Intel Xe DG 1: Anzeichen auf holprigen Start der dedizierten Grafikeinheit

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Intel Xe DG 1: Anzeichen auf holprigen Start der dedizierten Grafikeinheit (1)
Quelle: Intel

Es gibt Anzeichen auf einen holprigen Start der dedizierten Grafikeinheit DG1, die auf Intels Xe-Architektur basiert. Im Geekbench ist eine Messung doch deutlich hinter den Erwartungen - mutmaßlich wegen Treiberproblemen. Und Produkte, die "zeitnah" erscheinen sollten, kommen nun erst Anfang 2021.

Intels DG 1 ist in der Datenbank des Geekbench aufgetaucht. Dabei handelt es sich um die kleinste der kommenden dedizierten Xe-Grafikeinheiten, die den Einstiegsbereich abdecken soll. Die gelistete Einheit hat laut Geekbench 128 Compute Units bzw. Ausführungseinheiten (Execution Units), wie sie Intel nennt. Das summiert sich auf 1.024 Shader-ALUs, was im unteren Bereich der geplanten Xe-Chips ist. Schon die Iris Xe Max haben 768 Shader-ALUs bzw. 96 Ausführungseinheiten. Die dedizierte Einheit liegt also nur einen Hauch darüber. Mit 3 GiByte Speicher und 1,4 GHz Takt dürfte der Anspruch auch überschaubar bleiben.

Intel versprach für Xe in Marketingfolien bis zu 50 Prozent mehr Leistung im Vergleich zu bisherigen IGPs. Ob sich das einstellt, werden wir mit Rocket Lake erfahren, wo man direkte Vergleiche zu Comet Lake ziehen kann. Die DG 1 jedenfalls generiert fürs Erste 9.311 OpenCL-Punkte im Geekbench, was schon von der oben angesprochenen Iris Xe Max rund 5.000 Punkte weg ist. Entsprechend kann man das Ergebnis kaum ernst nehmen, da es entweder an den Treibern haperte oder an einer anderen Komponente.

Dazu heißt es, dass die alles noch in einer "frühen Phase" ist. Doch allzu früh dürfen die Phasen nun auch nicht mehr sein, wenn Intel im kommenden Jahr mit fertigen Produkten auf den Markt kommen will. Die High-Performance-Karten sollen dann mit bis zu vier Tiles ins Rennen gehen - DG1 hat ein Tile. Im Vollausbau hätte man dann also 512 Ausführungseinheiten oder 4.096 Shader-ALUs. Skalieren werden diese aber nicht vollständig linear, sodass nicht automatisch die vierfache Leistung am Ende herauskommt.

Die DG1 sollte unter anderem in Notebooks der drei Partner Acer, Asus und Dell auftauchen. Die hatten bereits Geräte vorgestellt, doch die kommen nun auch erst 2021 statt "zeitnah" - wohl wegen der DG-1-Chips, bei denen angeblich nicht nur die Treiber in einer "frühen Phase" stecken, sondern auch die verfügbare Menge an Chips für den Moment überschaubar bleibt. Intel fertigt die Einheiten selbst auf einer 10-nm-Straße. Und auf der läuft auch Tiger Lake, der Priorität genießen dürfte. Alternativ können Notebookhersteller MX-Chips von Nvidia verbauen.

Quelle: Geekbench, Heise

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von gerX7a
        Kannst du deine Kritik mal auf den Punkt bringen, denn das ist bei dir irgendwie bisher recht diffus und wenig schlüssig außer das pauschale aber bezugslose "Ich bin dagegen".
        Zugegeben, es ist Samstag und da ist so Mancher etwas abgespannt und kann nicht so recht folgen, aber was an meinen Ausführungen diffus oder unschlüssig sein soll, ist mir ebenso unverständlich wie dein - Warum eigentlich? - leicht angepiept wirkender Trugschluss, ich wäre gegen irgend etwas.

        Es geht hier darum, dass Intel eine dedizierte Einsteiger-GPU auf den Markt bringen will, die selbst im (angenommenen) besten Fall schwächer ist als alles, was derzeit als Einsteigermodell durchgeht.
        Das kann Intel selbstverständlich machen, ich habe aber auch so was von gar nichts dagegen. Ich sehe nur nicht, wo sich das Ganze sinnvoll platzieren soll. Und du offenbar auch nicht , sonst hättest du bereits eine informierte Vermutung abgegeben, statt mir überflüssigerweise zu erzählen, die kleinste Ausbaustufe wäre für das mobile Segment gedacht, was - wie ebenfalls ausführlich dargelegt - am Sachverhalt nichts ändert: Weder im Laptop noch im Desktop gibt es meines Erachtens eine Lücke, die DG1 schließen würde.

