Steckerdrama bei RTX 5090: Ungleiche Last mit 12+4-Anschluss als Problem im Test (Update)
In diesem Artikel
Nachstellung der Szenarien
Um das beobachtete Verhalten nachzustellen, hält ein Testsystem mit Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC und Be Quiet Dark Power 13 (ATX 3.0, 1.000 W) her. Für die in diesem Artikel ausgenommenen zusätzlichen CPU-Stresstests (mit Netzteilverhalten im Fokus) findet ein Intel Core i9-13900K in einem MSI MEG Z690 Unify mit einem angeschlossenen 8-Pol-EPS-Stecker Verwendung. Als einfaches GPU-Verbrauchsszenario genügt Furmark mit dynamischem Kameralauf. Mit über den MSI Afterburner geöffnetem Power-Limit kommt die RTX 5090 auf die anvisierten knapp 580 bis 600 Watt. Als Kabel hält ein natives 12V-2×6-Kabel von Be Quiet her. Während bei der GPU ebenfalls 12V-2×6 (als Buchse) verbaut ist, ist das ATX-3.0-Netzteil mit dem kompatiblen, älteren 12VHPWR bestückt. Für unseren Versuch ergibt sich daraus kein nennenswerter Unterschied.
Quelle: PCGH
Die Ampere-Verteilung über die 12-Volt-Adern der 12+4-Pol-Verbindung halten wir einzeln über eine Amperezange unter Last der Grafikkarte fest. Ohne getrennte Shunt-Widerstände (Messpunkte) können Karten wie die RTX 5090 und 4090 kein Ungleichgewicht der einzelnen Adern ausmachen. Bei getrennten Leitungen oder schlechtem Kontakt läuft mehr über einzelne Adern als vorgesehen.
Selbst unter höchster unnatürlicher Last über die Nennleistung des Netzteils hinaus (1.080 Watt) sind weder Abstürze noch (zu) hohe Temperaturen der ordnungsgemäß angeschlossenen Kabel im offenen Aufbau bei einer Umgebungstemperatur von 22 °C auszumachen.
Ampere-Messungen
Im ersten Durchgang sind alle Parameter wie vorgesehen eingehalten. Selbst mit Messtoleranzen sind dennoch Abweichungen in kleinerem Maße festzustellen. Während Pol 1, 3 und 5 verhältnismäßig unauffällig verteilt sind, weichen die 12-V-Pole 2 und 5 mit 5,6 A respektive 9,5 A ab. Zur Erinnerung: Ein einzelner 12-V-Strang des 12VHPWR/12V-2×6 ist auf 9,2 Ampere spezifiziert. Diese Abweichungen reichen jedoch nicht annähernd für bedenkliche Temperaturen.
| Messung 1 (12+4-Pol, korrekt angeschlossen) | Pol 1/7 | Pol 2/8 | Pol 3/9 | Pol 4/10 | Pol 5/11 | Pol 6/12 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | 8,4 A | 5,6 A | 8,8 A | 8,4 A | 8,0 A | 9,5 A |
| Ground (Masse) | 5,2 A | 4,7 A | 5,1 A | 5,4 A | 5,3 A | 5,3 A |
Um schlechten Kontakt respektive einen suboptimalen Anschluss nachzustellen, noch ehe ganze 12-V-Stränge gekappt werden, ist das 12+4-Pol-Kabel an beiden Enden leicht angewinkelt und nicht bis zum Einrasten angeschlossen. Im Gegensatz der Erwartungen fällt die Lastverteilung nicht eindeutig schlechter, sondern sogar tendenziell gleichmäßiger und unintuitiver Weise besser aus. Abweichende Werte je nach Anschluss sind zu erwarten. Gravierende Unterschiede sind jedoch aus mehreren Gründen nicht ideal. Größere Toleranzen machen Abweichungen wieder wett. Letzteres ist jedoch beim Kratzen der Spezifikationsgrenze deutlich kniffliger. In dieser Stichprobe ergibt sich jedoch auch mit schlechter Verbindung kein zu beobachtbares Problem innerhalb unserer 30-Minuten-Last.
Quelle: PCGH
12V-2×6 sollte bei zu großer Lücke ein Booten verhindern (kürzere Sense-Pins). Der Unterschied ist subtil, aber im Gegensatz zur 12VHPWR-Buchse muss das Kabel in der Tat etwas tiefer in 12V-2×6 gesteckt werden. Einrasten mussten wir das Kabel für den Test mit suboptimalem Anschluss dabei dennoch nicht.
Quelle: PCGH
So nicht vorgesehen und definitiv ein Anwenderfehler: Beim Anschließen von Stromkabeln darf keine sichtbare Lücke bleiben. Schiefe Winkel gilt es zu vermeiden. Nach dem erstmaligen Zusammenbau empfiehlt sich ein Rundum-Check aller Anschlüsse – für genau solche Fälle wie hier zu sehen.
| Messung 2 (12+4-Pol, nicht korrekt angeschlossen) | Pol 1/7 | Pol 2/8 | Pol 3/9 | Pol 4/10 | Pol 5/11 | Pol 6/12 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | 7,0 A | 6,5 A | 8,5 A | 9,0 A | 7,5 A | 9,0 A |
| Ground (Masse) | 5,2 A | 5,2 A | 5,3 A | 5,4 A | 5,4 A | 5,5 A |
Mit am Mainboard angeschlossenen zwei 8-Pol-EPS-Steckern (statt eines wie vorher) verringern sich die ohnehin gleichmäßigen Ampere-Werte der Masse-Leitungen des 12+4-Pol-Kabels. Die Belastung des Mainboards steigt, ein größerer Teil der Masse-Leitung läuft über die Platine. Die dritte Messung präsentiert sich als stabilste. Unter den 12-V-Adern ist kein nennenswerter Ausreißer auszumachen. Die Differenz zwischen 7,2 A (ca. 86 W) und 8,4 A (ca. 101 W) ist überschaubar und im grünen Bereich.
| Messung 3 (12+4-Pol, umgedreht, mit 2× 8-Pol-CPU-EPS) | Pol 1/7 | Pol 2/8 | Pol 3/9 | Pol 4/10 | Pol 5/11 | Pol 6/12 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | 7,2 A | 8,2 A | 7,8 A | 8,4 A | 7,8 A | 8,1 A |
| Ground (Masse) | 4,6 A | 4,5 A | 4,6 A | 4,6 A | 4,6 A | 4,7 A |
Schnipp, schnapp - Kabel ab. In der vierten Messung geht es den ersten zwei 12-Volt-Leitungen an den Kragen. Auffällig: Während Pol 5 bei 8,4 Ampere verharrt, kompensieren Pol 3, 4 und 6 den Rest mit knapp 13 bis 15 Ampere. Eine Last über die Spezifikation der Kabel hinaus ist angesichts der "blinden" Stromzufuhr der RTX 5090 praktisch unvermeidbar. Zwei fehlende oder schlechte Verbindungen unter maximaler GPU-Last von 600 Watt genügen für höhere Temperaturen. Schäden über einen längeren Zeitraum sind nicht auszuschließen.
| Messung 4 (2× 12-V-Kabel ab) | Pol 1/7 | Pol 2/8 | Pol 3/9 | Pol 4/10 | Pol 5/11 | Pol 6/12 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | – | – | 14,2 A | 12,6 A | 8,4 A | 14,7 A |
| Ground (Masse) | 4,3 A | 4,4 A | 4,3 A | 4,5 A | 4,6 A | 4,6 A |
Beim Ausfall von drei oder gar vier 12-Volt-Leitungen laufen die Kabel bereits nach kürzester Zeit sehr schnell an. Ähnlich wie im Falle von Roman "der8auer" Hartung mit zwei fokussierten Strängen können auch wir (wie zu erwarten) zu hohe Temperaturen am Netzteil und GPU festhalten. Um vorhersehbare Hardware-Schäden an der Grafikkarte und dem Netzteil vorzubeugen, läuft der Test nur wenige Minuten. Ohne einen Abbruch würde die Last bis zu gravierenden physischen Schäden ungehindert weiterlaufen.
| Messung 5 (3× 12-V-Kabel ab) | Pol 1 | Pol 2 | Pol 3 | Pol 4 | Pol 5 | Pol 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | – | – | – | 19,2 A | 15,5 A | 19,0 A |
| Messung 6 (4× 12-V-Kabel ab) | Pol 1 | Pol 2 | Pol 3 | Pol 4 | Pol 5 | Pol 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12-V-Leitungen | – | – | – | – | 24,0 A | 28,0 A |
Auf der nächsten Seite testen wir einerseits das Verhalten einer Geforce RTX 3090 Ti (mit drei Shunt-Widerständen für drei Leitungspaare) sowie die Asus ROG Astral Geforce RTX 5080 mit zumindest einer zwischengeschalteten Überwachung. Zum Abschluss berichten wir aus der Redaktion unsere Ansichten und Erfahrungswerte.


Nun bestätigt der8auer also im Detail die Designschwächen. Zitat: "Das Schöne ist, dass der 12V-High-Power-Stecker, bzw. Standard, so dermaßen dämlich ist, daß wir das ganz ganz einfach reproduzieren können"
Hat Nvidia wohl im AI-Cluster designen lassen? Man braucht ja keine Menschen mehr ...
"Entwerfe mir einen möglichst schlanken, filigranen Stecker, der alle bisherigen Standards ignoriert und das Rad neu erfindet. Reduziere dabei Sicherheitsbeiwerte auf ein Minimum".
Tja Jensen, so sieht das aus, wenn man nur noch die KI machen lässt und physikalisches Grundlagenwissen sowie Sachverstand vernachlässigt.
Frage [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wie kann sowas eigentlich in der EU in Verkehr gebracht werden? Wie hat das das CE-Siegel bekommen? Da droht doch nun bestimmt eine fette Verbraucherschutzklage, Rückruf und Verbot der Inverkehrbringung?
Zu kleiner Sicherheitsfaktor, reduzierte Querschnitte, erhöhte Leistungsaufnahme, zusammengefasste Leitungs-Shunts, Unsinnige Sense-Line ...
Das widerspricht allen Regen der Ingenieurskunst. Mutwillig und vorsätzlich.
Da müsste es doch jetzt Anzeigen und Gerichtsverfahren hageln.
-> "https://www.wiwo.de/unternehmen/gefaehrliche-elektronik-behoerde-zieht-tausende-illegale-produkte-aus-dem-verkehr/30200158.htm']Bundesnetzargentur zieht Tausende illegale Produkte aus dem Verkehr"
Da es ja schon eine Fachzeitschrift ist habe ich an einigen Stellen die Lust am lesen verloren.
Mich triggern hier Bezeichnungen:
"Die Folge sind erhöhte Ampere-Werte bei den restlichen Leitungen."
Sowie "Ampere-Messungen" als Überschrift!
Man würde auch keine Meter-Messung oder km/h-Messung machen, stattdessen würde man eine Strecke messen oder eine Geschwindikeitmessung druchführen!
Es währe auch unüblich von erhöhten km/h odererhöhten Meter-Werten zu schreiben.
Zur Vollständigkeit ist eine erhöhte Stromstärke die Folge und es werden Strommessungen durchgeführt oder Strom gemessen!
Sry, wir sind hier nicht bei Heise (Badewannen, Fussballfelder und Saarländer)!
P.S.: Dann ist es halt Korintengekacke, auch habe ich nichts gegen lebendige Sprache! Fachlich korrekte Artikel, im Sinne der Nomenklatur, darf man aber erwarten!
Bei Bestimmungsgemäßem Gebrauch war nur in aller seltensten Fällen ein Produktfehler das Problem , sondern eher der Dau mit seinen ungelenken Wurschtfingern .
Vieleicht mal vor Einbau und Gebrauch der Grafikarte die Einbau und Gebrauchsanleitung lesen und befolgen .
Gruß T.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]