KI-Monster oder Schlaftablette? AI-Leistung der RTX 5090 im Ersteindruck

Nachdem Nvidias Präsentation der neuen Grafikkarten-Generation mal wieder mit dem Wort "AI" gespickt war, wollen wir einen kurzen Eindruck der Fähigkeiten der neuen Geforce RTX 5090 gewinnen und haben die GPU durch erste KI- und Workstation-Benchmarks geschickt.

12
Special Jan Hauck Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
KI-Monster oder Schlaftablette? AI-Leistung der RTX 5090 im Ersteindruck
Quelle: Nvidia, UL, Blackmagic Design, Collage: PCGH

Mit der neuen Blackwell-Grafikkartengeneration setzt Nvidia vermehrt auf KI und zeigt in der eigenen Präsentation viele Beispiele, die den Leistungszuwachs der Geforce RTX 5090 gegenüber der Vorgängergeneration darstellen sollen. Bei diesen Anwendungen handelt es sich oft um spezielle Nvidia-Features. Wir nutzen in einer ersten kleinen Stichprobe verschiedene Tests, die auch auf Standard-Benchmarks basieren, die unabhängig des GPU-Entwicklers erhoben werden können, um eine Einschätzung gegenüber der Konkurrenz zuzulassen.

Testsystem

Unser KI- und Workstation-Testsystem ist noch frisch und wird mit der Zeit weiter optimiert. Es basiert auf einer AMD-Plattform. Im AM5-Sockel eines Biostar B650E GTQ Racing sitzt ein AMD Ryzen 5 7600X, der mittels Noctua NH-P1 Passiv-Kühler gebändigt wird - das System soll auch für die Lautstärkemessung zukünftiger GPU-Custom-Designs ausgestattet sein. Mit 32 GiB DDR5-6200 RAM ist eine angemessene Kapazität an Arbeitsspeicher vorhanden. Das RM1000x-Corsair-Netzteil liefert genügend Power für die 575 Watt der RTX 5090 und arbeitet semi-passiv. Das Ganze ist der Praktikabilität zugunsten auf einer offenen Testbench angeordnet. CPU und GPU werden auf Standard-Einstellungen betrieben, Übertaktungen oder Anpassungen werden nicht vorgenommen. Lediglich das XM-Profil des RAM-Kits ist aktiv.

Benchmarks und Testfeld

Um einen ersten Eindruck der Geforce RTX 5090 zu bekommen, haben wir uns für eine generationsübergreifende Mischung aus mehreren Nvidia-GPUs entschieden. Die Konkurrenz von AMD ist als Vergleich ebenfalls vertreten. Vor allem ist die Leistungssteigerung der RTX 5090 zur Vorgänger-Generation interessant. Mit der RTX 4090 ist deren Speerspitze im Test vertreten, die RTX 4070 Super zeigt eine Karte der gehobenen Mittelklasse. Um die Leistung älterer Generationen einordnen zu können, durchläuft eine RTX 3090 Ti ebenfalls unseren Parcours. Auf der AMD-Seite sind das Flaggschiff RX 7900 XTX sowie die etwas schwächere RX 7800 XT im Check zu finden.

Unser Ersteindruck setzt sich aus mehreren KI-Tests, aber auch einem Videoschnitt-Benchmark zusammen. Für die KI-Tests kommt das Benchmark-Sammel-Tool Procyon von UL zum Einsatz, das mehrere Texterzeugungs-Benchmarks anbietet. Mit Phi, Mistral, Llama3 und Llama2 testen wir vier verschiedene Szenarien und erhalten je eine vergleichbare Punktzahl. Zusätzlich gibt der AI Computer Benchmark, den wir mit dem Microsoft-Windows-ML-Preset nutzen, Leistungswerte in verschiedenen Präzisionen aus. Je ein Run mit FP32 sowie Integer zeigen Unterschiede der GPUs auf.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Um einem realistischen Anwendungszweck nahezukommen, nutzen wir den Puget-Benchmark für das Videoschnitt-Programm Davinci Resolve Studio. Hier werden neben normalen Renderleistungen GPU-basierte Effekte und KI-Funktionen getestet. Als Ergebnis erhalten wir nicht nur eine Gesamtpunktzahl des Standard- und Extended-Benchmarks, sondern auch Punktzahlen für GPU-Effekte und KI, die eine Leistungseinschätzung der Grafikkarte zulassen.

Erste Ergebnisse

In normalen Szenarien, die nicht explizit auf die Nvidia-Karten zugeschnitten sind, platziert sich die Geforce RTX 5090 erwartungsgemäß an der absoluten Spitze. In den KI-Text-Benchmarks kann sich die RTX 5090 mit einem durchschnittlichen Leistungsplus von 31 Prozent von dem Vorgänger-Flaggschiff RTX 4090 absetzen, während diese wiederum ca. 27 Prozent vor dem Vorgänger-Modell 3090 Ti liegt.

