Grafikkarten-Marktanteile: Kann Nvidia durch RTX 3080 und Co. profitieren?
Jon Peddie Research hat die Grafikkarten-Marktanteile für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht. Damit sind erstmals die RTX 3080 und die RTX 3090 von Nvidia enthalten. Neuere Grafikkarten wie die RTX 3070 oder AMDs RX 6800 (XT) fehlen aber noch - diese zeigen wohl erst im vierten Quartal ihre Auswirkungen.
In der zweiten Jahreshälfte hat sich am Grafikkartenmarkt viel getan: Nvidia hat die Grafikkarten RTX 3060 Ti, RTX 3070, RTX 3080 und RTX 3090 vorgestellt, wohingegen AMD mit der RX 6800 und der RX 6800 XT gekontert hat. Alle Grafikkarten-Neuvorstellungen waren allerdings von einer schlechten Verfügbarkeit geplagt, deshalb ist der Blick auf den Marktanteil spannend: Hat sich überhaupt etwas geändert?
AMD gewinnt trotz Ampere-Launch
Jon Peddie Research hat kürzlich die Marktanteile für das dritte Quartal 2020 vorgestellt, in dem Nvidias RTX 3080 und RTX 3090 enthalten sind. Alle anderen Grafikkarten wurden erst im vierten Quartal auf den Markt gebracht. Da somit nur Nvidia mit einer neuen Generation antritt, würde man eigentlich einen steigenden Marktanteil für das Unternehmen erwarten.
Laut Jon Peddie Research soll aber genau das Gegenteil eingetreten sein: AMDs Grafikkarten-Marktanteil konnte im Vergleich zum Vorquartal um ein Prozent auf insgesamt 23 Prozent zulegen, und Nvidias Marktanteil sank entsprechend auf 77 Prozent. Mehr Grafikkarten haben trotzdem beide Unternehmen verkauft: Im Vergleich zum Vorquartal wurden 13,4 Prozent mehr Modelle ausgeliefert, im Vergleich zum Vorjahr gibt es immerhin noch 9,1 Prozent Zuwachs.
| Zeitbereich | Q3 2019 | Q2 2020 | Q3 2020 |
|---|---|---|---|
| AMD | 27 % | 22 % | 23 % |
| Nvidia | 73 % | 78 % | 77 % |
Dennoch ist es auf den ersten Blick unverständlich, warum AMD trotz der Ampere-Vorstellung mehr profitieren könnte. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Nvidia die RTX-2000-Grafikkarten im Herbst bereits weitgehend abverkauft hatte, und die RTX-3000-Grafikkarten den Bedarf nicht decken konnten. Die RTX 3080 und die RTX 3090 sind bis heute kaum lieferbar. Dadurch könnten leicht überproportional mehr Kunden zu AMD gewechselt sein.
Ebenso spannend: Next-Gen-Mobile: Ryzen 5000, Radeon RX 6000 und RTX 3000 zeigen sich
Um das Unternehmen aus seinem anhaltenden Marktanteils-Tief zu befreien, reicht die leichte Veränderung aber nicht. Laut 3D Center lag AMDs Marktanteil im ersten Quartal noch bei 30,8 Prozent, im vierten Quartal 2019 sogar bei 31,1 Prozent. Mangels Neuvorstellungen ist der stagnierende Marktanteil aber nur bedingt verwunderlich. Mehr Veränderung könnte es hier bei den vierten Quartalszahlen 2020 oder vermutlich sogar erst im Frühjahr geben. Dann sind die neuen Grafikkarten von Nvidia und AMD hoffentlich endlich in ausreichenden Stückzahlen verfügbar.
Quelle: Jon Peddie Research via 3DCenter

Deutlich schwerer einzuschätzen dagegen sind natürlich Effekte bzgl. anderweitiger Engpässe in der Supply-Chain, so bspw. bzgl. Substratmaterial.
Als ergänzender Hinweis: Die RTX 3090 wird zweifelsfrei auch bereits in Steam erfasst, wird zurzeit nur nicht explizit ausgewiesen, da ihr Anteil noch kleiner 0,15 % liegt und damit geht sie implizit in die Gruppe "Other" ein. Hier darf man erst in den nächsten Monaten eine separate Listung erwarten, zumal die Karte noch hochpreisiger als die RTX 2080 Ti ist. Beispielsweise die RTX 2080 Super benötigte gut vier Moante an regulärem Vertrieb um in Steam mit 0,16 % gelistet zu werden.
Insgesamt kann man davon ausgehen, dass einige hundertausend Karten ausgeliefert wurde
Die RTX 3090 wird bereits in Steams Hardwaredaten vertreten sein, allerdings nur mit 0,0001% bis 0,14999%.
Bei den restlichen Modellen werden wir auf die nächsten Ergebnisse der Survey warten müssen.
Bei Sony ist ja z.B. von 2,5 Mio PS5 die Rede, wenn sich allerdings nur 10% (das dürfte viel zu wenig sein) der gut 120 Mio PS4 Besitzer sich entschlossen haben, die Konsole am Anfang zu kaufen (was ja auch sinnvoll ist), dann ist die Nachfrage 5 mal so hoch, wie das Angebot. Bei Nvidia wird es so ähnlich sein.
Ein bisschen mehr als 40 Millionen war nur die Zahl der Accounts die sich 2019 pro Tag eingeloggt haben, nur sind es nicht jeden Tag die Selben.
Ich würde hier auf deutlich über 100 Millionen aktive Accounts tippen.
Bei den restlichen Modellen werden wir auf die nächsten Ergebnisse der Survey warten müssen.
Insgesamt kann man davon ausgehen, dass einige hundertausend Karten ausgeliefert wurden.