Gaming-PC kaufen und beim Netzteil sparen: Warum das eine gute Idee ist

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Möchte man einen Gaming-PC kaufen oder aufrüsten und hat dafür kein üppiges Budget zur Verfügung, muss man zwangsläufig sparen. Obwohl das Netzteil mit der Energieversorgung aller Komponenten im Endeffekt die wichtigste Aufgabe übernimmt, ist es möglich, bei diesem Bauteil sinnvoll zu sparen - so wie wir es selbst bei den PCGH-Ratgeber-PCs tun.

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Gaming-PC kaufen und beim Netzteil sparen: Warum das eine gute Idee ist
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3

Bei einer modernen Grafikkarte, einem schnellen Prozessor oder auch einem neuen Monitor sind die Vorteile meist kaum zu übersehen: Ein tolles Bild und hohe Bildraten sind Vorteile, die PC-Spieler meist unmittelbar wahrnehmen. Beim Netzteil verhält es sich hingegen anders: Solange es seine Aufgabe erfüllt, nimmt man es eigentlich nicht wahr. Aufmerksamkeit erhält die Komponente meistens nur dann, wenn Probleme auftreten, etwa die Lüfter laut rattern, der PC aufgrund von Überlastung die Funktion einstellt oder gar Komponenten beschädigt werden. Daher ist es verlockend, beim Aufrüsten oder Zusammenstellen eines neuen Gaming-PCs Geld beim Netzteil einzusparen. Wie wir vor Kurzem aufgezeigt haben, kann das aber eine sehr schlechte Idee sein, wenn man am falschen Ende spart.

Es muss kein High-End-Netzteil sein

Bedeutet das also, dass man nur das Beste vom Besten verbauen darf, um beim Netzteil auf der sicheren Seite zu sein? Keinesfalls! Hier sind einige technische Aspekte, bei denen man Kompromisse eingehen kann, ohne die Gesamtleistung des Systems oder die Sicherheit zu gefährden:

  • Effizienz-Zertifizierung: Netzteile werden oft nach ihrem Wirkungsgrad zertifiziert, was meistens durch das Label 80 Plus gekennzeichnet wird. Die Stufen reichen von "80 Plus" bis zu "80 Plus Titanium". Höhere Effizienz bedeutet eine bessere Energieumwandlung und weniger Energieverlust als Wärme, ist also grundsätzlich ein wichtiges Kaufkriterium. Man kann aber sinnvoll sparen, indem man sich für ein Netzteil mit einer niedrigeren Zertifizierung wie 80 Plus Silver oder Gold entscheidet, statt auf Platinum oder Titanium zu bestehen. Rund 90 % Effizienz bei 50 % Last schaffen dank des technischen Fortschritts heute auch preiswerte Netzteile, für wenige Prozent mehr Effizienz zahlt man oft einen unverhältnismäßig hohen Aufpreis. Gerade wenn man einen Gaming-PC selten länger als 2-3 Stunden nach Feierabend nutzt, dauert es Jahre, bis der höhere Kaufpreis durch die Stromersparnis wettgemacht werden kann - falls überhaupt.
  • Modulare Kabel: Vollmodulare Netzteile ermöglichen es Ihnen, nur die Kabel anzuschließen, die Sie wirklich benötigen, was zu einem aufgeräumteren Gehäuse und möglicherweise besseren Luftstrom führt. Semi-modulare Netzteile bieten in der Praxis aber kaum Nachteile, da bestimmte Stromkabel essenziell sind, um einen Gaming-PC überhaupt betreiben zu können. Daher sollte es Sie auch nicht stören, wenn die Kabel für Mainboard und Grafikkarte fest mit dem Netzteil verbunden sind. Selbst Netzteile, bei denen sämtliche Kabel bereits vormontiert sind, stellen nur eine geringfügige Beeinträchtigung dar: Sicherlich, die Stromkabel müssen im Gehäuse verstaut werden, aber sofern man kein besonders kompaktes Mini-PC-Gehäuse nutzt, ist das auch fast immer möglich, ohne Lüfter oder Lufteinlässe zu blockieren.
  • Kühlung und Belüftung: Ein Netzteil altert schneller oder kann sogar die Funktion einstellen, wenn es nicht ausreichend gekühlt wird. Allerdings gibt es auch Kühlungs-Luxus, der für einen günstigen Gaming-PC nicht benötigt wird: Es ist zwar schön, wenn das Netzteil bei geringer Auslastung den Lüfter anhält, ein laufruhiges Modell bei niedrigen Drehzahlen stört die meisten PC-Spieler aber nicht. Ein komplett passives, also lüfterlos gekühltes Netzteil (oder gar eine sehr selten anzutreffende Wasserkühlung) für das Netzteil erhöhen den Preis allerdings massiv und sind daher in einem günstigen Gaming-PC fehl am Platz.
  • Überdimensionierung: Oftmals überschätzen Nutzer den Leistungsbedarf ihres Systems. Ein Gaming-PC, der ein Netzteil mit 1.000 Watt oder mehr zwingend benötigt, ist die absolute Ausnahme. Sicherlich, zu knapp sollte ein Netzteil nicht dimensioniert sein, aber für günstige Gaming-PCs sind Netzteile im Bereich von 500 bis 700 Watt meistens vollkommen ausreichend. Wie viel Watt ein Rechner benötigt, unterscheidet sich natürlich stark von den gewählten Komponenten. Bei einem Komplett-PC können Sie sich darauf verlassen, dass das Netzteil ausreichend viel Leistung zur Verfügung stellen kann. Bei einer eigenen PC-Zusammenstellung sollten Sie sich über den maximalen Energiebedarf der größten Stromfresser, also Grafikkarte und Prozessor, informieren, zum Beispiel in Tests von PCGH. Schlagen Sie dann eine wohl dimensionierte Reserve für Mainboard, Laufwerke & Co. von z. B. 200 Watt drauf, werden Sie bei günstigen Gaming-Rechnern fast immer in dem genannten Wattbereich landen. Wichtiger als die reine Leistungsangabe ist die Qualität des Netzteils, damit nicht nur bei konstanter Last, sondern auch bei im Gaming-Alltag oft anzutreffenden Lastwechseln alles glattläuft.
  • Optik: Soll das Netzteil in einer bestimmten Farbe lackiert sein, eine RGB-LED-Beleuchtung bieten oder sogar mit einem Display ausgestattet sein, lassen sich das Hersteller normalerweise gut bezahlen. Bei Merkmalen, die nur das Aussehen des Netzteils betreffen, können Sie hemmungslos sparen, ohne sich Nachteile einzuhandeln, welche die Stabilität oder die Sicherheit des PCs beeinträchtigen. Da LEDs, Displays & Co. Strom benötigen, sparen Sie sogar Energie ein, wenn Sie auf derartige Features verzichten.

