"Größter Fehler meines Lebens": Enthusiast frittiert 14-TB-Festplatte aufgrund eines SATA-Stromausfalls

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"Größter Fehler meines Lebens": Enthusiast frittiert 14-TB-Festplatte aufgrund eines SATA-Stromausfalls
Quelle: Seagate

Ein PC-Enthusiast verliert eine randvolle 14-TB-Festplatte, weil ein falsches SATA-Stromkabel zum Einsatz kommt - und macht damit auf ein altes, aber immer noch aktuelles Risiko aufmerksam.

Es ist eine Art von Fehler, die trotz häufiger Warnungen gerne mal verdrängt wird: Ein PC-Enthusiast verliert auf einen Schlag die Daten einer 14-TB-Festplatte, weil ein nicht passendes SATA-Stromkabel an einem modularen Netzteil angeschlossen wurde. Auf dem /r/buildapc-Subreddit berichtet der Nutzer "HellBlade64" von diesem Vorfall, den er als "größten Fehler seines Lebens" bezeichnet.

Ein Klick - das war's

Nach eigenen Angaben handelte es sich bei der zerstörten Festplatte um ein Seagate-Exos-X16-Laufwerk, das mit zahlreichen Videos bestückt war - ohne Backup. Wie HellBlade64 weiter ausführt, sei er sich der potenziellen Fehlerquelle mit inkompatiblen Kabeln zwar bewusst gewesen, habe aber "Vorsicht über Bord geworfen" und ein SATA-Kabel an ein Netzteil gesteckt, das nicht zum ursprünglichen Lieferumfang gehörte.

Die Folge: Die 14-TB-HDD quittierte, begleitet von einem kurzen Klickgeräusch, den Dienst, war danach komplett tot und blockierte sogar Neustartversuche, bis sie wieder abgesteckt wurde.

  • Tom's Hardware erklärt die technische Ursache: In modularen Netzteilen liegen 12-Volt- und 5-Volt-Leitungen für SATA-Laufwerke auf dem gleichen Kabelstrang, wobei 12 Volt typischerweise für den Motor und 5 Volt für die Logik des Laufwerks vorgesehen sind.
  • Das Problem besteht demzufolge darin, dass diese Leitungen bei unpassenden Kabeln vertauscht oder anders verschaltet sein können, wenn dieses nicht exakt für das konkrete Netzteilmodell ausgelegt ist.
  • Da Festplatten keinen wirksamen Schutz gegen eine solche Fehlspannung haben, wurde die Controller-Elektronik entsprechend innerhalb von Millisekunden durch die anliegenden 12 Volt zerstört.
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Fehlende Standards als Dauerproblem

Sowohl der Tom's-Hardware-Bericht als auch der Reddit-Nutzer monieren an dieser Stelle die fehlende Standardisierung von modularen PSU-Kabeln und SATA-Stromleitungen.

Demzufolge gibt es nicht nur Unterschiede zwischen Netzteilherstellern, sondern teilweise auch zwischen unterschiedlichen Serien und Modellen derselben Marke.

  • Das erhöht die Gefahr, dass Nutzer zu irgendeinem Kabel greifen, das mechanisch passt, elektrisch aber anders verdrahtet ist.
  • Hellblade64 beklagt in diesem Zusammenhang insbesondere die fehlenden Sicherheitsmechanismen an SATA-Stromanschlüssen, die eine vertauschte Belegung auf Seiten des Netzteils nicht zuverlässig erkennen oder abfangen können.

In Summe ergibt sich so eine Situation, in der auch erfahrene PC-Bastler in einem Moment der Unachtsamkeit nur ein falsch gestecktes Kabel von einem GAU entfernt sind - insbesondere, wenn kein Backup vorhanden ist. Immerhin besteht laut den Kommentaren die Hoffnung, dass die Daten an sich noch zu retten sind, da "nur" die Elektronik an sich zerschossen wurde.

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    • Kommentare (36)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von x2K Freizeitschrauber(in)
        Zitat von T-MAXX
        Kann ich so größten Teils mitgehen. Nur verursachen Bauteile wie ein Varistor, Schmelzsicherung usw. Zusatzkosten und die will ein Hersteller nicht unbedingt stemmen. Bisher geht es Größtenteils auch ohne diverse Sicherungsbauteile, aber es kann eben mal zum Supergau in einem bestimmten Zusammenhang leider kommen.
        Bei dem was Hardware mittlerweile kostet kann man das aber schon Voraussetzen. Zumal es ja auch passieren kann das durch einen Defekt eine Überspannung entsteht.

