Gaming-PC im Sommerschlussverkauf? Erstaunlich starke Hardware für nur 980 Euro

Benchmark-Rekorde darf man im Preisbereich unter 1.000 Euro natürlich nicht erwarten, doch was der bei Media Markt für 979,90 Euro erhältliche Gaming-PC von Systemtreff bietet, ist für den Preis weit überdurchschnittlich.

News Stephan Wilke
Gaming-PC im Sommerschlussverkauf? Erstaunlich starke Hardware für nur 980 Euro
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; Mediamarkt.de/Systemtreff; Montage: PCGH

Es ist relativ einfach, mit einem hohen Budget einen guten Gaming-PC auf die Beine zu stellen. Die Spreu vom Weizen trennt sich allerdings dann, wenn auch für einen geringen Geldbetrag noch eine ausgewogene PC-Konfiguration für aktuelle PC-Spiele benötigt wird. Gerade im Preisbereich unter 1.000 Euro gilt es, an den richtigen Stellen zu sparen, unnötige Kostentreiber zu umgehen und trotzdem ordentliche Qualität zu verbauen. Bei dem Gaming-PC, den wir im Folgenden vorstellen, ist das unserer Meinung nach sehr gut geglückt - das Preis-Leistungs-Verhältnis ist weit überdurchschnittlich.

Aktuelle Plattform trotz kleinen Budgets

Der Gaming-PC von Systemtreff besteht trotz des geringen Preises nur aus Komponenten, die auch ein PC-Schrauber im Handel erwerben kann. Es kommen also keine OEM-Bauteile zum Einsatz, die sich von Retail-Produkten in womöglich wichtigen Eigenschaften unterscheiden und deren Qualität man nicht einschätzen kann. Das ermöglicht es außerdem, auch den Preis kritisch zu prüfen, da man als Bastler mit ausreichend Erfahrung schließlich auch selbst einen vergleichbaren Rechner auf die Beine stellen kann.

Bemerkenswert ist schon einmal, dass mit dem AMD Ryzen 5 7500F ein Sechskerner für den aktuellen Sockel AM5 zum Einsatz kommt. Das bedeutet nämlich, dass man bei Bedarf später ohne Mainboard- oder RAM-Wechsel noch auf eine schnellere CPU upgraden kann. Notwendig ist das vorerst aber nicht, denn der bis zu 5,0 GHz schnelle Prozessor mit Zen-4-Architektur bietet nach PCGH-Messungen immerhin durchschnittlich 61,8 % der Gaming-Leistung des Topmodells Ryzen 9 9950X3D. Gekühlt wird der AMD-Chip nicht etwa von einem lautstarken Boxed-Kühler, sondern dem NZXT T120 RGB, einem Turmkühler mit 120-mm-Lüfter.

Schnelles LAN, Wifi und 32 GiByte RAM

Auch beim Mainboard ist es Systemtreff gelungen, einen hohen Gegenwert zum kleinen Preis zu erhalten: Das Gigabyte B650M Gaming Plus Wifi mag zwar keinen Luxus wie USB4 bieten, bringt mit einer 2,5 Gbit/s schnellen LAN-Buchse und Wifi 6 aber bereits alles mit, was Gamer für die nächsten Online-Matches benötigen. Die Abwesenheit von PCI-Express 5.0 ist aufgrund der geringen Mehrleistung in der Praxis auf absehbare Zeit zu verschmerzen. Ein hoher Aufpreis hierfür wäre auf jeden Fall nur schwer zu rechtfertigen.

Während es im Preisbereich unter 1.000 Euro sehr viele Gaming-PCs gibt, die sich mit nur 16 GiByte Arbeitsspeicher begnügen müssen, kommt bei dem Media-Markt-Angebot ein Kit aus der Serie Kingston Fury Beast zum Einsatz, das mit 32 GiByte die doppelte Kapazität bietet und dank einer Freigabe für DDR5-6000 und CL 30 auch leistungstechnisch gut abschneidet. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es steht für anspruchsvolle Spiele genügend RAM zur Verfügung und auch Multi-Tasking ist viel besser möglich.

Aktuelle GPU-Technologie von Nvidia

Eine entscheidende Rolle für die Gaming-Leistung spielt bekanntlich die Grafikkarte, weshalb wir uns diese Komponente als Nächstes ansehen: Verbaut ist die Gigabyte Geforce RTX 5060 Windforce OC 8G, also eine geringfügig vorübertaktete Geforce RTX 5060. Dabei handelt es sich um eines der neuesten Modelle aus Nvidias aktueller RTX-50-Generation, weshalb die Grafikkarte ein modernes Feature-Set bietet, zu dem etwa DLSS 4 mit Multi Frame Generation gehört.