        Zudem weichst du ständig auf zukünftige Ausbaustufen aus, über die ich explizit schrieb, das sie nicht Gegenstand meiner Überlegung sind. Ja, kann sein, dass die richtig gut werden und das Midrange-Segment aufmischen; das würde ich sogar sehr begrüßen. Den Sinn von DG1 erklären sie allerdings immer noch nicht.

        Ich weiß nicht, wie ich noch einfacher formulieren soll, dass ich für die kleinste Ausbaustufe zwischen derzeit erhältlichen iGPUs und derzeit erhältlichen dGPUs keinen Markt sehe und ich gerne wüsste, wo Intel damit hinzielt. Ich könnte ein paar Piktogramme zeichnen, falls das hilft?

        Darknesss' Antwort hat da Hand und Fuß, denn das ist ein Segment, in das DG1 passt. Warum Intel allerdings ausgerechnet auf den nicht eben lukrativen oder prestigeträchtigen Altsystem-Aufrüstermarkt schielen sollte, bleibt trotzdem rätselhaft. Wenn es nur darum geht, alten Krücke moderne Grafikausgänge zu spendieren, gibt es bereits genug (nicht ganz so alte) Karten, die diese Aufgabe für billig erfüllen. Dafür eine neue Architektur zu entwickeln und bei dieser für Abwärtskompatibilität mit besagten alten Krücken und womöglich auch darauf laufenden älteren Betriebssystemen zu sorgen, bindet Mannstunden und sorgt dabei nicht gerade für Rendite.
        Es bleibt mysteriös.

        Oder daran ist gar nichts mysteriös, sondern es ist einfach ein doofes Produkt, welches man über starke OEM-Partner trotzdem auf den Markt drückt und auf genug Dumme hofft. Das könnte sogar funktionieren, wäre aber aus Verbrauchersicht unbefriedigend.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von gerX7a
        Kannst du deine Kritik mal auf den Punkt bringen, denn das ist bei dir irgendwie bisher recht diffus und wenig schlüssig außer das pauschale aber bezugslose "Ich bin dagegen".
        Zugegeben, es ist Samstag und da ist so Mancher etwas abgespannt und kann nicht so recht folgen, aber was an meinen Ausführungen diffus oder unschlüssig sein soll, ist mir ebenso unverständlich wie dein - Warum eigentlich? - leicht angepiept wirkender Trugschluss, ich wäre gegen irgend etwas.

        Es geht hier darum, dass Intel eine dedizierte Einsteiger-GPU auf den Markt bringen will, die selbst im (angenommenen) besten Fall schwächer ist als alles, was derzeit als Einsteigermodell durchgeht.
        Das kann Intel selbstverständlich machen, ich habe aber auch so was von gar nichts dagegen. Ich sehe nur nicht, wo sich das Ganze sinnvoll platzieren soll. Und du offenbar auch nicht , sonst hättest du bereits eine informierte Vermutung abgegeben, statt mir überflüssigerweise zu erzählen, die kleinste Ausbaustufe wäre für das mobile Segment gedacht, was - wie ebenfalls ausführlich dargelegt - am Sachverhalt nichts ändert: Weder im Laptop noch im Desktop gibt es meines Erachtens eine Lücke, die DG1 schließen würde.

        Zudem weichst du ständig auf zukünftige Ausbaustufen aus, über die ich explizit schrieb, das sie nicht Gegenstand meiner Überlegung sind. Ja, kann sein, dass die richtig gut werden und das Midrange-Segment aufmischen; das würde ich sogar sehr begrüßen. Den Sinn von DG1 erklären sie allerdings immer noch nicht.

        Ich weiß nicht, wie ich noch einfacher formulieren soll, dass ich für die kleinste Ausbaustufe zwischen derzeit erhältlichen iGPUs und derzeit erhältlichen dGPUs keinen Markt sehe und ich gerne wüsste, wo Intel damit hinzielt. Ich könnte ein paar Piktogramme zeichnen, falls das hilft?

        Darknesss' Antwort hat da Hand und Fuß, denn das ist ein Segment, in das DG1 passt. Warum Intel allerdings ausgerechnet auf den nicht eben lukrativen oder prestigeträchtigen Altsystem-Aufrüstermarkt schielen sollte, bleibt trotzdem rätselhaft. Wenn es nur darum geht, alten Krücke moderne Grafikausgänge zu spendieren, gibt es bereits genug (nicht ganz so alte) Karten, die diese Aufgabe für billig erfüllen. Dafür eine neue Architektur zu entwickeln und bei dieser für Abwärtskompatibilität mit besagten alten Krücken und womöglich auch darauf laufenden älteren Betriebssystemen zu sorgen, bindet Mannstunden und sorgt dabei nicht gerade für Rendite.
        Es bleibt mysteriös.

