Vorwürfe gegen GTA-6-Entwickler: Heftiger Crunch, Lohngefälle und Boni als Druckmittel
Drei anonyme Rockstar-Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen das Entwicklerstudio: Crunch sei in Verträgen eingebettet, das Lohngefälle nach Geschlecht gewachsen und Boni werden als Druckmittel eingesetzt.
Man muss schon lange suchen, um einen derart antizipierten Spiele-Launch wie GTA 6 in der riesigen Videospielgeschichte zu finden. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine neue These oder gleich eine ganze Enthüllung rund um das Spiel von Rockstar Games veröffentlicht wird - der jüngste Fall wirft allerdings kein gutes Licht auf das Studio.
Denn mehrere Mitarbeiter erheben gegenüber dem GTA-Entwickler schwere Vorwürfe: Es geht um fehlende Lohngerechtigkeit, Bonuszahlungen, die als "Waffe" genutzt werden - und den in der Branche allseits bekannten Crunch.
Boni als Druckmittel: intransparent und inkonsistent
Ein zentraler Vorwurf betrifft die Bonusstruktur. Laut den Quellen macht ein erheblicher Teil der Gesamtvergütung bei Rockstar variable Boni aus, deren Höhe stark schwankt - oft ohne nachvollziehbare Begründung.
"Wenn der Bonus besonders gut ausfällt, ist das ein Glücksfall. Häufig ist er aber enttäuschend, und man erhält am Ende deutlich weniger als erwartet. Die Begründungen dafür sind oft schwammig, unterschiedlich zwischen Abteilungen und manchmal sogar zwischen Kollegen innerhalb derselben Abteilung - und hängen mitunter von vollständig subjektiven oder nachträglichen Kritikpunkten ab." - Mitarbeiter bei Rockstar Games
Beförderungen seien ebenfalls schwer zu erreichen, weil Rockstar die Messlatte verschiebe, sobald die nächste Stufe der Karriereleiter konkret diskutiert werde.
Das Grundproblem sei demnach, dass das Unternehmen bei Boni und Karriereentscheidungen vollständig nach eigenem Ermessen handle und sich nicht verpflichtet sehe, seine Entscheidungen zu erklären. Als Extrembeispiel wird ein Szenario genannt, bei dem "ein Fünftel des Gehalts ohne jede Begründung oder aufgrund eines einzigen unvorhergesehenen Faktors einbehalten werden" könne, so einer der drei Angestellten, die im Bericht anonym zitiert werden.
Lohngefälle nach Geschlecht gewachsen - Crunch in Verträgen eingebettet
Zum Thema Lohngleichheit gaben die Quellen an, dass die Lücke zwischen den Medianlöhnen verschiedener Geschlechter bei Rockstar nicht geschrumpft, sondern gewachsen sei. Initiativen, die das Ungleichgewicht beheben sollten, seien eingestellt worden. Darüber hinaus würden Nachtschichtbeschäftigte keine zusätzlichen Leistungen mehr erhalten, um die ungünstigen Arbeitszeiten zu kompensieren.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf zum Thema Crunch - also der weitverbreiteten Praxis, Spieleentwickler zu exzessiven Überstunden zu drängen.
Die Quellen behaupten, Rockstar habe Crunch in die Standardverträge britischer Mitarbeiter eingebettet: Diese enthalten demnach standardmäßig einen Verzicht auf die "Working Time Regulations" - ein britisches Arbeitnehmerrecht, das freiwillig aufgegeben werden kann und Arbeitgeber andernfalls daran hindert, mehr als etwa zehn Stunden Überstunden pro Woche zu verlangen.
Ein weiterer Kritikpunkt: Rockstar habe während der COVID-19-Pandemie flexible Arbeitsmodelle eingeführt und den Mitarbeitern laut deren Darstellung zugesagt, Vollzeit-Büropflicht werde nicht zurückkehren. Dieses Versprechen sei zugunsten einer "Förderung der Zusammenarbeit" zurückgenommen worden - während Führungskräfte weiterhin flexibel arbeiten könnten.
Take-Two weist Vorwürfe zurück
Take-Two Interactive antwortete auf Anfrage von Game Developer mit folgendem Statement:
"Wir streben danach, die bestmöglichen Spiele zu entwickeln, indem wir unseren Teams erstklassige Arbeitsumgebungen und Karrieremöglichkeiten bieten. Wir haben eine Kultur gefördert, die auf Teamarbeit, Exzellenz und Freundlichkeit ausgerichtet ist, und belohnen das Team auf allen Ebenen mit wettbewerbsfähiger Vergütung.
Wir sind stolz darauf, dass unsere Mitarbeiterbindung deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt. Wir haben einen Antrag der Gewerkschaft auf freiwillige Anerkennung erhalten und werden ein Treffen arrangieren."
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Quelle: via Game Developer

Das eine führt zum anderen.
Die Frage ist nur wie schnell es passiert und ob das Grenzen gezogen werden (Politik) und oder wie schnell diese wieder eingerrissen werden (Lobby).
Genau so gibt es nicht nur Politiker die Grenzen ziehen, dazwischen hast du welche die bauen sie wieder ab und noch schlimmere wollen sie nach persönlichen Wünschen vor diktieren.
Die Einstellung dazu ist wichtiger - egal ob Lobby, Politik oder Wirtschaft. Am besten bleibt man im Gleichgewicht und bricht nicht ins Extreme ab.