PCGH-Plus Label [PLUS] Grafikkarten: So funktioniert eine Vapor Chamber

PCGH Plus: Um Wärme deutlich effizienter als massiver Werkstoff aufnehmen und verteilen zu können, machen sich Heatpipes und Vapor Chambers zahlreiche physikalische Effekte zunutze. Wir erklären anschaulich, welche das sind und an welchen Stellen sie zum Tragen kommen. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 01/2019.

0
Special Christian Beck Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
 Grafikkarten: So funktioniert eine Vapor Chamber
Quelle: PC Games Hardware

So funktioniert eine Vapor Chamber

Die fünf wichtigen Bestandteile einer Vapor Chamber anschaulich erklärt. [PLUS] 2-Phasen-Kühler erklärt (1) [PLUS] 2-Phasen-Kühler erklärt (1)

<strong>[Bild 1]</strong> Oberhalb der Wärmequelle siedet das zunächst flüssige Arbeitsmedium. Hierbei können Alkohole, Ammoniak oder FKWs genutzt werden; im PC-Bereich ist Wasser üblich, das normalerweise bei 100 °C zu kochen beginnt. Durch Unterdruck in der Vapor Chamber (oder Heatpipe) lässt sich der Siedepunkt aber deutlich reduzieren, sodass der energieaufnehmende Übergang in die dampfförmige Phase schon knapp über Raumtemperatur einsetzt und eine deutliche Kühlwirkung entsteht.<br>
<br>
<strong>[Bild 2] </strong>Der namensgebende Dampf (engl. vapor) ist das eigentliche Arbeitsmedium des Systems. Er breitet sich rasant innerhalb der geschlossenen Kammer aus und transportiert die aufgenommene Energie auch bei geringen Temperaturunterschieden (um die 5 Kelvin) schnell in kühlere Bereiche, was in massiven Werkstoffen unmöglich ist. Antrieb hierfür ist das durch Kondensation in kühlen Bereichen (siehe 3) entstehende Druckgefälle.<br>
<br>
<strong>[Bild 3] </strong>An der kalten Seite kondensiert der Wasserdampf. Das Arbeitsmedium wird so wieder zurück in den flüssigen Aggregatzustand überführt. Die dabei frei werdende Wärmeenergie wandert, dem Temperaturgradienten folgend, durch Wärmeleitung in die eigentliche Kühlstruktur (siehe 4) weiter, sodass die Flüssigkeit nicht wieder verdunstet und weiterer Dampf kondensieren kann.<br>
<br>
<strong>[Bild 4] </strong>Die aufgeheizte Vapor-Chamber-Oberseite ist schon deutlich größer als die zu kühlende Chip-Oberfläche, für eine effektive Wärmeabgabe an die Umgebungsluft wird sie zusätzlich durch Kühlfinnen erweitert. In der Regel sind diese aus günstigem, sehr dünnem Aluminiumblech gefertigt und flächenfüllend auf die Oberseite der Vapor Chamber aufgelötet. Die Flächenvergrößerung ist dabei beeindruckend: Bietet die Oberseite der Vega-Vapor-Chamber rund 100 cm² Fläche, wird diese durch 43 rund 2 cm hohe Kühlfinnen quasi verzehnfacht (1.000 cm²).Um die Kühlleistung noch weiter zu steigern, wird die Struktur aktiv belüftet, sodass die Luft sich schnell durch das Lamellenpaket bewegt.<br>
<br>
<strong>[Bild 5]</strong> Um den Kreislauf zu schließen und die Kühlwirkung dauerhaft aufrecht zu erhalten, muss die flüssige Phase den Weg zurück zur Wärmequelle finden. Da die Kühlleistung bei jeder Ausrichtung gegeben sein muss, verlassen sich die Entwickler dabei nicht nur auf die Schwerkraft als Antriebskraft, sondern beschichten die Innenwände der Kupferkammer mit ausgeklügelten Strukturen. Diese bestehen entweder aus porös zusammengebackenen Kupferkügelchen ('Versintern') oder einer sehr feinen Kupfernetzstruktur. Das Funktionsprinzip gleicht dabei dem eines Schwammes oder Papiers. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Kugeln oder Fasern wirken als Kapillaren und befördern das Wasser so auch entgegen der Schwerkraft. [Bild 1] Oberhalb der Wärmequelle siedet das zunächst flüssige Arbeitsmedium. Hierbei können Alkohole, Ammoniak oder FKWs genutzt werden; im PC-Bereich ist Wasser üblich, das normalerweise bei 100 °C zu kochen beginnt. Durch Unterdruck in der Vapor Chamber (oder Heatpipe) lässt sich der Siedepunkt aber deutlich reduzieren, sodass der energieaufnehmende Übergang in die dampfförmige Phase schon knapp über Raumtemperatur einsetzt und eine deutliche Kühlwirkung entsteht.

[Bild 2] Der namensgebende Dampf (engl. vapor) ist das eigentliche Arbeitsmedium des Systems. Er breitet sich rasant innerhalb der geschlossenen Kammer aus und transportiert die aufgenommene Energie auch bei geringen Temperaturunterschieden (um die 5 Kelvin) schnell in kühlere Bereiche, was in massiven Werkstoffen unmöglich ist. Antrieb hierfür ist das durch Kondensation in kühlen Bereichen (siehe 3) entstehende Druckgefälle.

[Bild 3] An der kalten Seite kondensiert der Wasserdampf. Das Arbeitsmedium wird so wieder zurück in den flüssigen Aggregatzustand überführt. Die dabei frei werdende Wärmeenergie wandert, dem Temperaturgradienten folgend, durch Wärmeleitung in die eigentliche Kühlstruktur (siehe 4) weiter, sodass die Flüssigkeit nicht wieder verdunstet und weiterer Dampf kondensieren kann.

[Bild 4] Die aufgeheizte Vapor-Chamber-Oberseite ist schon deutlich größer als die zu kühlende Chip-Oberfläche, für eine effektive Wärmeabgabe an die Umgebungsluft wird sie zusätzlich durch Kühlfinnen erweitert. In der Regel sind diese aus günstigem, sehr dünnem Aluminiumblech gefertigt und flächenfüllend auf die Oberseite der Vapor Chamber aufgelötet. Die Flächenvergrößerung ist dabei beeindruckend: Bietet die Oberseite der Vega-Vapor-Chamber rund 100 cm² Fläche, wird diese durch 43 rund 2 cm hohe Kühlfinnen quasi verzehnfacht (1.000 cm²).Um die Kühlleistung noch weiter zu steigern, wird die Struktur aktiv belüftet, sodass die Luft sich schnell durch das Lamellenpaket bewegt.

[Bild 5] Um den Kreislauf zu schließen und die Kühlwirkung dauerhaft aufrecht zu erhalten, muss die flüssige Phase den Weg zurück zur Wärmequelle finden. Da die Kühlleistung bei jeder Ausrichtung gegeben sein muss, verlassen sich die Entwickler dabei nicht nur auf die Schwerkraft als Antriebskraft, sondern beschichten die Innenwände der Kupferkammer mit ausgeklügelten Strukturen. Diese bestehen entweder aus porös zusammengebackenen Kupferkügelchen ("Versintern") oder einer sehr feinen Kupfernetzstruktur. Das Funktionsprinzip gleicht dabei dem eines Schwammes oder Papiers. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Kugeln oder Fasern wirken als Kapillaren und befördern das Wasser so auch entgegen der Schwerkraft.

PC Games Hardware PLUS
Jetzt für 0,99 € kaufen
oder Werbefreiheit und Zugriff auf alle PLUS-Artikel (Monatsabo)
Für 4,80 EUR PLUS-Abo abschließen Bitte loggen Sie sich in Ihren PCGH-Community-Account ein, um diesen Artikel kaufen zu können. Alle Angebote für PLUS (Monatsabo, Jahresabo, Upgrades für Werbefrei) finden Sie auf unserer Supporter-Seite
Folgende Produkte finden Sie im Test: 
INFO: Sie können PCGH-PLUS-Artikel einzeln kaufen oder ein PLUS-Abo erwerben.
Als PCGH-Digital-Abonnent erhalten Sie kostenfrei Zugriff auf alle PLUS-Artikel.

0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk