Schmelzende 12VHPWR-Stecker: Nutzer ergreift eigenmächtige Maßnahme
Um den 12VHPWR-Anschluss seiner Grafikkarte vor Schaden zu bewahren, hat ein Reddit-Nutzer eine kreative Lösung gefunden. Schmelzsicherungen verhindern, dass die einzelnen Adern zu stark belastet werden.
Auch drei Jahre nach dem Release des 12VHPWR-Anschlusses gibt es noch immer Berichte, dass der neue Standard-Stromstecker für Grafikkarten im Betrieb schmilzt. Zwar wurde bereits ein aktualisierter Standard namens 12V-2×6 veröffentlicht, doch auch dieser löst das Problem aber nicht vollständig. Er rastet nun zwar korrekt ein, aber weiterhin können die einzelnen Adern stark ungleich belastet werden. Das sorgt für eine entsprechend ungleiche Erhitzung und im schlimmsten Fall für die bekannten Bilder von geschmolzenen Steckern und Buchsen.
Gut gesichert
Der Markt hat das Problem und die daraus resultierende Unsicherheit schon längst erkannt und mit entsprechenden Produkten reagiert. Reddit-Nutzer malcanor18 wollte stattdessen aber lieber selbst aktiv werden: Er glaubt laut eigener Aussage nicht an den von Nvidia proklamierten Anwendungsfehler als Ursache, sondern hält den Stecker an sich für die übertragene Leistung ungeeignet. Um trotzdem eine Geforce RTX 4090 mit 12VHPWR-/12V-2×6-Anschluss zu versorgen, wurde er deshalb kreativ und hat ein eigenes Anschlusskabel gebaut.
Ästhetisch ansprechend ist das Ergebnis wohl kaum, dafür aber gut gesichert - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn malcanor18 hat die sechs 12-V-Zuleitungen schlicht abgezwickt und Schmelzsicherungen eingesetzt, die bei Überlast durchschmoren. Damit möchte er sicherstellen, dass eine ungleiche Lastverteilung der einzelnen Adern nur die Sicherung und nicht das Kabel oder gar die Grafikkarte in Mitleidenschaft zieht.
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Gleichzeitig gibt es an der Lösung aber auch noch etwas Optimierungsbedarf, denn die Schmelzsicherungen sind nach jeder "Auslösung" defekt und müssen ausgetauscht werden. Eine Alternative wären selbstrückstellende Sicherungen, die die Leitung nach dem Abkühlen wieder freigeben. Noch besser wäre aber ein Stromanschluss, der von vornherein nicht mit solchen Problemen zu kämpfen hat. Sprich: Rauf mit dem Kabelquerschnitt - und angesichts der irrsinnigen Preise für manche Grafikkarten sollte man erwarten dürfen, dass diese selbst über entsprechende Schutzschaltungen verfügen.
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Quelle: Reddit

Ich glaube irgendwo hatte es schon mal jemand geschrieben, sobald eine Sicherung fliegt erhöht sich die Last an den übrigen. Das heißt es macht kurz "patsch" und dann mit großer Wahrscheinlichkeit nacheinander "Patsch Patsch Patsch Patch"
Nur das jedes mal wenn so eine Schmelzsicherung versagt Spannungsspitzen entstehen, die wiederum dem Stecker nichts tun. Der Grafikkarte wiederum sehr wohl Schaden können. Beim Auslösen einer Schmelzsicherung bei Gleichstrom können Spannungsspitzen auftreten. Dies liegt daran, dass die Schmelzsicherung den Stromkreis abrupt unterbricht, ohne dass ein Nulldurchgang stattfindet wie bei Wechselstrom. Das kann zu einem induktiven Spannungsanstieg (Spannungsspitze) führen.
Im Gegensatz zu Wechselstrom, wo der Strom regelmäßig seine Richtung wechselt (Nulldurchgang), fließt Gleichstrom in nur einer Richtung. Wenn eine Schmelzsicherung bei Gleichstrom den Stromkreis unterbricht, findet kein Nulldurchgang statt, der den Lichtbogen erlöschen lassen könnte.
Ich kenne die genauen Details zwar nicht wie er den Leistungsschutz implementiert hat, aber vermutlich hat er dahinter keine Entladewiderstände (Schutzschichten) in der Nähe von den Schmelzsicherungen integriert, um die Spannungsspitzen zu bügeln.
Und insofern wäre dann der Umbau als "gefrickel" zu bezeichnen. Und nvidia hätte schon jeden Grund dazu deswegen die Garantie zu untersagen.
"Anstatt" Schmelzsicherungen, oder besser gesagt zusätzlich oder ergänzend, wären Temperaturabhängige Widerstände, mit sogenanntem "positiven Temperatur Coeffizienten" kurz "PTC", richtig gewesen. Um ein load balancing zumindest Analog zu realisieren.
Das heißt sobald die Temperatur einer der in Reihe geschalteten Widerstände steigt, steigt auch der elektrische Widerstand und begrenzt damit wiederum den Stromfluss. Man müsste dann eben einen PTC definieren welcher die korrekt gestattete Stromstärke für die Steckernorm regelt.
Allerdings weiß ich da dann halt nicht ob solch eine Variante sensibel genug arbeitet für solche Feinelektronik.
Aus diesem Grund arbeiten DC-Ladegeräte bei der E-Mobilität vermutlich mit Digitalem Load Balancing also DLB.
Also lange Rede kurzer Sinn... Nicht selbst frickeln, Karte ausbauen und zurück schicken. Und eine kaufen die funktioniert... Ende aus Mickey Maus!
Wenn einem die Garantie egal ist konnte man auch einfach die adern direkt an die karte Löten das müsste die sicherste Lösung sein .
Das Löten selbst übernimmt Nvidia
Wenn einem die Garantie egal ist konnte man auch einfach die adern direkt an die karte Löten das müsste die sicherste Lösung sein .
Viel Spaß beim Lesen.
Wenn du aber nicht in der Lage bist soweit voraus zu denken oder ein solches Risiko zu erkennen dann ergibt das hier keinen Sinn.
Aber um eine konkrete Antwort zu geben: bei einer RTX Karte bisher nicht bekannt, durch Elektronik schon zu viel zu oft. Und häufig waren es billige Elektroteile wo an Sicherheit gespart wurde. Auch Todesfälle hierdurch sind bekannt. Aber man muss halt Informationen verknüpfen können und darf sich nicht schützend vor ein Riesenunternehmen werfen um sowas zu erkennen.
Es ist einfach nicht zu rechtfertigen Geräte für teils mehrere Tausend Euro/Dollar zu verkaufen und dann an solchen wichtigen Maßnahmen zu sparen.
EDIT: Achso falls du einen Hausbrand durch Kerzen meinen solltest. Dann ja, schon regelmäßig. Damals in der freiwilligen Feuerwehr gab es genügend Schulungsvideos mit echten Fällen.