Gigabyte Geforce RTX 4000 & 3000: PCBs können brechen und PCIe-Lanes der Grafikkarten zerstören

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Gigabyte AORUS Geforce RTX 4090 Master
Quelle: Gigabyte

Nachdem sich einige Anwender darüber beklagt haben, dass die Platinen von Grafikkarten des Herstellers Gigabyte aus den Generationen Geforce RTX 4000 und Geforce RTX 3000 auffällige Risse und Brüche aufweisen, hat sich ein bekannter Aktivist der Sache angenommen und das Unternehmen um eine Stellungnahme zu dem aktuellen Sachverhalt gebeten. Gigabyte sieht sich hingegen bislang nicht in der Verantwortung.

Nachdem sich mehrere betroffenen Anwender über Reddit und das Supportforum des Herstellers lautstark zu Wort gemeldet und darüber beklagt hatten, dass die Platine, das sogenannte PCB, ihrer Grafikkarte von Gigabyte aus den beiden Generationen Geforce RTX 4000 ("Ada Lovelace") und Geforce RTX 3000 ("Ampere") von einer Rissbildung betroffen ist, hat sich der bekannte Aktivist Louis Rossmann den Sachverhalt angesehen und den Grafikkartenhersteller anschließend um Stellungnahme gebeten. Gigabyte weißt jede Verantwortung zurück.

Gebrochene PCBs und beschädigte PCIe-Lanes

Zuvor hatten bereits mehrere betroffenen Anwender erfolglos versucht eine RMA über den Hersteller in die Wege zu leiten, wie Louis Rossmann in einem 13-minütigen Video auf YouTube ausführt. Der Hersteller hätte eine Regulierung mit der Begründung abgelehnt, dass es sich hierbei um einen physischen Schaden handele. Die entsprechenden Risse wurden von Gigabyte selbst markiert.

Risse im PCB Quelle: Louis Rossmann via Wccftech Risse im PCB Quelle: Louis Rossmann via Wccftech

Wie die Website Wccftech zuerst berichtet hat, die Repair Preservation Group ("RPG") unter dem Titel "Repairing a Cracked Gigabyte 30 or 40 series" bereits einen Guide veröffentlicht, um betroffene Grafikkarten von Gigabyte zu reparieren. In den vorliegenden Fällen wurden zumeist PCIe-Lanes durch das gebrochene Graikkartenplatine beschädigt.

Cracked Gigabyte cards can seem intimidating to fix, but with the right tools and a steady hand, you may be able to bring your Gigabyte card back to life. Here is a step-by-step guide on how to repair a cracked PCB at the PCI-Express tab. Please note the overall success rate of such a repair is low if not very low.

Repair Preservation Group ("RPG")

Wie Louis Rossmann in seinem Video herausstellt, tritt dieses Problem - der Aktivist spricht von einem Designfehler - bislang ausschließlich bei Grafikkarten von Gigabyte auf. Weshalb in solchen Fällen keine Regulierung seitens des Herstellers vorgesehen ist, bleibt bislang für betroffene Anwender absolut unverständlich. Zudem ist eine Reparatur betroffener Grafikkarten sehr unwahrscheinlich.

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In der Zwischenzeit hat das Problem immer weitere Kreise gezogen und so hat sich auch der bekannte Tech-YouTuber JayzTwoCent zu der Problematik geäußert. In seinen Augen könnte sich Gigabyte voraussichtlich bald mit einigen Klagen konfrontiert sehen, sollte das Unternehmen nicht schnell umdenken.

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Gigabyte schweigt bislang öffentlich

Der Hersteller selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Sachverhalt geäußert und scheint das Problem vorerst aussitzen zu wollen. Wie viele Anwender respektive Grafikkarten betroffen sind, ist aktuell noch nicht bekannt. PCGH wird das Thema daher weiter im Auge behalten.

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Quelle: Louis Rossmann, Wccftech, JayzTwoCent, Reprair Preservation Group