Der Computer Vision Benchmark zeigt ein ähnliches Bild, auch wenn der Vorsprung der 5090 etwas schrumpft. Wird mit FP32 berechnet, kommt die Karte auf ein Plus von 20 Prozent, bei Integer auf höhere 28.

In der Gesamtwertung des Videoschnitt-Benchmarks lässt sich zwar eine deutliche Punktedifferenz erkennen, jedoch spielt hier auch die CPU eine Rolle. Da wir jede GPU mit derselben CPU testen, spiegelt das Ergebnis also nicht vollkommen korrekt die GPU-Leistung wider. Diese wird vor allem durch den GPU Effects Score sichtbar, der mit einem Plus von 40 Prozent sehr von der neuen Grafikkarte profitiert. AI-Funktionen in Davinci werden hingegen lediglich um 13 Prozent beschleunigt.

Ältere Generationen und Konkurrenz

Die Leistungssteigerung zwischen Nvidias neuester Karte und den Vorgängergenerationen ist in diesen Tests relativ linear. So ähnelt der Abstand zwischen RTX 5090 und 4090 dem zwischen 4090 und 3090 Ti. Hinter den drei Flaggschiffen kommt die etwas schwächere 4070 Super und schließlich die GPUs aus dem Hause AMD, die sich in diesem Test geschlagen geben müssen. Spannend sind die Ergebnisse im Microsoft Windows ML Benchmark, in dem sich RTX 5090 und 4090 sehr deutlich von anderen Karten absetzen können. Es bleibt abzuwarten, wann AMD kontert und welche Leistung zu erwarten ist, denn die vertretenen Modelle sind schon etwas in die Jahre gekommen.

Erstes Fazit

Nvidias neue Geforce RTX 5090 liefert eine Performance-Erhöhung, die stark abhängig vom Anwendungsszenario ist. Werden Nvidias eigene Funktionen und Features nativ integriert, kann die Leistung steigen. Bei Standard-Berechnungen hingegen ist die Leistungserhöhung moderater. Die Software-Entwickler müssen explizit die Programme an die neue GPU-Generation anpassen. So mussten wir bei einigen eigens geplanten Benchmarks auch schließlich die Reißleine ziehen, weil der Software-Status für Probleme gesorgt hat. Es gilt auf die Entwickler und die Software-Aktualisierungen zu warten, denn sind die Spezialfunktionen der Karte erst einmal integriert, kann man mit einer guten Leistungssteigerung belohnt werden.

Wie finden Sie unseren ersten KI-Benchmark bei Grafikkarten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

12
    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Slolle PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rasputin468
        Sorry war etwas allgemein angedrückt. Meinte für Gamer, die immer noch auf Qualität setzten ist das ganze Marketing mit KI halt unwichtig. In den anderen Bereichen wird das natürlich anderes sein.
        Das sehe ich auch anders

        Denn das hieße ja, dass alle Gamer DLSS nicht nutzen würden und da gehe ich mal stark davon aus, dass das nicht der Fall ist.

        Gerade wenn ich die Bilder von DLSS 4 sehe, glaube ich kaum, dass alle Gamer das ignorieren werden.

        Auch wenn ich deine Meinungen sonst sehr schätze, glaube ich, dass du mit dieser Ansicht daneben liegst.
      • Von Slolle PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rasputin468
        Sorry war etwas allgemein angedrückt. Meinte für Gamer, die immer noch auf Qualität setzten ist das ganze Marketing mit KI halt unwichtig. In den anderen Bereichen wird das natürlich anderes sein.
        Das sehe ich auch anders

        Denn das hieße ja, dass alle Gamer DLSS nicht nutzen würden und da gehe ich mal stark davon aus, dass das nicht der Fall ist.

        Gerade wenn ich die Bilder von DLSS 4 sehe, glaube ich kaum, dass alle Gamer das ignorieren werden.

        Auch wenn ich deine Meinungen sonst sehr schätze, glaube ich, dass du mit dieser Ansicht daneben liegst.
      • Von Rasputin468 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Slolle
        Wir setzen im PLM bereits Anfang letzten Jahres AI ein.
        Sorry war etwas allgemein angedrückt. Meinte für Gamer, die immer noch auf Qualität setzten ist das ganze Marketing mit KI halt unwichtig. In den anderen Bereichen wird das natürlich anderes sein.
      • Von Slolle PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rondoe66
        Interessant wie gut die 3090 nach 4 Jahren noch dasteht.
        Wie Raff ja gesagt hat, wir werden uns an die "kleinen" rein Hardware getriebenen Sprünge gewöhnen müssen.
        Klar ist das für den Fortschritt von Nachteil, aber die älteren Karten bleiben dadurch auch lange noch nutzbar.
      • Von Micha0208 Software-Overclocker(in)
        die 3090 Ti steht überraschend gut da.
        Und die 5090 im AI-Bereich auch.
      • Von Rondoe66 Kabelverknoter(in)
        Interessant wie gut die 3090 nach 4 Jahren noch dasteht.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk