Western Digital Black 2 Dual Drive im Test: SSHD done right? [Special der Woche]
SSHDs haben es bislang schwer bei der Kundschaft. Geht es um die reine Geschwindigkeit, greifen Käufer meist gleich zu SSDs. Und als Datengrab reichen günstigere, normale Festplatten. Western Digital will das mit der WD Black 2 ändern. PC Games Hardware macht den Test.
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Anmerkung: Dieser Artikel hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut.
Quelle: PCGH
Western Digital Black 2 Dual Drive im Test: SSHD done right? (5)
Wenn man herumfragt, warum so wenige Käufer zu einer SSHD greifen, hört man meist die gleichen Argumente. Profis wünschen sich oft, die verschiedenen Speichergattungen im Laufwerk getrennt ansprechen zu können. Bei SSHDs verwaltet der Controller nämlich selbstständig, welche Daten zwischengespeichert werden. Nach außen ist der Flash-Speicher unsichtbar, höchstens die Performance tut seine Existenz kund. Zudem, das wahrscheinlich oft auch aus Unwissenheit, wird die Größe des Flash-Speichers bemängelt. Aktuelle SSHDs besitzen meist nur 8 GByte von dem schnellen, Chip-basierten Speicher. Dieser wird nicht, wie oft gedacht, dazu genutzt, 8 GByte der am häufigsten verwendeten Daten zu speichern, sondern der SSHD-Controller lädt laufend jene Daten in den Flash-Speicher, von denen er ausgeht, dass sie in naher Zukunft gebraucht werden. Der Geschwindigkeitsbonus ist also nicht nur bei einer spezifischen Menge Daten mit einem Gesamt-Volumen von 8 GByte vorhanden, sondern bei allen Daten, sofern die Vorhersage des Controllers zuverlässig arbeitet. Eine SSHD arbeitet deshalb nicht direkt aus der Verpackung mit voller Geschwindigkeit, sondern erst, nachdem dem Controller eine gewisse Lernphase zugestanden wurde.
WD Black 2 Dual Drive Test: Worum geht's?
Western Digital will diese, zum Teil vielleicht auch nur psychisch bedingten Nachteile mit dem WD Black 2 Dual Drive aus der Welt schaffen. Dabei handelt es sich wie bei den SSHDs von Seagate um ein Laufwerk, das kleinere Mengen schnellen und teuren Flash-Speicher mit HDDs kombiniert, die gemessen an ihrer Kapazität für wenig Geld zu haben sind. Hierbei hören die Gemeinsamkeiten zur Desktop-SSHD-Reihe von Seagate aber schon auf: Während erstere in einem 3,5-Zoll-Gehäuse untergebracht sind, findet bei WD die Technik in einem 2,5-Zoll-Laufwerk Platz. Statt 8 GByte NAND-Cache sind es ganze 120 GByte Flash-Speicher. Als Massenspeicher dient eine Magnetfestplatte mit einem TByte Fassungsvermögen. So will WD bei der Kundschaft punkten und sich so zum Marktführer bei den Hybridlaufwerken machen.
WD Black 2 Dual Drive Test: Eigenschaften und Ausstattung
Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten aus dem Storage-Bereich wird das WD Black 2 Dual Drive noch in einer vollwertigen Retail-Packung ausgeliefert. Darin befinden sich ein recht ansehnliches Handbuch, ein Faltblatt mit den Garantie-Informationen sowie die Festplatte an sich. Für eine problemlose Migration auf Notebooks liegt außerdem ein SATA-USB-3.0-Adapter bei. In einem Karton-Blatt zum Ausreißen gibt einen USB-Stick, dessen Aufgabe es ist, den Kunden auf eine geisterhafte Art und Weise zur Produktseite des Dual Drive zu führen - man kann beobachten, wie sich ein Ausführen-Fenster öffnet, in das eine URL getippt wird, die im Anschluss aufgerufen wird. Unter dieser URL gibt es eine Version von Acronis True Image zum Download, die allerdings an WD-Hardware gebunden ist und bei deren Abwesenheit den Dienst verweigert. Zudem finden Sie dort auch den Treiber, der für die Aktivierung des Festplatten-Teils des Dual Drive notwendig ist.
Ja, richtig gelesen: In den Grundeinstellungen ist der Magnetspeicher-Teil des 1120-GByte-Laufwerkes unsichtbar. Erst die Installation des Treibers macht das Laufwerk vollständig nutzbar. Das allerdings Maschinen-unabhängig: Nachdem wir das Dual Drive durch die Installation des Treibers komplett freigeschaltet hat, war die Partition auch auf einem anderen Windows-PC sichtbar, der den Treiber nicht installiert hat. Inwieweit das auch für Computer mit anderen Betriebssystemen wie OSX oder Linux gilt, haben wir nicht überprüft. Die Treibersoftware unterstützt aktuell aber nur Windows-PCs.
