Deltatronic Silentium X99: Komplett passiv gekühlter PC im Spiele-Praxistest
Silentium ist das lateinische Wort für Stille und genau die ist bei dem passiv gekühlten Deltatronic Silentium X99 auch Programm. Deltatronic, Pionier im Bereich der PC-Passivkühlung, bewirbt das Komplettsystem, in dem kein einziger Lüfter, aber unter anderem der Core i7-5960X sowie eine GTX 970 verbaut ist, als lautlosen Spiele-PC. Ob dies Versprechen stimmt? Wir machen den Praxis-Check.
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Seit weit über einer Dekade baut Deltatronic bereits Büro- und Gaming-Systeme zusammen, die komplett ohne Lüfter auskommen. Mit dem Deltatronic Silentium X99 haben wir eines der beiden High-End-Systeme des Herstellers ins Testlabor geholt. Das ist mit einer GTX 970 und dem Achtkerner Core i7-5960X bestückt und schlägt mit stolzen 3.455 Euro zu Buche. Das Außergewöhnliche am Deltatronic Silentium X99 sind auf jeden Fall die komplett passiven Kühllösungen für die CPU, die GPU und das Netzteil. Dazu kommt das modifizierte Chieftech-DX-01-Gehäuse, dessen komplette rechte Seitenwand aus Aluminium besteht und mit 3 cm hohen Kühllamellen versehen ist. Konvektorprofil nennt Deltatronic diese Kühlkonstruktion (siehe Bildergalerie).
Passiv gekühlte Computerkomponenten oder gar komplette Systeme gelten unter Silent-Fans seit jeher als Herausforderung und der Reiz, einen PC ganz ohne jegliche Lüfter und somit geräuschlos zu kühlen, besteht nach wie vor. Genau hier liegt auch die Kundschaft, die Deltatronic mit ihrer Silentium-Tower-Reiher ansprechen möchte. Ein Blick auf die Hardware im Inneren zeigt aber, dass der deutsche Komplett-PC-Hersteller mit dem Silentium X99 zusätzlich auch den Spieler im Visier hat. Selbst Gaming-Rechner sollten heutzutage keine Krachmacher mehr sein, obwohl das Spielen am PC mit maximalen Details und in hohen Auflösungen die Hardware immer besonders stark fordert. Wie gut die Spiele auf Deltatronics High-End-PC laufen und welchen Einfluss gerade eine Passivkühlung auf die Leistung der Komponenten hat, das wollen wir Ihnen in unserem Spiele-Check zeigen.
Silentium X99: spieletaugliche, modifizierte Hardware im Spezialgehäuse
Wirft man einen Blick in das Innere des Deltatronic Silentium X99, entdeckt man auf jeden Fall Hardware, die sich auch bestens für das Spielen mit dem passiv gekühltem System eignet. Das beginnt schon mit dem Prozessor, dem Core i7-5960X (Haswell-E), einem echten Achtkerner, der dank SMT sogar noch über acht weitere virtuelle Kerne verfügt. Damit ist der Deltatronic X99 Silentium auf jeden Fall für Mehrkern-optimierte Spiele wie die von uns getesteten Crysis 3, Assassin's Creed: Unity und The Witcher 3: Wild Hunt ausreichend leistungsstark. Um eine optimale Kühlung zu garantieren und dafür zu sorgen, dass sich der Core i7-5960X unter zu hoher Last nicht herunter taktet, hat Deltatronic Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Zum einen ist der Turbo (3,3 bis 3,5 GHz) im BIOS ausgeschaltet und die EIST-Funktion ist aktiviert. Zum anderen übersteigt der Takt des Haswell-E-Achtkerners die 3 GHz-Grenze nicht und fällt auf 1,2 GHz zurück, wenn der Core i7-5960X nur wenig zu tun hat.
Ähnliche Schutzmaßnahmen findet man auch bei der verbauten GTX 970. Den Hersteller der Karte konnten wir leider nicht per GPU-Z nicht ausmachen. Bei unseren Messungen stellten wir aber fest, dass Deltatronic bei dem passivgekühlten 3D-Beschleuniger den maximalen Chip-Takt auf 1.100 MHz gedrosselt und das Temperaturlimit auf um die 90 °C gesetzt hat. Der MSI Afterburner meldet zwar ein Temperaturlimit von 105 °C, wir erzielten allerdings auch unter voller Spielelast nie mehr als eine maximale GPU-Temperatur von 91 °C (siehe: Tabelle am Ende des Artikels).
Deltatronic Silentium X99: Innenraum im Detail
Zur weiteren Ausstattung, die den Deltatronic Silentium X99 voll spieletauglich macht, gehören 16 GiByte DDR4-2133-RAM von Crucial (4 x 4 GiByte) sowie das mit dem X99-Chipsatz bestückte und SLI-kompatible MSI X99S SLI Plus. Diese Platine wurde von uns mit der Note 2,42 bewertet und mit einem Preis-Leistungs-Tipp ausgezeichnet. Da das Board über eine M.2-Schnittstelle verfügt, ist die Samsung-SSD (Samsung SM951 M.2 2280) mit 256 Gigabyte direkt auf dem Mainboard befestigt. Mit Ausnahme des DVD-Brenners sind auch keine weiteren SSDs oder HDDs in den Laufwerkskäfigen des schon älteren, von Deltatronic modifizierten Chieftec-DX-01-Gehäuses zu finden.
Silentium X99: lüfterfrei und trotzdem effizient gekühlt
Quelle: PC Games Hardware
Deltatronic Silentium X99: Komplett passiv gekühlter PC im Spiele-Praxistest (9)
Das Hauptelement und damit Rückgrat der 0,0 Sone leisen Passivkühlung ist der von
Quelle: PC Games Hardware
Deltatronic Silentium X99: Komplett passiv gekühlter PC im Spiele-Praxistest (6)
Deltatronic als Hochleistungs-Konvektorprofil bezeichneter Wärmeleiter, der anstelle der regulären Seitentür im modifizierten Chieftec-Gehäuse steckt. Das Konvektorprofil misst 49 x 40 x 3 Zentimeter und besteht aus 40 Aluminiumlamellen. Zu diesem Hauptkühlelement wird der größte Teil der von der Hardware erzeugten Wärme abgeleitet und dann an die Umgebungsluft abgegeben. Die erste Hardwarekomponente, die ihre Wärme an das Hauptkühlelement abgibt, ist die GTX 970. Die Spannungswandler werden von einem verschraubten Block mit Aluminiumlamellen gekühlt. Auf dem GM204-Chip sitzt ein Kühlblock, von dem aus zwei 10-mm-Heatpipes ihre Wärme über eine Halterung auf Höhe der Mainboard-Trays an das Hochleistungs-Konvektorprofil abgeben.
Auf der Rückseite der GTX 970 befindet sich eine Backplate. Diese nimmt die Wärme der Platine auf, die vom Grafikchip, dem Videospeicher sowie den Spannungswandlern produziert wird. Zusätzlich ist die Hitzeleitplatte mit einem 8-mm-Wärmerohr bestückt, das zum CPU-Kühlelement führt und mit diesem verbunden ist. Die Passiv-Kühlkonstruktion für den in unserem Modell eingebauten Core i7-5960X ist ähnlich aufgebaut wie die für die GPU der GTX 970. Auch hier nimmt ein massiver Passivkühlblock die durch die thermische Verlustleistung entstehende Wärme des Achtkerners auf und leitet sie über zwei 10-mm-Heatpipes an das Kühlelement in der Seitenwand des Gehäuses weiter. Um die Heatpipes zu verlegen, hat Deltratronic mittig ein Stück aus den originalen Spannungswandler-Kühler des MSI X99A-SLI Plus herausgeschnitten. Diese Eigenkonstruktion sieht gewagt aus, dürfte die Kühlung der Wandler aber kaum beeinflussen, da nun die Heatpipes auf der Platte unter dem modifizierten Kühlelement aufliegen.
Geräuschloser Betrieb bei maximaler Kühlleistung ist auch das Motto beim Netzteil. Hier setzt Deltatronic auf ein aktiv gekühltes Seasonic SSD-550W mit 80-Plus-Gold-Zertifizierung, spendiert der Technik im Inneren aber ein eigenes Gehäuse samt Kühlrippen und macht es so wärmeleitfähig. Zusätzlich ist das Gehäuse oberhalb mit Kühlöffnungen versehen, so kann die aufsteigende Wärme entweichen.
Deltatronic Silentium X99: Innenansicht
Silentium X99: lautloses Spielen ist möglich!
Quelle: PC Games Hardware
Deltatronic Silentium X99: Komplett passiv gekühlter PC im Spiele-Praxistest (7)
Die passive Kühlkonstruktion funktioniert nicht nur hervorragend, sondern ist auch wirklich leise; das bestätigt der Messwert von 0,1 Sone in unserer Tonkabine (0,1 Sone sind das Grundrauschen des Raums). Dazu kommt, dass sich das Deltatronic Silentium X99 auch im Spiele-Praxistest keine Patzer leistet. Wir testeten mit den drei die CPU und die GPU fordernden Titeln Assassin's Creed: Unity, Crysis 3 und The Witcher 3 und suchten uns jeweils eine Szene heraus, mit der wir die beiden Komponenten ins Schwitzen bringen und somit eine sehr hohe Rechenlast erzeugen. Nachdem wir den Deltatronic Silentium X99 mit dem jeweiligen Spiel für eine Stunde aufgeheizt haben, messen wir die Fps in den Auflösungen 1080p und 1440p, die Temperatur von CPU und GPU, die Taktfrequenz der GPU bei Maximallast sowie den Verbraucht des Systems.
Unsere Messwerte, die Sie in der Tabelle am Ende dieses Artikels finden, zeigen mehrere Dinge ganz deutlich. Trotz höchster Spielelast werden weder die CPU, noch die GPU zu warm, das ist ein ganz klarer Verdienst der oben bereits erwähnten Sicherheitsmaßnahmen sowie des optimal arbeitenden Passivkühlsystems. Die höchsten Werte messen wir mit 73,2 °C (CPU)/91 °C bei The Witcher 3. Crysis 3 heizt den Prozessor auf 72,5 °C sowie die GPU auf 90 °C auf und bei Assassin's Creed: Unity sind es 71 °C CPU- und 89 °C GPU-Temperatur. Dabei fällt auf, dass lediglich bei dem besonders stark die Grafikkarte fordernden The Witcher 3 der Takt zwischen den höchstmöglichen 1.101 MHz und 551 MHz schwankt. Alle anderen Titel laufen durchgängig mit dem festgelegten Maximaltakt von 1.101 MHz. Dabei bleiben die Verbrauchswerte erstaunlich moderat. Nur beim Test mit Crysis 3 wird die 200-Watt-Verbrauchsmarke mit 217,8 Watt überschritten. The Witcher 3 und Assassin's Creed: Unity sind dagegen genügsamer und ziehen nur 197,8 Watt respektive 188,2 Watt aus der Steckdose. Ein Stromsparer ist der Deltatonic Silent also auch noch.
Bildergalerie
Noch ein abschließendes Wort zur Spieleleistung des Deltatronic-Systems. Wie die Fps-Werte zeigen (siehe Tabelle), reicht die Leistung der aus thermischen Gründen gedrosselten GTX 970 für eine Auflösung von 1440p nicht aus. In der Full-HD-Auflösung liefert der passiv gekühlte 3D-Beschleuniger mit 48 Fps bei Crysis 3 und je 39 Fps bei Assassin's Creed: Unity und The Witcher 3 aber spielbare Werte. Die würden bei einer GTX 970, bei der der reguläre Boost nicht begrenzt ist, auch noch höher ausfallen.
Deltatronic Silentium X99: Testfazit
Der Deltatronic Silentium X99 (Herstellerlink) ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes System. Es ist lautlos, wird trotz fehlender Lüfter nicht zu heiß und liefert dazu in Full HD noch eine gute bis sehr gute Spieleleistung ab. Die Leistungsaufnahme von rund 220 Watt unter Last ist ein akzeptabler Verbrauchswert auch für Stromsparer. Dazu kommt, und das ist im Winter gar nicht zu verachten, dass die Kühleinrichtung in der Tür auch noch eine gewisse Wärme (ca. 53 °C) abstrahlt, die als Heizungsersatz dienen kann. Von diesem eher nicht ganz ernst gemeinten Einsatzzweck abgesehen, ist der Deltatronic Silentium X99 jeden Cent des nicht unbedingt niedrigen Preises von 3.455 Euro wert. Eine so effiziente Passivkühlkonstruktion kostet schon in der Entwicklung und Konzeption eine Menge Geld und auch das Material für Kühlblocke und Heatpipes ist hochwertig und bei Weitem nicht günstig. Würden wir eine allgemeine Wertung geben, bekäme der Deltatronic Silentium X99 eine Note von viereinhalb Sternen.
| Titel | Fps 1080p/1440p | CPU Temp | GPU Temp | Takt GPU (Min./max./Durchschnitt) | Gesamtverbrauch |
|---|---|---|---|---|---|
| Crysis 3 | 48 Fps/30 Fps | 72,5 °C | 90 °C | 1.101 MHz/1.101 MHz/1.101 MHz | 218,6 Watt |
| Assassin's Creed: Unity | 39 Fps/14 Fps | 71,0 °C | 89 °C | 1.101 MHz/1.101 MHz/1.101 MHz | 188,2 Watt |
| The Wichter 3: Wild Hunt | 39 Fps/28 Fps | 73,2 °C | 91 °C | 550,7 MHz/1.101,5 MHz/937,9 MHz | 197,8 Watt |

Falls es jemanden interessiert...ich selber besitze ein Gehäuse von Deltatronic.
Diskutiert wird in DIESEM Thread vom Forum.
Da gings anfangs um die Temperaturfrage wie heiss alles werden kann.
Aber ich kann euch jetzt schon sagen...ja lass die CPU (Core i7 990x) mal 90° erreichen, juckt sie nicht...die läuft stabil und problemlos weiter.
Und ich weiss wovon ich rede, ich habe schließlich auch im Sommer ohne Probleme gezockt.
Meine GTX980 macht ebenfalls keine Faxen.
Aber macht euch in dem anderen Thread gerne ein Bild (da gibts übrigens auch Bilder)...und bei Fragen...einfach fragen.
Sehr schon wäre es natürlich wenn GraKa und CPU getrennte Kühlkörper hätten, sprich je eine Seitenwand. Das würde zwar den Zugang zum System durch den User unmöglich machen, und wohl auch bei der Fertigung die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen, würde aber sicher Wunder bezüglich Temperaturen leisten. Um weiterhin das Aufrüsten von SSDs (oder, wenn man das Konzept hinter dem PC ad absurdum treiben will, HDDs) zu ermöglichen wären HotSwap Bays in der Front denkbar.
Was sich aber wirklich jeglicher Logik entzieht ist wieso das Netzteil sämtliche Luftkonvektion blockt. Auch hier wäre eine Anpassung an das Gesamtkonzept wünschenswert - zB die PSU in die Front, statt den mehrfachen 5,25" Schächten, oder um 90° gedreht, so dass wieder ein Kamineffekt zustande kommt.
Ich hätte auch noch ein paar andere Ideen, wenn Deltatronic Interesse hat können sie sich ja bei mir melden
Das Netzteil trägt ebenfalls wenig zur Abwärme im Gehäuse bei, auf der Unterseite wird es 39 °C warm. Umpositionieren sollte man es wenn dann zu seinem eigenen Wohl – auf der Oberseite messe ich 46 °C, an der Vorderseite 44 °C. Sollte Deltatronic noch mit einer einfachen Vergussmasse arbeiten, dürfte die Elektronik im inneren deutlich heißer sein. Unbedenklich sind die Mainboardspannungswandler (57 °C am Kühlkörper) und die Oberseite des CPU-Kühlers ist noch kühl genug (55 °C), um Wärme von der Grafikkarte aufzunehmen. Rund um die Grafikkarten-Spannungswandler messe ich dagegen 86 °C (Kühler auf der Vorderseite) bis 82 °C (zwischen PCB und Backplate). Die Spulen erreichen gar 95 °C. Damit ist man noch im Bereich der Spezifikationen und da die GPU sich bei höheren Umgebungstemperaturen weiter runtertaktet, sind noch höhere Werte unwahrscheinlich. Trotzdem müsste mit einem besseren Kühlkörper mehr möglich, die GPU-Heatpipe bleibt mit 61 °C (beide Enden) deutlich kühler und das Konvektorprofil hat auch noch Potential, 53 °C in der Mitte und 29 °C am Rand belegen die schlechte Wärmeverteilung.
Geiles Teil, ja hier geht es eben um LAUTLOS, ideal für staubige Umgebungen oder Grafik- /Audiotechniker
Das Ur-Gehäuse ist keine Augenweide, das stimmt
Und wenn viel für den PC ausgegeben wird, kommt dann ein 1080p Monitor auf den Tisch? Vermutlich nicht.
Dementsprechend würde ich meine Hand ins Feuer legen dass deine - allgemein richtigen - Aussagen auf Deltatronic Kunden bei weitem nicht so zutrifft wie auf den restlichen PC Markt.
Auch Workstation Quadro's/FirePro's sind nicht mit einer 950 vergleichbar.
Ganz abgesehen davon, sag ich ja auch gar nicht dass meine Verbesserungsvorschläge für ein System mit einer 950 zielführend sind. Für ein System wie im Test wäre es aber wünschenswert, so könnte der teure Prozessor auch ohne Drosslung laufen, die 970 könnte ihren Boost behalten und auch halten (siehe Witcher 3), und es wäre noch Spielraum wenn die Wärmeleitpaste in ein paar Jahren schon an getrocknet ist.