Nvidia Ampere im ersten Halbjahr 2020? Wie ein Satz die Runde im Internet macht

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Nvidia Ampere im ersten Halbjahr 2020? Wie ein Satz die Runde im Internet macht (1)
Quelle: PC Games Hardware

Nvidias nächste GPU-Generation in Form von Ampere soll bereits in der ersten Jahreshälfte durchstarten, berichten aktuell zahlreiche Webseiten. Einziges Problem: Die Behauptungen, die die Webseite wccftech.com in Umlauf gebracht hat, basieren auf einem Übersetzungsfehler.

Manchmal, vielleicht sogar nicht gerade selten, ist es bei der Berichterstattung im Internet ein wenig wie bei dem Spiel Stille Post. Gerade wenn Meldungen fast blind übernommen oder aus einer anderen Sprache übersetzt werden, geht manches Detail unter oder wird verdreht. Aus Vermutungen werden plötzlich Fakten, die sich wie ein Lauffeuer ausbreiten, schließlich will jeder etwas vom Klick-Kuchen abhaben, so wohl auch bei aktuellen Meldungen zu Nvidias Next-Gen-GPUs auf Ampere-Basis.

Eine Mutmaßung und zwei alte Quellen

Unter anderem vermelden die Webseiten wccftech.com und tweaktown.com, dass das Erscheinen der ersten Mainstream-Ableger für das erste Halbjahr 2020 gesetzt sei. Tweaktown beruft sich dabei auf Wccftech, die wiederum Bezug auf einen Artikel von Igor's Lab nehmen, der den Stein ins Rollen brachte. Darin geht es eigentlich um den "möglichen" Nvidia-Konter auf die Radeon RX 5500 XT, die kürzlich offiziell bestätigt wurde. Doch zum Ende findet sich kurz noch ein Wink in Richtung Ampere.

"Wobei bis zur Jahreshälfte 2020 dann auch endlich Ampere kommen dürfte (ich hatte ja schon ab und zu mal was darüber geschrieben)", heißt es im Artikel. Ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Aus der eigentlichen Vermutung wird in der Übersetzung, gewürzt mit ein paar älteren Quellen, ein Fakt. Wccftech.com kramt dafür in der eingestaubten Schublade eine Digitimes-Meldung aus dem Juni sowie eine noch ältere EEC-Sichtung einer GA104- und GA104-400-GPU aus dem Juli 2018 hervor. Daraus macht Tweaktown dann wiederum eine "neue EEC-Sichtung von Digitimes".

Die EEC-Registrierung von 2018 stammte wohlgemerkt nicht von Nvidia selbst, sondern von Boardpartner Manli. Der stritt in einer späteren Pressemitteilung ab, die Registrierungen bei der Eurasian Economic Commission selbst eingereicht zu haben und betonte, dass es sich um keine offiziellen Angaben gehandelt habe, auch wenn sich die ebenso genannten RTX-Grafikkarten später als echt herausstellen sollten. Zugleich sollte im Hinterkopf behalten werden, dass zum damaligen Zeitpunkt die Enthüllung der ersten Turing-Grafikkarten noch ausstand und es mehr als unwahrscheinlich ist, dass Nvidia schon zwei Jahre im Voraus eine marktreife GPU in Stellung bringt, deren Fertigungsprozess noch in den Kinderschuhen steckt. Daher sollten auch sämtliche Spekulationen, die von der EEC-Registrierung ausgehen, hinfällig sein.

Ob die bei der Mutmaßung von Igor's Lab, das Ampere-Aufgebot könne zunächst in der Mittelklasse starten, eine Rolle spielt, ist unklar. Im Artikel ist die Rede von "diversen Quellen". Hier könnte also etwas dran sein, dennoch sollte man immer ein gewisses Maß an Skepsis an den Tag legen.

Auch lesenswert: GPU-Roadmap 2019-2020: Geforce- und Radeon-Grafikkarten der nächsten Generation [Oktober]

Fakt ist bislang einzig, dass die Nvidia-GPUs der nächsten Generation in der 7nm-Fertigung von Samsung und TSMC vom Band laufen. Auch gilt 2020 für den Marktstart als sehr wahrscheinlich. Ob es jedoch schon in der ersten Jahreshälfte soweit sein wird, ist zunächst einmal allein Gegenstand der Gerüchteküche, solange keine handfesteren Informationen vorliegen. Erst einmal muss Nvidia ohnehin das alte und neue Turing-Inventar unter die Leute bringen.

