Grafikkarten für Miner: Schürfer sollen im Q1 GPUs für eine halbe Milliarde Dollar gekauft haben

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Grafikkarten für Miner: Schürfer sollen im ersten Quartal GPUs für eine halbe Milliarde Dollar gekauft haben (1)
Quelle: Techarp

Nach Schätzungen von Jon Peddie Research haben Miner im ersten Quartal 2021 Grafikkarten im Wert von 500 Millionen US-Dollar gekauft, umgerechnet also rund 413 Millionen Euro. Das sei rund ein Viertel des Marktvolumens.

Grafikkarten wie die Geforce RTX 3080 oder die Radeon RX 6800 XT sind schon seit Monaten nur zu Mondpreisen zu bekommen. Neben Corona-bedingter Chipknappheit gilt ein neu entfachter Mining-Boom als Treiber dieser für Gamer unerfreulichen Entwicklung. Aber wie viele Grafikkarten haben sich Schürfer von Kryptowährung denn nun konkret unter die Nägel gerissen? Jon Peddie Research schätzt, dass es alleine im ersten Quartal 2021 an die 700.000 High-End- bis Mittelklasse-GPUs mit einem Gesamtwert von gut 500 Millionen US-Dollar waren - umgerechnet also knapp 413 Millionen Euro. 700.000 Grafikkarten seien gut ein Viertel des Marktvolumens.

Woher die Marktforscher das haben? Normalerweise stecken in etwa 25 bis 30 Prozent aller Desktop-PCs dedizierte Grafikkarten. Der Rest, beispielsweise reine Office-Rechner, kommen mit einer in den Hauptprozessor integrierten Grafikeinheit aus. Hier hat Jon Peddie Research nun einen starken Ausschlag festgestellt, ähnlich jenem von vor einigen Jahren während des ersten Mining-Booms. Rein rechnerisch steckte im ersten Quartal 2021 plötzlich in 45 bis 50 Prozent aller PCs eine eigenständige Grafikkarte. Es liegt folglich auf der Hand, dass ein Viertel aller Grafikkarten von Schürfern gekauft wurden.

Schürfer bezahlen 600 Euro pro Grafikkarte

Laut Jon Peddie Research fällt davon allerdings nur ein kleiner Teil auf Nutzer, die zu Hause im überschaubaren Rahmen Kryptowährungen schürfen. Im Umkehrschluss wandern die meisten GPUs, die explizit fürs Mining gekauft werden, in mehr oder weniger große "Farmen". Hier steckt in der Regel ein ganzes Füllhorn an Grafikkarten an nur einem Mainboard. Solche Mining-Boards verfügen über besonders viele PCIx1-Schnittstellen, an die man die Grafikkarten per Adapter anbindet. Primär wird, so Jon Peddie Research, dabei die Kryptowährung Ethereum generiert.

Ebenfalls interessant: Radeon RX 6900 XT LC: Alternatives AMD-Topmodell mit AiO-Kühler - Bilder und Benchmarks

Interessanterweise haben Schürfer pro Grafikkarte im Schnitt "nur" 600 Euro bezahlt, obwohl Spieler dafür mitunter nicht einmal mehr Mittelklasse-Grafikkarten bekommen. (Asiatischen) Minern sagt man allerdings auch gute Kontakte zu Herstellern und Zwischenhändlern nach, während Spieler erst ganz am Ende der Nahrungskette, nämlich beim Händler, zuschlagen. Nicht nur er, sondern auch alle Zwischenstationen, wollen von der hohen Nachfrage profitieren. Die dabei herauskommenden Preisschilder liegen aktuell meilenweit über der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller.

Quelle:Jon Peddie Research

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    • Kommentare (66)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von owned139 BIOS-Overclocker(in)
        Du vergleichst eine Highend Karte, welche eine UVP von min. 800€ hat (die Customs gehen sogar über 1000€) mit einer RX580, welche eine UVP von um die 160€ hatte und wunderst dich dann, dass die häufiger verkauft wurde?!
        Die 80er, TI, 90er und Titan ist immer extreme Niesche gewesen. Die waren nie groß vertreten, zumal in Steam auch Länder wie Indien und co. auftauchen. Nicht jedes Land ist so wohlhabend wie wir.
        Selbst die 70er Karten waren eher Niesche. Die 50er und 60er Reihen waren Mainstream.
      • Von owned139 BIOS-Overclocker(in)
        Du vergleichst eine Highend Karte, welche eine UVP von min. 800€ hat (die Customs gehen sogar über 1000€) mit einer RX580, welche eine UVP von um die 160€ hatte und wunderst dich dann, dass die häufiger verkauft wurde?!
        Die 80er, TI, 90er und Titan ist immer extreme Niesche gewesen. Die waren nie groß vertreten, zumal in Steam auch Länder wie Indien und co. auftauchen. Nicht jedes Land ist so wohlhabend wie wir.
        Selbst die 70er Karten waren eher Niesche. Die 50er und 60er Reihen waren Mainstream.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von owned139
        ...
        Haste schon mal ins Steam Hardware Survey geschaut? Da findest du deine Ampere-Karten wieder:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Es gibt mehr 3080 als 2080 Nutzer. Wie kann das sein, wenn 99% nicht an Gamer gingen? Selbst 75% ist abwegig. Ampere ist durch die Bank weg häufiger vertreten als Turing und das schon nach so kurzer Zeit.
        Bin mir nicht sicher ob ich entweder falsch lese oder wir jeweils andere Tabelle haben.
        NVIDIA GeForce GTX 1060 8.95%
        NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti 6.71%
        NVIDIA GeForce GTX 1650 5.66%
        NVIDIA GeForce RTX 2060 5.00%
        NVIDIA GeForce GTX 1050 4.08%
        NVIDIA GeForce GTX 1070 3.28%
        NVIDIA GeForce GTX 1660 Ti 3.24%
        NVIDIA GeForce GTX 1660 SUPER 2.58%
        NVIDIA GeForce RTX 2070 SUPER 2.45%
        AMD Radeon RX 580 2.04%
        NVIDIA GeForce GTX 1080 1.98%
        NVIDIA GeForce GTX 1660 1.80%
        NVIDIA GeForce RTX 2070 1.75%
        ...
        NVIDIA GeForce RTX 3070 1.48%
        NVIDIA GeForce RTX 2080 SUPER 0.91%
        NVIDIA GeForce GTX 1070 Ti 0.90%
        NVIDIA GeForce RTX 3080 0.90%
        NVIDIA GeForce RTX 2080 0.84%

        NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti %0.79%
        ...
        NVIDIA GeForce RTX 3090 0.38%

        So wie ich das sehe, besitzt meine RX580 ~220% Marktanteil einer 3080.
        Ich halte das für sehr verwunderlich, denn man möchte schon irgendwann mal was aktuelles spielen und der Marktstart der RTX 3000er Karten war im Sept. 2020. Das war vor .. 9 Monaten.

        Wenn ich mir dagegen die GTX1000er Riege anschaue, welche, wie die RX500er Serie, um 2017 herum released wurde und mal ganz doof zusammenrechne ... komme ich auf 43% oder 44% Marktanteil der GTX1000er Riege und ~3,5% Marktanteil der RTX3000er Serie. Finde ich jetzt nicht so prickelnd für eine Grafikkartenserie, die bereits vor einem dreiviertel Jahr released wurde. So wirklich haben die Leute ihre ollen 1000er GTX Karten ja scheinbar nicht ersetzen können bisher.
        Kann natürlich auch sein, dass bei Steam alle viel lieber mit einer 4 Jahre alten Architektur spielen als der Rest Welt. Bin bei Steamdaten eh nie sicher. Ist halt ein geschlossenes System und keiner von uns hat da direkten Einblick.
      • Von gangville Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Für 2-3 Karten wird auch dann niemand einen Finger krummachen. Es gibt einen Grund, warum so viele Marken vom Vertrieb der Endkunden-Kleinstmengen leben. Die OEMs wollen 4-, wenn es günstig werden soll eher 5-stellige Bestellungen sehen. Ob die von einem Großhändler oder einem Großverbraucher (=Farm-Betreiber) kommen, ist egal, aber wenn die Karten billig verkauft werden ist gar nicht mehr die Bruttomarge drin, die man bräuchte, damit ein Mitarbeiter mit einem Endkunden ein Angebot über drei Karten aushandelt, international über Währungsgrenzen hinweg einpreist, in den Produktionsablauf einplant und am Ende vom Band in ein Paket nach Deutschland schafft. Für so einen Service gibt es Händler, die entsprechend höhere Verkaufspreise verlangen.
        Komischerweise ist die Aktie von Nvidia im Herbst letzten Jahres vielfach in die Höhe geschossen und konnte Gewinne erzielen. Man Munkelt, dass die Chips direkt an die Miner gingen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Für 2-3 Karten wird auch dann niemand einen Finger krummachen. Es gibt einen Grund, warum so viele Marken vom Vertrieb der Endkunden-Kleinstmengen leben. Die OEMs wollen 4-, wenn es günstig werden soll eher 5-stellige Bestellungen sehen. Ob die von einem Großhändler oder einem Großverbraucher (=Farm-Betreiber) kommen, ist egal, aber wenn die Karten billig verkauft werden ist gar nicht mehr die Bruttomarge drin, die man bräuchte, damit ein Mitarbeiter mit einem Endkunden ein Angebot über drei Karten aushandelt, international über Währungsgrenzen hinweg einpreist, in den Produktionsablauf einplant und am Ende vom Band in ein Paket nach Deutschland schafft. Für so einen Service gibt es Händler, die entsprechend höhere Verkaufspreise verlangen.
      • Von gangville Software-Overclocker(in)
        Zitat von smartm124
        Ich überlege schon ne Weile einfach mal n Kumpel, der n bisschen Chinesisch kann, anzuhauen, ob wir nich einfach mal direkt im Werk nachfragen ob die uns 2-3 Karten schicken können für diese ominösen 600€/Karte. Allerdings wird die Antwort im erwarteten Bereich liegen und was der Zoll dann noch haben möchte (orientiert der sich am hiesigen Marktpreis, weiß das wer??) stellt schon 2 Gegenargumente dar. Der Plan war Good Guy Greg-mäßig die Dinger UVP nah weiterzuverkaufen.. Wahrscheinlich nur Spinnerei ^^
        Das ist nicht möglich. Die werden zwar in China hergestellt, aber keine Ware darf raus oder rein.
        Ist mit den Apple Produkten genauso. (Foxconn)
        Wenn du ein Gewerbe hast und mit Teilen handelst, dann geht es easy.
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