Benutzeroberfläche, Leistung und Stromverbrauch
Bei einem NAS kommt es weniger auf die Kopierleistung an. Hier ist oft das (Gigabit)-Netzwerk oder die Festplatte(n) der Flaschenhals. Wir legen den Fokus daher auf die Weboberfläche ADM 4.1 und die Energieeffizienz
In diesem Artikel
Asustor ADM 4.1: Frisches neues NAS-Betriebssystem
Alle bekannten NAS-Hersteller arbeiten kontinuierlich an der Auffrischung ihrer Betriebssysteme. Asustor hat erst Anfang des Jahres das umfangreiche Update auf die Version 4.0 veröffentlicht. Mittlerweile ist ADM 4.1 aktuell. Was genau ist also neu in ADM und warum sollten Sie sich für das Betriebssystem interessieren, wenn Sie wahrscheinlich weniger als eine Stunde pro Monat mit der Weboberfläche verbringen? In Version 4.0 gibt es vier wesentliche Verbesserungen: den neuen dunklen Modus, anpassbare Themes, ein überarbeitetes Suchsystem und das neue Web Center. Wie bei Synology mit DSM 7 ist die visuelle Umstellung nicht massiv. Man sollte das neue Design eher als eine Evolution denn als eine Revolution betrachten, aber das ist keine schlechte Sache, da die bestehende Benutzeroberfläche in ADM Version 3 nicht gerade hässlich war. In Version 4 erhalten Sie moderne Farben, schärfere Bilder und einen rundum aufgeräumten Look. Die Oberfläche können Sie hier in einer Demo online selbst testen.
Quelle: PC Games Hardware
Asustor Drivestor 4 Pro (AS3304T) (12)
Transferleistung ist netzwerkabhängig
Klar wollten wir wissen, ob es Unterschiede in den Durchsatzraten zwischen verschiedenen NAS-Modellen gibt. Wir haben daher dieselbe Festplatte in drei verschiedenen Geräten gemessen. Bei der Festplatte handelt es sich um eine Seagate Ironwolf 14 TB. Dabei handelt es sich um eine zeitgemäße, relativ schnelle HDD, die auch für den NAS-Dauerbetrieb geeignet ist. Bei den NAS-Modellen handelt es sich um das hier getestete Asustor Drivestor 4 Pro AS3304T, um einer Synology Diskstation DS720+ und um ein Terramaster F2-423. Alle drei im gleichen Preisbereich, mit dem einzigen Unterschied, dass die anderen beiden Konkurrenten nur zwei HDD-Schächte haben.
Ohne es jetzt künstlich spannend zu machen: In unserem ersten Test war das Gigabit-Netzwerk der Flaschenhals - dort werden keine Datenraten jenseits 1 GBit/s erreicht, was in der Praxis maximal circa 117 MB/s entspricht. Selbst mit einem 4K-Videostream von den NAS-Geräten war der Durchsatz nicht merklich langsamer, in etwa 1 bis 2 MB/s weniger. Wir haben mehrere 4K60-Videos im Stream getestet, mit jeweils verschiedenen Codecs: H.264, H.265(HEVC) und AV1 - sowohl per ADM-Browseroberfläche als auch per Windows-Freigabe gestartet streamten alle NAS-Geräte die Videos prompt und flüssig ab.
Stromverbrauch: ziemlich effizient
Die Verbrauchswerte der oberen Tabelle sind Herstellerangaben. Wir haben das Asustor-NAS (und die Konkurrenten) selbst durchgemessen und festgestellt, dass sich der Verbrauch in Grenzen hält. Trotzdem: 23 Watt maximal oder 10 Watt im HDD-Ruhezustand wirken marginal, aber im Dauerbetrieb kann da schon eine Summe zusammenkommen. Das sollte man sich bei so einem kleinen Heimserver bewusst sein. Bei circa 10 Watt Dauerverbrauch und 50 Cent die Kilowattstunde kommen wir auf knapp 44 Euro Stromkostem im Jahr: 0,01 kW × 8760 Stunden (im Jahr) × 0,5 Euro = 43,8 Euro.
| STANDBY | IDLE | 4K STREAM | READ | WRITE | |
|---|---|---|---|---|---|
| Asustor AS3304T | 0,2 | 13,4 | 14,6 | 15,2 | 19,8 |
| Synology DS720+ | 0,1 | 12,5 | 13,5 | 13,9 | 14,8 |
| Terramaster F2-423 | 1,4 | 15,6 | 17,2 | 17,4 | 17,9 |
In unserem Test kommen wir trotz voller HDD- und CPU-Auslastung nicht an die Herstellerangabe von 23 Watt maximal. Schreibend liegt das Asustor-NAS bei knapp 20 Watt im Verbrauch. Ist die Festplatte nicht im Ruhezustand, schwankt der Verbrauch nur minimal um die 15 Watt, egal ob kopiert oder gestreamt wird. Selbst im Stand-by, also heruntergefahren, aber angesteckt, messen wir noch 0,2 Watt, was aber absolut im Rahmen ist.
Die Standard 4 Bay NAS von Synology lagen UVP auch immer bei 399€ (DS416, -417, -418 usw.) ohne irgendwelche Abstriche bei Leistung oder Funktionen zu haben.
Plus man hat mit DSM eine solide Basis die erprobt und zukunftsfähig ist.
Da lohnt es sich meiner Meinung nach nicht ein paar Euro zu sparen.
Wenn Asus auch noch stärkere Hardware im Angebot hat, könnte ich tatsächlich schwach werden.