KI entwirft Computer: Project Speedrun brauchte nur eine Woche statt Monate
Das US-amerikanische Start-up-Unternehmen Quilter beansprucht mit Project Speedrun für sich, den ersten von KI entworfenen Computer geschaffen zu haben.
Quilter will mit Project Speedrun einen Meilenstein im Bereich des Computerdesigns erreicht haben: Die eigene KI soll die Schaffung eines kleinen Linux-SBCs (Session Border Controller) mit 843 Teilen und zwei Leiterplatten in nur einer Woche ermöglicht haben, was ansonsten normalerweise Monate dauern würde.
Der innerhalb kurzer Zeit mit zahlreichen möglichen Designs von der Quilter-KI erstellte Kleincomputer wurde mit deutlich weniger Zeitaufwand als sonst von einem Ingenieur überarbeitet und daraufhin beim Fertigungspartner Sierra Circuits innerhalb weniger Tage hergestellt. Gleich beim ersten Versuch soll das System beim Einschalten auch erfolgreich mit Debian-Linux gebootet haben.
Wie das Start-up-Unternehmen auf seiner Webseite beschreibt, würde ein solches Projekt für einen erfahrenen Ingenieur üblicherweise etwa drei Monate in Anspruch nehmen (etwa 430 Arbeitsstunden). Project Speedrun konnte aber in nur einer Woche mit KI-gestützter Verarbeitung, ergänzt durch 38,5 Stunden Unterstützung durch menschliche Expertise, fertiggestellt werden.
Quilter-KI soll bessere PCB-Designs und mehr ermöglichen
Laut Quilter begleiten Menschen den Prozess bisher durch drei Schlüsselphasen in Form von Einrichtung (setup), Ausführung (execution) und Bereinigung (cleanup). Mit der KI von Quilter können sie sich nun stattdessen auf die kreative Einrichtung sowie Verfeinerung in der Bereinigungsphase konzentrieren und die mühsame Arbeit der KI-Ausführung überlassen. Die soll auf Wunsch aber auch alle drei Phasen übernehmen können.
Dabei soll das Quilter-KI-Modell in früheren Phasen nicht anhand von menschlich entworfenen Musterplatinen trainiert worden sein und "im Grunde genommen durch ein Optimierungsspiel gegen die Gesetze der Physik trainiert" sein, wie Tom's Hardware hierzu berichtet. Diese Entscheidung sei getroffen worden, weil Menschen beim PCB-Design häufig Fehler machen und die Fähigkeiten von Quilter nicht auf menschliches Niveau begrenzt sein sollten.
Das langfristige Ziel der KI von Quilter ist ein PCB-Designsystem, das nicht nur mit Menschen mithalten kann, sondern "bessere Designs für Leiterplatten entwickeln kann, als Menschen es jemals versucht haben", so Sergiy Nesterenko, CEO von Quilter und ehemaliger SpaceX-Ingenieur. Dabei soll es nicht nur um Zeitersparnis und Co. gehen, sondern auch eine erhebliche Eintrittsbarriere für die Schaffung neuer Hardware beseitigt werden.
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Desweiteren wurde das SBC nicht von der KI generiert, sondern nur mit dessen Hilfe. Die KI unterstützt und beschleunigt also die Arbeit der Elektroingenieure enorm, die oft tagelang in mühevoller Kleinarbeit die Leiterbahnen ziehen und bis zum Ende immer noch weitere Optimierungsmöglichkeiten finden. Da kann ich offen gestanden auch drauf verzichten. Daher finde ich das Unterstützungsversprechen hier sehr gut!
Desweiteren schreiben Foristen hier panisch, dass Leute sich selbst abschaffen. Das kann man auch anders sehen: Mit dieser Technik können mehr Menschen gescheite Platinen zu günstigeren Kosten herstellen, womit das PCB Design "demokratisiert" wird und nicht nur investitionsstarken Betrieben vorbehalten bleibt. Investitionshürden in neue Designs werden geringer und die Innovationsgeschwindigkeit wird definitiv steigen. Und Quilter wird sich rasch in einem enormen Wettbewerb befinden, was noch besser für die Ingenieure und die Innovationsleistung ist.
Also: "Gut! Weitermachen!"
Captayne
Im Endeffekt hat hier auch nur wieder ein LLM halt bereits vorhandene Pläne von Leiterplatinen abgeglichen und das wars.
Jedenfalls zeigt es heute schon, welche Möglichkeiten in Zukunft geben wird.
Einige KI Projekte sind sinnvoll, andere können verheerende Folgen haben.
Zukunft bleibt spannend.