Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

Ein gläsernes Seitenteil anstelle einer Seitenwand mit Plexiglasscheibe und eine luftige Wabengitterfront anstelle eines geschlossenen und gedämmten Frontbereichs. Das sind die wichtigsten Eigenschaften die Fractal Design den Modellen der brandneuen Meshify-Serie spendiert. Pünktlich zum Launch der Gehäusereihe schickt Fractal Design den Debütanten, das Meshify C, für einen ausführlichen Test in die PCGH-Redaktion.

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Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test
Quelle: PC Games Hardware

Mit den in den klassischen Größen Big- und Midi-Tower sowie einer Micro-ATX/Mini-ITX-Variante angebotenen Modellen der Define-Reihe hat der schwedische Hersteller Fractal Design schon seit ein paar Jahren Gehäuse im Programm, die wegen ihrer guten Kühlleistung bei geringer Geräuschkulisse in vielen PCGH-Tests gute Bewertungen einheimsten. Dabei garantieren eine geschlossene und gedämmte Front sowie ein Deckel ohne Luftdurchlässe, dass so wenig Geräusche wie möglich nach draußen dringen. Gleichzeitig kühlt ein konstanter Luftstrom - die Frontlüfter saugen Frischluft an und der Hecklüfter befördert die Abluft aus dem Gehäuse - die Hardware im Inneren sehr effizient. Wer möglicherweise seine beleuchteten Komponenten präsentieren will, kann zusätzlich eine Define-Variante mit nicht gedämmtem Plexiglasfenster erwerben. Das alles machte beispielsweise das nach wie vor auch in der PCGH-Edition erhältliche Fractal Desgin Define R5 (Link Preisvergleich) zum echten Verkaufsschlager.

Bei der neuen Meshify-Reihe geht es dagegen deutlich offenen und luftiger zu. Die Front ist luftdurchlässig und, hier ist der Serienname Programm, mit einem auch optisch auffälligen Wabengitter (Mesh-Gitter) verziert. Der Deckel ist ebenfalls offen und erlaubt die Montage von Lüftern oder Radiatoren und den Einblick in Innere gewährt nun eine Glasscheibe, die nebenbei auch bessere Dämmeigenschaften als ein Plexiglas-Fenster bietet. Das erste Fractal-Design-Gehäuse mit diesem neuen Konzept ist das Meshify C, von dem uns die Schweden pünktlich zum Launch ein Testmuster in die Redaktion geschickt haben. Wie wird sich die luftige Konstruktion des Meshify C auf den Luftfluss, die Kühleigenschaften und die Lautheit auswirken? Das werden wir im folgenden Review überprüfen.

Fractal Design Meshify C: Ordentliche Ausstattung und laufwerksfreier Innenraum

Wie beim Define C entscheidet sich Fracal Design auch beim neuen Meshify C für ein Inneres ohne Laufwerksbefestigungen. Der Kombikäfig für zwei 3,5/2,5-Zoll Laufwerke befindet sich, wie das Netzteil, in einer Kammer die man nur durch das Öffnen des zweiten, nicht gedämmten Seitenteils erreichen kann. Im Gegenzug ist im restlichen Innenraum viel Platz für die Montage von Lüftern oder Radiatoren. An die mit dem luftdurchlässigen Wabengitter (Mesh) sowie einem Staubfilter bestückten Front lassen sich drei 120-mm- respektive zwei 140-mm-Lüfter oder alternativ ein 280-mm-Radiator anbringen. Der geöffnete und mit einem magnetischen Staubfänger geschützte Deckel bietet wahlweise Platz für zwei 120-mm-Propeller oder eine 240-mm-Radiator. Wer möchte, kann zusätzlich zum nach oben/unten verschiebbaren Hecklüfter noch eine weiteres 120-mm-Modell am Boden festschrauben. Dazu muss allerdings zuerst die Abdeckung in der Netzteilkammer entfernt werden, um den Laufwerkskäfig ausbauen zu können. Alternativ zum Lüfter lässt sich hier übrigens auch eine weitere 3,5-Zoll-HDD anbringen.

Beim Blick auf die Rückseite des Mainboard-Trays entdeckt man in der Aussparung hinterm Sockel eine weitere Befestigungsmöglichkeit für drei 2,5-Zoll-HDDs/SSDs. Wer diese Halterung nicht benötigt, kann sie ebenfalls entfernen. Da es gerade in dem Bereich um den Sockel und die Spannungswandler der Platine besonders warm wird, sollte man die Konstruktion wegen der möglichen Hitzeentwicklung nur dann nutzen, wenn sie zwingend benötigt wird. Ein nützliches Kabelmanagement mit Klettverschlüssen, zwei USB-3.0- und Audio-Anschlüsse auf der Oberseite der Mesh-Front sowie die sehr gut entkoppelten Einschübe für 3,5-Zoll-Festplatten runden die ordentliche Ausstattung ab.

Fractal Design Meshify C: Kein Raumwunder aber ausreichend Platz für High-End-Hardware

Mit 37,7 Litern Innenraumvolumen gehört das Fractal Design Meshify C eher zu den kompakten Midi-Towern. Aufgrund der Gesamttiefe von lediglich 39,5 cm wird es für Grafikkarten mit mehr als 30 cm Länge eng im Meshify C. Die Werksangabe für die maximale Grafikartenlänge bei voller Frontlüfterbestückung liegt zwar bei 31,5 cm. Es kann aber auch schon bei GPU-Boliden mit ca. 30 cm Länge zu Problemen kommen, wenn sich die Stromanschlüsse am hinteren Ende befinden. Mit Modellen, die von der Höhe her drei Steckplätze belegen (Triple-Slot-Bauweise) hat das Meshify C allerdings keine Probleme. Des Weiteren dürfen Netzteilen eine Maximallänge von 17,5 cm nicht überschreiten und der 120-mm-Radiator als Ersatz für den Hecklüfter darf nicht breiter als 125 mm ausfallen.

Der Innenraum des Fractal Design Meshify mag zwar kompakt ausfallen. Der Einbau von passenden ATX- und Micro-ATX/Mini-ITX-Platinen verläuft trotzdem stressfrei und ohne das Risiko sich an Schnittkanten zu verletzen. Bei der Bestückung des Meshify C mit Hardware erlauben die länglichen und 45° angewinkelten Kabeldurchlässe sowie das Kabelmanagement mit Klettverschluss eine optimale Verlegung aller Strippen. Die Qualität der Fertigung gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Lediglich die Verwindungssteifheit bei fehlenden Seitenteilen ist nicht ganz optimal obwohl die Blechstärke sowie geringe Anzahl an Plastikelementen dem entspricht, was der Käufer von einem Gehäuse der preislichen Mittelklasse von 90 bis 100 Euro erwartet.

Fractal Design Meshify C: Gute und erträglich leise Kühlung

Ab Werk bestückt Fractal Design das Meshify C an Front und Heck mit zwei hauseigenen Dynamic X2 GP-12-Lüftern (max. Drehzahl 1200 U/min). Um zu überprüfen ob die beiden 120-mm-Propeller in der Lage sind auch sehr leistungsstarke Hardware gut zu kühlen und dabei ihre Arbeite mit einer erträglichen Geräuschentwicklung erledigen (Werksangabe: 19,4 db(A) bauen wir unsere Test-Hardware in den Innenraum ein. Das seit Dezember 2016 renovierte Testsystem besteht dabei aus einem Core i7-6700K, aus einer Asus-Mini-ITX-Platine mit Z170-Chipsatz, der Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, dem Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Corsair RM 550X (ATX-Netzteil mit 550 Watt). Bei einer Umgebungstemperatur von 24° C heizen wir anschließend das Innere des Fractal Design Focus G mithilfe eines Witcher-3-Savegames (1080p, maximale Details außer Hairworks) über eine Stunde auf.

Die Werte, die wir anschließend u.a. mit dem MSI Afterburner ablesen bescheinigen den Meshify C mit seine beiden Fractal-Design-Lüftern eine gute Kühlleistung. Die maximale CPU-Temperatur liegt bei nur 65° C, die GTX 1070 im ITX-Format wird maximal 72° C warm und produziert mit 1.835 MHz (2.123 U/min) eine ordentlichen Boost-Takt bei einer Innenraumtemperatur von 38,6° C. Das Nachrüsten eines weiteren Lüfters in der Front oder unter den Deckel könnte für etwas geringere Temperaturwerte sorgen. Im Gegenzug wird die sich Geräuschkulisse erhöhen, denn die beiden Lüfter gehen mit 2,0/1,7 Sone (50 cm Abstand frontal/schräg vorne [45-Grad-Winkel]) hörbar aber keinesfalls störend zu Werke (Wertungsnote: Befriedigend). In Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Propeller aber schon eine gute Kühlleistung abliefern, ist das Nachrüstung nur beim Einbau sehr hitzköpfiger Hardware sinnvoll.

Bildergalerie

Fazit Fractal Design Meshify C: Gelungenes Debüt eines neuen Gehäusekonzepts

Im Meshify C geht es luftiger zu als in vielen geschlossenen und gedämmten Gehäuse und das merkt man am deutlichsten an der gemessene CPU- und GPU-Temperatur. Hier kann Fractal Design das Verbsprechen halten, dass der durch die Mesh-Front und den offenen Deckel optimierte Airflow eine gute Kühlung garantiert. Dieses Konzept impliziert allerdings auch, dass mehr Lüfter-Lautheit aus dem Gehäuse dringt. Auch das haben die Schweden gut gelöst, denn die mitgelieferten Modelle rotieren hörbar aber nicht störend. Zusammen mit einer dem Preis von 90 Euro angemessenen Ausstattung ist das Meshify ein Gehäuse, das sich einer Note von "gut minus" auf Augenhöhe mit den im Vergleichstest in der PCGH 08/2017 getesteten Konkurrenten LC-Power Gaming 986B Dark Shadow, NZXT Source Elite und Bitfenix Aurora befindet.

PCGH-Wertung

2,55
Gehäuse Meshify C
Hersteller (Webseite) Fractal Design (www.fractal-Design.com)
Link zum PCGH-Preisvergleich Noch nicht gelistet
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version) Ca. € 90,-/3+ (ein Seitenteil aus Glas, keine Dämmung)
Version ohne Fenster/ohne Dammung/Lüfter Nicht vorhanden/n. v./n. v.
Ausstattung (20 %) 3,61
Plätze für Laufwerke 2 × 3,5/2,5 Zoll, 1 × 3,5 Zoll 3 × 2,5 Zoll
Erweiterungs-Slots (Blende) Sieben
Handbuch Einfaches Faltblatt
Lüfterplätze Deckel: 2 × 140/120 mm, Front: 2 × 140/3 × 120, Heck: 1 × 120 mm, Seite:-, Boden (Netzteilkammer): 1 × 120 mm
Vorhandene Lüfter 2 x 120 mm (Front/Heck)
Frontanschlüsse 2 x USB 3.0, Audio
Besonderheiten Ein Seitenteile aus Glas, magnetischer Staubschutz für den Deckel, Hecklüfter für Radiator verschiebbar, SSD-Montage auf Rückseite des Mainboard-Trays mit entfernbarer Halterung, Netzteilkammer, Staubschutz an Front und Boden (leicht entfernbar), Kabeführungssystem (Klettverschlüsse)
Eigenschaften (20 %) 1,86
Material (nicht gewertet) Stahl, Kunststoff und Glas
Gewicht (Nicht gwertet) 7,8 kg
Abmessungen (H x B x T)/Volumen 44,0 × 21,7 × 39,5 cm/37,7 Liter
Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler 31,5,/17,2 cm
Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifheit Sehr gut/sehr gut/gut
Zusammenbau * Sehr gut: Da der Laufwerkskäfig und die 2.5-Zoll-SSD/HDD-Halterung in der Netzteilkammer, respektive auf der Rückseite des Mainboard-Tray positioniert ist, ist viel Platz im Innenraum für den Einbau der Komponenten. Die Netteilkammer nimmt Netzteil mit bis 17,5 cm Länge auf. Die großzügigen Aussparungen und das Kabelmanagement mit Klettverschluss garantieren eine optimale Kabelverlegung.
Besonderheiten beim Zusammenbau Festplattenkäfig herausnehmbar, Halterung für 3 × 2,5-Zoll HDs/SSDs (Rückseite Mainboard-Tray), Aussparung hinter dem Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen und Kabelmanagemant auf der Rückseite, sehr gute Entkopplung der HDDs
Praxisprobleme Keine Probleme
Kompatibilitätstest Extended und XL-ATX passen nicht
Leistung (60 %) 2,42
Temperatur CPU 65,0° C
Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) 72,0° C (2.123 U/min/1835 MHz)
Temperatur Innenraum Gehäuse/M.2-SSD 36,8,0° C/56,0° C
Lautheit der Lüfter, 50 cm Abstand frontal/schräg vorne (45-Grad-Winkel) 2,0/1,7 Sone
FAZIT 2,55
   
Pro und Contra: + Temperatur Prozessor/Grafikkarte
  + Lautheit der beiden mitgelieferten Lüfter
  - Keine Lüftersteuerung, nur zwei USB-3.0-Anschlüsse
   
* System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C  
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    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von equi Schraubenverwechsler(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Moinsens!

        Hat zufällig schon jemand dieses Gehäuse gekauft?
        Das Design gefällt mir wirklich gut, nur bin ich nicht sicher ob meine Alphacool Eisbaer 360 (Einbau nur in der Front möglich) mit meiner Grafikkarte (Gigabyte Aorus GTX 1080 11Gbps) kollidieren würde...

        Gruß,

        equi
      • Von equi Schraubenverwechsler(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Moinsens!

        Hat zufällig schon jemand dieses Gehäuse gekauft?
        Das Design gefällt mir wirklich gut, nur bin ich nicht sicher ob meine Alphacool Eisbaer 360 (Einbau nur in der Front möglich) mit meiner Grafikkarte (Gigabyte Aorus GTX 1080 11Gbps) kollidieren würde...

        Gruß,

        equi
      • Von EmoJack Software-Overclocker(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Zitat von OOYL
        Was ist ein Festolattenkäfig?
        Ich glaube das ist ein Bestandteil der Netteilkammer
      • Von OOYL Freizeitschrauber(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Was ist ein Festolattenkäfig?
      • Von Rubmary Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Zitat von e4syyy
        Weil abgedunkelt Gehäuse einfach perfekt sind für Komponenten mit RGB Beleuchtung sind.
        - Die Beleuchtung wirkt schöner
        - Man muss am PC keine Sonnenbrille tragen weil das Gehäuse heller strahlt wie der Bildschirm
        - Man erkennt trotzdem alles

        Poste heute Abend mal ein Bild vom "abgedunkelten" be quiet Dark Base Pro 900. Sieht einfach bombe aus mit RGB Beleuchtung.
        Habe nichts gegen verdunkelte Scheiben, aber das hier scheint mir ein wenig zu dunkel. Die Scheibe des Dark Base Pro 900 scheint auf Bildern nicht so dunkel, da gefällt es mir auf jeden Fall besser
      • Von Redoste Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Fractal Design Meshify C: Das erste Modell der neuen Gehäusereihe im Test

        Hmmm...nettes Gehäuse. Aber passen die Lüfter zweck Platzersparnis auch zwischen Front und Vorderseite?
        Also quasi unter den Frontdeckel?
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