Geforce RTX 5090 mit fehlenden ROPs: Alternate verkauft "B-Ware" zum gleichen Preis
Vor einiger Zeit machten Nachrichten über fehlende ROPs bei Nvidias neuen Blackwell-Gaming-GPUs die Runde, die der deutsche Versandhändler Alternate nun als B-Ware anbietet - und das zum gleichen Preis wie eine vollwertige Grafikkarte.
Zum Release der neuen RTX-5000-GPUs machte Nvidia mit einigen Negativschlagzahlen auf sich aufmerksam. Neben schlechter Verfügbarkeit und hohen Preisen fehlten bei einigen wenigen Modellen der RTX 5090, 5080 und 5070 Ti jeweils acht ROPs (Raster Operation Pipelines). So hatten manche Käufer das Pech und wurden beim Kauf mit einer "unvollständigen" Grafikkarte konfrontiert. Der deutsche Online-Versandhändler Alternate nahm sich nun die Freiheit, bewusst eine Zotac RTX 5090 Solid OC mit fehlenden ROPs anzubieten - allerdings zum gleichen Preis wie bei regulären RTX-5090-Karten.
RTX 5090 wird mit fehlenden ROPs zur B-Ware
Alternate hat besagtes Angebot als "B-Ware" markiert und gewährt keinen Umtausch mit einem Modell, das die volle ROP-Anzahl auffährt. Verglichen mit dem regulären Produkt weist die Zotac RTX 5090 Solid OC folgende Mängel auf: Der Artikel zeigt Gebrauchsspuren, ist aber voll funktionsfähig, und die Verpackung der Ware ist leicht beschädigt. Die Lieferung erfolge aber mit dem vollen Zubehör. Hinzu kommen die nur 168 statt 176 aktivierten ROPs der Grafikkarte, auf die Alternate beim Angebot sichtbar hinweist.
Quelle: Screenshot/PCGH
RTX 5090 mit fehlenden ROPs als B-Ware bei Alternate.
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Der deutsche Online-Versandhändler bietet die RTX 5090 für einen nach wie vor hohen Preis von 2.900 Euro feil. Damit kostet die GPU nur 50 Euro weniger als die aktuell am günstigsten erhältliche RTX 5090 auf dem Markt - ebenfalls eine Solid OC von Zotac. Zur Erinnerung: Nvidias UVP für die RTX 5090 FE liegt bei 2.329 Euro. Ob eine solche Karte viele Abnehmer findet, bleibt allerdings fraglich, schließlich kann die verminderte ROP-Anzahl als Ursache für spürbare Leistungseinbußen ausgemacht werden, wie in Tests ermittelt worden ist.
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Quelle: Alternate

Von "Ausnutzen" der Marktlage würde ich auch nicht sprechen, obwohl der Preis sicherlich grotesk ist. Aber was wäre denn die Alternative? Diese Karte vom Markt zu nehmen und vernichten, würden die Lage sicherlich nicht entspannen.
Es ist interessant, dass du den Vergleich mit dem Auto ziehst, denn auch hier gibt es klare rechtliche Regelungen. Einem Fachhändler wird stets eine umfassende Expertise zugeschrieben, während einer Privatperson in den meisten Fällen die entsprechende Fachkenntnis abgesprochen wird. Daher ist der Händler verpflichtet, auf alle Mängel und deren Auswirkungen hinzuweisen sowie diese idealerweise schriftlich oder anderweitig zu dokumentieren. Es wird quasi vorausgesetzt, dass eine Erläuterung für "DAUs" erfolgt. In dem genannten Beispiel hat Alternate dies in meinen Augen ausreichend getan. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn der Kunde vor dem Kauf oder spätestens vor dem Versand noch einmal ausdrücklich über den Zustand des Produkts informiert wird und schriftlich bestätigt, dass er das Produkt in diesem Zustand erwerben möchte. Dies dient nicht nur dem Kunden, sondern auch dem Händler, um sich bei eventuellen rechtlichen Auseinandersetzungen entsprechend absichern zu können.
Darüber hinaus ist die genannte RTX 5090 per Definition keine B-Ware. Anders als bei klassischer B-Ware oder einem instandgesetzten Unfallfahrzeug wurde diese Grafikkarte nicht in einen neuwertigen Zustand zurückversetzt.
Diese Mängel können beispielsweise Kratzer, Dellen oder beschädigte Verpackungen sein. Trotz dieser Makel sind B-Ware-Produkte voll funktionsfähig. -per Definition
Auf der anderen Seite will ich mir kaum vorstellen, wie Nvidia sich einem Händler gegenüber verhalten würde, oder wie es vielleicht bereits geschehen ist, wenn diesem vorgeworfen würde, wissentlich aus Profitgründen Karten zu verkaufen, die den versprochenen Standards nicht entsprechen und somit potenziell den Ruf der Marke Nvidia schädigen. Sollten solche Vorwürfe erhoben und eventuelle Entschädigungsforderungen rechtskräftig gemacht werden wollen, stünde der Händler vor erheblich anderen Konsequenzen.
Letztendlich erscheint die gesamte Diskussion darüber, ob solche Karten mit fehlenden ROPs verkauft werden können, weiterhin als sehr fragwürdig, insbesondere, wenn dies nur geschieht, um langwierige Rückabwicklungsprozesse mit den Board-Partnern zu vermeiden. In diesem Fall kann auch nicht mehr das Argument der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit angeführt werden.
Die angespannte Marktlage ist weder dem Kunden noch dem Händler anzulasten. Das der Händler versucht ein probates Mittel zu finden um seine Geldwerte doch an den Kunden zu bekommen, ist nachvollziehbar, jedoch fragwürdig, sofern dies auf Kosten der Transparenz und Kundenzufriedenheit geschieht. Der eigentliche Fehler liegt vermutlich bei Nvidia, sei es durch mangelhafte Qualitätssicherung oder durch die bewusste Entscheidung, fehlerhafte Produkte auf den Markt zu bringen. Dies bleibt spekulativ, doch der Fakt ist: Die Karte ist fehlerhaft und gehört zurück an den Hersteller.
In diesem Fall wird/wurde bei Alternate die Karte aber als "B-Ware" mit klar beschriebenem Mangel verkauft, womit man keinen Anspruch auf Behebung dieses Mangels hat.
Deswegen haben wir da glaube ich nur ein wenig aneinander vorbei geredet.
Kauft man eine neue nVidia GPU mit fehlenden ROPs egal von welchem Boardpartner, ohne dass das Produkt als mangelhafte Ware ausgewiesen ist, ist das ein Defekt den man gegenüber dem Händler geltend machen und ggf. sein Geld zurück verlangen kann (Rücktritt vom Kaufvertrag).
Es dürfte dann in diesem Fall, wie beschrieben, schwer für den Händler werden eine Nutzungsentschädigung zu verlangen.
Aber wie ich schon in meinen Beiträgen geschrieben habe, wo wir glaube ich einer Meinung sind und worum es dir vermutlich ging:
Bei dem Angebot von Alternate kann man die fehlenden ROPs weder gegenüber dem Händler, noch gegenüber dem Hersteller (hier ZOTAC) geltend machen. Und darüber hinaus dürfte generell keine Hersteller-Garantie für diese Karte greifen, womit bei anderen Defekten der Karte im Worst-Case nur 12 Monate über die Händler-Gewährleistung abgedeckt sind.
Edit: kaum hab ich das hier geschrieben, postet ihr einen Beitrag bei dem Alternate genau das sagt, was ich oben auch bezüglich "Teildefekt" gesagt habe
LG
Und mal ehrlich, einen offensichtlich fehlerhaften Artikel einfach wieder in den Verkauf zu bringen, ist doch absurd. Man nutzt hier doch nur die angespannte Marktlage aus. In einer normalen Situation würde sowas gar nicht erst passieren, und schon gar nicht zur UVP. Echt grotesk!
Von "Ausnutzen" der Marktlage würde ich auch nicht sprechen, obwohl der Preis sicherlich grotesk ist. Aber was wäre denn die Alternative? Diese Karte vom Markt zu nehmen und vernichten, würden die Lage sicherlich nicht entspannen.