Natürlich wäre es für PC-Spieler besser, wenn Nvidia der Grafikkarte mehr als 8 GiByte Grafikspeicher gönnen würde, aber angesichts des Preisunterschieds von ca. 140 Euro zur Geforce RTX 5060 Ti 16 GB ist es offensichtlich, dass diese das Budget deutlich gesprengt hätte. Auch eine Radeon RX 9060 XT 16 GB würde den PC klar über die 1.000-Euro-Grenze schieben und Intels Arc B580 ist zwar mit 12 GiByte ausgestattet, aufgrund der durchschnittlich geringeren Gaming-Leistung bei höherem Energiebedarf, nicht ganz so guten Treibern und weniger starkem Feature-Set aber auch mit Kompromissen behaftet.

7.250 MB/s schnelle SSD und 80 Plus Silver

Für das vorinstallierte Betriebssystem Windows 11 Pro kommt eine WD_Black SN7100 von Western Digital zum Einsatz, die dank 1 TB Kapazität natürlich auch noch ordentlich Speicherplatz für Spiele und andere Anwendungen bereithält. Sie erreicht bis zu 7.250 MB/s beim Lesen und 6.900 MB/s beim Schreiben von Daten, reizt damit die Möglichkeiten der Schnittstelle PCI-Express 4.0 ×4 weitgehend aus und bietet damit Leistungswerte, die vor einigen Jahren noch im High-End-Bereich angesiedelt waren - mehr kann man in einem günstigen Gaming-PC nicht erwarten.

Die Energieversorgung übernimmt das Gigabyte P650SS, das dank 650 Watt und einer 54 Ampere starken 12-Volt-Leitung, die gerade für Grafikkarten wichtig ist, genug Power für eine Vielzahl möglicher PC-Upgrades bereitstellt. Die Betriebskosten werden dank der Energieeffizienz, welche die Anforderungen von 80 Plus Silver im EU-Netz mit 230 Volt erfüllt und damit etwa bei halber Auslastung mindestens 90 % beträgt, niedrig gehalten.

Kompaktes Gehäuse mit wenig Kompromissen

Auch wenn der bei Media Markt angebotene Gaming-PC als "Mini-PC" bezeichnet wird, muss man das Ganze relativ sehen: Da das Gigabyte C102 Glass, das als PC-Gehäuse zum Einsatz kommt, für die Installation von Micro-ATX-Boards (und nicht nur Mini-ITX) geeignet ist und auch Netzteile in Standardgröße (statt nur SFX) passen, ist der Rechner größer als kompromisslos auf kompakte Abmessungen getrimmte Mini-PCs, bei denen die Kühlung und Hardware-Kompatibilität aber eine Herausforderung darstellt.

Mit 45 cm Höhe, 21 cm Breite und 45 cm Tiefe findet der Spielerechner von Systemtreff aber trotzdem an vielen Stellen Platz, die für große Gaming-PCs nicht infrage kommen, und mit Montagemöglichkeiten sogar für 360er-Radiatoren an der Vorder- und Oberseite stehen zahlreiche Aufrüstpfade offen. Dank Mesh-Front und einem Seitenteil aus Glas wurden Kühlung und Hardware-Präsentation gleichzeitig berücksichtigt.

Wie gut ist der Preis?

Gerade dann, wenn der Geldbeutel schmal ausfällt, liegt es für erfahrene PC-Schrauber nahe, den Zusammenbau selbst vorzunehmen und dadurch Kosten zu sparen. Daher haben wir uns mithilfe des Geizhals-Preisvergleichs genau angesehen, wie hoch der Gegenwert ausfällt, den man bei dem Gaming-PC für 979,90 Euro erhält.

Im Gaming-Rechner von Systemtreff stecken diese Bauteile. Quelle: Geizhals.de; Zuschnitt: PCGH Im Gaming-Rechner von Systemtreff stecken diese Bauteile. Wie Sie sehen können, beträgt der Preis für alle Bestandteile der PC-Konfiguration bereits über 950 Euro. Dabei stammen die abgebildeten Bestpreise von verschiedenen Händlern und zudem sind in der Aufstellung noch gar keine Versandkosten berücksichtigt (die beim Systemtreff-PC entfallen!). Zuzüglich der Versandkosten kann man den Gaming-PC also selbst im Eigenbau praktisch nicht zu einem besseren Preis umsetzen. Wer den Rechner von Systemtreff kauft, spart sich aber nicht nur die Schraubarbeit, sondern kann sich sogar noch auf den Service für die Zusammenstellung verlassen.

Fazit: Gaming-PC von Systemtreff

Es ist selbstverständlich, dass man bei einem kleinen Budget Kompromisse eingehen muss. Die Experten von Systemtreff haben es aber trotzdem geschafft, eine ausgewogene Konfiguration auf die Beine zu stellen, die allen aktuellen PC-Spielen gewachsen ist und gute Voraussetzungen für spätere Upgrades bietet. Angesichts der Hardware, die in dem bei Media Markt erhältlichen Gaming-PC steckt, ist es aber vor allem erstaunlich, dass er nur 979,90 Euro kostet. Auch wenn man den Spielerechner selbst zusammenbaut, erhält man ihn nicht günstiger!

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