Am richtigen Ende sparen

Ja, man kann ohne Probleme beim Netzteil sparen - sollte aber wissen, wo man guten Gewissens Kompromisse eingehen kann und wo nicht. Bei den PCGH-Ratgeber-PCs verbauen wir in allen Fällen Markennetzteile von Herstellern wie Be quiet und Corsair, von deren Qualität wir überzeugt sind. Zwei günstige Gaming-PCs, bei denen günstige, aber keinesfalls billige Netzteile verbaut wurden, stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor.

PCGH-Ratgeber-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget

Im PC-Konfigurator von Dubaro haben Sie die Möglichkeit, jeden PCGH-Ratgeber-PC umfassend zu individualisieren, bevor Sie ihn bestellen. Sollte ein bestimmtes Merkmal Ihren Wünschen nicht entsprechen, besteht in vielen Fällen die Option, die Konfiguration des PCGH-Ratgeber-PCs anzupassen, um sie optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. So können Sie beispielsweise ein anderes Gehäuse auswählen oder eine zusätzliche SSD hinzufügen.

PCGH-Ratgeber-PC 900 Edition mit Ryzen 5 5600 + Geforce RTX 4060

Die Gaming-Konfiguration PCGH-Ratgeber-PC 900 Edition bietet mit dem Ryzen 5 5600 einen schnellen Sechskernprozessor mit bis zu 4,4 GHz. Die CPU zeigt ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und erreicht im PCGH-CPU-Index 55,5 % und in Spielen sogar 60,7 %. Ergänzt wird die CPU durch 16 GiByte DDR4-3600 Arbeitsspeicher von Kingston Fury Beast auf einem Gigabyte-B550M-DS3H-Mainboard. Für die Grafik ist eine Nvidia Geforce RTX 4060 zuständig, die mit 28,3 % im PCGH-Grafikkarten-Index und 26,9 % im Raytracing-Index gute Werte für ihre Preisklasse liefert. Als Speicherlösung dient eine 1 TB Kingston-NV2-SSD, die mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3.100 MB/s deutlich schneller als ähnlich teure SATA-SSDs ist. Die Energieversorgung übernimmt ein 500 Watt starkes Be quiet! Pure Power 11. Trotz seines günstigen Preises bietet es 80-Plus-Gold-Effizienz, Das Endorfy Ventum 200 Air Gehäuse mit Glasfenster rundet das attraktive Design ab. Dieser von Dubaro angebotene Gaming-PC wurde kürzlich von 900 auf 800 Euro reduziert und kommt mit einer PCGH-Wärmeleitpaste Carbonite Ultra sowie einem Gutschein für ein PCGH-Sonderheft als Gratiszugabe.

