Nvision 2008: 3D-Grafik für Flugzeuge, Autos und Rennsport
Weiter geht es mit unserer Berichterstattung von der Nvision. Dieses Mal dabei: 3D-Grafik für unterschiedliche Einsatzgebiete.
Nvision 2008: 3D-Grafik für Flugzeuge, Autos und Rennsport
Bernard Charlès, Chef der französischen Grafik- und Designfirma Dassault Systems, war als nächster an der Reihe. Seine Firma erstellt digitale Modelle von Flugzeugen, Gebäuden wie dem Olympiastadion in Peking, Autos und Handys. Nach der Vorstellung einiger aktueller Projekte wie dem Langstreckenflieger Boeing 787 mit seinen rund vier Millionen Einzelteilen und einem Fahrzeugentwurf für BMW begann Charlès mit einem Blick in die nahe und ferne Zukunft, die die Geduld der Zuhörer etwas auf die Probe stellte. Von interaktiven Online-Geschäften, die einen realen Laden mit seinen Regalen und Aufstellern modellieren bis hin zu einer Auto-Probefahrt, die komplett in einem Simulator stattfindet reichte die Palette.
Das firmeneigene Grafikpaket 3Dvr besitzt nun eine Schnittstelle, über das damit erstellte Objekte in Microsofts Virtual Earth eingebunden werden können - die Redmonder Antwort auf Google Earth, die zwar etwas hässlicher aussieht, doch dafür statt statischer Karten jetzt dynamische Bewegungen durch die ausgewählten Länder und Regionen erlaubt. Mit einer Reihe von Filmen verabschiedete sich der Meister der computergestützten Produktion.
Nvision 2008: 3D-Grafik für Flugzeuge, Autos und Rennsport
Künstlerisch ging es weiter: Lorne Lanning, Spielentwickler, Grafiker, Autor und Erfinder der Oddworld-Spiele richtete den Blick der Zuschauer von praktischen auf künstlerische Anwendungen von Computergrafik. Lanning verglich Künstler mit Sportlern: "Beide müssen ständig trainieren und von den neuesten technischen Errungenschaften Gebrauch machen, um vorne mitspielen zu können." Nach Grafiksoftware wie Maya, 3D Studio Max, Zbrush und Houdini stehe jetzt das Spiel mit der Physik ganz vorne.
Lanning präsentierte einige Preisträger des Wettbewerbs NVart, die im Rahmen des von Nvidia unterstützten Projekts auch den Weg in renommierte Museen gefunden hatten. Man merkte jedoch leider deutlich, dass sich Lanning mit einem durch seinen Vorgänger geplünderten, verkleinerten Zeitkontos herumschlagen musste, denn im Sauseschritt folgte der Trailer zu Ubisofts Action-Adventure Beyond Good & Evil 2, den Lanning für seinen Charme und gleichzeitig seine beeindruckende cinematischen Einstellungen lobte. Mit eher kritischen Worten verabschiedete sich Lorne Lanning und regte an, über die Grenzen der Personalisierung nachzudenken: "Wir kaufen einen Musiktitel für 99 Cents auf iTunes, aber haben gleichzeitig kein Problem damit, 3,95 Dollar für gerade mal ein paar Sekunden dieses Titels zu zahlen, der dann zum Rington unseres bis aufs Äußerste personalisierten Handys wird."
Nvision 2008: 3D-Grafik für Flugzeuge, Autos und Rennsport
Als letzter Redner betrat NASCAR-Rennfahrer Kyle Busch die Bühne. Der in den USA immense populäre Rennsport kann europäischen Formel-Eins-Fans mit seinen meist zwei Geraden und zwei Linkskurven oft nur ein müdes Lächeln abringen. Doch trotzdem seien NASCAR-Rennspiele nicht unbedingt eine Hilfe bei der Vorbereitung auf ein Rennen: "Die haben nunmal standardmäßig weder ein Lenkrad noch Pedale", erklärte Busch.
Dennoch ist er ein Fan von Computeranimationen, die beispielsweise die Strömungsverhältnisse entlang seines Fahrzeugs visualisieren. "Davon bekommen wir im Cockpit jedoch nicht viel mit - wir verlassen uns nach wie vor auf die Ansagen der Boxencrew", sagte Busch. Mit einem Wettrennen zwischen Busch und einem Abgesandten eines aufwändigen NASCAR-Rennsimulators mit Cockpit und allerlei Borddaten sollte der Vortrag enden, doch Buschs Gegenüber musste zusehen, wie sein auf Windows XP basierter Rechner diverse Mal abstürzen musste. Kyle Busch hatte für diese Simulatoren freundlichere Worte übrig und bestätigte indirekt eine von Lorne Lannings Thesen "Ich bin mit Computerspielen und -grafik aufgewachsen und nutze die zu meinem Vorteil. Ältere Rennfahrer, die davon keine Ahnung haben, wissen gar nicht, was sie da alles verpassen."