Intensivtest: Radeon Vega Frontier Edition - Beyond the Frontier
PCGH Plus: Eine Profi-Karte zum Spielen: Ob das gut geht? PCGH-Redakteur Raffael Vötter verwendet seit Oktober 2017 eine Radeon Vega Frontier Edition und hat viel zu berichten. Ein Intensivtest. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 04/2018.
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Die Vega FE findet in einem Be Quiet Silent Base 600 Platz, begleitet von einem Core i7-5820K und einem Seasonic-Titanium-Netzteil (850 Watt).
Herzlich willkommen! Sie haben sich dazu entschlossen, den ersten PCGH-Intensivtest zu lesen - eine weise Entscheidung. Dieses neue Artikelformat kombiniert das Beste der Dauertests und Testtagebücher, geht dabei aber weiter in die Tiefe. Beim Intensivtest berichtet ein Redakteur von seinen Erfahrungen, die er mit einem Produkt in den vergangenen Wochen und Monaten gemacht hat. Da es sich hierbei um privat gekaufte und verwendete Produkte handelt, ist die Herangehensweise und dahinterstehende Motivation eine andere als bei den regulären PCGH-Tests. Hält das Produkt, was es verspricht? Wenn nein, wie kann man das ändern? Das und mehr erfahren Sie im ersten Intensivtest: PCGH-Grafikkartenguru Raffael Vötter berichtet in der Ich-Form und mit angemessen lockerem Tonfall über seine Abenteuer mit einer Radeon Vega Frontier Edition. Dabei schweift der Blick immer wieder über den Tellerrand und Raffael gibt allgemeingültige Tipps und Informationen.
Sinn und Zweck
Wer sich dieser Tage durch Online-Preisvergleiche arbeitet, könnte meinen, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe: Eine vierstellige Eurosumme für eine Grafikkarte, die gerade mal einer Geforce GTX 1080 das Wasser reichen kann, ernsthaft? Selbstverständlich kann ich mich verteidigen. Es gab ein (sehr kleines) Zeitfenster Anfang Dezember 2017, als sowohl die Radeon Vega Frontier Edition Air als auch ihre noch viel hübschere Schwester mit Liquid-Kühler zwischen 700 und 750 Euro erhältlich waren. Das war prima für alle, die warten konnten - aber nicht für mich, denn ich schlug bereits im Oktober zu. Gebraucht, für 800 Euro, mit dem Ersatzgeld, das ich für meine "ertrunkene" Geforce GTX Titan X erhielt (siehe u. a. PCGH 09/2017, Seite 62/63). Das GPU-Upgrade war folglich kostenlos. Aber warum ausgerechnet eine Radeon Vega Frontier Edition? Wer meine Artikel und Postings schon länger verfolgt, weiß, dass ich ein speicherliebender Enthusiast bin. Einer, der gerne etwas Besonderes anstelle von Stangenware kauft. Die Vega FE, wie ich sie im Folgenden der Kürze halber nennen werde, vereint diese Tugenden. Besonders spannend an diesem Produkt ist ihre konkurrenzlose Speicherkapazität: 16 GiByte HBM zweiter Generation bietet nicht einmal Nvidias Titan V. Da ich seit fast 20 Jahren in möglichst hohen Auflösungen spiele und hier kurz nach der Jahrtausendwende mit zwei speicherarmen Grafikkarten auf die Nase fiel, kaufe ich nur noch Modelle mit "zu viel" RAM, um auch für superhohe Auflösungen, Grafikmods und die Zukunft gerüstet zu sein. Da ich davon ausgehe, dass Vega (10) erst am Anfang seiner Auslastungsperiode steht, glaube ich an ein erfülltes Leben der Vega FE - Speichermangel muss man hier innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht befürchten.