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MrWan PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Pseudoephedrin
        Setzt Kantenmetallisierung voraus was die Kosten um mindestens 30% steigert und zu anderen Problemen bei EMV und Einstrahlung von anderen Komponenten bzw. Ausstrahlen führen kann.
        Scheint jedoch bei anderen Herstellern wie Asus, MSI, Palit, PNY, etc. problemlos zu funktionieren. Ich denke Gigabyte verzichtet nur aus einem Grund darauf: Kostensenkung/Gewinnmaximierung.
      • Von MrWan PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Pseudoephedrin
        Setzt Kantenmetallisierung voraus was die Kosten um mindestens 30% steigert und zu anderen Problemen bei EMV und Einstrahlung von anderen Komponenten bzw. Ausstrahlen führen kann.
        Scheint jedoch bei anderen Herstellern wie Asus, MSI, Palit, PNY, etc. problemlos zu funktionieren. Ich denke Gigabyte verzichtet nur aus einem Grund darauf: Kostensenkung/Gewinnmaximierung.
      • Von Pseudoephedrin Volt-Modder(in)
        Zitat von MrWan
        Ich denke weiterhin, dass Gigabyte gut daran täte, insbesondere ihre schwereren Modelle mit einem stützenden Metallrahmen auszustatten, der mit der Slotblende verschraubt wird und das PCB zusätzlich zur gegenüberliegenden Backplate entlastet. So wie es viele andere Hersteller auch seit einigen Generationen machen.
        Setzt Kantenmetallisierung voraus was die Kosten um mindestens 30% steigert und zu anderen Problemen bei EMV und Einstrahlung von anderen Komponenten bzw. Ausstrahlen führen kann.
      • Von MrWan PC-Selbstbauer(in)
        Ich denke weiterhin, dass Gigabyte gut daran täte, insbesondere ihre schwereren Modelle mit einem stützenden Metallrahmen auszustatten, der mit der Slotblende verschraubt wird und das PCB zusätzlich zur gegenüberliegenden Backplate entlastet. So wie es viele andere Hersteller auch seit einigen Generationen machen.
      • Von Pseudoephedrin Volt-Modder(in)
        Zitat von Ill_Doctore
        Dann ist es ja UM SO bemerkenswerter, dass Jay in seinem Video 2mm bei Gigabyte misst, 1,6mm (also Normgerecht und leiert den Slot sicher auch weniger aus) bei Asus, und TROTZDEM der Meinung ist, dass die Asus Karte sich an der Stelle wesentlich stabiler anfühlt.

        Klingt für mich so, als ob Gigabyte sich das Geld für eine wesentlich hochwertigere und somit auch stabilere Leiterplatte wohl spart. Und im Design auch keine großartige Rücksicht darauf nimmt.
        Gleichzeitig ist Gigabyte auch die Firma, die immer fettere Kühler (so wie die Konnkurrenz halt auch) auf die Karten baut, das macht niemand, ohne deren Wissen.

        Ein Ingeneur, der sowas entwirft, sollte durchaus bedenken, dass man an dieses PCB nicht unendlich Gewicht hängen kann. Man sollte fast meinen, dass ein großes Unternehmen wie Gigabyte Erfahrung mit sowas haben könnte, und ggF. Gegenmaßnahmen ergreift, machen sie aber nicht.

        Diese Versandschäden gab es schon immer. Und wenn die Kühler größer werden, ist klar, dass auch das Risiko für solche Schäden größer wird. Nur Gigabyte scheint es zumindest im Gegensatz zu Asus zu ignorieren und einen auf "Tja, User ist halt selbst Schuld" zu machen.

        Bei den Kühlern heutzutage braucht es wahrscheinilch nicht mal mehr einen Versand, damit sowas passiert.
        Um Stabilität ins PCB zu bringen, hilft es große Kupferflächen zu erzeugen - sprich mehrere Powerplanes. Im Normalfall hat man seine Signallagen und die Powerlagen sowie Powerplanes in Form von Inseln. Jetzt kommt es ganz auf die Platzierung und das Routing an. Kann sein, dass Gigabyte anders "designt" als Asus zum Beispiel.

        Im Endeffekt ändert sich bei GPUs bei Generationswechseln nicht viel, einmal das Fanout erstellt kann das meist adaptiert werden und per Drag-and-Drop wieder genutzt werden.
      • Von Chri996 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von Ill_Doctore
        Dann ist es ja UM SO bemerkenswerter, dass Jay in seinem Video 2mm bei Gigabyte misst, 1,6mm (also Normgerecht und leiert den Slot sicher auch weniger aus) bei Asus, und TROTZDEM der Meinung ist, dass die Asus Karte sich an der Stelle wesentlich stabiler anfühlt.

        Klingt für mich so, als ob Gigabyte sich das Geld für eine wesentlich hochwertigere und somit auch stabilere Leiterplatte wohl spart. Und im Design auch keine großartige Rücksicht darauf nimmt.
        Gleichzeitig ist Gigabyte auch die Firma, die immer fettere Kühler (so wie die Konnkurrenz halt auch) auf die Karten baut, das macht niemand, ohne deren Wissen.

        Ein Ingeneur, der sowas entwirft, sollte durchaus bedenken, dass man an dieses PCB nicht unendlich Gewicht hängen kann. Man sollte fast meinen, dass ein großes Unternehmen wie Gigabyte Erfahrung mit sowas haben könnte, und ggF. Gegenmaßnahmen ergreift, machen sie aber nicht.

        Diese Versandschäden gab es schon immer. Und wenn die Kühler größer werden, ist klar, dass auch das Risiko für solche Schäden größer wird. Nur Gigabyte scheint es zumindest im Gegensatz zu Asus zu ignorieren und einen auf "Tja, User ist halt selbst Schuld" zu machen.

        Bei den Kühlern heutzutage braucht es wahrscheinilch nicht mal mehr einen Versand, damit sowas passiert.
        Schau dir das Video nochmal genau an wie er die Gigabyte Karte misst, er misst eigentlich auch 1,6mm aber verschiebt den Messschieber beim abnehmen von der Platine.
        Bei 8:33min des Videos
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