RDNA 5: AMDs neue Radeon-Grafikkarten werden heiß diskutiert
Auf X dreht sich aktuell eine heiße Debatte um AMDs nächste GPU-Architektur RDNA 5. Insider tauschen Patente und Gedanken aus, KeplerL2 liefert technische Einblicke, doch am Ende bleibt es größtenteils Stochern im Nebel.
Wer in diesen Tagen auf X unterwegs ist und die einschlägigen Hardware-Accounts verfolgt, kommt an einer Sache nicht vorbei: der wachsenden Diskussion rund um AMDs Next-Gen-Grafikarchitektur RDNA 5, intern bei AMD als GFX13 geführt. In Diskussionen geht es heiß her und wir fassen zusammen, was innerhalb der Gerüchteküche als "gesichert" gilt und was noch "Stochern im Nebel" ist.
Die große RDNA-5-Debatte entwirrt das GFX-Schema
Unter Enthusiasten und gut vernetzten Insidern werden Patente, Codebasis-Funde und Roadmap-Überlegungen fleißig ausgetauscht. Doch wie so oft bei Produkten, die noch weit in der Zukunft liegen, führt das zu erstaunlich wenig "Handfestem". @MrMPFR hat die Diskussion ganz wesentlich mitgeprägt und dabei zumindest eine wichtige Klarstellung geliefert, die das Verständnis von AMDs Architektur-Nomenklatur erheblich erleichtert. Das untermauert erneut, was die bestens informierte Leserschaft von PCGH ohnehin bereits vernommen haben dürfte.
- CDNA 4 = GFX95X
- RDNA 4 = GFX120X
- CDNA 5 = GFX125X
- RDNA 5 = GFX130X
- CDNA 6 = GFX135X
- RDNA 6 = GFX140X
- CDNA 7 = GFX145X
- RDNA 7 = GFX150X
Dieses Schema zeigt, dass CDNA rein von der Nomenklatur her scheinbar vor RDNA, bei der Mikroarchitektur aber eine Generation hinter den Consumer-Grafikkarten zurückliegt. So erscheint CDNA 5 alias GFX125X vor RDNA 5 alias GFX130X.
Wer also auf ein echtes "Unified Architecture"-Produkt auf Basis der UDNA-Architektur gehofft hatte, das Gaming und Rechenzentrum gleichermaßen bedient, muss sich wohl vorerst auf eine deutlich längere Wartezeit einstellen.
"UDNA ist tot" - zumindest vorerst
Erinnert ihr euch noch an UDNA ("Unified Data Center and Gaming Architecture")? Das war AMDs äußerst ambitionierter Plan, RDNA und CDNA unter einem gemeinsamen ("Unified") Architektur-Dach zu vereinen. Die aktuelle GFX-Ordnung macht jedoch deutlich: UDNA in seiner ursprünglichen Form wird es "vorerst" nicht geben.
Das ist im Grunde auch keine große Überraschung. HPC- und KI-Beschleuniger entfernen sich zunehmend von den Anforderungen reiner Grafikdarstellung. Während Gaming-GPUs auf Rasterisierung, Raytracing und niedrige Latenzen optimiert werden, sind CDNA-Chips feinteilig auf KI- und GPGPU-Workloads wie Matrix-Multiplikation und Tensor-Operationen zugeschnitten. Unified-ISA statt Unified-Chips also.
Tape-Out bestätigt, TSMC N3P und Wavegroup-Feature
Der wohl wichtigste Insider im Hinblick auf AMDs GPU-Mikroarchitekturen ist der bekannte Leaker KeplerL2, welcher schon bei RDNA 3 und RDNA 4 mit treffsicheren Informationen aufgefallen ist. Was hat er bislang zu RDNA 5 alias GFX13 beigetragen?
1. LLVM-Fund und offizielle Namensbestätigung: KeplerL2 war es, der als Erster den GFX13-Eintrag in der LLVM-Compilerbasis aufgespürt hat - explizit verknüpft mit der Bezeichnung "GCN GFX13 (RDNA 5)". Das bedeutet: AMD hat die Architektur intern so weit definiert, dass Compiler-, Treiber- und Toolchain-Entwicklung aktiv beginnen können. Es ist kein bloßes Konzept mehr.
2. Fertigungsnode: Laut KeplerL2 setzt AMD für RDNA 5 auf das auf Performance optimierte 3-nm-Verfahren von TSMCs N3P-Prozess - und eben nicht auf Samsung, wie zuvor spekuliert worden war. Das ist eine bedeutsame Entscheidung: N3P verspricht erhebliche Effizienz- und Leistungsgewinne gegenüber RDNA 4 auf N4.
3. Tape-Out abgeschlossen: Die Testchips sind demnach bereits bei TSMC "gebacken" worden. Ein Tape-Out bedeutet, dass das finale Chip-Layout an die Gießerei übergeben und erste Silizium-Muster produziert wurden. Damit ist die grundlegende Hardware-Architektur festgelegt, wenngleich kleinere Anpassungen, basierend auf den Testergebnissen, weiterhin möglich sind.
