Günstiger und schneller als ein USB-Stick: Externe Festplatte aus alter SSD oder HDD selbst gebaut

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Immer mehr Nutzer setzen auf NVMe-SSDs, SATA-SSDs und -HDDs werden ausrangiert. Was aber tun mit den alten Laufwerken? Bevor man beim nächsten Mal wieder Geld in eine externe Festplatte investiert, kann man sie mittels Gehäuse für wenige Euro selbst bauen. Wir erklären, worauf man achten muss.

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Günstiger und schneller als ein USB-Stick: Externe Festplatte aus alter SSD oder HDD selbst gebaut
Quelle: Erzeugt mit Dall-E; Ugreen, Orico; Montage: PCGH

Nutzen Sie noch eine Festplatte? Der Autor dieser Zeilen musterte seine schon 2012 aus. SSDs waren damals zwar relativ teuer, aber HDDs hatten in einem Silent-PC einfach nichts zu suchen. Lediglich als externes Laufwerk sollte sie weiter zum Einsatz kommen, als Datengrab sozusagen. Ein ähnliches Schicksal erleiden inzwischen "klassische" SSDs. Kaum jemand stellt sich 2024 noch einen Gaming-PC zusammen, bei dem nicht eine schnelle NVMe-SSD zum Einsatz kommt. Als Zweitlaufwerk nutzen viele SATA-SSDs vermutlich noch. Aber auch das nimmt ab. Der eine oder andere wird sogar ein älteres Modell in der Schublade liegen haben, unsicher, was er damit anstellen soll. Warum die alten SATA-Laufwerke nicht als "externe Festplatte" weiternutzen? Man braucht lediglich das passende Gehäuse.

Externe Festplatte selbst bauen: Wie groß soll das Gehäuse sein?

Die meisten unserer Leser werden wissen, dass SATA-SSDs üblicherweise im 2,5-Zoll-Format daherkommen. Also bedarf es auch ein entsprechend dimensioniertes Gehäuse. Diese nehmen freilich auch SATA-Festplatten in 2,5 Zoll auf. Man findet sie etwa in älteren Notebooks. Gängige Festplatten, wie man sie am PC fand, sind üblicherweise 3,5 Zoll groß. Festplattengehäuse, die diese Laufwerke aufnehmen, benötigen eine zusätzliche Energiequelle. Neben dem USB-Anschluss ist also auch ein Stromanschluss verbaut. Ebenfalls nachteilig bei HDDs: die fehlende Erschütterungsresistenz. Nadeln, die über Platter fahren, sind deutlich empfindlicher als eine SSD mit ihrem Flashspeicher. Sie sollten sie aber nicht länger als zwei Jahre ohne Strom in der Schublade liegen lassen, sonst droht ein Datenverlust.

USB 3.0, 3.1, 3.2 Gen 2x2 ... Darauf muss ich beim Kauf eines Gehäuses achten

Der USB-Standard ist bei externen Festplatten beziehungsweise SSDs üblich. Davon existieren allerdings mehrere. Das fängt schon beim Stecker an, der etwa auf USB-C oder USB-A münden kann. Hier ist entscheidend, wo sie die Laufwerke anschließen. USB-A ist immer noch verbreiteter, für normale SSDs und Festplatten ausreichend flott, bei Smartphones und Tablets jedoch nicht anzutreffen. Solche Details lassen sich notfalls mit Adaptern und anderen Kabeln umschiffen. Das Übertragungstempo jedoch ist in Stein gehauen.

Leider hat das USB Implementers Forum, kurz USB-IF, das nicht sehr übersichtlich gehalten. Hätte man alles so gelassen, wie einst erdacht, gäbe es USB 3.0, USB 3.1 und USB 3.2. Inzwischen firmiert das Ganze als USB 3.2 Gen 1, USB 3.2 Gen 2 und USB 3.2 Gen 2x2. Erschwerend kommt hinzu, dass Hersteller nach wie vor beide Klassifizierungen nutzen. So ist bei dem einen Anbieter USB 3.0 nach wie vor USB 3.0, beim nächsten läuft es unter USB 3.2 Gen 1. Wer nicht genau hinsieht, tappt in die Falle: USB 3.0 bzw. 3.2 Gen 1 liefert nämlich "nur" bis zu 5 Gbit/s (625 MB/s), USB 3.1 respektive USB 3.2 Gen 2 überträgt 10 GBit/s und USB 3.2 Gen 2x2 (ursprünglich 3.2) dank zwei Kanälen zu je 10 GBit/s sogar 20 GBit/s. Zwischenzeitlich firmierten USB 3.0 und USB 3.1 auch als USB 3.1 Gen 1 und USB 3.1 Gen 2 ... Auch das findet man noch in mancher Produktbeschreibung. USB4 ist sicherlich ein interessantes Thema, aber eher im Kontext von NVMe-SSDs wichtig und bisher kaum verbreitet.

Wer eine HDD zur externen Festplatte umrüstet, übertrifft mit jedem der genannten Standards die maximal mögliche Übertragungsrate des Laufwerks. SATA-SSDs hingegen arbeiten mit 500 bis 600 MB in der Sekunde. Theoretisch ist man schon mit USB 3.0 (USB 3.2 Gen1) auf der sicheren Seiten. In der Praxis leistet der Standard aber nicht notwendigerweise 625 MB/s, sondern vielleicht nur 300 MB/s bis 450 MB/s.

Das ist noch immer flott, keine Frage. Der Wert liegt auch über den üblicherweise von USB-Sticks geleisteten Datenraten. Mehr noch: Selbst Sticks, die auf dem Papier viel können, drosseln erfahrungsgemäß früh. SSDs sind diesbezüglich ausdauernder und eignen sich daher besser zum Übertragen großer Datenmengen. Soll es ein richtig großer Stick sein, etwa 1 TB, zahlt man auch gerne mal 80 Euro dafür. Das ist viel Geld, wenn es auch ein Gehäuse zum Preis einer Dönertasche tut. Typische, 128 GB große USB-Sticks kostet rund 10 Euro und übertragen mit rund 130 MB/s.

SSD- und Festplattengehäuse kaufen: Diese Modelle sind gerade im Angebot

Stellt sich schließlich die Frage, welches Gehäuse man zum Bau einer externen Festplatte bzw. SSD kaufen soll. Amazon ist in dem Zusammenhang vermutlich nicht die schlechteste Anlaufstelle. Das zeigt der Blick in die Rabatt-Übersicht, wo man zahlreiche Modelle im befristeten Angebot findet. Viele davon lassen sich werkzeuglos montieren.

Los geht es schon bei unter 7 Euro - so viel, wie man in unseren Gefilden mittlerweile für eine Dönertasche hinlegt. Ins Auge fällt der Anbieter Ugreen. Im Schnitt 4,6 von 5 Sternen nach über 26.000 Bewertungen erreicht ein 2,5 Zoll großes Modell mit USB 3.0. Der Preispunkt liegt bei 8,79 Euro nach 20 Prozent Rabatt.

Doppelt reduziert ist ein Gehäuse von Posegear. Eigentlich für 8,99 Euro gelistet, zahlen Prime-Kunden 8,09 Euro. Davon lassen sich noch 20 Prozent per Coupon abziehen, wenn man ihn auf der Produktseite abhakt. Es bleiben stehen: 6,47 Euro. Die Variante mit USB 3.1 (3.2 Gen 2) statt 3.0 sowie mit USB-C aufseiten des Gehäuses und USB-A am Kabelende findet man auf derselben Produktseite. Der Preispunkt liegt mit Coupon bei 7,69 Euro.

Optisch ein Hingucker ist das Exemplar von Orico mit USB 3.0. Es sieht aus wie eine Kassette (die älteren Leser kennen sie noch) und kostet nach 40 Prozent Rabatt nur 8,99 Euro. Weitere Varianten stehen zur Auswahl.

Flotter ist die über USB 3.2 Gen 2 verfügende Ugreen mit USB-C auf USB-A Kabel für 14,77 Euro, abermals bewertet mit 4,6 von 5 Sternen.

Und ja, auch ein 3,5 Zoll großes Gehäuse kann man zum Angebotspreis kaufen (28,79 Euro). USB 3.0 ist für eine HDD auf jeden Fall flott genug. Nervig wird der eine oder andere vielleicht den Stromstecker finden, aber das bringt der Formfaktor mit sich. Wichtig: Preis und Verfügbarkeit können sich jederzeit ändern.

Die rustikale Variante: Adapter zum Aufstecken

Sie legen keinen Wert auf die Optik und wollen möglichst schnell von Laufwerk zu Laufwerk wechseln? Dann können Sie auch zu einem SATA-USB-Adapter greifen. Dem einen oder anderen mag das rustikal erscheinen, aber die Option hat definitiv ihre Vorzüge. Wir wollen Ihnen an der Stelle aber auch nichts andrehen. Wer sich unsicher ist wegen der Kurse, kann diese mittels PCGH-Preisvergleich checken. Mehr Deals hält unsere Angebotsübersicht bereit.

