Zu Unrecht ignoriert? Neue Tests zeigen: Arrow Lake schlägt Ryzen bei gleichem Preis
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AMDs Ryzen 7 9800X3D ist ein Bestseller, Arrow Lake gilt bei vielen Gamern als Flop. Dabei sind die Intel-CPUs seit dem Launch durch Updates deutlich schneller geworden - so schnell, dass auch PC-Spieler sie auf dem Schirm haben sollten.
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Kaum ein CPU-Launch der letzten Jahre war im Vorfeld so spannend wie Arrow Lake: Die Prozessoren der Serie Intel Core Ultra 200S für den Sockel 1851 unterscheiden sich technisch nämlich stark von vorherigen Intel-Prozessoren. Der Wechsel vom monolithischen Aufbau auf ein Tile-Design, eine neue Fertigung bei TSMC im N3-Prozess, eine NPU nun auch im Desktop, eine aufgebohrte Grafikeinheit und die Unterstützung von RAM-Modulen mit Clock Driver sind nur einige der neuen Features - so viel Innovation gab es beim Erfinder der x86-Architektur schon seit langer Zeit nicht mehr.
Arrow Lake reifte nach dem Launch
Vorschusslorbeer gab es also, doch nach dem Launch machte sich im Oktober 2024 schnell Ernüchterung breit. Intel war es zwar gelungen, die Leistungsaufnahme deutlich zu reduzieren und gerade in Anwendungs-Benchmarks konnten die Arrow-Lake-CPUs vereinzelt Highlights setzen (z. B. mit dem Bestwert in Cinebench R23 durch den Core Ultra 9 285K), aber der erhoffte Leistungssprung blieb aus. "Irgendwo sitzt noch der Wurm drin, wenn man sich die Performance in Spielen ansieht", ahnte CPU-Fachredakteur David Ney bereits, als er das Fazit zum Arrow-Lake-Test von PCGH schrieb.
Seitdem hat sich allerdings viel getan, denn wie sich herausstellte, konnte Arrow Lake sein Potenzial zu Beginn nicht vollständig abrufen, da zum Beispiel E-Cores statt P-Cores vom Windows Scheduler bei Teillast-Szenarien herangezogen und damit Leistung verschenkt wurde. Intel, Microsoft und Mainboard-Hersteller arbeiteten nach dem Launch allerdings eifrig an neuen Microcodes, Treibern, Windows-Updates und UEFI-Versionen, mit denen Core Ultra 7 265K & Co. nun nicht länger zurückgehalten werden.
Klar messbare Leistungssteigerung
Testergebnisse zum Launch im Oktober sind dementsprechend nicht mehr repräsentativ, weshalb PCGH kürzlich einen Nachtest mit Microcode, Treiber, Windows-Updates auf dem aktuellen Stand durchführte und im Zuge dessen 285K, 265K und 245K auch durch den neuen Benchmark-Parcours für den CPU-Leistungsindex 2025 jagte. Dabei stellte sich heraus, dass Arrow Lake deutlich konkurrenzfähiger ist, als es zur Markteinführung den Anschein hatte.
Gut festmachen lässt sich das zum Beispiel bei der Gegenüberstellung mit dem Ryzen 7 7800X3D: Zum Arrow-Lake-Launch und damit kurz vor dem Erscheinen des 9800X3D handelte es sich um die schnellste Gaming-CPU, die entsprechend bei 100 % im Spiele-Leistungsindex lag. Das Intel-Topmodell Core Ultra 9 285K brachte es nur auf 85,6 %, der Core Ultra 7 265K auf 82,8 % und der Core Ulta 5 245K auf 78,6 % der Gaming-Leistung des 7800X3D.
Das Kräfteverhältnis sieht im Februar 2025 deutlich anders aus: Die Referenz ist nun der 9800X3D mit 100 % und der 7800X3D liefert durchschnittlich 81,5 % der Gaming-Leistung des Nachfolgers. Durch die Update-Offensive durch Intel und Microsoft kann Arrow Lake sich inzwischen aber selbst in Spielen gut gegen den 7800X3D behaupten: Der Core Ultra 9 285K ist mit 83,6 % schneller, der Core Ultra 7 265K mit 81,4 % auf dem gleichen Niveau und lediglich der Core Ultra 5 245K fällt mit 77,2 % noch etwas zurück. In Anwendungen sind alle drei CPUs deutlich schneller als der AMD-Chip.
Arrow Lake schlägt Ryzen bei gleichem Preis
Daran, dass der Ryzen 7 9800X3D die klar schnellste Gaming-CPU ist, ändert zwar auch der Nachtest von Arrow Lake nichts, doch perfekt ist der beliebte AMD-Prozessor keineswegs: Aufgrund der 8 Kerne ist die Anwendungsleistung lediglich solide (64,9 % im PCGH-CPU-Index) und der Preis von derzeit 540 Euro sportlich. Zum Vergleich: Intels Core Ultra 5 245K bietet mit 63,2 % nahezu die gleiche Leistung in Anwendungen, ist aber bereits ab 320 Euro erhältlich und der Core Ultra 7 265K ist mit 80,1 % deutlich schneller und für ca. 410 Euro ebenfalls günstiger.
Was viele aber überraschen dürfte: Bei näherer Betrachtung ist inzwischen auch die Gaming-Leistung von Arrow Lake sehr konkurrenzfähig, wenn man CPUs in einem ähnlichen Preisrahmen vergleicht: Core Ultra 5 245K, Ryzen 5 7600X3D sowie Ryzen 7 9700X liegen alle bei rund 300 Euro. Während der 9700X mit 105 W TDP in Spielen einen Index-Wert von 73,8 % erzielt und der 7600X3D mit 76,9 % noch etwas schneller agiert, ist es der Core Ultra 5 245K, der mit 77,2 % knapp die Nase vorne hat. Auch in Anwendungen ist der 245K mit 63,2 % sowohl schneller als der 9700X (62,9 %) als auch der 7600X3D (42,9 %). In der Gesamtleistung (Spiele plus Anwendungen) ist der Intel-Chip beiden AMD-CPUs überlegen.
Auch der Core Ultra 7 265K muss die AMD-Konkurrenz in Form der ähnlich teuren Modelle Ryzen 7 7800X3D und Ryzen 9 9900X keineswegs fürchten: Er ist in Spielen praktisch gleich schnell wie der 7800X3D (81,4 vs. 81,5 %) und klar schneller als der 9900X (69,8 %). In Anwendungen schlägt er mit 80,1 % wiederum den 7800X3D mit 53,7 % klar und hält Anschluss am 9900X, der 82,6 % erzielt. Die kombinierte Gesamtleistung aus Spielen und Anwendungen des Core Ultra 7 265K ist damit höher als bei beiden Sockel-AM5-Prozessoren.
Das Topmodell Core Ultra 9 285K wiederum ist in Spielen langsamer als der 9800X3D und in Anwendungen schneller, während er den Ryzen 9 9950X in Spielen schlägt, aber in Anwendungen unterlegen ist. In der Summe handelt es sich bei dem 24-Kerner aber um den derzeit schnellsten Prozessor: Er führt den PCGH CPU-Leistungsindex entsprechend mit 100 % (knapp vor dem energiehungrigen Core i9-14900KS mit 99,9 %) an, während der 9800X3D mit 98,7 % und der 9950X mit 97,5 % folgen.
Arrow Lake erstmals in den PCGH-PCs
Mit der jüngsten Aktualisierung des PCGH-PC-Portfolios haben wir den neuen Erkenntnissen Taten folgen lassen und verbauen die Sockel-1851-CPUs von Intel in mehreren Systemen. Während bei günstigen PCs kaum ein Weg an der günstigen Sockel-AM4-Plattform und CPUs wie dem Ryzen 5 5600 oder Ryzen 7 5700X3D vorbeiführt und wir bei High-End-Systemen den schnellen Grafikkarten Geforce RTX 5090 und RTX 5080 mit dem Ryzen 7 9800X3D die schnellstmögliche Gaming-CPU an die Seite stellen, halten wir die Intel-Prozessoren gerade für ausgewogene Rechner zwischen beiden Extremen für spannend.
Im PCGH-Pro-Gamer-PC RTX4070 Super-Edition für 1.999 Euro kombinieren wir den Core Ultra 5 245K mit 14 Kernen (6 P-Cores und 8 E-Cores) mit der Geforce RTX 4070 Super, während im PCGH-Performance-PC RX7900XTX-Edition für 2.299 Euro der 20-Kerner Core Ultra 7 265KF mit 8 P-Cores und 12 E-Cores auf die Radeon RX 7900 XTX trifft. Beim PCGH-Enthusiast-PC RTX5070Ti-Edition für 2.599 Euro sorgt wiederum die Kombination aus Core Ultra 7 265KF und der brandneuen Geforce RTX 5070 Ti für eine sehr hohe Leistung.
PCGH-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget
Quelle: PCGH
Zu Unrecht ignoriert? Neue Tests zeigen: Arrow Lake schlägt Ryzen bei gleichem Preis
Alle PCGH-PCs basieren auf der zur Verfügung stehenden Auswahl an Komponenten sowie unseren Tests und Empfehlungen aus der Redaktion. Die PC-Zusammenstellungen werden regelmäßig aktualisiert. Sie können diese auch als Bauvorschläge für den Selbstbau nutzen, als Komplett-PC bestellen oder im PC-Konfigurator bei unserem Partner Dubaro Ihren Wünschen anpassen.