        Oder daran ist gar nichts mysteriös, sondern es ist einfach ein doofes Produkt, welches man über starke OEM-Partner trotzdem auf den Markt drückt und auf genug Dumme hofft. Das könnte sogar funktionieren, wäre aber aus Verbrauchersicht unbefriedigend.
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Mahoy
        Da es ausdrücklich um dedizierte GPUs
        Kannst du deine Kritik mal auf den Punkt bringen, denn das ist bei dir irgendwie bisher recht diffus und wenig schlüssig außer das pauschale aber bezugslose "Ich bin dagegen".

        Was man hier bei Intel mit Xe derzeit sieht, ist gerade erst mal der Anfang mit den kleinstmöglichen Modellen (und zudem der ersten Gen). Mit HighEnd-Mobile-Gaming hat das noch gar nichts zu tun. *) Beispielsweise die 96 EUs umfassende DG1 lässt sich leistungstechnisch mit einer nVidia MX350 vergleichen, aber nicht mit so etwas wie einer mobilen RTX 2060 Super (erstere max. 80 mm2 und 25 W, letztere > 400 mm2 und bis zu 115 W).

        Für "richtige" oder "Hardcore"-Gamer ist erst Xe-HPG vorgesehen, das die Architektur noch ein wenig erweitert, so u. a. um hardwarebasiertes Raytracing.
        Hier wird man einfach abwarten müssen. Eine erste umfängliche Aussage zu Xe wird man wohl nicht vor Ende 2021 treffen können, denn erst dann werden Produkte über das gesamte Spektrum von Intel veröffentlicht worden sein.

        *) Du kannst dir an zwei Fingern ausrechen, dass im Bereich von 1000+ € wohl weitaus mehr Business-Laptops als Gamer-Laptops verkauft werden, d. h. hier ist die Frage, ob Intel derzeit überhaupt versucht letzteren Markt zu adressieren. Ich würde eher annehmen, dass sie das derzeit nicht tun.

        **) Darüber hinaus: Bereits die DG1 ist nicht grundlegend sinnbefreit/nutzlos, obwohl sie ebenso 96 EUs hat wie die iGPU in den größeren Tiger Lake U's.
        Der Chip taktet 300 MHz höher, unterstützt bis zu 4 GiB dediziertes LPDDR4X, verwendet den gleichen Treiberstack (d. h. viel effizienter und einfacher zu implementieren für die Hersteller), kann von Intel mit günstigen Paketpreisen angeboten werden ("Alles-aus-einer-Hand") und zudem lassen sich die GPUs für Compute, AI und Media Workloads zusammenschalten ("Deep Link"), wofür bereits einige bekannte Hersteller/Apps ihre Unterstützung zugesagt haben.
      • Von Darknesss PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Mahoy
        Da es ausdrücklich um dedizierte GPUs geht, ändert sich das Problem im mobilen Segment - von dem ich übrigens ausging - kein bißchen: Bereits existierende iGPUs mit eine mobilen dGPU zu paaren, die letztlich auch nicht mehr kann, wäre sinnlos und teuer.
        Bei Neuware ist das tatsählich ziemlich sinnloss.
        Schätze, dass das eher etwas zum aufrüsten für alte Office-PC´s mit langsamer iGP oder für Serverboards ohne integrierte GPU wird. Quasi ein besserer Ersatz für die mittlerweile "uralten" GT 710 und GT 730.

        Beim Topmodell wird es etwas intressanter.
        Wenn ich raten müsste, würde ich das Topmodell etwa auf Höhe einer RX560 einordnen.
        Damit wäre das Topmodell schneller als die APU´s (~RX550 / GT1030) und die 3GB VRAM limitieren noch nicht zu stark.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von gerX7a
        LP zielt bisher ausschließlich auf das mobile Segment ab, d. h. da passt alles.
        Da es ausdrücklich um dedizierte GPUs geht, ändert sich das Problem im mobilen Segment - von dem ich übrigens ausging - kein bißchen: Bereits existierende iGPUs mit eine mobilen dGPU zu paaren, die letztlich auch nicht mehr kann, wäre sinnlos und teuer.

        Als dGPU für Gaming wäre LP auch in Mobilgeräten einfach zu schlapp. Ich habe ja bereits optimistisch konzediert, dass es mit dem endgültigen Treibern doppelt so viel Leistung liefert wie jetzt, obwohl nicht einmal das übermäßig wahrscheinlich ist. Die Chance auf drei- oder gar vierfache Leistung ist noch geringer und selbst wenn es so wäre, würde die dGPU an den lediglich 3 GByte VRAM verhungern.

        Die Frage, wo und wie sich die sogenannte Einstiegsklasse positionieren soll, bleibt also bestehen, wenn hier nicht irgendwo eine wesentliche Information falsch ist und deren Streichung den Widerspruch auflöst.
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Als Gamer sollte man sich da lieber mal keine fürs spielen geeigneten Grafikkarten erwarten!
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