PCGH-Ratgeber-PC 1500 Edition mit Ryzen 7 5700X3D + Radeon RX 7800 XT

Für ordentlich Dampf sorgt in diesem Gaming-PC ein Ryzen 7 5700X3D. Der 8-Kerner ist dank zusätzlich verbautem 3D V-NAND mit einem besonders großen Cache ausgestattet, der gerade in Spielen als Nachbrenner fungiert und auch die Energieeffizienz steigert. Im PCGH-CPU-Index erreicht der Prozessor 76 % der Gaming-Leistung eines Core i9-14900K. Die Kühlung übernimmt ein Be quiet! Dark Rock 4, während ihm 32 GiByte DDR4-3600 RAM von Kingston Fury Beast zur Seite stehen. Die Grafikkarte Radeon RX 7800 XT bietet viel Leistung und Speicher für das investierte Geld. Erst bei Aktivierung von Raytracing zeigt die ähnlich bepreiste Geforce RTX 4070, die allerdings nur 12 statt 16 GiByte RAM bietet, Vorteile. Das Herzstück bildet das Mainboard Gigabyte B550 Gaming X V2, bestückt mit einer 2 TB großen Kingston NV2 NVME-SSD. Die Stromversorgung leistet ein 700 Watt starkes Be quiet! Pure Power 11, und das Ganze ist in einem Corsair 3000D RGB Airflow Black Gehäuse verbaut. Das aktuelle Angebot umfasst zusätzlich eine PCGH-Wärmeleitpaste Carbonite Ultra und einen Gutschein für ein PCGH-Sonderheft als kostenlose Beigabe.

Achten Sie beim Kauf eines Gaming-PCs oder beim Aufrüsten auf die Qualität des Netzteils und bei welchen Aspekten eines Netzteils würden Sie bevorzugt sparen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cernan68 Freizeitschrauber(in)
        Mein PC ging mit einem 850 Watt Netzteil in dem Game New World einfach aus, mit einer 4090. Passende Netzteile mit den neuen Spezifikationen gab es da noch nicht. Also habe ich einfach mal ein be Quiet Straight Power 1200 Watt reingedübelt und gut ist. Seither keine Probleme. Außerdem sind die Schutzschaltungen ein Thema, das man nicht außer Acht lassen sollte, sie schützen die teure Hardware hinter dem Netzteil

        Nie wieder würde ich beim Netzteil sparen. Da sehe ich viel mehr Potenzial beim Mainboard. Ein Kumpel von mir kauft da immer die teuren für 700 € oder mehr, dabei betreibt er keinerlei Overclocking. Da bin ich dann in der Mittelklasse für 250 € unterwegs, das bietet alles, was ich brauche.
      • Von Cernan68 Freizeitschrauber(in)
        Mein PC ging mit einem 850 Watt Netzteil in dem Game New World einfach aus, mit einer 4090. Passende Netzteile mit den neuen Spezifikationen gab es da noch nicht. Also habe ich einfach mal ein be Quiet Straight Power 1200 Watt reingedübelt und gut ist. Seither keine Probleme. Außerdem sind die Schutzschaltungen ein Thema, das man nicht außer Acht lassen sollte, sie schützen die teure Hardware hinter dem Netzteil

        Nie wieder würde ich beim Netzteil sparen. Da sehe ich viel mehr Potenzial beim Mainboard. Ein Kumpel von mir kauft da immer die teuren für 700 € oder mehr, dabei betreibt er keinerlei Overclocking. Da bin ich dann in der Mittelklasse für 250 € unterwegs, das bietet alles, was ich brauche.
      • Von derneuemann Lötkolbengott/-göttin
        Also mein I5 13400 und die 4070ti super kommen super mit dem Corsair SF 450 zurecht
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        Aha... muss ich die Artikel in einer bestimmten Reihenfolge lesen, damit sie Sinn ergeben?

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      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von Pu244
        Tja, letztens wurde noch das genaue Gegenteil empfohlen:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        In den Kommentaren hat jemand genau das vorhergesehen.
        Wer das wohl wahr?
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Irgendwer schrieb ja neulich das der clickbait weniger wird.
        Sehe ich jetzt nicht.
      • Von Wired BIOS-Overclocker(in)
        Auf der anderen Seite ist ein Problem aber auch, wenn man ein sparsames System System zusammenbaut dann muss man zum Teil ein Überdimensioniertes Netzteil kaufen weil jener Hersteller kein passendes im Sortiment hat.

        In meinem Fall wäre das bei der neuen Grafikkarte (mit weniger Verbrauch aber mehr Leistung) ein 700Watt Netzteil weil es keine 600Watt Version mehr gibt bei der Aktuellen Serie. :/
      Direkt zum Diskussionsende
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