Übernahme: Western Digital schluckt Sandisk für 19 Mrd. US-Dollar
Western Digital hat bekanntgegeben, dass man Sandisk übernehmen und die Aktion bis zum dritten Quartal 2016 abschließen will. Der Deal hat ein Volumen von 19 Milliarden US-Dollar und soll Western Digital als Konzern zukunftssicher machen und Wachstumsmärkte erschließen.
Der Festplattenhersteller Western Digital erweitert sein Imperium und übernimmt den Flash-Spezialisten Sandisk für 19 Milliarden US-Dollar. Die Kaufsumme wird in einer Kombination aus Barmitteln und Aktienanteilen beglichen. Hintergrund des Deals ist der Wunsch nach Wachstum bei Western Digital, um das Unternehmen auf ein internationales Format bei Speicherlösungen zu bringen und zukunftssicher zu machen.
Auch strategisch ist der Zukauf von Sandisk, Nummer 3 hinter Samsung und Toshiba, interessant, da sich Western Digital so in die Welt der NAND-Speicher einkauft und nun deutlich günstiger Zugriff auf entsprechende Technologien hat. Für die klassischen Festplattenhersteller ist das der Schlüssel für die Zukunft, denn die Fertigung von flashbasierten Speicherlösungen liegt natürlich vornehmlich in den Händen der DRAM- und NAND-Anbieter.
Zwar sind Festplatten als relativ sichere Datengräber auch heute noch nicht wegzudenken, aber die Zeit schreitet natürlich fort und die Entwicklung von SSDs ist bei Weitem noch nicht am Ende. Western Digital kann zudem nun schnell und einfach auch Hybridlösungen auf den Markt bringen, wie es auch Seagate mit der SSHD-Serie tut. Wie bei jeder Übernahme wird auch diese wohl aufgrund von Synergieeffekten nicht ohne Entlassungen über die Bühne gehen. 500 Millionen US-Dollar jährlich sollen eingespart werden.
Die Übernahme soll im dritten Quartal 2016 abgeschlossen sein. Im gemeinsamen Unternehmen sollen SSD- und NAND-Produkte dann 32 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, der auf 19,7 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. In Forschung und Entwicklung will man 2,3 Milliarden stecken.
Sandisk ist nicht die erste große Übernahme von Western Digital. 1988 kam die erste strategische Übernahme von Western Digital mit Tandon, was auch den Ausschlag für die Spezialisierung auf Festplatten brachte. 2011 kaufte man dann Hitachi GST für 4,3 Milliarden US-Dollar, die selbst einst IBMs Festplattensparte übernahmen. Im Visier hat man damit stets den schärfsten Mitbewerber – Seagate. Dort legte man selbst in den vergangenen Jahren einige Übernahmen hin, darunter Conner, Maxtor, Samsungs HDD-Sparte und Lacie. Als dritter großer Anbieter ist noch Toshiba im Geschäft.


Ich hätte fast noch Fujitsu angeführt, deren Festplattensparte wurden allerdings schon 2009 von Toshiba übernommen. Ist in der Tat sehr übersichtlich geworden.
Ich find 19 Mrd. $ schon viel
Geht es Sandisk so schlecht das sie sich kaufen lassen? 19Mrd ist gar nicht so viel für eine Übernahme, da gab es in der Vergangenheit schon deutlich höhere Summen.