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    • Kommentare (73)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RawMangoJuli Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gerX7a
        Nein, in diesem Fall ist es tatsächlich ein UND (wie Tech_Blogger bereits bemerkte). nVidia's Sprung in der Fertigungstechnologie wird in diesem Fall tatsächlich beträchtlich sein (egal bei wem sie fertigen lassen).
        Und darüber hinaus, wie schon angemerkt, ist ein nachfolgender, signifikanter Sprung erst bei Verwendung der 5nm-Prozesse zu erwarten. TSMCs N7+ (N6) und N7P sind nur kleinere Iterationen, auch wenn mit den beiden erstgenannten nun auch erstmals EUV ins Spiel kommt.
        wenn die ebenfalls nur sowenig rausholen wie AMD da wird das kein riesiger Sprung

        hoffe mal Nvidia bekommt das besser hin
      • Von RawMangoJuli Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gerX7a
        Nein, in diesem Fall ist es tatsächlich ein UND (wie Tech_Blogger bereits bemerkte). nVidia's Sprung in der Fertigungstechnologie wird in diesem Fall tatsächlich beträchtlich sein (egal bei wem sie fertigen lassen).
        Und darüber hinaus, wie schon angemerkt, ist ein nachfolgender, signifikanter Sprung erst bei Verwendung der 5nm-Prozesse zu erwarten. TSMCs N7+ (N6) und N7P sind nur kleinere Iterationen, auch wenn mit den beiden erstgenannten nun auch erstmals EUV ins Spiel kommt.
        wenn die ebenfalls nur sowenig rausholen wie AMD da wird das kein riesiger Sprung

        hoffe mal Nvidia bekommt das besser hin
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von LastManStanding
        Müsste da nicht ein ODER statt dem UND stehen
        Nein, in diesem Fall ist es tatsächlich ein UND (wie Tech_Blogger bereits bemerkte). nVidia's Sprung in der Fertigungstechnologie wird in diesem Fall tatsächlich beträchtlich sein (egal bei wem sie fertigen lassen).
        Und darüber hinaus, wie schon angemerkt, ist ein nachfolgender, signifikanter Sprung erst bei Verwendung der 5nm-Prozesse zu erwarten. TSMCs N7+ (N6) und N7P sind nur kleinere Iterationen, auch wenn mit den beiden erstgenannten nun auch erstmals EUV ins Spiel kommt.
      • Von derstef_computec_account PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rollora
        Letzten Endes werden die Sprünge sowieso immer kleiner. Also die Abstände zwischen den Prozessen.
        Früher war eine nominelle Halbierung des Prozesses (etwa 90 auf65 und 45nm) tatsächlich mit einer Verdoppelung der Transistoren einhergehend, heute sinds eher 20% statt 100
        Ja weil die Chipfläche für Tensor Cores für verwaschenes und vorberechnetes Anti Aliasing oder mäßig funktionierende Raytracing Kerne (eine Titan V ohne RT Kerne war sehr schnell in BF5) verbraten wird.
        Eine 2080Ti die keinen mm² für solchen Schnickschnack hergeben hätte müssen wäre ein echtes Monster geworden.

        Ich habe nichts gegen Raytracing, aber wenn dann bitte gleich richtig - in Form einer (Zusatz-)Karte nur für Raytracing - so wie damals die 3DFX Beschleuniger-Karten.
        Das tolle an RT ist zB das das relativ linear skaliert - man könnte also auf die Packung drucken welche Framerate in welcher Auflösung geht - aber dann gäbs auch weniger zu testen für PCGH_Raff
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von LastManStanding
        Müsste da nicht ein ODER statt dem UND stehen
        Nein!
      • Von LastManStanding Volt-Modder(in)
        Zitat von gerX7a
        Wenn nVidia TSMC N7+ verwendet, wird der Sprung beträchtlich sein, da nVidia aktuell noch bei denen in 12 nm fertigt. Im Vergleich zu deren 10 nm-Prozess ermöglicht der N7+ bereits grob um die 45 % Flächenverkleinerung und 45 % Power Savings.
        ...
        Müsste da nicht ein ODER statt dem UND stehen
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