Windows und Intel haben keine Zukunft - sagt Acer
Acer-Gründer Stan Shih sieht das Ende der "Wintel"-Allianz. Der schwächelnde PC-Markt sei erst der Anfang der Geschichte. Bei Acer ist man bereits darum bemüht neue Geschäftsfelder zu erschließen und die sinkenden Margen aus dem PC-Markt über andere Ökosysteme zu stabilisieren.
Der PC-Markt steckt in der Krise, wie man jedes Quartal erneut von diversen Marktforschungsinstituten vorgerechnet bekommt. Acer-Gründer Stan Shih sieht darin erst den Anfang von Ende. Seiner Ansicht nach hat die "Wintel"-Allianz, also die Kombination aus Microsofts Betriebssystem Windows und Intels x86-Prozessoren, keine Zukunft. Gegenseitig hätten sich die beiden Unternehmen jahrelang zu besseren Leistungen getrieben und damit die Verkäufe der PC-Hersteller sichergestellt. Das sei nun vorbei, so Shih.
Shih stellt fest, dass die Gewinne des PC-Marktes weitestgehend bei den beiden Großen, also Microsoft und Intel landen, während das Umfeld weitestgehend leer ausgehen würde. Die Komplettsystemanbieter leiden derzeit unter der sinkenden Nachfrage nach klassischen PC-Systemen und den sinkenden Margen in diesem Geschäft. Bei Acer sieht man sich daher dazu gezwungen, neue Ökosysteme zu erschließen, um weiter profitabel arbeiten zu können. Google sei einer dieser neuen Partner, bei denen man das große Geschäft wittert, da deren offene Plattform den PC-Herstellern mehr Möglichkeiten lässt.
Parallelen zu Linux, ebenfalls ein freies Betriebssystem, seien aber mit Vorsicht zu genießen. Das Betriebssystem habe es nicht erfolgreich in den Massenmarkt geschafft und findet bekanntlich vornehmlich auf Servern einen Verwendungszweck. Immerhin ist Linux als Kern auf Smartphones erfolgreich, denn Googles Android basiert im Grunde auf der freien Architektur. Der Unterschied ist laut Shih letztlich, dass es im Fall von Android einen großen Anbieter gibt, der sich um eine permanente Weiterentwicklung kümmert, den Partnern aber trotzdem ausreichend Raum gewährt.
Ganz Abschreiben will er die "Wintel"-Allianz aber nicht. Gerade Microsoft habe durch die Übernahme von Nokia gute Chancen, sich auf dem Markt zu positionieren und einen Wachstumskurs einzuschlagen. Dafür müsse es Microsoft aber schaffen, dass Aktionäre, Partner und Verbraucher gleichermaßen von der Übernahme profitieren. Intel indes tut sich nach wie vor schwer damit auch im mobilen Sektor Fuß zu fassen.
Quelle: Digitimes

Die Problematik liegt an den umbarmherzig hohen Lizenzgebühren, die sowohl Intel als auch Microsoft verlangen. Freie (kostenlos) bzw. offene Systeme wie ARM-Prozessoren im Hardwaresegment und Android/Linux im Softwaremarkt wird da ganz klar Vorrang gegeben.
--> Im Gegensatz zu früher ist man von keinem der beiden Firmen angewiesen.
Intel hat lange den Mobilmarkt verschlafen/vernachlässigt und will das jetzt mit biegen und brechen diesen Rückstand gegenüber AMD aufholen (Stichwort APU). Daher wird alles in die iGPU geballert, was möglich ist. Der einstige Winzling "ATOM" hat es in der Netbook-Ära aus diversen Gründen nicht geschafft. Hier wird wohl nachgelegt. Ob es allerdings reicht um die Dominanz im Mobilmarkt zurück zu erlangen, ist noch fraglich.
--> ARM-Prozessoren sind nicht umsonst so stark. Intel wird sich eher auf den Kopf stellen als auch nur eine X86-Lizenz in deren Richtung zu geben (Beispiel Nvidia).
Microsoft hatte mit Vista einen Durchhänger und mit Seven wieder den Durchbruch. Seither ist das Unternehmen genau wie Intel dem Mobilwahn verfallen. Skype wurde gekauft und die komplette Firmenstrategie umgestellt. Das Ergebnis sieht man an diesem verkorksten Windows 8 und unzähligen Online-Diensten wie MS-Skydrive, MS App-Store etc....
Dazu bremst MS noch zusätzlich mit blödsinnigen Ideen wie DirectX 11.x nur exklusiv für Windows 8 anzubieten. Wenn man über 70% aller PCs von diesem Bereich ausschließt, braucht man sich nicht über noch schleppendere Verkäufe zu wundern. Insofern hat Acer hier recht.
Über katastrophale Mobilgeräte wie Surface verliert man besser kein Wort. Das sind Rohrkrepierer vor dem Herrn, auch wenn sie ein paar wenige Fans haben.
Ich bin gespannt wie sich dies weiterentwickelt. Microsoft und Intel müssen gravierend an ihren Produkten arbeiten, sonst zerfällt die Wintel-Alianz wirklich.
MS "braucht" dafür aber keiner, denn das liese sich auch anders lösen, nur im Moment halt nicht.
Die Masse des Geschäfts wird nun einmal aktuell mit OEM-PCs gemacht.
Wenn das wegbrechen sollte, dann hat nicht nur Acer ein Problem.
Intel z.B. macht noch guten Gewinn. Aber der schrumpft seit einiger Zeit gewaltig.
Wenn der in diesem Tempo weiter zurückgeht, kommt man schnell in die Verlustzone:
Umsatz- und Gewinnrückgang bei Intel | heise online
Der PC wird auch nicht morgen verschwinden und auch für Intel sehe ich nicht den Untergang, da in vielen Bereichen PCs weiterhin verwendet werden, weil man sie nicht ersetzen kann.
Was der gute Stan aber hier mitzuteilen versucht ist, dass sich der Markt wahrscheinlich gewaltig verändern wird.
Der Trend geht Richtung portable Geräte, denn für 08/15-Aufgaben reichen auch die und wenn der anhält verschwinden die Fertig-PCs aus den Regalen und da diese einen großen Teil des Kuchens darstellen, hat dann halt irgendjemand ein Problem. Acer zum Beispiel.