Luna Ring im Test: Smart Ring ohne Abomodell - was kann der alles?
Mit einem Smart Ring kann man die Vitaldaten tracken, ohne dass einen das Gerät zu sehr stört. Doch die meisten Anbieter setzen auf Abomodelle für die Daten. Nicht so der Luna Ring, den wir von der IFA 25 mitgebracht und für Sie getestet haben.
In diesem Artikel
Immer mehr Menschen achten mithilfe von smarten Geräten auf ihre Gesundheit und entsprechende Daten und Werte. Ob Ruhepuls oder HRV, Blutsauerstoff oder Stresspegel und natürlich Kalorienverbrauch sowie sportliche Aktivitäten - mit einem sogenannten Wearable kann man allerlei Messdaten erhalten. Die Frage ist nur: Welches Gerät passt zu mir? Lange Zeit waren die Smartwatches das erste - und einzig valide - Mittel der Wahl. Doch die smarten Uhren haben zwei Nachteile: Mit der Uhr zu schlafen, ist vielen Leuten lästig und/oder nicht jeder möchte, dass die Uhr Anrufe, Nachrichten und Co. anzeigt. Entsprechend gibt es mittlerweile einige displaylose Armbänder, zum Beispiel von Whoop oder Amazefit. Und es gibt smarte Ringe. Doch letztere, wenn man einen ordentlichen Leistungsumfang möchte, kosten meist monatlich. Auf der IFA in Berlin bin ich über den Luna Ring gestolpert, der ganz ohne Abomodell auskommt, und habe ihn ein paar Wochen lang für Sie ausprobiert.
Luna Ring: Sieht gut aus und nervt nicht
Theoretisch habe ich ein recht gutes Gefühl für meinen Körper, praktisch finde ich manche Messwerte durchaus interessant. Überdies mache ich gern Sport aller Art und möchte das aufzeichnen. Also besitze und teste ich regelmäßig unterschiedliche smarte Geräte. Beim Sport setze ich auf eine Garmin Fenix 7 Pro Solar und bin damit extrem glücklich. Die Krux: Im Schlaf kann ich diese Uhr absolut nicht tragen, für mich ist sie dafür einfach zu dick. Bei anderen Watches habe ich ähnliche Probleme, plus dass sie den Kontakt verlieren und sich sperren oder andere ungewünschte Dinge tun. Egal wie: Meine Messwerte sind nie durchgehend, weil mich Dinge am Arm oder im Ohr irgendwann tierisch stören.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Im Lade-Etui kann man den Luna Ring schnell und formschön aufladen.
Entsprechend war ich umso interessierter, als die ersten Smart-Ringe auf den Markt kamen. Eine ganze Weile waren die noch recht dick, um die nötige Technik unterzubringen, aber mittlerweile ist auch das auf ein tragbares Maß reduziert. Das Band des Luna Rings misst an der dicksten Stelle 4 Millimeter. Das ist mehr, als beispielsweise der durchschnittliche Ehering misst, aber bereits wenig genug, um mein Handgefühl nicht zu beeinträchtigen. Auf diese Weise konnte ich den Luna Ring in fünf Wochen Testlauf durchgehend tragen, ohne mich davon gestört zu fühlen.
Eine Sache gibt es, wo der Luna Ring manchmal stören kann: Misst er nachts gerade Werte wie den Blutsauerstoff, dann leuchtet er an der Innenseite doch recht hell. Das könnte manche Menschen wecken. Ein ähnliches Problem haben auch viele Smartwatches, doch bei denen ist der Leuchteffekt ein bisschen weniger intensiv. Zugleich ist es maßgeblich, dass der Ring nachts getragen wird, da auf diesen Messwerten das ganze Datenwerk aufbaut.
Ansonsten gibt es den Luna Ring in fünf verschiedenen Farbvarianten: Schwarz matt bzw. glänzend, Silber, Gold und Roségold. Ich hatte meine Lieblingsschmuckfarbe "Roségold" gewählt. So passt der Smart Ring auch bei einem ästhetikbewussten Menschen ins alltägliche Konzept. Ein auffälliges Detail ist übrigens ein erhabener Zierstreifen, der markiert, welche Seite nach oben gerichtet sein soll.
Kostenpunkt: Der Ring kostet im UVP 329 US-Dollar, in Europa wird er in der Regel für circa 342 Euro angeboten. Der Akku hat bei mir mit durchgehendem Tragen und Messen gut 3,5 Tage gehalten. Wenn man ihn täglich während des Duschens, wo man ihn ohnehin ablegt, in das Lade-Etui packt, kann man den Ring im Grunde nonstop nutzen.
Was hat der Luna Ring alles zu bieten?
Der Umfang an gemessenen Daten beim Luna Ring ist recht groß und umfasst sogar die Hauttemperatur. Um die Messwerte sinnvoll für Sie darzustellen, habe ich sie nach Themenbereichen zusammengefasst:
Schlaf als Basis
Die Grundlage aller Werte bildet das Sleeptracking. Der Ring misst zuverlässig Schlaf und Nickerchen und alle damit verbundenen Daten. Dazu gehören die sogenannte HRV (Herzratenvariabilität), die Blutsauerstoffversorgung, die Ruheherzfrequenz, die Hauttemperatur und die Atemfrequenz. Außerdem werden die verschiedenen Schlafphasen (REM, tief, wach und leicht) sowie die Bewegungen im Schlaf gemessen. In der Summe ergeben sich daraus zum einen der Bereitschaftswert und zum anderen der Sleep-Score.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Sieht aus, wie ein normaler Ring. Er ist nur ein wenig dicker.
Der Sleep-Score zeigt auf einen Blick, ob der Schlaf gut war, wie lange insgesamt geschlafen wurde und wie die durchschnittliche HRV war. Weiter unten auf der Startseite der App finden Sie außerdem den Schlafplaner, der Vorschläge macht, wann man zu Bett gehen und wann den Wecker stellen soll. Nachdem ich ein Mensch mit einem sehr regelmäßigen Schlafrhythmus bin, waren die App und ich uns erst einige Wochen lang sehr uneins über die vorgeschlagene Schlafenszeit. Ich gehe in der Regel spätestens gegen 22 Uhr ins Bett und schlafe dann durch bis circa 6 Uhr. Ich benötige auch keinen Wecker, um Punkt 6 Uhr bin ich wach. Danach döse ich gern noch oder schlafe am Wochenende auch noch einmal ein. Aber generell kann ich nach meinem Schlafrhythmus die Uhr stellen.
Luna wollte mich erst gegen 2 Uhr morgens ins Bett schicken und bis circa 9 Uhr schlafen lassen. Nach ziemlich genau einem Monat konsequenter Nutzung hatte sich die App tatsächlich mit 22 bis 6 Uhr langsam an meinen Schlafrhythmus herangetastet. Was ich damit sagen will: Gerade die Berechnung von Schlafwerten und -zeiten bedarf einer gewissen Lernphase durch die KI.
Die Messwerte wie beispielsweise der Blutsauerstoff liegen übrigens sehr nah oder sind deckungsgleich mit denen, die meine Garmin Fénix 7 Pro Sapphire Solar ausgibt. Für eine solide Orientierung bezüglich des persönlichen Gesundheits- oder Trainingszustandes reichen diese Werte vollkommen aus. Selbstverständlich ersetzt kein Wearable den regelmäßigen Check beim Arzt.
Generelles Befinden
Der oben erwähnte Bereitschaftswert gibt den generellen Erholungsstatus an (ähnlich der Bodybattery bei Garmin, nur ohne die regelmäßige Neuberechnung über den Tag hinweg). Hier erklärt die Luna-App auch stets, was der Wert bedeutet. Beispielsweise "74, Gut" und dass man entsprechend dem aktuellen Trainingsvolumen trainieren, es aber nicht übertreiben sollte.
Interessant ist auch die sogenannte "zirkadiane Ausrichtung". Dieser Graph gibt an, wann welche Lichtverhältnisse am besten zu einem passen, um so Energie oder Beruhigung zu generieren. Mit dabei ist auch das Koffeinfenster. Hier wird der empfohlene Zeitrahmen vorgegeben, in dem der Kaffee den Tag unterstützt und zugleich nicht das Zur-Ruhe-kommen des Abends stört. Auch die besten Zeiten für Training und Nahrungsaufnahme werden hier angezeigt. Wenn man möchte, kann man dazu passend sowohl Mahlzeiten als auch Flüssigkeitsaufnahme protokollieren. Weitere wichtige Werte des generellen Befindens sind Stresspegel und Herzfrequenz. Ergeben sich hier besonders starke Abweichungen zur täglichen Norm, wird man darauf hingewiesen und nach dem Grund dafür gefragt.
Wer spontan wissen möchte, wie es um die wichtigsten Werte steht, der kann per Befehl über die App eine sofortige Messung von Herzrhythmus, Blutsauerstoff, Hauttemperatur oder Stressrate veranlassen. So kann man auch schnell überprüfen, ob alles in Ordnung ist, wenn man sich nicht wohlfühlt oder einfach nur wissen möchte, wie die Werte gerade aussehen.

Mehr fällt mir zu sowas nicht ein.
Das war mir schon zu nervig, ständig war der Akku alle und eigentlich keine sinnvollen Informationen.
Kann mir nicht vorstellen, dass das ein Ring besser macht?
Und selbst beim Sport hat sich mir der Sinn nicht erschlossen, meinen Puls spüre ich und die Dauer der Belastung erfasse ich mit einer ganz normalen Uhr. Alles andere ist nur wieder Ablenkung und reißt mich aus dem Fokus auf den Sport selbst. Und ob ich gut geschlafen habe merke ich spätestens mit dem Wecker, auch ohne digitalen Wächter. Zumal die Uhr das definitiv nicht besser wusste, wie ich geschlafen habe.
Jeder wie er mag, aber mir gehen diese ganzen digitalen Diktatoren auf die Nerven, selbst meine Bildschirmzeit am Handy wird von Jahr zu Jahr weniger, aktuell noch rund 10h/Woche (was immer noch verdammt viel Lebenszeit ist).
Mir reicht mein Fitness-Tracker, aber auch dort herrscht Account-Zwang. Außerdem wären APKs neben Download via Store praktisch für die Zukunftssicherheit, falls es die App (wenn es schon nicht ohne geht) irgendwann mal nicht mehr im App Store gibt.
Mehr fällt mir zu sowas nicht ein.