PCGH-Plus Label HTC Vive Pro im Test: Die beste VR-Erfahrung

PCGH Plus: HTC hat beim Nachfolgemodell der Vive einiges verändert und lässt sich dies gut bezahlen. Wir schauen, ob sich eine Anschaffung des neuen Headsets für den Otto Normalverbraucher lohnt. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 06/2018.

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HTC Vive Pro im Test: Die beste VR-Erfahrung
Quelle: HTC

Genau zwei Jahre nach der Markteinführung des Virtual-Reality-Headsets Vive bringt HTC eine verbesserte Version in die Ladenregale: die HTC Vive Pro. Der taiwanische Hersteller hat der neuen VR-Brille nicht nur einen bequemeren Haltebügel verpasst, sondern auch eine höhere Auflösung pro Auge, integrierte Kopfhörer und Kameras. Beworben wird das Headset unter anderem für Großraumbüros, Arcade-Hallen und Erlebniswelten und ist für einen stolzen Preis von 879 Euro zu haben. Einziger Haken bisher: Weder Basisstationen noch Controller werden mitgeliefert, sondern müssen separat bezogen werden, sodass eine zusätzliche finanzielle Belastung von 600 Euro für VR-Enthusiasten zu bewältigen ist.

Einfach reingeschlüpft

Die größte Neuerung der HTC Vive Pro, die auch direkt ins Auge springt, ist die ergonomische Halterung aus flexiblem Plastik, die die verzurrbaren elastischen Bänder des Vorgängermodells ersetzt. Einerseits werden dadurch die bekannten Waschbär- beziehungsweise Skimaskenabdrücke vermieden, andererseits hat die Brille so natürlich etwas an Gewicht hinzugewonnen: Knapp 200 Gramm wiegt das Headset nun mehr (ohne Kabel) und kommt somit auf knapp 850 g. Mit dem neuen Haltebügel soll eine bessere Lastverteilung des Head-Mounted-Displays ermöglicht werden.

Das neue Headset von HTC wirkt im Vergleich mit dem Vorgängermodell deutlich größer und klobiger, ist dafür aber um einiges komfortabler und ergonomischer. Das neue Headset von HTC wirkt im Vergleich mit dem Vorgängermodell deutlich größer und klobiger, ist dafür aber um einiges komfortabler und ergonomischer. Das Visier kann jetzt ganz simpel mittels Gelenk aufgeklappt werden, sodass man einfach in das Headset zu schlüpfen vermag. Einen festen Halt garantiert neben einem justierbaren Drehrad, das nach dem Aufsetzen am Hinterhauptbein des Schädels sitzt, auch noch ein anpassbares Klettband auf der Kopfoberseite. Für weiteren Komfort wurden alle Kontaktstellen mit abnehmbaren Polstern versehen.

Audiophiles Klangerlebnis?

Am Haltebügel wurden zwei verstellbare Kopfhörer angebracht, die nicht nur in der Höhe verstellt werden können, sondern auch in zwei verschiedenen Winkeln: pa­rallel zur Trageachse und senkrecht dazu. Durch diese Einstellmöglichkeiten sollte eigentlich jeder in der Lage sein, die integrierten Kopfhörer nutzen zu können. Die Qualität der beiden Ohrhörer ist gut und zusätzlicher Komfort ist durch die ordentlich gepolsterten Hörmuscheln gegeben. Der Klang ist für VR-Spiele vollkommen ausreichend und wurde Hi-Res-zertifiziert, sodass eine Abtastrate von 24 Bit und eine Auflösung von 96 kHz vorliegt. Ein digitaler Amplifier und ein DSP (Digital Sound Processor) ermöglichen kraftvolleren Sound, eine Wiedergabe von räumlichen Klängen wird mit 3D Spatial Audio realisiert. Wem die Musik oder die Soundeffekte zu laut sind, kann nun ganz einfach per Knopfdruck die gewünschte Lautstärke am Kopfhörer selbst einstellen.

Für die volle Immersion nutzt die HTC Vive Pro ein zusätzliches Mi­krofon, mit dem dann Geräusche aus der realen Welt über "Noise Cancelling" unterdrückt werden können. Wer mit dem Klang nicht zufrieden ist, kann aber auch seine eigenen Kopfhörer anschließen, jedoch unter einer Bedingung: HTC hat den 3,5-mm-Audioanschluss entfernt, sodass man für die eigenen Ohrhörer einen USB-C-Klinken-Adapter benötigt. Sicherlich wollte HTC hier Kabel sparen, da die drei Kabel in der älteren Version auf eins eingedampft wurden. Dennoch: Solange das Headset nicht vollkommen kabellos ist, stört in der Regel ein Kabel mehr oder weniger nicht.

Um in den Genuss dieser ganzen komfortablen Neuerungen rund um Sound und Halterung mit einer alten Vive von 2016 zu kommen, können Nutzer den für das Vorgängermodell erhältlichen "Deluxe Audioriemen" für 120 Euro erwerben, der im Grunde alle gerade erwähnten Vorzüge beinhaltet, sowie einen Audioport für 3,5-mm-Klinke.

Mehr Pixel bitte!

Die Vive hatte genau wie die Konkurrenz seit ihrem Release im April 2016 ein entscheidendes Problem: den Fliegengitter-Effekt. Dieses auch als Screendoor-Effekt bekannte Phänomen ist ein visuelles Artefakt und liegt in der Konstruktion der Displays begründet. Ein Bild auf einem Display wird bekanntermaßen aus Pixeln beziehungsweise Subpixeln aufgebaut. Wenn nun der Screen durch eine Linse vergrößert wird oder direkt vor den Augen des Betrachters sitzt, sind die feinen Trennlinien zwischen den einzelnen Pixeln für das Auge sichtbar.

Wie lässt sich dieses Phänomen nun umgehen oder reduzieren? Eine Möglichkeit besteht darin, die Subpixel-Anzahl deutlich zu erhöhen und dem Auge so eine bessere Auflösung zu suggerieren. Die Playstation VR reduziert so beispielsweise das Fliegengitter auf ein kaum wahrnehmbares Minimum. Durch den erhöhten Subpixel-Count ist das Auge nicht mehr in der Lage, die feinen Trennlinien zwischen den einzelnen Bildpunkten wahrzunehmen. Eine andere Möglichkeit ist, einfach die Auflösung der verwendeten Screens zu erhöhen. In der Entwicklung der Oculus Rift hat man beispielsweise den Screendoor-Effekt vom Dev Kit 1 hin zum Dev Kit 2 verringert, indem die Auflösung pro Auge verdoppelt wurde, von 640 × 800 auf 940 × 1.080 (512.000 Pixel zu 1.036.800).

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