Natürlich war ich mir bewusst, dass die Grafikkarte beim Spielen gewöhnlicher Titel keine Bäume ausreißt, was vor allem am schwachbrüstigen Kühldesign liegt. Dieses trifft mit seinem Metallic-Blau jedoch voll meinen Geschmack. Außerdem erfordert der Kühler (Codename "Opa Schlumpf") Handarbeit - zeitaufwendiges Ausloten der Parameter Spannung, Takt und Lüfterdrehzahl. Ob es mir am Ende gelungen ist, die Karte zu einer besseren Version der Radeon RX Vega zu machen, lesen Sie sogleich.
Das System
Doch der Reihe nach. Die Vega FE findet in meinem ehemaligen Hauptrechner Platz, der mittlerweile zum Zweit-PC degradiert wurde, aber unter demselben Schreibtisch steht und dasselbe Display befeuert - das nenne ich "true Multi-Computing"! Der installierte Core i7-5820K ist dank seiner sechs Kerne noch voll auf der Höhe der Zeit, für meine Zwecke sogar etwas überdimensioniert: Da ich nach Möglichkeit immer in 4.096 × 2.160 Pixel auf meinem LG 31MU97 spiele, limitiert die Prozessorleistung nur in den seltensten Fällen. Daher habe ich SMT/Hyper-Threading deaktiviert, den Takt auf 3 GHz gesetzt, die Spannung so weit wie möglich reduziert (0,85 Volt), den Referenztakt erhöht und alle Subtimings bis zur Stabilitätsgrenze geschärft. Unter dem Strich ist die Infrastruktur so flink und sparsam wie möglich - und hier kommt die Vega FE ins Spiel.
| Grafikkarte | Radeon Vega Frontier Edition (Air) | Radeon Vega Frontier Edition (Air) | Radeon Vega Frontier Edition (Air) | Radeon Vega Vega 64 (Air) |
|---|---|---|---|---|
| Einstellung in den Benchmarks | „Maximiert” | „Optimiert” | „Standard” | Nicht getestet |
| ALUs/TMUs/ROPs | 4.096/256/64 | 4.096/256/64 | 4.096/256/64 | 4.096/256/64 |
| Typischer GPU-Boost (MHz) | ~1.600 | ~1.500 | ~1.300 | ~1.400 |
| Rechenleistung SP (TFLOPS) | ~13,11 | ~12,29 | ~10,65 | ~11,47 |
| Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) | 409,6/102,4 | 384,0/96,0 | 332,8/83,2 | 358,4/89,6 |
| Speichergeschwindigkeit (GT/s) | 2,25 | 2,00 | 1,89 | 1,89 |
| Speicherübertragung (GB/s) | 576,0 | 512,0 | 483,8 | 483,8 |
| Übliche Speichermenge (MiB) | 16.384 | 16.384 | 16.384 | 8.192 |
| Max. Verbrauch (ganzer PC, Watt) | 520 | 410 | 380 | Nicht getestet |
Pro? Gaming? Pro-Gaming!
Die Vega FE ist keine (reine) Gaming-Grafikkarte. Wer das - wie ich anfangs - nur für eine Ausrede hält, sollte wissen, dass sich die Karte in der Praxis tatsächlich anders verhält als die "echten" Gaming-Karten der RX-Reihe. Das fängt beim Treiber-Download auf www.amd.com an: Die Vega FE wird nicht mit dem normalen Package der Radeon Software gefüttert, das teilweise im Wochenrhythmus Updates erhält. Nein, FE-Nutzer werden im Workstation-Segment einsortiert und haben dort die Wahl zwischen dem Enterprise- und dem Pro-Package. Ersteres unterstreicht den Profi-Anspruch der Karte: Der Treiber wird nur quartalsweise aktualisiert (erkennbar am Schema 18.Q1 für das erste Quartal 2018), da er zahlreiche Tests und Qualifizierungsrunden durchläuft.
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Leistungsaufnahme untersucht
8 Spiele im Praxistest (CoD WW2, Dirt 4, Rise of the Tomb Raider, Mittelerde: Schatten des Krieges,Sniper Elite 4, Star Wars Battlefront 2, The Witcher 3, Wolfenstein 2) INFO: Sie können PCGH-PLUS-Artikel einzeln kaufen oder ein PLUS-Abo erwerben.
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