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von massaker Software-Overclocker(in)
        Zitat von theGucky
        Das USB4 in 3m soll ein Retimer haben, ka was das sein soll.
        Einen extra Chip, was die Länge berücksichtigt - ist gut, kostet aber entsprechend -> immerhin die Hälfte von dem Apple-Kabel:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Die Bewertungen betreffen aber andere Kabel - für dieses gibt's noch nichts.
      • Von massaker Software-Overclocker(in)
        Zitat von theGucky
        Das USB4 in 3m soll ein Retimer haben, ka was das sein soll.
        Einen extra Chip, was die Länge berücksichtigt - ist gut, kostet aber entsprechend -> immerhin die Hälfte von dem Apple-Kabel:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Die Bewertungen betreffen aber andere Kabel - für dieses gibt's noch nichts.
      • Von theGucky Volt-Modder(in)
        Zitat von massaker
        Ist dieses aktiv
        Das 5m mit USB 3.2 Gen2 was ich gekauft habe ist aktiv.
        Das USB4 in 3m soll ein Retimer haben, ka was das sein soll.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Kostet umdie 70€.
        Längere Kabel gibt es anscheinend nur als optisch, aber meist auch ohne Stromversorgung.
      • Von massaker Software-Overclocker(in)
        Zitat von theGucky
        Habe ein USB4 Kabel mit 40Gbit und 240W von Club3D gefunden mit 3 Meter Länge. Aber zu kurz für mich
        Ist dieses aktiv? Also nach meiner pers. Erfahrung, würde ich sagen - Datenübertragung bis 1m. problemlos, bis 1,5 bereits mit Abstrichen, Strom geht. Kann mir aber nicht vorstellen, dass ein passives Kabel da völlig problemlos ist. Ach ja, stimmt - [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen], vielleicht bietet ja Club3D "gleiche Technik für weniger Geld"?
      • Von theGucky Volt-Modder(in)
        Zitat von massaker
        Wie Du siehst, Deine angenommene 10W sind sogar super optimistisch
        Es gibt aber oft Kabel, die entsprechen keinem Spec.
        Als Beispiel mein original Handy-Ladekabel. Das ist ein USB-A zu USB-C Kabel und lädt mit 67W.
        Andersrum das Netzteil mit USB-A das mit 67W lädt.

        Wer blickt da schon mal richtig durch.

        P.S. Habe ein USB4 Kabel mit 40Gbit und 240W von Club3D gefunden mit 3 Meter Länge. Aber zu kurz für mich.
      • Von massaker Software-Overclocker(in)
        Zitat von theGucky
        Zur Info:
        USB 2.0 = 480Mbit/s oder 48 MegaByte/s
        USB 3.0 bzw USB 3.2 Gen1 = 5Gbit/s oder 500MB/s
        Ach übrigens, habe bei mir so eine "schlaue Tabelle" gefunden, die ich vor Jahren immer vervollständigt und (nach neuen Erkenntnissen) weitergeführt habe, hier mal ein Auszug (schaut noch einigermaßen aktuell aus!):
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von theGucky
        Und zum PD-Anschluss. Normale USB Anschlüsse ohne PD haben nur maximal 2A/5V, also 10W.
        Deswegen brauchen HDDs immer einen seperaten Stromanschluss.
        Ok, dann man die andere Hälfte der Tabelle:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Müsste ich mal etwas bearbeiten und mit Thunderbolt vervollständigen - dort sind 15W glaub obligatorisch, wobei USB4 theoretisch noch lediglich 7,5W liefern kann - setze ich mal auf todo-Liste. Außerdem muss ich auch USB-PD Rev. 3.1 hinzufügen mit "bis zu 240W".
        Wie Du siehst, Deine angenommene 10W sind sogar super optimistisch
        Zitat von theGucky
        Deswegen brauchen HDDs immer einen seperaten Stromanschluss. PCIe 5.0 NVMEs theoretisch auch.
        PD= Power Delivery
        Zum Glück ist keiner auf die glorreiche Idee gekommen, eine Gen5-SSD in ein ext. Gehäuse zu setzen - wäre 1. sinnlos für Speeds, 2. Geldverschwendung und 3. evtl. nur an einem korrekten TB-Port mit kurzem Kabel möglich, denn sogar ein USB4-Port könnte man da schon evtl. Probleme haben.
      Direkt zum Diskussionsende
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