Speicherkrise treibt PC-Preise: Was so dramatisch ist und was wir bei den PCGH-PCs tun

KI boomt, RAM wird teuer - ist es so einfach? Welche Faktoren die aktuelle Speicherkrise beeinflussen, welche Entwicklung wir bei den PCGH-PCs erwarten und wie wir angesichts dessen weiter vorgehen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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News Stephan Wilke
Speicherkrise treibt PC-Preise: Was so dramatisch ist und was wir bei den PCGH-PCs tun
Quelle: Symbolbild erzeugt mit ChatGPT

Wer in den vergangenen Wochen über den Kauf von Arbeitsspeicher nachgedacht und die Preise geprüft hat, dürfte mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Verzweiflung auf die neue Preisrealität reagiert haben: RAM-Kits mit Lieferzeiten, die nicht in Tagen, sondern in Monaten angegeben werden, und Preise, die innerhalb kurzer Zeit um den Faktor 3, 4 oder 5 angestiegen sind, sprengen alles, was man auf dem auch schon zuvor recht volatilen RAM-Markt an Preisschwankungen gesehen hat.

KI-Boom treibt HBM-Nachfrage, drei Fertiger dominieren den Markt

Praktisch jede IT-Website hat in den vergangenen Wochen über das Phänomen berichtet. Allgemein akzeptiert ist, dass die hohe Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Training und -Anwendungen der entscheidende Faktor ist, denn in den Bereich investieren große Player wie Alphabet, Meta und Microsoft hunderte Milliarden, um neue Rechenzentren auf die Beine zu stellen und existierende zu erweitern und bei Bedarf zu erneuern. An einer sehr hohen Nachfrage besteht daher kein Zweifel.

Auf der Angebotsseite sind es die Speicherchipfertiger SK Hynix, Samsung und Micron welche über 90 % der globalen Umsätze mit DRAM erzielen - andere Akteure wie Nanya und Winbond sind aufgrund geringer Marktanteile zu vernachlässigen. Hier gab und gibt es gleich mehrere Aspekte, die eine Rolle spielen. Beispielsweise schwenkte SK Hynix immer stärker auf die Produktion des für den KI-Einsatz stark nachgefragten Speichertyp HBM mit höheren Margen als DRAM um, was SK Hynix Anfang 2025 rund 70 % Marktanteil im HBM-Markt bescherte. Samsungs komplette HBM-Produktion für das kommende Jahr ist bereits ausgebucht.

Viel weniger HBM bei gleicher Waferkapazität

Relevant ist das unter anderem deshalb, weil beide Speichertypen unterschiedlich viel Platz auf den Wafern benötigen, aus denen die Chips bekanntlich produziert werden. Für HBM3E gibt der Fertiger Micron an, dass drei Mal so viel Silizium pro Bit Speicherkapazität wie für DDR5-RAM benötigt wird, für das zukünftige HBM4E soll der Flächenbedarf sogar auf das mehr als Vierfache ansteigen. HMB3E kommt derzeit etwa für Nvidias GB200 NLV72 zum Einsatz: In einem Rack mit 36 Grace-/72-Blackwell-GPUs stecken 13,4 TiB HBM3E-Speicher (zusammen mit 17 TiB LPDDR5X-RAM für die 2.592 Arm-CPU-Kerne).

Steigende DRAM-Preise schaffen Anreize, aber ...

Dass die Speicherfertiger trotzdem gerne HBM statt DRAM produzieren, liegt daran, dass sie sich den größeren Waferbedarf gut bezahlen lassen und in der Vergangenheit das Vielfache verlangen konnten. Durch die erheblich gestiegenen DRAM-Preise gibt es für die Fertiger mittlerweile immerhin starke finanzielle Anreize, die Produktion von DDR5-Speicherchips hochzufahren. Erste Ankündigungen diesbezüglich aus Südkorea gab es bereits dazu, doch klar sollte sein: Bis die zusätzliche Kapazität aus umgerüsteten Fertigungsanlagen den Markt erreichen, wird es noch viele Monate dauern. 2026 dürften die RAM-Preise daher erst einmal hoch bleiben oder noch weiter steigen.

