Wechselbare GPUs auf Grafikkarten? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen ab sofort wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass die Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der Sie Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
Eine der großen Vorteile des PCs ist die Aufrüstbarkeit. Auf Mainboards lässt sich zum Beispiel der Prozessor und der Arbeitsspeicher wechseln. Wieso gibt es allerdings keine Grafikkarten mit wechselbaren GPUs? Diese Frage stellte uns Leser Mario J.
Der Leserbrief:
"Wieso werden GPUs eigentlich nicht austauschbar auf einem Sockel angeboten, wie es bei CPU der Fall ist? Momentan muss man bei einer möglichen Grafikaufrüstung jedes Mal sozusagen *GPU-Mainbord + Arbeitspeicher* dazukaufen."
Die Antwort von Carsten Spille (Fachbereich Grafikkarten):
"Für eine genaue Antwort müssten Sie bei AMD und Nvidia direkt nachfragen. Ich könnte Ihnen jedoch folgende Thesen anbieten:
- Eine Steckverbindung erhöht die Fehleranfälligkeit der Signalübertragung.
- Von GPU-Generation zu GPU-Generation sind aufgrund der Weiterentwicklungen der ISA (also des Instruktionssets) die Layouts sehr verschieden voneinander, sodass häufig neue Sockel nötig wären.
- Die verschiedenen GPU-Leistungsklassen verfügen über sehr unterschiedliche Speicherbandbreiten - das Grafik-"Mainboard" müsste also so komplex sein, dass auch die High-End-Modelle untergebracht werden können, aber günstig genug, um auch 30-Euro-Modelle zu erlauben."
Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstung um 16:15 Uhr vorgestellt.

Man könnte ein Grundgerüst (Platine und wechselbarer GDDR5-Speicher) für High-End-Grakas bauen (für Budget-Grakas wäre das zu teuer).
Aber das wird an drei Problemen scheitern:
1) Die Boardpartner von nVidia und AMD wollen sicher auch ihr Geld verdienen ! Jedesmal ein neues "Grundgerüst" mitzuverkaufen ist sicher lukrativer.
2) Für Otto Normaluser ist es leichter, eine komplette Steckkarte zu wechseln, als mit Kühler und Wärmeleitpaste rumfrickeln zu müssen !
Der Affe aus diesem Video könnte das sonst auch nicht *g*
3) AMD und nVidia werden sich sicher nicht auf einen Sockel einigen können !
Das Argument mit den verschiedenen Sockeln für GPUs verschiedener Generationen zieht so nicht, bei CPUs ist es ja auch nicht viel anders. Innerhalb einer Generation könnte man schon in gewissem Maß aufrüsten. z.B. NVidia: GTX 550 TI- > 460 -> 560 -> 560 TI unterscheiden sich kaum - wenn sie nicht schon pinkompatibel sind, könnte man sie pinkompatibel machen. Aber auch da gilt: durch den GPU-Sockel (mit den Speichersockeln schon doppelt) leidet die Signalqualität der Speicheranbindung.
Zu den 3/486ger Zeiten war es sogar üblich das man den Speicher austauschen konnte. Beim Amiga konnte man den GPU-Chip(war Gesockelt) austauschen.
Es wäre auch heute noch möglich so die Infrastruktur auf zu bauen, das man die einzelnen Komponenten austauschen könnte. Nur würde das die Graka verteuern. Wie auch schon im Bericht gesagt wurde.
Das größte Problem dabei wird wohl die Speicheranbindung sein. 128, 256, ... Bit.
Große Probleme gebe es wohl auch bei der Stromversorgung.
Vorteile wären:
Wenn es mal den Speicher oder die GPU in die ewigen Jagdgründe haut, das man sie einfach austauschen könnte.
Gegensatz zu "normalen" Grafikkarten, man könnte schnelleren/mehr Speicher einsetzen wenn es nötig wird.
grade bei meiner wakü kotzt mich das bissl an cpu kühler 40 -50 euro hält ewig
graka kühler 88 Euro => hält eine GPU lang
Unter anderem einer der Gründe warum ich noch keine Wakü habe
Wobei man allerdings sagen muss, es sind dabei weniger die GPU-Löcher das Problem, sondern VRAM und Spannungswandler die mitgekühlt werden wollen. Hier sind die Abstände und Höhen zu verschieden um einen universellen Grakakühler zu bauen. Damals als Grakas noch keinen Backsteinen glichen, waren Grakakühler noch (relativ) universell.
Ein etwas einheitlicherer Standard wäre hier echt genial, oder wenigstens dass High End Modelle dieser und nächster und... Generation in der Beziehung einigermaßen kompatibel wären.
Aber zur ursprünglichen Frage an sich, ich denke auch das es viel mit GPU - VRAM zu tun hat. Eine mechanische Verbindung zwischen GPU und Graka wäre ein ordentliches Hindernis für die schnelle Datenübertragung. Schon heute ist die Bandbreite einer GPU zu ihrem VRAM ein vielfaches der einer CPU.
Das wäre auch bei CPU+Mainboard+RAM denkbar. Da aber die Teile nicht darauf ausgelegt sind, wäre der Vorteil relativ gering. GPU und VRAM sind darauf abgestimmt.
Da bei mir bei jedem CPU wechsel meist auch gleich Board und RAM mit gewechselt werden (müsen) wäre ich dem nicht mal sonderlich abgeneigt