WD Black 2 Dual Drive Test: Die Leistungsdaten im Überblick
In unserem Test zeigt der SSD-Teil ziemlich durchwachsene Leistungsdaten. AS-SSD bescheinigt dem Black 2 Dual Drive sequenzielle Lese- und Schreibraten von etwa 410 beziehungsweise 136 MByte/s. Während man den ersten Wert noch als akzeptabel einstufen kann und sich dieser sogar 50 MByte/s über den Angaben des Herstellers befindet, kommt man beim sequenziellen Schreiben nicht an der Feststellung vorbei, dass inzwischen sogar manche Festplatten schneller arbeiten. Auch die Zugriffszeiten erreichen fast den Wert von 0,1 ms und sind damit im Schnitt doppelt so hoch wie bei aktuellen reinrassigen SSDs. Atto Disk Benchmark bescheinigt der SSD erfahrungsgemäß eine etwas höhere Geschwindigkeit. Hier sind es bis zu 414 MByte/s beim Lesen und 144 MByte/s beim Schreiben. Die IOPS-Leistung bei 4k-Random-Writes liegt nach fünf Minuten Betriebszeit bei etwa 31.000 Ein- und Ausgabe-Operationen pro Sekunde. Die SSD des WD Dual Drive ist für heutige Verhältnisse also im unteren Mittelfeld einzuordnen.
Der HDD-Part des Gespanns arbeitet seiner Natur als 2,5-Zoll-Festplatte mit 5.400 U/min entsprechend. Normalerweise messen wir die Festplattengeschwindigkeit mit h2wbench. Da ein Durchlauf im Schnitt aber zehn Stunden dauert, behelfen wir uns hier für eine erste Performance-Einschätzung mit Atto Disk Benchmarks sowie AS-SSD. Die Messergebnisse von h2wbench finden Sie dann in der Printausgabe der PC Games Hardware. Im Atto Disk Benchmark messen wir beim Lesen bis 119 MByte/s, beim Schreiben sind es annähernd gleich schnelle 118 MByte/s - beides gute Werte für eine Festplatte dieser Größenklasse. AS-SSD bescheinigt dem Laufwerk 113 MByte/s beim Schreiben, 114 MByte beim Lesen. Ein durchschnittlicher Zugriff für das Lesen dauert 16 ms, ein Schreibzugriff ist in durchschnittlich 13,4 ms erledigt.
WD Black 2 Dual Drive Test: Fazit
Leistungsfetischisten werden mit der Black 2 Dual Drive nicht glücklich werden. Dazu ist vor allem die Schreibgeschwindigkeit der SSD- und Festplatten-Verbrüderung zu niedrig. Zudem ist die UVP des Herstellers mit 299 Euro sehr hoch angesetzt. Dafür gäbe es schon eine wesentlich flottere 500-GB-SSD von diversen Herstellern, mit deren Kapazität die meisten Nutzer ebenfalls zurechtkommen sollten, wenn man sich etwas einschränkt. Immerhin ist der Preis der Black 2 Dual Drive in der letzten Woche auf etwa 260 Euro gefallen. In Notebooks kann das Laufwerk seine Stärken aber ausspielen. Oftmals ist in den Mobilgeräten nämlich nur ein Laufwerks-Slot vorhanden, das den Nutzer bis jetzt vor die schmerzhafte Wahl zwischen flotten und viel Speicher stellte. Das WD Black 2 bedient beide Wünsche. Wenn auch nicht so gut und günstig wie zwei Einzellaufwerke.
| Produkt | Black 2 Dual Drive |
|---|---|
| Hersteller (Website) | Western Digital (wdc.com) |
| Modellbezeichnung | WD1001X06X-00SJVT |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1036251 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 260,-/ausreichend |
| Preis pro GiByte | € 0,25/ GiByte |
| MTBF*/Haltbarkeit | k.A. |
| Firmware Testmuster | 01.01A01 |
| Ausstattung | |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | SSD: 111,8 GiByte/HDD: 931,5 GiByte |
| Herstellergarantie | 5 Jahre |
| Zubehör/Besonderheiten | Acronis True Image/Adapter SATA auf USB 3.0 |
| Leistung SSD | |
| AS-SSD (Lesen/Schreiben) | 410/136 MByte/s |
| Atto Disk Benchmark (Lesen/Schreiben) | 414/144 MByte/s |
| Zugriffszeiten (Lesen/Schreiben) | 0,081/0,091 ms |
| IOPS (Random 4k Writes) | 31.000 |
| Leistung HDD | |
| AS-SSD (Lesen/Schreiben) | 114/113 MByte/s |
| Atto Disk Benchmark (Lesen/Schreiben) | 119/118 MByte/s |
| Zugriffszeiten (Lesen/Schreiben) | 16/13,4 ms |


Wenn sie nicht auf <180€ kommt wird sie dauerhaft im "Mindstar Angebot" bleiben.
Davon abgesehen lernen die meisten Flash-Cache-Lösungen sehr schnell.
Bei der Momentus XT und bei Intel hatte ich typischerweise beim zweiten Zugriff einen deutlichen Boost und beim dritten Zugriff schon >90% der möglichen Leistung, die primtiven Nvelo-Alogrithmen erreichen als 08/15 Lesecache prinzipiell beim zweiten Zugriff ihre volle Leistung.
Wie es bei den neuen Precachern aussieht, müsste man mal testen - ich vermute aber: Sehr ähnlich. Der Trick beim effizienten Cachen besteht ja eher darin, zu entscheiden, was NICHT rein muss. Das kann aber nach dem Prinzip machen "wurde lange nicht abgerufen" oder/und (schlauer) "lässt sich auch so schnell laden". Alles andere kommt halt erst einmal rein und steht dann schnell zur Verfügung.
Ihr schafft es doch immer wieder mich zum Schmunzeln zu bewegen...