Für Retro-PCs: IDE-ATAPI-Laufwerksemulator kommt per Open Source und Crowdfunding

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Für Retro-PCs: IDE-ATAPI-Laufwerksemulator kommt per Open Source und Crowdfunding
Quelle: Polpotronics LLC

Der Laufwerksemulator "Pico IDE" soll Retro-Festplatten durch MicroSD-Karten ersetzen, indem er die Daten über die IDE-ATAPI-Schnittstelle bereitstellt. Außerdem verfügt das Open-Source-Projekt noch über einige Zusatzfunktionen.

Für den Betrieb eines Retro-PCs ist auch ein entsprechendes Speicherlaufwerk notwendig, doch das wird zunehmend zum Problem. Der früher verbreitete IDE-ATAPI-Standard wurde längst abgelöst, sodass kompatible Geräte nicht mehr produziert werden. Gleichzeitig halten alte Festplatten und CD-Laufwerke aber nicht ewig - ihre Alterung sorgt zunehmend für Ausfälle. Der IDE-ATAPI-Laufwerksemulator Pico IDE soll hier künftig helfen, indem er MicroSD-Karten zu dem alten Übertragungsstandard kompatibel macht.

Emulierung mit Zusatzfunktionen

Pico IDE nutzt einen Mikrocontroller vom Typ Raspberry Pi RP2350, um die Daten mit voller IDE/ATAPI-Kompatibilität verfügbar zu machen. Dadurch kann die MicroSD-Karte wahlweise als Festplatte oder als CD emuliert werden. Auf der Karte lassen sich zudem mehrere Images gleichzeitig speichern. Dadurch sollen Nutzer schnell zwischen verschiedenen Betriebssystem-Installationen wechseln können.

Picoe IDE gibt es in Schwarz und Weiß sowie in einer Standard- und einer Deluxe-Variante. Quelle: Polpotronics LLC Picoe IDE gibt es in Schwarz und Weiß sowie in einer Standard- und einer Deluxe-Variante.
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Der Laufwerksemulator ist in einem 3,5-Zoll-Gehäuse aus ABS untergebracht, das wahlweise in Beige und in Schwarz angeboten wird. Die Stromversorgung erfolgt über einen 4-Pin-Molex-Stecker, und zur Anbindung an das Mainboard ist ein handelsüblicher IDE-Anschluss mit 40 Pins verbaut. Zudem gibt es eine Klinkenbuchse, um CD-Audio direkt auszugeben. Das war früher für manche Spiele notwendig - etwa Wing Commander 3 oder Mech Warrior 2.

Pico IDE ist als Open-Source-Projekt aufgesetzt und wird per Crowdfunding finanziert. Auf der Plattform Crowd Supply läuft noch bis zum 5. März die entsprechende Kampagne, die geforderte Summe von 35.000 US-Dollar ist aber längst erreicht. Inzwischen ist die Finanzierung sechsstellig. Wie üblich besteht beim Kauf aber noch ein gewisses Restrisiko, dass das Gerät doch nicht auf den Markt kommt. Das gilt insbesondere auch deshalb, weil noch nicht alle Projektdateien veröffentlicht wurden. Bislang gibt es auf Github nur die Dokumentation. Bis zur Auslieferung, die für April oder Mai geplant ist, sollen die übrigen Daten aber nachgereicht werden.

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Wer den Laufwerksemulator als fertiges Produkt kaufen will, hat die Wahl zwischen einer Standard-Variante für 69 US-Dollar und einer Deluxe-Version für 110 US-Dollar. Für europäische Kunden kommt außerdem noch eine Liefergebühr von 12 US-Dollar dazu. Insgesamt werden damit rund 69/103 Euro verlangt. Der Aufpreis für die Deluxe-Variante wird unter anderem durch ein verbautes OLED-Display mit vier Bedientasten und Wi-Fi-Support inklusive Webinterface gerechtfertigt. Das Gehäuse ist dabei leider immer auf das Deluxe-Modell ausgelegt. Wer den Standard-Laufwerksemulator kauft, muss also damit leben, dass das Frontpanel freie Ausschnitte für den Bildschirm und die Tasten enthält.

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Quelle: Crowdsupply / Pico IDE via Tom's Hardware

