Be quiet Pure Base 600 im Test: Günstiges und gut kühlendes Gehäuse
Nachdem Netzteil- und Kühlungsspezialist Be quiet vor einem halben Jahr mit dem beim Hardware-Einbau sehr flexiblen Dark Base 900 ein Gehäuse der gehobenen Preisklasse ab 170 Euro präsentierte, hat man mit dem für 80 Euro erhältlichen Pure Base 600 den Einsteiger und preisbewussten Käufer im Visier. Wir testen, welche Ausstattung und Leistung Be quiets jüngster Zuwachs der Base-Gehäusefamilie zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
Mit den beiden Gehäusen der Silent-Base-Reihe gab der Netzteil und Kühlungsspezialist Be quiet vor gut zwei Jahren eine gelungen Einstand in der Gehäusesparte. Sowohl beim Silent Base 800 als auch beim kleinen Bruder Silent Base 600 war der Name Programm, denn die ab Werk mit einer Dämmung und je nach Kundenwunsch auch mit einem schallgedämmten Fenster im Seitenteil versehenen Gehäuse kühlten die Hardware im Inneren wirklich leise und gut.
Mit einer sehr guten Dämmung und Komponentenkühlung konnte Mitte letzten Jahres auch Be quiets erstes Premiumgehäuse, das Dark Base 900 (Pro), punkten. Darüber hinaus überzeugte die mit rund 200 Euro preislich hoch angesetzte Pro-Variante mit gläsernen Seitenteilen in unserem Test der Ausgabe 09/2016 vor allem mit einer sehr guten Ausstattung und der vollen Flexibilität beim Hardware-Einbau (Wertungsnote: 1,24). Wer wollte, konnte für den maximal möglichen Platz im Innenraum sorgen und alle Laufwerkshalterungen inklusive des 5,25-Zoll-Laufwerkskäfigs entfernen. Bei Bedarf ließ sich sogar den Mainboard-Tray ausbauen und unabhängig von der Netzteilposition invertieren. Bei dem gestern auf den Markt gekommenen Pure Base 600 will Be quiet nun nicht nur die effektive Dämmung aller vorherigen Gehäuse mit der Flexibilität des Top-Produkts kombinieren. Man will mit dem Pure Base 600 auch eine Alternative zum Dark Base 900 anbieten, das ebenfalls über viel Platz im Innenraum verfügt und sich nicht zuletzt aufgrund des günstiges Preises von 80 Euro sehr gut für preisbewusste Einsteiger eignet. Ob dieses Vorhaben gelingt, zeigt unser folgender Test.
Die Ausstattung: Durchschnittlich, aber nicht schlicht
Obwohl Be quiet seinem Einsteigermodell den Namen Pure Base 600 gibt, ist die Ausstattung keinesfalls puristisch. Wie das Vorbild, das Dark Base 900, verfügt auch das Pure Base über frei positionierbare 3,5/2,5-Zoll-Kombi-Laufwerkshalterungen, an deren Außenseiten zusätzlich zwei 2,5-Zoll-SSDs/HDDS angebracht werden können. Des Weiteren können die drei Halterungen auch beim Pure Base 600 sehr einfach entnommen werden, indem man die drei Rändelschrauben löst, mit der die von Be quiet als Slot bezeichneten Halterungen auf der Rückseite des Mainboard-Trays befestigt sind. An letztgenannter Position befinden sich auch zwei weitere 2,5-Zoll-SSD-Befestigungen, die ebenfalls ausgebaut werden können. Wer besonders viel Platz im Pure Base 600 benötigt, kann sogar, wie beim großen Bruder, den 5,25-Zoll-Käfig demontieren. Im Gegenzug sammelt das Gehäuse aber dadurch Pluspunkte, dass es überhaupt zwei Einbauplätze für optische Laufwerke bereit hält.
Obwohl das Pure Base 600 nur über ein Innenraumvolumen von knapp 51 Litern verfügt, ist ausreichend Platz für die Bestückung mit Lüftern oder Radiatoren beim Einsatz einer Wasserkühlung (siehe nächster Abschnitt) vorhanden. An die Front, die durch eine Plastikabdeckung mit Alu-Look und seitlichen Lufteinlässen verdeckt wird, passen ein 140-mm- oder zwei 120-mm-Lüfter - beim Ausbau des 5,25-Zoll-Käfigs sind es sogar drei Propeller mit 120 mm Durchmesser. An der Gehäuseoberseite, deren Abdeckung sich stufenweise öffnen oder beim Einsatz einer Wasserkühlung abnehmen lässt, ist Platz für drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter. Der 120-mm-Hecklüfter, ein Be quiet Pure Wings 2, gehört genauso zur Grundausstattung des Pure Base 600 wie der bereits an der Front montierte Pure Wings 2 mit 140 mm Durchmesser. Zwei USB-3.0- und Audio-Anschlüsse am Front-Panel, eine dreistufige Lüftersteuerung sowie ein Staubfilter für die Frontlüfter und das Netzteil am Boden gehören ebenfalls zu der soliden, einem Preis von 80 Euro entsprechenden Ausstattung des gedämmten Be quiet Pure Base 600.
Be quiet Pure Base 600: Der Inneraum im Detail
Die Eigenschaften: Erstaunlich viel Platz und flexibel wie das Vorbild
Da sich Be quiet, wie bereits erwähnt, bei der Flexibilität im Innenaufbau des Pure Base 600 stark am Premiummodell Dark Base 900 orientiert, lässt sich auch in der Einsteigervariante durch den Ausbau der frei im Innenraum anbringbaren 3,5/2,5-Zoll-Kombi-Slots und des 5,25-Zoll-Laufwerkskäfigs eine Menge Platz schaffen. Der kommt den Fans einer Wasserkühlung zu Gute, somit eignet sich das Pure Base 600 auch gut für die immer beliebter werdende Alternative zur Luftkühlung. An der Oberseite lässt sich ein 120-mm- oder 240-mm-Wärmtauscher anbringen. Wird der 5,25-Zoll-Käfig ausgebaut, beträgt die maximale Radiatorlänge sogar 360 mm. Genauso lang darf auch der an das vordere Ende des gut verarbeiteten und Schnittkanten-freien Gehäuses montierte Radiator bei fehlender 5,25-Zoll-Laufwerk-Halterung ausfallen (Alternative Radiatorlängen: 280 mm, 240 mm, 140 mm. 120 mm).
Be quiet Pure Base 600: Eigenschaften
Quelle: PC Games Hardware
Be quiet Pure Base 600 im Test: Neues, günstiges und gut kühlendes Gehäuse für Einsteiger (12)
Die flexible Innenraumgestaltung, die das Pure Base 600 vom Dark Base 900 erbt, erleichtert aber auch generell den Einbau der Hardware. Während für die Beschränkung der (Turmkühler)höhe auf 16,5 cm die mit 22 cm nicht gerade üppig ausfallende Breite verantwortlich ist, profitieren Spieler mit langen Grafikkarten (maximale Länge: 42,5 cm) von der Möglichkeit, die Laufwerkshalterungen so im Gehäuse verteilen zu können, dass ihr(e) 3D-Beschleuniger problemlos ins Pure Base 600 passen. Als Vorteil dabei erweisen sich klar die beiden 2,5-Zoll-Laufwerkshalterungen auf der Rückseite des Mainboard-Trays (siehe Bild links). Wer einer 2,5-Zoll-HDD den Vorzug vor einem 3,5-Zoll-Modell als Datengrab gibt, der benötigt beispielsweise gar keine Laufwerksbefestigungen im Innenraum. Trotz aller Flexibilität sind Käufer des Pure Base 600 auf Platinen mit Standard-ATX-Größe beschränkt. Extended-ATX- und XL-ATX-Varianten passen erwartungsgemäß nicht einen Midi-Tower mit gut 51 Liter Innenraumvolumen.
Leistung: Eine gute und dank Dämmung geräuscharme Kühlung
Das günstige, von Be quiet als Einsteigermodell konzipierte Pure Base 600 soll aber nicht nur dieselbe Flexibilität wie das Dark Base 900 (Pro) bieten. Die Kühlung der Komponenten soll trotz verkleinerten Innenraums einwandfrei ausfallen und die vorhandene Dämmung (beide Seitenteile und Frontabdeckung) soll dafür sorgen, dass dabei nur eine geringe Geräuschkulisse entsteht. Um zu überprüfen, wie es um die Kühlleistung und die Lautheit des aus Stahl und Kunststoff gefertigten Gehäuses bestimmt ist, bestücken wir es zuerst mit unser neuen Test-Hardware, die sich seit der Gehäuse-Marktübersicht der aktuellen PCGH 02/2017 (siehe S. 66 ff) aus einem Core i7-6700K, einer Asus Mini-ITX-Platne mit Intel-Z170-Chipsatz, der Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition, 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, dem Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Corsair RM 550X mit 550 Watt Netzteil besteht. Anschließen heizen wir bei den ebenfalls renovierten Gehäuse-Testmethoden den Innenraum mithilfe der Startszene unseres Witcher-3-Benchmarks (1080p, maximale Details außer Hairworks) ca. 1,5 Stunden bei 24 °C Raumtemperatur auf.
Die Temperaturwerte, die wir anschließend bei unseren Mess-Tools (HWinfo64 und MSI Afterburner) ablesen, zeigen, dass das Pure Base 600 auch in der Lage ist, den Core i7-6700 mit 68 Grad Celsius und die Geforce GTX 1070 mit 70 Grad bei 1.835 MHz Takt (Lüfterdrehzahl: 2.071 U/min) gut zu kühlen. Werte von 52 Grad für die seit der Renovierung unserer Testmethoden genutzte M.2-SSD und eine Innenraumtemperatur von 39,8 Grad bestätigen die guten Kühleigenschaften. Die Lautheitsmessungen bestätigen zusätzlich, dass Be quiet es auch beim Pure Base 600 wieder geschafft hat, eine effektive Dämmung zu entwickeln, denn es dringen gerade einmal 1,3/1,4 Sone (frontal/schräg vorne im 45-Grad-Winkel) aus dem Midi-Tower. Damit steht das Pure Base 600 auf jeden Fall in der Tradition der beiden Silent-Base-Modelle.
Bildergalerie
Das Fazit: Flexibler, Wakü-freundlicher Spar-Tipp mit guter und (!) leiser Kühlung
Die Ausstattung des Be quiet Pure Base 600 ist dem günstigen Preis angemessen; das Highlight ist klar die Flexibilität, die durch die vom Gehäuseflaggschiff Dark Base 900 geerbten, frei anbringbaren HDD/SSD-Slots und den demontierbaren 5,25-Zoll-Käfig erzielt wird. Obwohl nur zwei Lüfter zur Grundausstattung gehören, sorgen die für eine durchweg gute Kühlung. Dank der schon in anderen Be-quiet-Gehäusen zum Einsatz kommenden Dämmung liegt auch die Lautheit bei "in ruhiger Umgebung klar wahrnehmbaren" 1,3/1,4 Sone. Mit einem Preis von 80 Euro ist das Pure Base 600 bestimmt nicht das günstigste Einsteigergehäuse. Billigeren Modellen fehlt es auf jeden Fall oft an Flexibilität beim Einbau und eine Dämmung sowie Lüftersteuerung ist bei sehr günstigen Hardware-Behausungen auch nicht vorhanden.
| Gehäuse | Pure Base 600 |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Be quiet (www.bequiet.com/de) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1559571 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version) | Ca. € 80,-/gut bis sehr gut (kein Seitenfenster, gedämmt) |
| Version ohne Fenster/ohne Dammung | Ca. € 80,-/nicht vorhanden |
| Ausstattung (20 %) | 3,28 |
| Plätze für Laufwerke | 2 5,25 Zoll, 3 x 3,5/2,5 Zoll, 8 x 2,5 Zoll |
| Erweiterungs-Slots (Blende) | Sieben |
| Handbuch | Sehr ausführlich |
| Lüfterplätze | Deckel: 2 x 140/3x 120 mm, Front: 2 x 140/3 x 120 mm, Heck: 1 x 140/120 mm, Seite: -, Boden: - |
| Vorhandene Lüfter | 1 x 140 mm (Front), 1 x 120 mm (Heck) |
| Frontanschlüsse | 2 x USB 3.0, Audio |
| Besonderheiten | Dämmung enthalten, SSD-Montage auf der Rückseite der Mainboardhalterung, manuelles Lüftungsystem im Deckel, Lüftersteuerung, Staubschutz an Front und Boden, Luftschlitze im Heck |
| Eigenschaften (20 %) | 1,95 |
| Material (nicht gewertet) | Stahl und Kunststoff |
| Gewicht (Nicht gwertet) | 8,7 kg |
| Abmessungen (H x B x T)/Volumen | 47,0 x 22,0 x 49,2 cm/50,9 Liter |
| Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler | 42,5/16,5 cm |
| Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifheit | Gut/gut/gut |
| Zusammenbau * | Sehr Gut/Viel Platz trotz nur 51 Liter Innenraum, da nicht nur die 3,5/2,5-Zoll-Kombi-Laufwerkshalterungen sondern bei Bedarft auch der 5,25-Zoll-Laufwerkskäfig entfernt werden kann |
| Besonderheiten beim Zusammenbau | Festplattenkäfig herausnehmbar/Laufwerkshalterungen auf der Rückseite demontierbar, Aussparung hinter dem Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen, Kabelmangement auf der Rückseite, mäßige Entkoppelung der HDDs |
| Praxisprobleme | Keine Probleme |
| Kompatibilitätstest | Extended und XL-ATX passen nicht |
| Leistung (60 %) | 2,19 |
| Temperatur CPU | 68 °C |
| Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) | 70 °C (2.071 U/min/1835 MHz) |
| Temperatur Innenraum Gehäuse/M.2-SSD | 39,8 °C/52 °C |
| Lautheit der Lüfter, 50 cm Abstand frontal/schräg vorne (45-Grad-Winkel) | 1,3/1,4 Sone |
| FAZIT | 2,38 |
| Wichige Bewertungspunkte | |
| + Niedrige Lautheit dank Dämmung, gute Kühlung | |
| + Alle Laufwerkshalterungen können demontiert werden | |
| - Trotz Lüftersteuerung nur durchschnittliche Ausstattung | |
| * System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C |


Zumindest saugend wird das den Airflow nicht stark tangieren, die Lüfter werden schon kein Vakuum erzeugen und an den Lüftungsschlitzen am Plastik sicher kein Pfeifen entstehen
und mehr krach. entweder-oder
Und wieder so eine Blöde Plastik Abdeckung vor den Front Lüftern....
Das R5 kostet aber auch 20 bzw aktuell lieferbar sogar fast 30€ mehr.