RTX 2080 Ti Gaming Z: Benchmarks und Fazit
Auf der zweiten Seite erfahren Sie, welche Leistung die MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z Trio mit und ohne Overclocking erreicht. Außerdem ziehen wir ein Fazit.
In diesem Artikel
RTX 2080 Ti Gaming Z im Test: Leistung
PCGH fühlte der MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming X Trio bereits Ende 2018 auf den Zahn (siehe Verlinkungen auf der vorherigen Artikelseite). Dabei stellte sich heraus, dass der Hersteller beinahe keinen Wunsch offen lässt, das Modell vereint eine messbar höhere Leistung gegenüber der Nvidia Founders Edition mit reduzierter Lautstärke - starke Triple-Slot-Kühlung macht's möglich. Die Gaming Z Trio übernimmt das komplette Platinen- und Kühlerdesign von ihrer älteren Schwester, rein äußerlich können wir keine Unterschiede am PCB und der Heatpipe-Bestückung erkennen. Eine Demontage des Kühlers war uns aus Zeitgründen nicht möglich, da MSI das eine Pressemuster für die DACH-Region rasch an weitere Tester weitergeschickt haben wollte. Es besteht die Möglichkeit, dass die Ingenieure kleinere Anpassungen am PCB vorgenommen haben, um den hohen Speichertakt störungsfrei zu erreichen.
Quelle: PC Games Hardware
MSI-Trio im Duett: Gaming X (unten) neben Gaming Z – Seitenansicht
GPU-Boost: Mindestens und meistens
Setzt man eine High-End-Grafikkarte wie die Geforce RTX 2080 Ti unter anhaltende Volllast, passiert immer das Gleiche: Der GPU-Boost startet hoch, fällt jedoch rasch ab und bleibt dann in diesem reduzierten Bereich. Die Stärke der Kühlung und die Höhe des Powerlimits bestimmen, wie tief die Taktraten fallen. Die MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z Trio verfügt, wie eingangs erwähnt, über das gleiche Powerlimit wie die Gaming X Trio: 300 Watt. Das sind 40 Watt oder 15 Prozent mehr als bei der Nvidia Geforce RTX 2080 Ti Founders Edition. Gegenüber "Einsteigervarianten" der RTX 2080 Ti mit deren 250 Watt sind es sogar +20 Prozent. Die Praxis mit dem Turing-Topdog TU102 zeigt, dass gerade in Ultra HD stets das Powerlimit den Ton angibt. Mehr Power gleich höherer Takt im Grafiklimit.
Doch was bedeutet das für die Gaming Z Trio? Es kommt, wie es kommen musste: Der stromdurstigere 16-Gbps-Speicher schnappt sich Teile des Kuchens, sodass der Grafikchip etwas weniger Energie zur Verfügung hat. Dabei spielt die Serienstreuung zwar eine Rolle, in diesem Fall muss uns jedoch eine Probe pro Grafikkartenmodell reichen, um die Sachlage zu veranschaulichen. Im folgenden Verlauf sehen Sie, wie sich die GPU-Taktrate über 15 Minuten verhält. Die Grafikkarten berechnen den amtierenden PCGH-Watt-Worstcase Anno 2070 in Ultra-HD-Auflösung mit den folgenden Ergebnissen:
Quelle: PC Games Hardware
MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z Trio & Co.: Taktverlauf im Power-Worstcase Anno 2070 (Ultra HD)
Nehmen wir vereinfacht an, dass es keine Serienstreuung gibt bzw. unsere Muster alle über die gleiche elektrische Qualität verfügen, ist die Sache eindeutig: "Power is king", ein hohes Energiebudget (TDP) führt bei adäquater Kühlung zu den höchsten GPU-Boost-Frequenzen. Besonders deutlich wird das beim Vergleich der Nvidia Founders Edition mit der MSI Lightning Z: 350 gegenüber 260 Watt (+34,6 %) führen zu einem durchschnittlich um 14,2 Prozent erhöhten Kerntakt. Die Gaming X Trio und Gaming Z Trio mit jeweils 300 Watt TDP mischen sich erwartungsgemäß dazwischen. Die Gaming X arbeitet mit relativ energieeffizientem 14-GT/s-Speicher und bringt daher durchschnittlich 1.818 MHz auf die Waage. Die Gaming Z Trio indes muss ein paar Watt mehr an ihren schnellen 16-GT/s-Speicher abgeben, was im harten Powerlimit - wie hier - etwas Leistung kostet. Der mittlere Boost fällt um 1,5 Prozent. Das ist ein verschmerzbarer Trade-off, wenn man unterstellt, dass der rasante RAM den GPU-Taktmalus überkompensiert. Aber um welchen Prozentsatz handelt es sich dabei?
Speicherdurchsatz: Synthies vs. Spiele
8 statt 7, das entspricht einem Plus von gut 14 Prozent. Um diesen Faktor kann die Gaming Z Trio folglich bestenfalls gegenüber der Gaming X Trio zulegen. Das funktioniert aber nur in Szenarien, welche vollständig durch die Speichertransferrate limitiert werden - und diese gibt es nicht. Das heißt, doch, allerdings nennt man diese Tests nicht umsonst "Synthies", synthetische Benchmarks. Um einen solchen handelt es sich beim GPGPU-Test des Systeminformationsprogramms AIDA64, das PCGH gerne unterstützend zu Rate zieht. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf generelle Architekturmerkmale zu (u. a. die Leistung bei doppeltgenauen Berechnungen), aber auch auf die Geschwindigkeit des Speichersubsystems. Besonders spannend im Kontext unseres Probanden ist der Untertest "Memory Copy", denn hierbei handelt es sich um die Messung der effektiven Speichertransferrate.
Bedauerlicherweise liegt bei Turing-Grafikkarten im Compute-Betrieb nicht der volle Speichertakt an, sondern eine Taktstufe leicht darunter (in der Regel 6.800 statt 7.000 MHz). Die MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z Trio leidet besonders unter dieser Entscheidung, da hier der Unterschied zwischen Compute State und High Power State größer ist. So kommt es, dass die Differenz zwischen Gaming X Trio und Gaming Z Trio nur gut drei Prozent beträgt. Somit sind Rückschlüsse auf das beim Gaming zu erwartende Plus unmöglich. Was jedoch gut funktioniert, ist die Skalierung mittels Takt-Offset, besser bekannt als Overclocking. Hier begegnen wir einer starken Skalierung, welche für Sie festgehalten haben: Einmal mit praktisch gut nutzbaren (bis zu) 2.100 MHz Kern- sowie 9.001 MHz RAM-Takt (18 GT/s) und einmal als "suicide run" mit satten 9.500 MHz alias 19 GT/s. Letzteres entspricht einem internen Takt von stolzen 2.375 MHz und läuft einwandfrei durch AIDA64, führt unter Gaming-Last jedoch zu einem Sofortabsturz.
RTX 2080 Ti Gaming Z im Test: Spiele-Benchmarks
Was leistet die MSI Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z in Spielen? Wir haben fünf Titel exemplarisch getestet, deren Workloads bewusst unterschiedlich ausfallen. Da wäre Forza Horizon 4, das zur Bildglättung auf alt-ehrwürdiges Multisample-AA setzt, welches traditionell Transferraten-lastig ist. Daneben haben wir mit Control und Wolfenstein Youngblood zwei Raytracing-Tests durchgeführt, ergänzt vom modernen Shooter Doom Eternal und dem Evergreen The Witcher 3. Da wir waschechte High-End-Grafikkarten vergleichen, verzichten wir auf Full HD und bieten Ihnen stattdessen die praxisnahen Auflösungen WQHD, UWQHD und Ultra HD.
Um das Geschehen möglichst aussagekräftig zu gestalten, mischen sich zwei weitere Grafikkarten respektive Taktstufen dazu. Da wäre erstens Nvidias Founders Edition, welche mit 260 Watt und 90-MHz-Werksübertaktung die (hohe) Einstiegshürde legt. Zweitens scheuchen wir die MSI Gaming Z im schnellstmöglichen Zustand durch die Benchmarks. Dieser besteht aus dem maximalen Powerlimit Das fehlerfreie Maximum liegt folglich bei 8.800 bis 8.900 MHz.
von 330 Watt (+10 Prozent), einem effektiven Boost zwischen 2.025 und 2.100 MHz, sowie einer Speicherleistung von 9.001 MHz. Letzteres ist unerreichbar für jede gewöhnliche Geforce RTX 2080 Ti, allerdings nicht absolut stabil. Während der Tests begegneten uns ein paar wenige Artefakte in The Witcher 3 und Control, was auf Speicherfehler hindeutet. Das fehlerfreie Maximum liegt folglich bei 8.800 bis 8.900 MHz. Da wir aber das oberste Ende des Leistungsspektrums skizzieren wollen, testen wir dennoch mit 9.001 MHz, was eine Next-Generation-würdige Transferrate von 792 GByte/s ergibt - gut 28 Prozent mehr als mit der 7.001-MHz-Referenzkarte. Die Ergebnisse:
Die Ergebnisse liegen allesamt im Rahmen der Erwartungen: Nvidias Founders Edition unterliegt den nominell stärkeren MSI-Modellen auch praktisch, wobei die Ausprägung schwankt. Fühlbar ist die Differenz zwischen den drei Karten nur mit viel Wohlwollen, messbar ist sie jedoch allemal. Dabei gilt die Regel: Je rechenlastiger ein Spiel ist, desto geringer fällt der Unterschied zwischen Gaming X und Gaming Z aus. Letztere kann sich stärker absetzen, wenn Speichertransferrate gefragt ist. Doom Eternal ist ein Fall, bei dem nur GPU-Leistung gefragt ist, mit entsprechend geringem Vorteil für die Gaming Z. Interessanterweise profitiert The Witcher 3 am meisten vom erhöhten RAM-Durchsatz, hier klettert die Bildrate um vier Prozent gegenüber der minimal höher boostenden Gaming X, während die übrigen Spiele im Rahmen von drei Prozent bleiben. Die Gaming Z ist ergo immer schneller als die Gaming X, allerdings niemals nennenswert.
Letzteres ändert sich durch die manuelle Übertaktung, welche enorme Auswirkungen auf die Bildrate hat. An dieser Stelle liegt ein Vergleich mit der Nvidia Geforce RTX 2080 Ti Founders Edition nahe, denn diese Karte erreicht rund 96 Prozent im PCGH-Leistungsindex und die gilt es zu schlagen. Die maximale Übertaktung steigert die Leistung der Gaming Z gegenüber der FE um 17 bis 20 Prozent, was definitiv fühlbar und durchaus beeindruckend ist. Auch wenn das Energiebudget von 330 Watt nicht ansatzweise reicht, um 2.100 MHz Kerntakt zu halten, erhalten tuningfreudige Käufer somit am Ende doch eine "RTX 2080 Ti Super".
Randnotiz: Wolfenstein Youngblood ist mit aktivem Raytracing CPU-lastiger, als man annehmen könnte - erst recht, wenn DLSS die GPU entlastet. Die getesteten High-End-Grafikkarten werden abseits von Ultra HD stark durch den Testprozessor limitiert, obwohl dieser keineswegs langsam ist.
RTX 2080 Ti Gaming Z im Test: Fazit
MSI macht Gutes noch besser: Die Geforce RTX 2080 Ti Gaming Z ist eine pfeilschnelle Grafikkarte für alle, die das nötige Kleingeld entbehren können. Tatsächlich stellt der Preis von derzeit rund 1.450 Euro den einzigen Kritikpunkt dar, denn Leistung und Lautheit bewegen sich auf einem sehr guten Niveau. Der starke Triple-Slot-Kühler ist in der Lage, die Leistungsaufnahme von effektiv knapp über 300 Watt leise zu bändigen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, wie bei jeder Grafikkarte dieser Watt-Gewichtsklasse, ein gut belüftetes Gehäuse. Fehlt ein Durchzug, staut sich die Abwärme im PC-Inneren, was zu höherer Lautheit und geringerer Leistung führt. Wer die High-End-Grafikkarte manuell ans Limit treiben möchte, sollte außerdem über ein potentes Netzteil verfügen, um den Lastspitzen im Bereich um 350 Watt ohne Probleme zu begegnen. Ein 500-Watt-Markengerät genügt prinzipiell. Kommt daneben eine stark übertaktete High-End-CPU zum Einsatz, kann die Investition in ein 650-Watt-Modell aber nicht schaden.
Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, bereitet das MSI-Produkt einfach Spaß, denn sowohl Ultra HD als auch Raytracing sind damit flüssig nutzbar. Nicht immer in Kombination, allerdings besser als mit jeder anderen Grafikkarte dieser Generation - die doppelt so teure Titan RTX ausgeklammert. Bei aller Euphorie sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Gaming Z das Rad nicht neu erfindet und erst recht keine neue Leistungssphäre erklimmt. Wer eine Geforce RTX 2080 Ti besitzt, erreicht das Leistungsniveau der MSI-Karte durch manuelle Übertaktung. Was die Gaming Z einzigartig macht, ist erstens der brandneue 16-Gbps-Speicher, welcher bisher unerreichte Durchsatzraten möglich macht und einen Hauch von Exklusivität versprüht. Zweitens verpackt der Hersteller all das in einem sehr guten Gesamtpaket, das gerade in Zeiten der Lockdowns so manche vergnügte Stunde der Ablenkung erlaubt.


2007 ... 485€ ... GTX 8800
2010 ... 473€ ... GTX 580
2014 ... 567€ ... GTX 780 Ti
2016 ... 580€ ... GTX 980 Ti
2017 ... 750€ ... GTX 1080 Ti
2018 ... 1319€ ... GTX 2080 Ti
-> what's wrong with this picture...
Die Antwort ist:: Es gibt keine GTX 2080TI ,sondern eine RTX 2080TI
Ansonsten natürlich total überteuert und ich zahle das nicht für so eine Karte.
2007 ... 485€ ... GTX 8800
2010 ... 473€ ... GTX 580
2014 ... 567€ ... GTX 780 Ti
2016 ... 580€ ... GTX 980 Ti
2017 ... 750€ ... GTX 1080 Ti
2018 ... 1319€ ... GTX 2080 Ti
-> what's wrong with this picture...
Ich hoffe echt, ich komme noch lang mit meiner 1080Ti aus; echte Frechheit dieser Preisanstieg (und wegen AMD gibts in dieser Liga auch keinen Preiskampf *schielt-auf-rdna2*)
Dafür fahr ich lieber in Urlaub wenn es den wieder geht !