Praxis & Benchmarks
In der Ausgabe 01/2008 lieferten wir bereits einige Resultate des neuen Interfaces. Doch was bringt der erhöhte Durchsatz auf einer Geforce 8800 GTS/512 und einer Radeon HD3850/256?
Der Praxistest
Nachdem wir vor zwei Monaten die Geforce 8800 GT testeten, vergleichen wir diesmal eine GTS/512, eine halb so teure Radeon HD3850 mit 256 MiByte VRAM und zwei Radeon-HD3870-Karten im Crossfire-Verbund. Da Letztere auch über das Interface Daten austauschen, ist der Vergleich besonders interessant. Als Testplattform kommt wieder ein Core-2-Unterbau zum Einsatz. Die PCI-E-1.1-Werte entstammen einem Gigabyte P35-DS3P, die PCI-E-2.0-Leistung ermitteln wir auf dem sonst gleichschnellen X38-DQ6.
Call of Duty 4
Call of Duty 4, 1.024x768
Infinity Wards Kassenschlager verhält sich gemessen am restlichen Testfeld vorbildlich. Egal welche Grafikkarte zum Einsatz kommt, die Eigenbau-Engine setzt Erhöhungen der PCI-E-Bandbreite in gesteigerte Frameraten um. Die Radeon HD3850/256 wird durch 130 MHz PCI-Takt in 1.024x768 rund drei Prozent schneller. Mit dem Anspruch steigt auch der Gewinn durch das Interface-Tuning: In 1.280x1.024 sowie 1.680x1.050 samt 4x FSAA/8:1 AF legt sie ansehnliche acht respektive neun Prozent an Leistung zu. Die noch mal deutlich höhere Bandbreite von PCI-Express 2.0 wird mit weiteren drei Prozent kommentiert. Ähnlich verhält sich die Geforce 8800 GTS/512: 30 Prozent mehr Takt beim PCI-E 1.1 sorgt für durchschnittlich fünf Prozent mehr Leistung. PCI-E 2.0 sorgt davon ausgehend für weitere drei Prozent höhere Fps.
Crysis
Crysis, 1.024x768
Die Testwerte mit der aktuellen Grafikreferenz lassen vermuten, dass jede Grafikkarte intern so geschlaucht wird, dass es nicht zu Engpässen von außen kommt. Die Geforce 8800 GTS/512 profitiert nicht durch die Übertaktung des Interfaces. Paradoxerweise wird sie in 1.024x768 sogar reproduzierbar von PCI-E 2.0 gebremst. Mit steigender Belastung der Grafikkarte wendet sich das Blatt aber zur Führung, die allerdings nur zwei Prozent beträgt. Die Radeon HD3850 profitiert nur dann von gesteigerter Bandbreite, wenn ihr VRAM hoffnungslos überfüllt ist. Die Fps verdoppeln sich mit PCI-E 2.0, bleiben aber unspielbar. Crossfire profitiert ebenfalls erst ab 1.280x1.024, in 1.680x1.050 steigt die Framerate durch PCI-E 2.0 um über 20 Prozent.
Unreal Tournament 3
UT3, 1.024x768
UT3 bestätigt trotz identischer BIOS-Einstellungen das Verhalten, dass PCI-Express 2.0 mit einer Grafikkarte langsamer arbeitet als 1.1. Die Differenz beträgt dabei maximal fünf Prozent auf allen Grafikkarten. 30 Prozent mehr Takt bei PCI-E 1.1 wird in zwei (Geforce) bis drei (Radeon) Prozent höhere Leistung umgesetzt. Crossfire hingegen verhält sich logisch: Die Übertaktung resultiert in bis zu vier Prozent mehr Leistung als im Ausgangszustand, PCI-E 2.0 ist insgesamt sechs Prozent schneller als PCI-E 1.1 mit 100 MHz.
Fazit
Crossfire-Sympathisanten profitieren klar von der verdoppelten Bandbreite. Nutzer von neuen Single-Grafikkarten verlieren in einem Mainboard mit PCI-E-1.1-Slot im allerschlimmsten Fall zehn Prozent Leistung - ein Defizit, das sich durch gezielte Interface-Übertaktung kompensieren lässt.
