Kältemittelkreislauf samt Kompressor abkühlt, richtig?

        Effektiver als das simple Reinstellen eines Radiators in einen KLima-/Kühlschrank wird das aber sicher sein, an die LEistung einer Kompressorkühlung wird das natürlich aber nicht heranreichen.

        Gegen Kondenswasser v.a. am Wasserkreislauf hilft dann nur thermische Isolation an allen kalten Leitungen und Teilen ggf. an den Kühlern selber, das sieht dann zwar sicher nicht mehr so schön "bunti blinki" aus für die vielen "Elektroaquarianer", aber wenn jemand auf kompromisslos niedrige Temperaturen bei CPU/GPU aus ist (Extremes OC), ist die "Optik" des Systems i.d.R. nicht ganz so wichtig, hauptsache die geforderte Leistung ist jederzeit abrufbereit...
      • Von PCGHextreme PC-Selbstbauer(in)
        Normalerweise ist PC-Hardware zur Kühlung in einem Gefrierfach nicht geeignet, doch einem Youtube-Kanal ist das Experiment jetzt geglückt.

        Wow, wie kann ein Youtube-Kanal ein Gefrierfach UND einen Rechner haben bzw. überhaupt etwas besitzen, denken oder tun?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk