PCGH-Plus Label [PLUS] Zocken auf dem Großbild-TV: Alternative zum Gaming-Display?

PCGH Plus: Fernseher sind fürs Gaming nicht den Konsolen vorbehalten. Per HDMI lässt sich genauso gut ein PC daran anschließen. Wir haben einige Modelle auf Vor- und Nachteile abgeklopft. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 08/2018.

0
Special Manuel Christa Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
 Zocken auf dem Großbild-TV: Alternative zum Gaming-Display?
Quelle: Pixabay

Großbild-Gaming

Folgende Produkte finden Sie im Test:  • LG OLED 55E8PLA 
• Panasonic TX-55FXW724
• Grundig 65 GUW 8860
• Philips 55PUS6501 

Messungen u. a. mit Farbraumabdeckung, Farbtreue, Reaktionszeit, Input Lag

Das sogenannte Couch-Gaming wird eher mit einer Konsole betrieben als mit dem Spielerechner. Genauso gut wie manch einer seine Playstation oder Xbox an den (PC-)Monitor hängt, kann aber ein Flachbildfernseher auch als Bildschirm für den Spiele-PC dienen. Was die Panel-Technik betrifft, so sind Fernseher und Monitore ziemlich ähnlich: Abgesehen von OLED-TVs sind beide meist Flüssigkristallbildschirme (LCD), jedoch mit großen Unterschieden in den Details. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist der TV-Tuner, aber auch zahlreiche andere und vor allem wichtigere Details. Der deutlichste Unterschied ist zunächst die Größe. Während TV-Topmodelle in 55 Zoll und darüber erscheinen, dominieren auf dem Schreibtisch bei wesentlich kürzerem Sitzabstand Diagonalen von 24, 27 oder 32 Zoll, auch wenn die Grenzen hier mittlerweile fließend sind. Selbst günstige Fernseher erscheinen heute in der Ultra-HD-Auflösung, was der vierfachen Full-HD-Pixelmenge entspricht. Umgangssprachlich wird das gerade im TV-Bereich noch 4K genannt, was streng genommen aber eine andere Auflösung beschreibt.

Bei Fernsehern kommt es auf die Bildqualität an, weswegen hier unterschiedliche Bildoptimierungen zum Einsatz kommen. Sie erhöhen aber die Signalverzögerung, auch Input Lag genannt. Was beim Fernsehprogramm irrelevant ist, stört mit einem Eingabegerät deutlich: Ab etwa 30 Millisekunden Lag ist schon ein "träger" Mauszeiger spürbar, gerade Gaming wird dadurch deutlich beeinträchtigt. Deswegen sind solche verzögernden Bildaufhübschungen nicht bei Monitoren zu finden. Aber auch manches TV-Modell hat mittlerweile eine spieletauglich niedrige Signalverzögerung. Jeder aktuelle Fernseher verfügt über einen Spielemodus, der den bestmöglichen Input Lag für PCs und Spielekonsolen bietet. Bei allen hier getesteten Modellen war mit dem Spielemodus ein deutlich geringerer Lag spürbar. Ohne ihn ist das Spielen kaum erträglich, weswegen wir uns es erst gar nicht die Mühe gemacht haben, die Bildqualität in anderen Modi zu testen. So niedrig der Input Lag aktueller Fernseher auch sein mag, einige gravierende Einschränkungen gibt es nach wie vor: Kaum ein Modell bietet etwa Displayport als Signaleingang, sondern ausschließlich HDMI. Schon allein wegen der HDMI-Bandbreite ist man bei UHD-Auflösung auf 60 Hz beschränkt, selbst wenn manch ein Modell schon jetzt eine höhere (native) Frequenz unterstützt. Manche Hersteller werben mit höheren Frequenzen, schummeln hier aber mit Schwarzbildeinblendung zur Unschärfereduzierung. 120 Hz ist aktuell die höchste native Bildwiederholrate bei TVs, jedoch nur bei Full-HD-Auflösung. Monitor-Eigenschaften wie etwa dynamische Bildwiederholrate, Overdrive oder Low Motion Blur gibt es bei Fernsehern noch nicht.

Freesync-Fernseher und 65-Zoll-Monitore

Dass die Grenzen immer mehr verschwimmen, zeigen aktuelle technische Neuheiten: Nvidia etwa hat im Januar die BFGDs (Big Format Game Displays) angekündigt. Das sind 65 Zoll große VA-Panels mit UHD, 120 Hz und G-Sync HDR. Der aktuell erschienene Monitor in 27 Zoll von Asus mit ähnlichen Eigenschaften kostet 2.600 Euro. Der Preis der BFGDs dürfte daher bei einem Kleinwagen liegen. Erscheinungsdatum ist noch unklar. Philips stellte im Frühling einen nicht ganz so teuren 43-Zöller vor (436M6VBPAB), der sich mit UHD, Freesync und leider nur 60 Hz an Konsolenspieler richten soll. Er bietet immerhin HDR 1.000 und soll für 800 Euro auf den Markt kommen. Konsolen sollen Freesync bekommen, daher dürfte sich der Standard auch unter Fernsehern verbreiten. Samsung etwa hat kürzlich angekündigt, dass neue Modelle Freesync bekommen werden und andere per Firmware Update damit nachgerüstet werden können. Mit UHD bleibt die Spanne von 48 bis 60 Hz nahezu unbrauchbar niedrig. Erst mit 120 Hz wird sie praktisch nutzbar, das ist aber auch hier nur mit Full-HD-Auflösung möglich. Mittels sogenannter Low Framerate Compensation geht die Spanne dann auch unter die 48 Hz. Wenn die Bildrate die Grenze unterschreitet, wird die Bildwiederholfrequenz einfach verdoppelt. Leider war Samsungs Freesync-TV zum Redaktionsschluss als Testmuster noch nicht verfügbar. Wir werden uns aber Freesync bei den Fernsehern noch genauer ansehen.

PC Games Hardware PLUS
Jetzt für 0,99 € kaufen
oder Werbefreiheit und Zugriff auf alle PLUS-Artikel (Monatsabo)
Für 4,80 EUR PLUS-Abo abschließen Bitte loggen Sie sich in Ihren PCGH-Community-Account ein, um diesen Artikel kaufen zu können. Alle Angebote für PLUS (Monatsabo, Jahresabo, Upgrades für Werbefrei) finden Sie auf unserer Supporter-Seite
Folgende Produkte finden Sie im Test: 
  • LG OLED 55E8PLA 
  • Panasonic TX-55FXW724
  • Grundig 65 GUW 8860
  • Philips 55PUS6501 
Messungen u. a. mit Farbraumabdeckung, Farbtreue, Reaktionszeit, Input Lag
INFO: Sie können PCGH-PLUS-Artikel einzeln kaufen oder ein PLUS-Abo erwerben.
Als PCGH-Digital-Abonnent erhalten Sie kostenfrei Zugriff auf alle PLUS-Artikel.

0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk