Apple gegen Lodsys: In-App-Verkäufe-Lizenz gilt angeblich auch für iOS-Entwickler
Vor einigen Tagen hat der Lizenzgeber Lodsys Entwickler von Apps für iOS aufgefordert, für die verwendete Technik bei In-App-Verkäufen Lizenzgebühren an den Hersteller zu bezahlen. Apple stellt sich jetzt auf die Seite der Entwickler und behauptet, dass die gültige Lizenz von Apple auch an die Entwickler weiteregegeben werden darf.
Lizenzstreits gehören dieser Tage anscheinend zum guten Ton, jetzt gibt es einigen Streit im App-Store-Umfeld zwischen Apple und seinen Entwicklern auf der einen Seite und Lodsys, einem Lizenzgeber an Apple für In-App-Verkäufe auf der anderen Seite. Stein des Anstoßes war ein Anschreiben von Lodsys an verschiedene iOS-Entwickler, mit der Firma in Kontakt zu treten um so die Lizenz-Situation zu erörtern. Lodsys vertritt den Standpunkt, dass der Lizenzerwerb durch Apple den iPhone-Hersteller noch lange nicht berechtigt, diese Lizenzrechte auch an jeden der unzähligen iOS-Entwickler weiterzugeben.
"The scope of [Apple's] current licenses does NOT enable [Apple] to provide 'pixie dust' to bless another (third party) business applications."
Übrigens geht es hier nicht um tausende von Dollar Schadenersatz, sondern um einen Anteil von rund 0,6 Prozent am App-Umsatz. Lodsys sucht offensichtlich den Dialog mit den betroffenen Entwicklern. Momentan sind noch keine Fälle bekannt geworden, nach denen Lodsys App-Hersteller verklagt hat.
"In the case of an Application doing an in-application upgrade (and only this scenario), Lodsys is seeking 0.575% of US revenue over for the period of the notice letter to the expiration of the patent, plus applicable past usage. So on an application that sells US$1m worth of sales in a year, the licensee would have an economic exposure of $5,750 per year."
Apple hat mittlerweile ebenfalls einen sehr klaren Standpunkt zu den Vorgängen bezogen. So behauptet der iPhone-Hersteller, dass man mit dem Erwerb der Lodsys-Lizenz auch das Recht eingekauft hat, die "In-App-Verkäufe"-Technik auch an seine Entwickler weiterzugeben. Die reiben sich derweil die Hände, da mit dieser Äußerung Apple nun den großen Regenschirm über allen iOS-Entwicklern aufgespannt hat, die eine entsprechende Bestätigung über die API bekommen haben.
"These licensed products and services enable Apple's App Makers to communicate with end users through the use of Apple's own licensed hardware, software, APIs, memory, servers, and interfaces, including Apple's App Store. Because Apple is licensed under Lodsys' patents to offer such technology to its App Makers, the App Makers are entitled to use this technology free from any infringement claims by Lodsys."
Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, müssen die Richter im Prinzip entscheiden, ob die Weitergabe von Apple-Code an die iOS-Entwickler quasi ein offizieller Teil der Apple-Lizenz bleibt oder ob die Entwickler ein App als Einheit anbieten, für dessen Inhalt (und Lizenzen) diese dann auch einstehen müssen. Grundsätzlich sind beide Seiten nachvollziehbar, darüber hinaus kann man Lodsys keine Geschäftsschädigenden Absichten vorwerfen, immerhin geht es nicht um Schadensersatz und man sucht den Dialog.
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