Nicht ausblenden sollte man, dass die Speicherhersteller durchaus ein Eigeninteresse daran haben, das Angebot eher knapp zu halten und höhere Margen zu erzielen. Weiten sie die DRAM-Produktion nämlich schnell und deutlich aus, wie es spätestens vor einigen Monaten erforderlich gewesen wäre, um die aktuelle Lage auf dem PC-Markt zu entschärfen, erhöht das für sie die Gefahr, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Überangebot kommt. Neue Chipfabriken aus dem Boden zu stampfen, um die für HBM, DRAM und Flash zur Verfügung stehende Gesamtkapazität zu steigern, dauert hingegen Jahre.

Preisabsprachen und Cloud-Zwang?

Illegale Preisabsprachen, wie sie in der Vergangenheit unter DRAM-Produzenten bereits nachgewiesen werden konnten, gelten angesichts der stark konzentrierten Produktionsmacht von SK Hynix, Samsung und Micron heutzutage gar nicht mehr als erforderlich: Solange die Hersteller sich durch öffentliche Äußerungen gegenseitig signalisieren, dass sie bereit sind, die Produktion nicht deutlich auszuweiten, werden die DRAM-Preise weiter hoch bleiben.

Ein weiterer Effekt der Speicherkrise: Wenn Endkunden ihren Bedarf an Rechenleistung nicht mehr kostengünstig decken können, sehen sie sich nach Alternativen um. Internetbasierte Dienste wie Cloud-Gaming könnten davon profitieren, sodass manch einer hinter der aktuellen Speicherkrise schon eine Strategie der im KI-Markt großen aktiven Player vermutet, um durch das Austrocknen des PC-Markts die Attraktivität und Nachfrage von Cloud-Angeboten zu erhöhen. Dass es sich dabei aber eher um einen willkommenen Nebeneffekt handelt, erscheint ebenfalls plausibel.

Keine faulen Kompromisse bei den PCGH-PCs

Für PC-Spieler gibt es abgesehen von Aussitzen oder mehr bezahlen vorerst keinen Ausweg aus der Speicherkrise, die leider auch PC-Fertiger wie Krotus Computer betrifft. Unser Partner für die PCGH-PCs prognostiziert bereits, dass die Preise für die Systeme im kommenden Jahr weiter steigen werden. Aktuell kann nämlich noch teilweise auf günstiger eingekauften Arbeitsspeicher für die PC-Produktion zurückgegriffen werden, doch da die Liefersituation bei RAM sehr angespannt und bei den Preisen keine Entspannung in Sicht ist, führt kein Weg daran vorbei, die Preisrealität in die Preise der PCGH-PCs einfließen zu lassen, um diese überhaupt weiter anbieten zu können.

Das heißt für alle Leser, die mit dem Kauf eines PCGH-PCs liebäugeln: Wer jetzt zugreifen kann, spart mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich gegenüber Käufern, die im Frühjahr den Kauf eines neuen Gaming-PCs durchführen. Wir mussten zwar in Einzelfällen schon Kompromisse eingehen, etwa die Standardkonfiguration beim PCGH-Premium-PC RTX5070Ti-Edition V2 sowie dem PCGH-High-End-PC RTX5080-Edition V2 von 48 auf 32 GiByte zurückstufen, möchten aber weiterhin ausgewogene, sinnvolle Konfigurationen anbieten.

Wir werden beispielsweise einen Gaming-PC mit High-End-Komponenten wie den PCGH-Extreme-PC RTX5090-Edition V2 nicht auf 16 statt 64 GiByte RAM drücken, nur um ein bestimmtes Preisziel zu halten oder ein vermeintliches Schnäppchen mit hoher Rechenleistung bewerben zu können. Eher werden wir das Angebot nach unten erweitern, um Einstiegsmöglichkeiten zu einem niedrigeren Preispunkt zu schaffen.

