Festplatten: Jahrelange Preisabsprache bei Bauteilen - Erster Hersteller bekennt sich

20
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Festplatten: Jahrelange Preisabsprache bei Bauteilen - Erster Hersteller bekennt sich (1)
Quelle: techon.nikkeibp.co.jp

Der Hersteller NHK Spring & Co. gehört einem Kartell für Aufhängungen an. Jahrelang soll das Unternehmen gemeinsam mit anderen Firmen Preisabsprachen bei Schreib- und Leseköpfen für Festplatten getroffen haben, so lautet die Anklage in den USA. NHK wird eine Strafe zahlen und mit den US-Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.

Das Kartell soll weltweit aktiv sein und jahrelang Preisabsprachen für Schreib- und Lesekopf-Aufhängungen betrieben haben. Eine beteiligte Firma - NHK Spring & Co - bekennt sich schuldig und bezahlt eine Strafe. Es müssen 28,5 Millionen US-Dollar gezahlt werden, zudem unterstützt das Unternehmen die Behörde bei den Ermittlungen. Die illegalen Preisabsprachen fanden - ersten Erkenntnissen - zwischen etwa 2008 und mindestens bis 2016 statt.

Schaden in Millionenhöhe

Auch wenn derzeit die genaue Höhe des verursachten Schadens unklar ist, so kann man anhand der Strafhöhe ungefähr abschätzen, in welcher Größenordnung der Schaden liegen muss. Bisher bekannt ist, dass NHK Spring & Co. mindestens 14,25 Millionen US-Dollar an Profit gemacht oder einen Schaden bei Kunden verursacht haben muss. Die Japaner verzichten auf einen Prozess mit Beweisverfahren und kooperieren mit den Behörden. Die eigentliche Strafhöhe liegt bei 100 Millionen Dollar, durch den Deal mit den amerikanischen Behörden muss NHK deutlich weniger zahlen. Das Verfahren trägt die Bezeichnung "USA v. NHK Spring" und ist am US-Bundesbezirksgericht für das östliche Michigan mit dem Aktenzeichen "2:19-cr-20503" anhängig. Die richterliche Zustimmung zur Vereinbarung zwischen Anklägern und dem Unternehmen NHK Spring & Co. steht noch aus.

Ebenfalls lesenswert: [PLUS] Festplattenspeicher-Technologien bis 100 TB erklärt

Fakten zur Preisabsprache bei Festplatten:

  • Wie US-Behörden ermittelt haben, gab es Preisabsprachen bei Schreib- und Leseköpfen von Festplatten. Laut aktuellem Ermittlungsstand muss diese Praxis seit ungefähr 2008 bis einschließlich 2016 angedauert haben. Eventuell auch länger.
  • Der japanische Hersteller von Schreib- und Lesekopf-Aufhängungen NHK Spring & Co. hat bereits gestanden und ist bereit eine Strafe in Höhe von 28,5 Millionen US-Dollar zu bezahlen. Zudem wird das Unternehmen gemeinsam mit den Behörden bei den Ermittlungen kooperieren.
Reklame: Die besten Festplatten für Spieler jetzt bei Alternate entdecken

Quelle: Heise

20
    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von colormix
        so was gibt es auch nur in Deutschland .
        Sicher nicht:
        Recording Industry Association of America – Wikipedia,
        AKM Autoren, Komponisten und Musikverleger – Wikipedia,
        SUISA – Wikipedia,


        Administration des Droits des Artistes et Musiciens Interprètes (ADAMI)
        Société des Auteurs Dans les Arts Graphiques et Plastiques (ADAGP)
        Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique (SACEM)
        Société des Auteurs et Compositeurs Dramatiques (SACD)
        Société Civile des Auteurs Multimédia (SCAM)
        Syndicat National des Auteurs et Compositeurs (SNAC),


        Schreib doch einfach nichts, wenn Du keine Ahnung hast.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        @PCGH_Torsten, @empy
        Ich denke, eure Erklärungsansätze gehen Hand in Hand.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Gewissermaßen haben sich die HDD-Hersteller hier selbst den Markt abgegraben – wäre Speicherplatz vor 15 Jahren sehr viel billiger gewesen, hätten Software-Entwickler möglicherweise weniger Zeit in CPU-intensive Komprimierungsverfahren und Speicherstrukturen investiert und SSDs hätten nie eine Chance gehabt.
        Naja, viel hat sicher auch damit zu tun, dass es von vielen Dingen nur noch wenige Kopien gibt, weil über's Netz drauf zugegriffen wird. Wenn ich die Menge an Content, auf den ich zugreife, in ein Verhältnis zur lokal verfügbaren Speichermenge stelle, brauche ich heute deutlich weniger Speicher pro Content als vor zehn Jahren, ungefähr das letzte mal, dass ich interne HDDs gekauft habe.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        In der Breite der Anwender ist auch einfach der Bedarf an Speicherplatz zurückgegangen. Wer heutzutage keine Videoaufnahmen archiviert, kommt meist bequem mit 1-2 TB aus. Die konnte man schon vor über 10 Jahren bequem kaufen. Noch einmal 10 Jahre früher waren es dagegen tatsächlich nicht mehr als 10-20 GB und ambitionierte Anwender hatten häufig mehrere Festplatten im Rechner um ihren Speicherbedarf zu stillen. Gewissermaßen haben sich die HDD-Hersteller hier selbst den Markt abgegraben – wäre Speicherplatz vor 15 Jahren sehr viel billiger gewesen, hätten Software-Entwickler möglicherweise weniger Zeit in CPU-intensive Komprimierungsverfahren und Speicherstrukturen investiert und SSDs hätten nie eine Chance gehabt. Aber heute würde die Nachfrage nach Festplatten auch zum halben Preis kaum kaufen, immer mehr Nutzer wechseln auf Flash-only PCs.
      • Von Zero-11 Software-Overclocker(in)
        Zitat von hanfi104
        Seit bald 10 Jahren stabile HDD Preise. Wer glaubt da an Zufall.
        Durch zurückhalten neuer Technologien aufgrund des Quasimonopols. Heute haben wir 14TB, vor 10 Jahren waren es 4TB aber vor 20 Jahren waren es villeicht 20GB oder so.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk