MSI Vortex erneut begutachtet: Noch mehr Details zum Kompakt-PC mit Edel-Hardware
Klein, aber oho: In MSIs neuen Vortex-Kompakt-PCs steckt edle Hardware - mit zwei "GTX-960"- beziehungsweise GTX-980-Grafikkarten, Core-i7-CPU und bis zu 64 GByte RAM ist der Rechner ein idealer, doch reichlich teurer Begleiter für die neuen VR-Headsets.
Als Entwicklerkonferenz gibt es auf der Game Developers Conference normalerweise nicht viele Hardware-Ankündigungen. Und wenn, dann dauert es Monate bis Jahre, bis die vorgestellten Geräte in den Läden stehen. MSI durchbrach diese ungeschriebene Regel in diesem Jahr: Der Desktop-PC vom Typ Vortex ist ab sofort beziehungsweise Mitte kommender Woche zu haben und ist nach Herstellerangaben der kleinste "Spielzylinder der Welt".
Übertakter-CPU und SSD-RAID
Der Vortex-Tower hat es in sich: Im Innern des knapp 27 Zentimeter großen Gehäuses schlägt ein übertaktbares Core-i7-6700K-Herz, gespeichert wird auf zwei 128 GByte großen SSDs in Super-RAID-4-Konfiguration sowie einer 1 TByte großen Festplatte mit schnellen 7200 RPM. Ein Mainboard mit Z170-Chipsatz sowie den üblichen Thunderbolt-3- und USB-3.0-Verbindungen steckt in beiden Gerätevarianten, für die Kommunikation sind zwei Killer-E2400-Gigabit-Ethernet- sowie ein DoubleShot-X3-Pro-Controller von Rivet Networks zuständig. Letzterer bündelt WLAN und WiFI zu einem theoretischen Übertragungshöchstwert von 2,867 Gbps. Der Killer-Wireless-AC-1535-Chip bietet Multi-User-MIMO-Funktionalität.
Schnellere Grafikkarten oder mehr RAM?
Bei Arbeitsspeicher und Grafikkarten bietet MSI finanzstarken Kunden zwei Wahlmöglichkeiten: Der Vortex G65 SLI-011 setzt auf zwei "GTX-960"-Karten (eigentlich GTX 970M) mit 6 GByte GDDR5-RAM, der große Bruder G65 SLI-002 fährt mit zwei "echten" GTX-980-Karten (Mobile, ohne M!) mit 16 GByte GDDR5-RAM auf. Die Grafikkarten in Nvidias MXM-Format sollen sich auch gegen schnellere Karten austauschen lassen. Während das kleinere System mit 16 GByte DDR4-RAM auskommen muss, stecken im SLI-002 32 GByte DDR4-RAM - auf Wunsch sind auch bis zu 64 GByte möglich. Zwei Erweiterungs-Slots besitzt das Vortex-Mainboards laut Andrew Lin von MSI obendrein.
Leise Kühlung dank Zentrallüfter
Der Tower erinnert mit seinem Zentrallüfter, der laut Andrew Lin kühle Luft durch Bodenschlitze ansaugt und dann erwärmt nach oben auspustet, an Apples aktuellen Mac-Pro-High-End-Recher. Der ist auch im runden "Papierkorb-Design" ausgefertigt, setzt ebenfalls einen Zentrallüfter und ist mit rund 25 Zentimetern nur minimal kleiner als der Vortex. Im Leerlauf bleibt der Vortex-Lüfter unter 22 dB, im Windows-10-Betrieb unter 28 dB und bei aufwändigen Spielen soll er die Grenze von 37 dB nicht übersteigen. Diese Spiele und Anwendungen stellt der Vortex auf bis zu sechs Monitoren dar: Je zwei HDMI-, Display-Port- sowie Thunderbolt-Anschlüsse sind allzeit bereit.
"Militär-Soundkarte" und RGB-Beleuchtung
Angetrieben wird der Rechner von einem 450-Watt-Netzteil mit 80-Plus-Gold-Zertifizierung - wer glaubt, für den SLI-Betrieb vierstellige Wattzahlen zu benötigen, den belehrt MSI hier eines Besseren. Bei der eingebauten Soundkarte haut MSI auf den Putz: Die eingebaute Nahimic Military X Gaming soll angeblich auch von der französischen Armee in ihren Flugsimulatoren eingesetzt werden, um das Cockpitgeräusch lebensecht nachzubilden. Das klingt beeindruckend, doch die Anzahl der Spieler, die das nachprüfen können, dürfte sich bestenfalls im einstelligen Promillebereich bewegen. Nicht fehlen darf natürlich eine RGB-Beleuchtung, die sich von der Front über die Ober- bis auf die Rückseite erstreckt.
Heftige Preise für heftige Leistung
Ganz billig ist der rund fünf Kilo schwere Mini-Tower nicht: In der "kleinen", ab nächster Woche lieferbaren Konfiguration mit zwei GTX-960-Karten kostet der Vortex rund 2.600 Euro. Schon erhältlich ist er in der größtmöglichen Ausbaustufe mit zwei GTX-980-Grafikkarten für rund 4000 Euro. Bleibt die Preisfrage: Für wen lohnt sich das System?
Weil es Ultra HD und VR aus dem Handgelenk beherrscht und nicht besonders viel Platz beansprucht, ist es auch im Wohnzimmer nicht am falschen Platz. Denn gerade ein VR-System wie HTCs Vive, das mehrere Quadratmeter Fläche abtastet, findet in der guten Stube vermutlich mehr Raum als im Arbeits- oder Computerzimmer. Wenn man das nötige Kleingeld übrig hat, versteht sich.
Bildergalerie
| MSI Vortex G65 SLI | |
|---|---|
| Windows | Windows 10 Home |
| CPU | Core i7-6700K |
| RAM | 32 / 16 GByte DDR4-2133 |
| Grafikkarte | 2x GTX 980 mit 8 GB GDDR5 |
| 2x GTX 960 mit 3 GB GDDR5 | |
| SSD | »Super RAID 4« mit 256 GByte SSD (2x 128 GByte RAID 0) |
| Festplatte | 1-TB 2,5“ 7.200 rpm |
| Netzteil | 450 Watt 80 PLUS Gold |
| Volumen: | 6,5 Liter |
| Maße | 192 (B) x 203 (T) x 278 (H) mm (ohne Füße) |
| Gewicht | 4,0 kg |
| USB | 2x Thunderbolt 3.0 mit Typ-C-Buchse und USB 3.1 Gen 2 |
| 4x USB 3.0 Typ-A | |
| LAN | 2x GBit-LAN 10/100/1000 (Killer E2400 mit Killer Shield) |
| WLAN 802.11ac/a/b/g/n und Bluetooth 4.0 (Killer N1535) | |
| Display | 2x HDMI, 2x Mini-DisplayPort |