4. Das Wavegroup-Feature: Bereits im Mai 2025 hatte KeplerL2 aus Kernel-Code-Updates das neue Property "ENABLE_WAVEGROUP" extrahiert. Seine Interpretation: Es handle sich dabei um eine Funktion namens SWC ("Streaming Wave Coalescer"), eine Art Pseudo-Out-of-Order-Execution für GPU-Shader. Konkret bedeutet das: Mehrere Wave32/Wave64-Einheiten ("Wavegroup") werden als Eingabe gebündelt, die Arbeitspakete innerhalb jeder Wave werden neu geordnet, um Execution Divergence zu reduzieren - ein langjähriges Effizienzproblem bei GPU-Architekturen. Das wäre, sollte es sich so bewahrheiten, ein signifikanter Schritt in der Shader-Effizienz.
5. HDMI 2.2 mit Einschränkungen: KeplerL2 zufolge wird RDNA 5 den neuen HDMI-2.2-Standard unterstützen - allerdings nur mit 64 Gbps und 80 Gbps statt des theoretischen Maximums. Das reicht dennoch für 4K@480 Hz oder 8K@240 Hz und ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem bisherigen HDMI-2.1b-Standard.
Immer mehr Verzögerung und immer größere Lücken
Hier wird es richtig bitter - zumindest für AMD-Fans, die sich eine schnelle Antwort auf Nvidias Blackwell- und Rubin-Beschleuniger erhofften. MrMPFR hat die Roadmap-Verschiebungen der letzten Jahre tabellarisch aufgelistet:
- RDNA 4: Ursprünglich für H2 2024 geplant, erst Q1 2025 erschienen
- RDNA 5: Ursprünglich H2 2026 geplant, nun realistisch erst Q4 2027 oder später
- RDNA 6: Bei gleicher Kadenz für H2 2028 erwartet - nun eher 2030 oder danach
Das ist kein harmloser Slip, das ist ein strukturelles Problem. Die Zeitlücke zwischen AMDs RDNA- und Nvidias GPU-Generationen droht sich zu vergrößern statt sich zu schließen. Besonders pikant: Während RDNA 5 irgendwann 2027 erscheinen soll, wird Nvidia mit Rubin (RTX 60-Serie) ebenfalls für Mitte 2027 gehandelt. AMD muss also von Anfang an gegen den vermutlich stärksten Gegner seit Jahren antreten.
Nicht wenige Beobachter gehen aktuell davon aus, dass sich der Vorsprung im absoluten High-End-Segment, in dem AMD mit RDNA 4 gar nicht erst angetreten ist, noch einmal weiter zugunsten von Nvidia verschieben könnte. So könnte dann eine potenzielle Geforce RTX 6090 auf Basis der neuen Rubin-Architektur noch einmal "konkurrenzloser" sein, als es die Geforce RTX 5090 und RTX 4090 waren.
Viel Rauch, wenig Feuer, aber das Fundament steht
Die aktuelle Diskussion um RDNA 5 alias GFX13 ist symptomatisch für die frühe Phase eines GPU-Entwicklungszyklus: Es gibt einige echte Datenpunkte, LLVM-Code, Tape-Out-Bestätigungen, Fertigungsnode, erste Feature-Hinweise, aber die meisten spannenden Fragen bleiben offen. Was aber klar ist: AMD arbeitet intensiv an RDNA 5, der Tape-Out ist gelaufen, TSMC N3P ist gesetzt, und mit Features wie dem Streaming Wave Coalescer zeichnet sich eine architektonisch spannende GPU-Generation ab.
Der Showdown steigt wohl Ende 2027
Ob AMD damit den Rückstand auf Nvidia aufholen und endlich wieder ernsthaft im High-End-Segment mitspielen kann, wird eine der großen Hardware-Fragen des Jahres 2027 sein. AMDs RDNA 5 und Nvidias Rubin-Architektur werden wohl Ende 2027 im Consumer-Segment starten, und dann werden die Karten auf den Tisch gelegt.
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Quellen: MrMPFR via X | KeplerL2 via X | 3DCenter.org


Es geht darum das AMD endlich mal besser wird!
Wie schön es doch wäre, wenn wir mehrere Graka Hersteller hätten, z.B "5-6", die sich dann kräftig Konkurrieren - und somit die Preise Sinken würden, dass wäre was.
Nachdem ich vor kurzem leider feststellen musste, dass meine RX 9070 XT unter Linux mit FSR4 + FG via OptiScaler nicht so Bock hat — Witcher 3 ist reproduzierbar immer an derselben Stelle abgeschmiert und auch Palworld hatte mit beidem nur so mäßig Lust — stellt sich mir wieder die Frage nach der Rohleistung. Also das, wo Nvidia in einem Interview noch gefragt hat, was das ist und wo man damit hin will.