Goat Simulator, der CPU-Killer: Brisante Benchmarks diverser Grafikkarten und Prozessoren
Der Goat Simulator, das wohl verrückteste Spiel des Jahres, entpuppt sich nicht nur als kurzweiliges Vergnügen, sondern auch als guter Stresstest für den PC. Hätten Sie gedacht, dass Sie Ihren PC - egal, wie stark er ist - durch einen selbst verursachten "Ziegenregen" in die Knie zwingen können? PC Games Hardware prüft pünktlich nach Release des zweiten Patches, welche Hardware dem Ziegenwahnsinn gewachsen ist.
Der Goat Simulator ist die Spiele-Überraschung des Jahres und spaltet die Zockergemeinde wie kaum ein anderer Titel. Während die einen Heidenspaß mit dem skurril-stupiden Spielinhalt haben, fragen sich die anderen nach dem Sinn des Unsinns – erfolglos, denn so kurios es klingen mag, selbst die Entwickler "bewerben" ihre Schöpfung mit den Worten:
"Goat Simulator is a small, broken and stupid game. I t was made in a couple of weeks so don't expect a game in the size and scope of GTA with goats. In fact, you're better off not expecting anything at all actually. To be completely honest, it would be best if you'd spend your $10 on a hula hoop, a pile of bricks, or maybe a real-life goat."
Quelle: PC Games Hardware
Eine Ziege mit dehnbarer Superkleber-Zunge springt freudig durch die Lüfte, einen Felsen im Gepäck. Unfug? Definitiv!
Für die Leser, welche des Englischen nicht mächtig sind, hier die Übersetzung: "Goat Simulator ist ein kleines, kaputtes und dämliches Spiel. Es wurde in wenigen Wochen erstellt, also erwartet keinen Umfang im Stile von GTA, nur mit Ziegen. Ihr solltet besser gar nichts erwarten. Um ganz ehrlich zu sein, wäre es besser, wenn ihr eure 10 Dollars in einen Hula-Hoop-Reifen, einen Stapel Ziegelsteine oder eine echte Ziege investiert."
PC Games Hardware meint: Trotz der erfrischend ehrlichen Tatsachenbeschreibung versprüht der Goat Simulator seinen ganz speziellen Charme, dem jeder erliegt, der mit dem Spielprinzip "Du bist eine schräge Ziege mit einer Superzunge, nun lauf los, erkunde die Welt, richte Chaos an und erfreue dich an der herrlichen Physik!" etwas anfangen kann. Wem der tierische Spaß trotz des bescheidenen Preises noch zu hoch ist, der wartet auf den nächsten Steam-Sale. Doch genug der Einleitung, treiben wir die Ziege durch die Vorstadt!
Goat Simulator: Die Technik
Die Technik des Goat Simulators ist mehr als nur zweckmäßig, erwarten Sie jedoch keine High-End-Grafik. Entwickler Coffee Stain nutzt Epics Unreal Engine 3 inklusive Direct3D9-Renderer und Nvidia-Physx-Engine für eine ansehnliche Optik mit hübscher Beleuchtung inklusive Godrays und SSAO. Einzig die weitgehend detailarmen Texturen trüben das Bild – wer möchte, poliert die Grafik mithilfe von Sweet FX auf. Die Multicore-Unterstützung des Spiels ist ausbaufähig, Vierkerner werden nicht im Ansatz ausgelastet, weshalb es in bestimmten Situationen zu starkem bis katastrophalem Ruckeln kommt. Dies ist der Grund für unsere Prozessor-Benchmarks, deren Durchführung und Resultate wir gleich erläutern. Natürlich prüfen wir auch Grafikkarten auf ihre Leistungsfähigkeit, allerdings mit einer praxisnäheren, dynamischeren Szene. Zur Einstimmung sollten Sie sich das Video am Anfang dieses Artikels ansehen.
Goat Simulator: Grafikkarten-Benchmarks
Für die Grafikkarten-Benchmarks ziehen wir eine übliche Szene im Goat Simulator heran, bei der die Ziege teilweise durch die Lüfte fliegt: Die 20-sekündige, von Fraps begleitete Messung der Bildrate startet oben auf der Wasserrutsche, bei der große Teile der Spielwelt zu sehen sind, führt über eine befahrene Straße und endet mitten im Kornfeld (siehe Video). Im Spiel aktivieren wir alle Details, einzig das Multisampling belassen wir auf 4x; 8x wäre ebenfalls möglich. Zum Einsatz kommen natürlich die aktuellen Treiber von AMD und Nvidia, namentlich der Catalyst 14.4 Beta und der Geforce 337.50 Beta.
Die Benchmarkwerte verdienen es, etwas ausführlicher kommentiert zu werden als sonst bei uns üblich, da einige Dinge bemerkenswert sind. Da wäre einerseits das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Fermi-Chips (Geforce 400/500) in Full HD: Die Geforce GTX 570 überholt die GTX 660 und kann es mit der Radeon HD 7870 aufnehmen, während die GTX 580, das Fermi-Topmodell von Ende 2010, knapp an der GTX 670 vorbeikommt. Derartige Platzierungen kennt man von aktuellen Spielen wie Crysis 3, Battlefield 4 & Co. nicht mehr, der Goat Simulator weist folglich eine Lastverteilung der "alten Schule" auf.
In Full-HD fällt noch etwas auf: Die komplette AMD-Phalanx kommt nicht in die Hufe. Im Vergleich mit den Nvidia-Grafikkarten sind sowohl geringere absolute als auch klar schwächere Minimum-Fps zu verzeichnen – möglicherweise hilft den Geforce-GPUs hier der "Wundertreiber" 337.50. Beim Wechsel auf 2.560 x 1.600 Pixel, der doppelten Pixelmenge pro Frame, ändert sich die Platzierung der Karten deutlich und sieht weitgehend so aus, wie man sie erwartet. Faktisch verlieren Radeon-Karten nur sehr wenig Leistung von 1080p auf 1600p, was für eine schlechte Auslastung in niedrigen Auflösungen spricht. Wir raten daher vor allem Radeon-Besitzern, einen Downsampling-Hack anzuwenden und/oder SGSSAA im Grafiktreiber einzuschalten.
Goat Simulator: Prozessor-Benchmarks
So interessant die Grafikkarten-Benchmarks sind, richtig spannende Werte kommen im Prozessortest heraus. Wie eingangs erwähnt, hält sich der Nutzen vieler CPU-Kerne in Grenzen, der Goat Simulator ist folglich auf Pro-MHz-Leistung (IPC) und hohen Takt angewiesen. Beim exzessiven Einsatz von Physx kommt es daher zu starken Einbrüchen der Bildrate, was auf älteren respektive pro-MHz-lahmen Chips schnell in Ruckeln mündet. Hier ist eine Differenzierung nötig: Während im "normalen" Spielgeschehen mit einer überschaubaren Anzahl an Physikobjekten keine deutlichen Fps-Einbrüche zu vermelden sind – es sei denn, der Spieler wirft viele Dinge auf einen Haufen und verursacht eine Explosion –, kippen die freischaltbaren Spezialfähigkeiten der Ziege dieses Bild.
Wir simulieren einen solchen Ernstfall mithilfe der "Goat Queen"-Fähigkeit: Die R-Taste lässt Ziegen-Diener regnen, welche nichts anderes sind als leblose, aber zur Interaktion nutzbare Ragdolls, deren Physik kontinuierlich von der CPU berechnet werden muss. Falls Sie sich nichts darunter vorstellen können, seien Sie an dieser Stelle erneut an das Video verwiesen. Für den Test lassen wir insgesamt 70 Ziegen vom Himmel regnen, welche aufeinander fallen und damit eine dauerhafte Physiklast erzeugen. Der folgende Benchmark zeigt diesen Worstcase anhand der CPUs Core i7-4770K (hohe IPC-Rate) und FX-8350 (geringe IPC):

Ziegen - FPS
10 - 52
20 - 42
30 - 28
40 - 12
50 - 8,5
60 - 7,2
70 - 6,3
80 - 5,2
Irgendwann hört es auf zu skalieren, is vermutlich wie beim Glas Wasser, voller wie voll geht net.
CPU war auf 3.4Ghz, Ram 1066. Kein Ini-hack, alles normal, 4xAA, Grafik u. PhysX auf pretty.
Yorkfield rockt, oder?
Die Mutators musst du erst freispielen, indem du diese Aktionen an den passenden Orten einmal gefunden hast. Zur Queen wirst du im Spiel, wenn du nahe dem Startpunkt den "Ziegenturm" erklimmst und reinspazierst. Dein Yorkfield wird sich bedanken.
MfG,
Raff
Minecraft CPU benchmarking (Weirdest Bench Test Ever) - CPUs, Motherboards, and Memory - Linus Tech Tips
Gibt genügend Möglichkeiten ein System mit eher simplen Spielen bis an die Grenzen zu belasten...
Ebenfalls beliebt, der Skyrim-Mammutregen.