Einstiegs-PCs verschwinden bis 2028: Speicherkrise treibt Preise in die Höhe
Steigende Speicherpreise treiben PC-Preise in die Höhe. Laut Gartner machen hohe RAM- und SSD-Kosten günstige PCs unrentabel - das Einsteigersegment könnte bis 2028 komplett verschwinden.
Der PC-Markt steht vor gravierenden strukturellen Veränderungen: Laut Gartner steigt der Anteil von RAM- und SSD-Kosten auf rund 23 Prozent der Stückkosten, was Herstellern kaum noch Spielraum lässt, günstige PCs unter etwa 500 US-Dollar profitabel anzubieten. HP meldete vor Kurzem sogar, dass man 35 Prozent der Stückkosten nur für DRAM und NAND ausgibt.
Analyst Ranjit Atwal betont daher, dass dieser Anstieg "Lieferanten die Möglichkeit nimmt, Kosten zu absorbieren", wodurch Geräte mit niedrigen Margen schlicht unwirtschaftlich würden. In der Folge erwartet Gartner, dass das klassische Einstiegs-PC-Segment bis spätestens 2028 aus dem Markt verschwinden wird.
Schaut man sich andere Märkte an, kennt man das Ergebnis bereits oder kann es beobachten. Im Bereich der Fotografie ist der Einstiegsmarkt aufgrund des Wettbewerbs durch Smartphones nahezu komplett ausgetrocknet. Das Portfolio beginnt heute weitestgehend mit den Systemkameras. Der Fahrzeugbau erlebt ein verwandtes Szenario für Kleinwagen, wo die Margen so dünn sind, dass viele Hersteller keine teuren Neuentwicklungen mehr stemmen wollen und die Modelle eingestellt werden.
Speicherkrise und Marktverschiebungen
Die zentrale Stellschraube hinter dieser Entwicklung sind stark steigende Preise für Speicherbausteine. DRAM- und NAND-Preise sollen laut aktuellen Prognosen bis Ende 2026 um bis zu 130 Prozent zulegen, was sich direkt auf die Verkaufspreise von Komplett-PCs auswirkt.
Hersteller, die bislang günstige Systeme mit geringen Margen angeboten haben, sind dadurch in einer schwierigen Situation: Entweder sie geben die höheren Kosten an den Endkunden weiter - und riskieren starke Nachfrageeinbrüche - oder sie senken die Margen so weit, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist. Gartner geht davon aus, dass viele Anbieter ein geringeres Volumen bevorzugen werden, statt auf Margen zu verzichten.
Zugleich verschieben sich Produktionskapazitäten bei Speicherherstellern stärker in Richtung höherer Margen-Segmente wie Server-DRAM oder spezialisierte Module für KI-Rechenzentren, was die Versorgung im Commodity-DRAM-Bereich weiter verknappt.
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Auswirkungen auf Käufer und Upgrade-Zyklen
Für Endkunden bedeutet das vor allem höhere Einstiegspreise und längere Nutzungszeiträume: Gartner-Analysten rechnen damit, dass Privatkunden Geräte im Schnitt 20 Prozent länger nutzen werden, bevor sie aufrüsten. Bei Geschäftskunden wird eine Erhöhung der Lebensdauer um etwa 15 Prozent prognostiziert.
In diesem Umfeld könnten Käufer von preisbewussten, neuen Geräten hin zu gebrauchten oder generalüberholten Systemen wechseln, um Kosten zu sparen. Besonders im Smartphone-Bereich wird ein ähnliches Schrumpfen des Einsteigersegments erwartet.
Die gesamte Situation hatte bereits dafür gesorgt, dass die eigentlich teuren Macbook Pro zu einem halbwegs vernünftigen Angebot wurden. Apple hat die Preise bisher nicht angepasst, weil man mutmaßlich sehr viel Luft in der Marge hat - speziell bei den gut mit Speicher ausgestatteten Modellen. Dazu bekommt man dann die ganzen Vorzüge eines Macbook Pro - das gute Display, die guten Lautsprecher und die beliebte Kombination von Tastatur und Touchpad.
Markt und Zukunftsaussichten
Längerfristig könnte sich der Markt zwar wieder stabilisieren, doch die RAM-Engpässe und hohen Preise dürften den PC-Preisdruck mindestens bis Ende des Jahrzehnts aufrechterhalten. Intern wird teilweise sogar erwartet, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Speicher-Angebot und -Nachfrage bis 2030 fortsetzt - vor allem, weil der Aufbau neuer Fertigungskapazitäten Jahre in Anspruch nimmt.
Für viele OEMs bedeutet dies einen Strategiewechsel hin zu höherwertigen oder spezialisierten Geräten, bei denen größere Margen erzielbar sind - etwa leistungsfähige Notebooks mit KI-Funktionen oder Business-Kundenlösungen mit längeren Wartungsverträgen.
Natives Gaming für tiefe Taschen
Gaming wird vom Aussterben des Sub-500-US-Dollar-Bereiches kaum betroffen sein, aber das Hobby wurde die vergangenen Jahre merklich teurer - getrieben von primär steigenden Preisen für Grafikkarten. Gaming mit nativ berechneten Pixeln scheint in jedem Fall ein Enthusiastenhobby zu werden, während sich im Mittelfeld bereits zunehmend Hilfsmittel wie Echtzeit-Upscaling und Frame Generation durchsetzen. Die Entwicklung könnte Cloud-Gaming in die Hände spielen - speziell bei Gelegenheitsspielern und jenen mit begrenztem Budget. Das Spiel wird dann aus der Cloud auf einem recht simplen Gerät ausgeliefert - eine ausreichend taugliche Internetverbindung vorausgesetzt.
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Quelle: Gartner

Immer wenn eine neue Technologie auf den Markt kommt, leiden andere Technologien und die die es sich leisten können sind zu Beginn nur wenige. Das wird sich aber alles regulieren und nichts hat ewig Bestand.
Highend PCs für "Highend" Games halte ich für übertrieben. Alleine schon die vielen älteren Games die die meisten z.B. bei Steam als Pile of Shame in ihren Biblotheken haben sollten nicht unterschätz werden. Genau wie die in den letzten Jahren erstarkten kleineren Gameentwickler kommen mit interesanten Games auf den Markt die weit weniger Hardwareleistung benötigen als die angeblichen Highendprodukte der letzten Jahre die meist nur ein Aufguss alter Strukturen ohne wirklcihen oder zumindest seltenen Highlights.
Ich baue im moment zumindest meinen Pile of Shame ab. Man braucht nicht immer die neusten Games sofort und dadurch erspare ich mir jetzt teuere Hardware zu kaufen.
Vielleicht werden Einstiegsrechner wieder der Hit des Jahres.
Abwarten...
Die Frage ist immer nur, wie viel kann man auf solche Informationen geben, die ein Unternehmen wie Gartner kostenlos ins Internet lässt. So etwas öffentlich zu sagen macht angreifbar, also völlig daneben wird man aus jetzigem Standpunkt sicher nicht liegen, kann aber gut sein, dass da noch mehr zur Wahrheit gehört.
Ansonsten geht es da logischerweise nicht ums Gaming, man könnte die Aussage aus dem Original sogar so interpretieren, dass es dabei nur um Laptops geht.
So oder so geht es nur um das <500$ Segment und das ist als *Neuware* doch schon länger uninteressant. Da gehört nicht viel Vorstellungskraft dazu, dass es in zwei Jahren! da quasi nichts mehr gibt, alleine schon wegen den typischen Preiserhöhungen und der Inflation.
Könnte aber alles auch wieder sofort vorbei sein. Sobald eine AI "gewinnt" müsste das Race aus sein.