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mira90 Schraubenverwechsler(in)
        In 99% aller Fälle absolut unsinnig, da z.B 10/20/40GB HDDs und CF Karten auch als CHS mit 1024/16/63 (oder weniger) konfiguriert werden können.
        Macht nur Sinn bei PCs mit sonderbaren, festen Konfigurationen mit z.B. 56 Sektoren/Spur
      • Von Mira90 Schraubenverwechsler(in)
        In 99% aller Fälle absolut unsinnig, da z.B 10/20/40GB HDDs und CF Karten auch als CHS mit 1024/16/63 (oder weniger) konfiguriert werden können.
        Macht nur Sinn bei PCs mit sonderbaren, festen Konfigurationen mit z.B. 56 Sektoren/Spur
      • Von HisN Trockeneisprofi (m/w)
        An meinem Amiga ist eine alte 32GB-SSD mit SATA-Schnittstelle per IDE/SATA-Adapter angeklemmt.
        Wenn man nicht allzusehr auf "retro" festgebissen ist, wird es da keinen Mangel an Laufwerken geben.
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von SeineLordschaft
        Zumindest interne Steckkartenlösungen mit SD-Karten bzw. früher mit CF-Karten gibt es schon länger (nutze selbst einen CF-Adapter für den Amiga 1200).
        Dieses Projekt nutzt nun einen externen 3.5"-Slot. Scheint aber interessant zu sein, denn sehe ich das richtig, dass CD-Images direkt über das Modul geladen werden können? Und findige Entwickler finden sicherlich durch den Open-Source-Ansatz noch mehr clevere Möglichkeiten.
        Werde es im Auge behalten. Möchte endlich meinen PII 350 wieder aufbauen. Denn ob die 9 GB Seagate 7200 noch laufen wird ist fraglich.
        Ja, für IDE-Festplatte gibts das schon länger, aber nicht für CD-Images. ZuluIDE war das erste was mir unter gekommen ist, aber erstens teuer, zweitens scheinbar nicht mit CDA-Unterstützung und auch mit anderen Krankheiten.

        Als nächstes, was auch gut funktioniert und was ich zur Zeit selber nutze, kam das relative neue Feature der PicoGUS-Soundkarte (selber Entwickler). Allerdings muss ich dafür immer unter den Tisch kriechen und hinten den USB-Stick an- und abstöpseln, wenn ich neue Images auf den Stick spielen will. Der Wechsel zwischen den Images ist auch nicht so komfortabel wie ein Bildschirm und Knöpfe im Front-Panel, vor allem wenn man sich mitten im Spiel befindet und nicht via DOS-Kommandozeile wechseln kann.

        Wäre nur schön, wenn man das Teil im Serdashop bestellen könnte, wie die PicoGUS, anstatt über die Crowdsourcing-Plattform. Scheinbar wird erst im September ausgeliefert, wenn man jetzt zahlt.

        PS: Für Festplatten könnte man je nach System eine PCI-Karte mit SATA-Anschlüssen verwenden. Phil von Phil's Computer Lab hatte dazu kürzlich ein Video gemacht. Aber ehrlich gesagt brauche ich die Geschwindigkeit nicht und setzte lieber auf Kompatibilität. Hab mehrere Systeme mit Windows 98SE am laufen (P3 800, P4 2800, Athlon XP 2500+) und nur das Athlon System (auf Arbeit ) hat noch seine originale HDD. Die eingesetzten CF zu IDE Adapter finde ich schnell genug und hatte bei Spielen noch nie Probleme mit der "Festplatten"-Geschwindigkeit.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Ja, ATAPI wäre die direkte Emulation eines Wechselmedien-Laufwerks, wie es für verschiedene Images auf einem Medium auch benötigt wird. Elektromechanische CF-Adapter binden dagegen einfach nur die ohnehin IDE-like Karte an das System an, welches sie dann nur als Festplatte nutzen kann. Bei CD-Images bringt das einem eher wenig und war eher eine Notlösung zu Zeiten, in denen lautlose, schockunempfindliche Flash-Laufwerke kaum zu haben waren. Heute würde ich eher einen PCI-SATA-Controller und eine ausgemusterte SSD empfehlen – aber all das hilft einem nicht weiter, wenn man ein "optisches Laufwerk" im System haben will. Polpoelectronics pocht vermutlich nicht ohne Grund auf den Analogen-Audio-Pfad und ähnliches: Als simple Alternative zu HDD/SSD und Software-Laufwerksemulator wäre das Ding nicht nur arg teuer, sondern mit maximal MWDMA2 auch arg lahm. (Theoretisch bis zu 16 MB/s, reale Angabe finde ich gar nicht. UDMA und SATA gehen über PCI bis 133 MB/s.) Das Produkt lohnt sich also erst bei Spezialfällen, für die wirklich ein "CD-Laufwerk" im System stecken muss.
      • Von SeineLordschaft PC-Selbstbauer(in)
        Zumindest interne Steckkartenlösungen mit SD-Karten bzw. früher mit CF-Karten gibt es schon länger (nutze selbst einen CF-Adapter für den Amiga 1200).
        Dieses Projekt nutzt nun einen externen 3.5"-Slot. Scheint aber interessant zu sein, denn sehe ich das richtig, dass CD-Images direkt über das Modul geladen werden können? Und findige Entwickler finden sicherlich durch den Open-Source-Ansatz noch mehr clevere Möglichkeiten.
        Werde es im Auge behalten. Möchte endlich meinen PII 350 wieder aufbauen. Denn ob die 9 GB Seagate 7200 noch laufen wird ist fraglich.
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