        Wobei sich Hersteller von Netzteilen auch sehr schwer tun mal ein pinout ins Handbuch zu drucken. Da es schonmal vorkommt das ich meine kabel nach maß selbst konfektioniere hat mich dieses detail schon öfters geärgert. Aber zumindest wenn jemand fertige Kabel kauft (gibt's ja auch mit sleeve oder led aus dem Zubehör) wäre er sicher dankbar da was zum vergleichen zu haben.
      • Von x2K Freizeitschrauber(in)
        Zitat von T-MAXX
        Kann ich so größten Teils mitgehen. Nur verursachen Bauteile wie ein Varistor, Schmelzsicherung usw. Zusatzkosten und die will ein Hersteller nicht unbedingt stemmen. Bisher geht es Größtenteils auch ohne diverse Sicherungsbauteile, aber es kann eben mal zum Supergau in einem bestimmten Zusammenhang leider kommen.
        Bei dem was Hardware mittlerweile kostet kann man das aber schon Voraussetzen. Zumal es ja auch passieren kann das durch einen Defekt eine Überspannung entsteht.

        Wobei sich Hersteller von Netzteilen auch sehr schwer tun mal ein pinout ins Handbuch zu drucken. Da es schonmal vorkommt das ich meine kabel nach maß selbst konfektioniere hat mich dieses detail schon öfters geärgert. Aber zumindest wenn jemand fertige Kabel kauft (gibt's ja auch mit sleeve oder led aus dem Zubehör) wäre er sicher dankbar da was zum vergleichen zu haben.
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Scheinbar haben nicht-modulare Netzteile haben ihre Vorteile. Ich hatte noch nie ein modulares, da sie mir den Aufpreis nicht wert waren.
        Allerdings betreibe ich meine Backup-HDDs im Dock, welches nur angeschaltet wird, wenn ich Daten ins Backup schiebe und zudem habe ich Redundanz.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Zitat von |L1n3
        Gegen Überspannung ist eben nicht so leicht abzusichern, als gegen Überstrom. Bei letzterem reicht eine Schmelzsicherung. Für ersteres müsste man wahrscheinlich einen Varistor einbauen, der dann aber thermisch in der Lage sein muss das ganze solange mitzumachen bis die entsprechende Schmelzsicherung kappt. Oder noch einen Thermoschalter dazu, der die Leitung kappt sobald sich der Varistor erhitzt. Machbar, aber erzähl das mal den Herstellern, die Menge an ausfällen dieser Art dürften wohl derart wenige sein, dass es kaum zu rechtfertigen sein wird dafür Schutzschaltungen auf jeder HDD einzubauen.
        Kann ich so größten Teils mitgehen. Nur verursachen Bauteile wie ein Varistor, Schmelzsicherung usw. Zusatzkosten und die will ein Hersteller nicht unbedingt stemmen. Bisher geht es Größtenteils auch ohne diverse Sicherungsbauteile, aber es kann eben mal zum Supergau in einem bestimmten Zusammenhang leider kommen.
      • Von Kell-Conerem Freizeitschrauber(in)
        naja eigentlich ist die iso daran schuld wenn sie keine belegungsnormen festlegt. funktioniert ja bei anderen steckern auch. man normt ja auch die gurkenkrümmung....
      • Von |L1n3 Software-Overclocker(in)
        Zitat von T-MAXX
        In der Tat leider wahr. Warum bauen die Hersteller keine Sicherung auf der 5 bzw. 12 V Leitung ein?
        Gerade Festplatten sind sehr empfindlich bei Volt-Schwankungen. Damals hatte ich eine Seagate mit 8 TB und die viel im Betrieb aus und war danach mausetot. Ich hatte ein Backup von der Größe auf 2x 4 TB HDDs gehabt, aber trotzdem gelang es mir die Platte wieder zu starten. Es lag an einer Diode, die zu viel Strom bekam und komischerweise nach jedem zweiten Start durchbrannte. Tja, die Steuerelektronik war letztendlich defekt, aber die Daten konnte ich bei Bedarf retten. Garantie war noch reichlich vorhanden, aber ich arbeitete sauber beim Dioden-Wechsel🤫 und hatte die HDD danach komplett LLF und verschiedene Lösch Mechanismen drüberlaufen lassen. Danach ging diese als Garantiefall zurück und bekam eine komplett neue HDD derselben Baureihe wieder. Happyend sozusagen und läuft heute noch als Backup...🥳🤩😉
        Gegen Überspannung ist eben nicht so leicht abzusichern, als gegen Überstrom. Bei letzterem reicht eine Schmelzsicherung. Für ersteres müsste man wahrscheinlich einen Varistor einbauen, der dann aber thermisch in der Lage sein muss das ganze solange mitzumachen bis die entsprechende Schmelzsicherung kappt. Oder noch einen Thermoschalter dazu, der die Leitung kappt sobald sich der Varistor erhitzt. Machbar, aber erzähl das mal den Herstellern, die Menge an ausfällen dieser Art dürften wohl derart wenige sein, dass es kaum zu rechtfertigen sein wird dafür Schutzschaltungen auf jeder HDD einzubauen.
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