Geforce RTX 4000: EVGA trennt sich von Nvidia
Zum Wochenende gibt es noch eine Überraschung: EVGA und Nvidia gehen künftig getrennte Wege - mit der Geforce RTX 4000 wird es keine Modelle mehr von EVGA geben. Die Beziehung scheint belastet zu sein - bislang gibt es nur die Seite von EVGA zu hören und da spricht man von mangelndem Respekt untereinander und es gehe ums Prinzip.
EVGA trennt sich von seinem langjährigen Partner Nvidia und die Ehe scheint nicht glücklich geschieden zu werden. Das berichten amerikanische Medien Gamers Nexus, Jayz Two Cents und Jon Peddie Research. Sie waren zu Besuch bei EVGA und haben offenbar ein Embargo für die Story zugesagt. Selbst Angestellte von EVGA sollen erst am heutigen Freitag über die Änderung informiert worden sein.
Den Berichten zufolge ist die Stimmung zwischen EVGA und Nvidia nicht gut; dabei ist EVGA seit über 20 Jahren Exklusivpartner von Nvidia. EVGA wird die Ampere-Karten abverkaufen, aber keine Karten der neuen Generation auflegen. Sollten Karten der Geforce RTX 4000 auftauchen, sind das Engineering Samples, die EVGA noch produziert hat, bevor der Vorhang gefallen ist. Die Entscheidung soll schon im April gefallen sein, als man sich offenbar nicht einig wurde.
Warum die geschiedene Ehe? Da gibt es von den Medien im Moment nur die Seite, die EVGA erzählt, und dem CEO Andrew Han soll es ums Prinzip gegangen sein. Kurz gesagt wollte der nichts mehr mit den Geschäftspraktiken zu tun haben, die Nvidia an den Tag legen soll. Konkret genannt werden als Beispiel, dass Nvidia-Partner bis heute keine Preisgestaltung zur Geforce RTX 4000 kennen sollen und diese auch erst am 20. September erfahren, wenn alle Welt die Vorstellung der neuen Karten erwartet. Nicht einmal Einkaufspreise und Mengen habe Nvidia den Partnern verraten. Ein anderes Beispiel ist der Verkauf von Referenzdesigns durch Nvidia, die preislich stets unter den Custom-Designs liegen. Die FTW3-Modelle sollen derzeit ein Minusgeschäft sein. EVGA fühlt sich hier vom Vertragspartner untergraben.
Es gebe keinen gegenseitigen Respekt
Man kann wohl davon ausgehen, dass der Brand schon länger schwelte und es ist auch kein Geheimnis, dass Nvidia immer strikter mit Partnern agiert. Chips sind beispielsweise heute massiv selektiert und haben Powerlimits. Das trifft Enthusiasten-Partner mit kleineren Mengen wie EVGA umso mehr, wenn sie im engen Rahmen der Vorgaben arbeiten müssen, den Nvidia absteckt. Nvidia soll sogar den Preisrahmen für manche Karten definieren. EVGA sagt, Nvidia sei als Partner schwierig und man habe das Gefühl, es gebe keinen gegenseitigen Respekt. Solche Stimmen soll es auch von anderen Partnern geben, die aber wohl noch nicht ganz so weit sind wie EVGA. Für Volumenhersteller wie Asus, Gigabyte und MSI dürfte die Rechnung aber auch etwas anders aussehen.
EVGA als Unternehmen soll weiter bestehen und nicht verkauft werden. Kunden bekommen den vollen Support, aber als Geschäft trägt sich das Unternehmen künftig primär durch Netzteile. Grafikkarten machen knapp 70 Prozent des Umsatzes aus - EVGA wird also sehr viel kleiner sein, Netzteile haben dafür deutlich bessere Margen. Mainboards und anderes wird es ebenfalls weiter geben, doch die machen nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. EVGA will sein Personal unterstützen, aber man kann wohl davon ausgehen, dass Angestellte entlassen werden müssen. Denn eine Partnerschaft mit AMD und /oder Intel scheint derzeit kein Thema zu sein.
Durch die Veröffentlichung vor dem Wochenende wird es schwierig sein, schnell eine offizielle Stimme von Nvidia zu bekommen. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass es im Moment nur die Seite von EVGA gibt und Nvidia dürfte auch eine Sicht der Dinge haben. Nvidia wird die Chip-Allokation wohl auf andere Partner verteilen, EVGAs starke Marktstellung insbesondere in Nordamerika wird sich aber vermutlich nicht so einfach füllen lassen - insbesondere mit den angebotenen Garantien und Support-Leistungen.
Quellen: Gamers Nexus, Jayz Two Cents, Jon Peddie Research

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Allein schon die Position des 12VHPWR-Steckers einfach nur Traum.
Tja, eher selbst gestolpert würd ich sagen