Asus is back!
Wer sagt, Asus mache nur noch Karten mit Nvidia-Referenzdesign? Die Ultra Deluxe bietet Features satt.
Grafikkarten-Fans nahmen mit Erstaunen zur Kenntnis, dass Asus bei der Geforce4-Ti-Serie bisher nur Standardkarten veröffentlichte. Die Betonung liegt auf "bisher", denn Rettung naht mit der V8460 Ultra Deluxe.
Wer bisher sehnsüchtig auf die Veröffentlichung einer satt ausgestatteten Geforce4-Ti-4600-Karte gewartet hat, der kann aufatmen. Asus liefert die V8460 Ultra in der berühmt-berüchtigten Deluxe-Version aus. Deluxe, das steht für Edelausstattung pur. Glanzstück des Paketes ist die Platine selbst mit vergoldeten Kontakten (Asus-Standard für Ti-4400/-4600) sowie einem eindrucksvollen Kupferkühler. Auf der Platinenrückseite kommt noch eine Kupferplatte hinzu, die Core und Speicher bedeckt. Um Taktfrequenzen, Temperatur und Spannung optimal aufeinander abzustimmen, verbaut Asus einen Diagnosechip auf der Karte. Mithilfe des Tools Smart Doctor in der Version 2.0 lässt sich die Ultra Deluxe dann optimal überwachen.
Anschlussseitig hat sich Asus einiges einfallen lassen. Ein spezieller Ausgang verbindet die Ultra Deluxe mit einer runderneuerten 3D-Brille, die wenig mit dem klobigen Kassengestell früherer Deluxe-Versionen gemein hat. Sie ist relativ leicht und über einen längeren Zeitraum angenehm zu tragen. Optimal wäre natürlich ein kabelloses 3D-Nasenfahrrad. Als pfiffig lässt sich das beiliegende VGA-DVI-Splitkabel bezeichnen. Angedockt an den zusätzlichen DVI-I-Ausgang, können Sie theoretisch parallel einen normalen Röhrenmonitor UND ein LCD anschließen (insgesamt also drei Monitore) - allerdings nur zum Klonen des Bildes. Interessant auch die Videokabelbox: Sie führt Video-Ein- und Ausgänge (S-Video, Composite) rund 1,5 Meter von der Karte weg; damit lassen sich auch längere Wege überbrücken.
Bei der Installation der Karte (aktueller Treiber: 29.40 für Win9x) gab es keine Probleme, die Software weist allerdings noch kleinere Mängel auf. So wollte das Auto-Update-Programm unbedingt neue Versionen des Tweak Utilities und des Smart Doctors herunterladen, obwohl beide aktuell waren. Außerdem reicht das Overclocking-Tool maximal bis 320/710 MHz - wenn Sie das volle Potenzial der Karte nutzen wollen, müssen Sie ein Tool wie den Riva Tuner verwenden.
Dass die aufwendigen Kühlungsvorrichtungen nicht bloßes Blendwerk sind, zeigen unsere Overclocking-Tests. Mit 330 MHz für den Chip- und 740 MHz effektiv für den Speichertakt (Standard: 300/650 MHz) erreichte die Redaktion neue Geschwindigkeitsrekorde. Mehr als 13 Prozent Leistungszuwachs gegenüber Standardtaktung ließen sich damit freilich nicht erreichen. Die Temperatur stieg aufgrund der starken Übertaktung lediglich um 10 Prozent an, ein Beweis für die Leistungsfähigkeit der Kupferkühlung. Auch die Lautstärke ist erträglich: Die Karte ist immerhin elf Prozent leiser als eine Standard-Ti-4600.
Fazit: Wer rund 530 Euro übrig hat und dafür eine fast perfekt ausgestattete Nvidia-Karte mit gutem Overclocking-Potenzial sucht, der landet mit der Ultra Deluxe einen Volltreffer. Wer allerdings clever aufrüsten will, kauft für mehr als 300 Euro weniger einen Beschleuniger mit Ti-4200.