Krotus Computer bietet bei allen PCGH-PCs einen umfangreichen Service: Stresstest, Lüfterkurven, aktuelle UEFI- und Treiberversionen etc. Quelle: Krotus Computer Krotus Computer bietet bei allen PCGH-PCs einen umfangreichen Service: Stresstest, Lüfterkurven, aktuelle UEFI- und Treiberversionen etc.

Fazit: Speicherkrise treibt PC-Preise

Die PCGH-PCs werden teurer, was direkt mit steigenden Kosten für Arbeitsspeicher, aber auch SSDs zusammenhängt. Hält die aktuelle Ausnahmesituation weiter an, werden sich weitere Preissteigerungen nicht vermeiden lassen. Trotzdem möchten wir an ausgewogenen Konfigurationen festhalten und keine PCGH-PCs anbieten, die ihre Rechenleistung aufgrund von Speichermangel nicht ausspielen können.

Was meinen Sie? Sind Sie mit ihrem aktuellen Gaming-PC gut aufgestellt oder betrifft sie die aktuelle Speicherkrise? Halten Sie es für sinnvoll, die Speichermenge bei den PCGH-PCs beizubehalten?

PCGH-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget

Im PC-Konfigurator von Krotus Computer haben Sie die Möglichkeit, jeden PCGH-PC umfassend zu individualisieren, bevor Sie ihn bestellen. Sollte ein bestimmtes Merkmal Ihren Wünschen nicht entsprechen, können Sie die Konfiguration des PCGH-Gaming-PCs anpassen, um ihn optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. So können Sie etwa ein anderes Gehäuse und mehr RAM auswählen oder eine zusätzliche SSD hinzufügen.

<strong>Speicherkrise treibt PC-Preise:</strong> Was so dramatisch ist und was wir bei den PCGH-PCs tun Quelle: PCGH Speicherkrise treibt PC-Preise: Was so dramatisch ist und was wir bei den PCGH-PCs tun

Alle PCGH-PCs basieren auf der zur Verfügung stehenden Auswahl an Komponenten sowie unseren Tests und Empfehlungen aus der Redaktion. Die PC-Zusammenstellungen werden regelmäßig aktualisiert. Sie können diese auch als Bauvorschläge für den Selbstbau nutzen, als Komplett-PC bestellen oder im PC-Konfigurator bei unserem Partner Krotus Computer Ihren Wünschen anpassen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sbtm1585 Kabelverknoter(in)
        Vor zwei Jahren einen neuen PC gebaut, 32GB RAM damals 150€ gezahlt. Aus Spaß jetzt mal geschaut was der gleiche Speicher nun kostet... 540€ 😕
        Für 580€ gibt es 2x32 statt 2x16 von gleichen Modell. Also wenn ich meine 2x16 Riegel verkaufe dann könnnnnte ich doch noch irgendwie relativ "preiswert" meinen RAM aufrüsten?
        Ich sitze die Sache wahrscheinlich eher aus denn bei meinem usecase gab es bisher keine Notwendigkeit für mehr als 32gb, geschweige denn habe ich die 32gb bisher überhaupt ausnutzen müssen.
      • Von sbtm1585 Kabelverknoter(in)
        Vor zwei Jahren einen neuen PC gebaut, 32GB RAM damals 150€ gezahlt. Aus Spaß jetzt mal geschaut was der gleiche Speicher nun kostet... 540€ 😕
        Für 580€ gibt es 2x32 statt 2x16 von gleichen Modell. Also wenn ich meine 2x16 Riegel verkaufe dann könnnnnte ich doch noch irgendwie relativ "preiswert" meinen RAM aufrüsten?
        Ich sitze die Sache wahrscheinlich eher aus denn bei meinem usecase gab es bisher keine Notwendigkeit für mehr als 32gb, geschweige denn habe ich die 32gb bisher überhaupt ausnutzen müssen.
      • Von Sweebl Schraubenverwechsler(in)
        Ich bin so unfassbar froh letztes Jahr meinen Rechner erneuert zu haben hätte ich doch lieber 64 statt 32 GB RAM reingekloppt... Aber naja werden dann auch keine Spiele gekauft die mehr wollen.
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