[26/11/2021] Die Geforce RTX 4090 … Die Performance ist wirklich beeindruckend. Und nach unzähligen Gruselgeschichten über obszöne Wattagefressereien ist sogar die Leistungsaufnahme deutlich weniger fürchterlich. Nicht sparsam, aber das kann man von einer 2.000-Euro-Grafikkarte mit Ausmaßen, die bezüglich Exzessivität an US-Straßenjachten und Gewichten, die an geländegängige Stadtpanzer erinnern, wohl generell schwerlich behaupten. Für mich ist das nichts – zumindest nicht privat, beruflich werde ich natürlich viel mit der RTX 4090 beschäftigen. Und sicherlich auch meine Freude damit haben. Aber privat spiele ich eben auch viele Spiele, die nicht zu den anspruchsvollsten zählen oder bereits etwas älter sind – es fühlt sich zu sehr nach Arbeit an, die Spiele zu zocken, mit denen ich mich gerade erst in der Redaktion beschäftigt habe. Also liegen die meisten neuen Spiele privat oft erst einmal auf Halde. Ein gewisser Reifeprozess schadet vielen aktuellen Titel ja außerdem generell nicht. Also brauche ich auch nicht die maximale Leistung und neuesten Techniken, die gar erst noch breit adaptiert werden wollen. Wobei ich einer sehr hohen Performance der Grafikkarte selbstredend nicht abgeneigt bin – allein für den brutalen Ressourcen-Fresser Ark Survival Evolved kann man immer noch jedes Quäntchen Leistung gebrauchen – und jedes Byte auf einer flinken SSD, da sonst Lade- und vor allem Update-Zeiten ausarten können, Letztere auf HDD beinahe in Tage. Ich glaube, die Installation (mit allen DLC- und einigen Community-Maps) wiegt um 450 GiByte.
Aber um wieder ein wenig zum Thema zu kommen: Ich finde die RTX 4090 interessant und freue mich, mich damit zu beschäftigen, aber mit professioneller Absicht. Privat brauche ich so ein Dickschiff nicht. Und ich bin auch absolut nicht dazu bereit, solch hohe Preise für Grafikkarte auszugeben. Gar nicht, egal wie viel Leistung und coole Features sie auch nur bieten mögen. Vielleicht könnte mich eine der kleineren 4000er ansprechen, aber preislich finde ich die RTX 4080/16G auch nicht sonderlich attraktiver und das 12-GiByte-Modell würde ich in Angesichts des recht knappen Speichers nicht einmal in Betracht ziehen, wenn es nicht außerdem auch noch anderswo großzügig beschnitten wäre. Mal sehen, was Nvidia nächstes Jahr bringt und wie sich die generelle Lage so entwickelt – das inkludiert natürlich wohl in Bälde zu erwartende, weitere Grafikkarten. Und was mich halt so das Leben kosten wird, es fällt momentan zunehmend mühsam, in Luxus schwelgen und in Champagner zu baden.
Worauf ich aber definitiv Lust habe, ist mich weiter mit den neuen Technik-Features zu beschäftigen, darunter natürlich prominent DLSS 3.0. Ich finde die Idee, mittels „KI“ Bilder zu erzeugen, um die Performance zu steigern, spannend – auch wenn ich DLSS 3.0 noch für ausbaufähig halte. Aber es heißt ja auch nicht DLSS Ultimate (lat: ultima = das Letzte). Und ich freue mich auch darauf, Remix genauer unter die Lupe zu nehmen bzw. die mittels Unterstützung von neuronalem Netzwerk erstellten beziehungsweise aufbereitete Inhalte zu begutachten. Ich bin also froh, dass Nvidia mit Ada Lovelace einen weiteren technischen Vorstoß unternimmt und mit der RTX 4090 und DLSS 3.0 endlich auch die Performance liefern kann, die Raytracing bei hohen (Display-)Auflösungen samt hohen Bildraten möglich macht. Ich freue mich aber vor allem darauf, mir das Ganze ohne Hektik, knappe Fristen und überarbeitet zu Gemüt zu führen. In Sachen Hardware-Releases, Termin-Gedränge und wildem Trubel ging es zu wie auf dem Oktoberfest. Ja, ich weiß, das Weihnachtsgeschäft, Quartale und Börsenkurse, die hier und dort eine kleine Stütze vertragen könnten … aber muss wirklich alles auf einmal erscheinen? (Philipp Reuther)